Partner von:
Anzeige

Abrechnung einer Deutschlandfunk-Autorin mit dem Zeit-Kritiker: der Sound, aus dem der Totalitarismus kommt

Bundesrichter a.D. Thomas Fischer kritisierte Die Zeit für ihre Wedel-Enthüllungen – und sieht sich selbst nun massiv in der Kritik
Bundesrichter a.D. Thomas Fischer kritisierte Die Zeit für ihre Wedel-Enthüllungen – und sieht sich selbst nun massiv in der Kritik

Ende Januar veröffentlichte MEEDIA einen Beitrag von Thomas Fischer, in dem der frühere Bundesrichter Kritik an den Enthüllungen der Zeit im Fall Dieter Wedel übte. Bis heute kommentieren Leser seinen viel beachteten Artikel, der auch die Medien immer wieder beschäftigt – vor allem, seit bekannt wurde, dass sich Die Zeit aufgrund des Beitrags von ihrem jahrelangen Kolumnisten ("Fischer im Recht") getrennt hat. Am Donnerstag bezeichnete die Medienjournalistin Silke Burmester Fischers Artikel zu Wedel im Deutschlandfunk als "Griff ins Klo". Der Jurist sieht in ihrer Argumentation eine "Verachtung für Diskurs und eine Totalisierung der Ideologie", wie er in einem Gastbeitrag für MEEDIA schreibt.

Anzeige

Von Thomas Fischer

Eine schiefe Ebene

Frau Silke Burmester ist eine Journalistin. Auf ihrer Homepage berichtet sie, sie arbeite unter anderem für Die Zeit. Beim Deutschlandfunk spricht sie Beiträge in der Rubrik „Medien“. Am 29. März nahm sie sich dort auf „medias res“ das Thema „Kolumnisten“ vor und kam beim Nachdenken auf den Zeit / Fischer-Fall. Ich empfehle ihren auf der DLF-Seite stehenden Beitrag zur Lektüre, denn da man kann etwas lernen.

Weil ich eine ordentliche Journalistin sein möchte, habe ich bei der ‚Zeit‘ angerufen und mit Sabine Rückert, der stellvertretenden Chefredakteurin gesprochen,

sagt Frau Burmester. So kann man schon im ersten Satz die Ansprüche, für die man angeblich ins Feld zieht, lächerlich machen. Denn eine richtig ordentliche Journalistin hätte vermutlich nicht nur eine, sondern beide Seiten angerufen. Eine richtig ordentliche DLF-Journalistin hätte es vermutlich auch geschafft, in einem Beitrag über einen inhaltlichen Streit ein einziges Argument desjenigen zu erwähnen, dessen Meinung sie als „Griff ins Klo“ bezeichnet.

Überhaupt ist Frau Burmester richtig lustig drauf. Dass sie den Autor „alternd“ nennt, ist geschenkt, denn das ist ja zweifellos richtig, und mit nicht alternden JournalistInnen sollte man sowieso nicht streiten. Dass sie den Autor Fischer als „abgehalftert“ bezeichnet, kommt humormäßig schon besser. Und bei der Vermutung, es liege vielleicht an Fischers nachlassender Potenz, ist Burmester dann auf dem Niveau angekommen, auf dem sie mit den lieben Hörerinnen und Hörern einmal über den Journalismus sprechen möchte.

Aus ihrer Recherche hat Burmester zwei Erkenntnisse über Fischer gewonnen:

(Fischer) hat die journalistische Sorgfaltspflicht des Hauses infrage gestellt, und obendrein, in einer überwunden gehofften chauvinistischen Verachtung, die möglichen Opfer. Und zwar in jener Art und Weise, die viele Frauen davon abhält, bei Vergewaltigung Anzeige zu erstatten.

Das ist ein ziemlicher Unsinn, denn das glatte Gegenteil ist richtig und wurde ja auch schon vielfach geschrieben. Es gibt, so schrieb Fischer mehrfach, weder Anlass noch Anhaltspunkt, irgendjemanden zu „verachten“, Zeugen „in Frage zu stellen“ oder der Zeit einen Verstoßes gegen „die Sorgfaltspflicht“ vorzuhalten. Fischer möchte sich nur einfach nicht in die absurde „Beweiswürdigung“ der Zeit hineinziehen lassen, und er kritisiert, dass die Zeit ein „System“ sucht, dass sie so, wie sie es tut, weder finden kann noch will. Das hat Frau Burmester nicht verstanden; man muss zweifeln, dass sie sie überhaupt gelesen hat, was sie „ins Klo“ trampelt.

(Fischer) hat Journalisten die Fähigkeit zur Berichterstattung aberkannt, so sie denn nicht wie Juristen vorgingen und ein Sachverhalt nicht bereits durch ein Gericht bestätigt sei.

Anzeige

Diese frei erfundene Verdrehung bringt denselben Unsinn noch einmal von der anderen Seite. Mit der Botschaft, dass Wedel überführt sei, verkündete die Chefredaktion der Zeit, die Ermittlungen seien „nach dem Vorbild der Ermittler“ geführt worden, und eine „erdrückende Beweislage“ sei das Ergebnis, und „weil“ die Zeuginnen glaubhaft seien, habe man die tendenziöse Story geschrieben. Der Autor, der 35 Jahre lang als „Ermittler“ tätig war, hat daraufhin angemerkt, dass das Ergebnis diesem selbst definierten „Vorbild“ nicht genüge.

Er war und ist sich allerdings sicher, dass es das auch gar nicht muss, weil Journalismus und Strafprozess zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Diese Einsicht ist in der Zeit-Chefredaktion nicht sehr populär, wie man seit „Kachelmann“ weiß: Die Grenzen zwischen den Rollen als Story-Teller, „ErmittlerIn“ und Prozess-AktivistIn verlaufen da ziemlich unklar. Deshalb findet man es dort sehr verdienstvoll, „wie Ermittler“ aufzutreten, die Beschuldigungs-ZeugInnen mit größtmöglicher „Loyalität“ zu umsorgen und den Beschuldigten als finsteren Verbrecher einstweilen zu „vernichten“.

Burmester behauptet unsinnigerweise, der Autor habe die Auskunftspersonen „verachtet“, und er habe von der Zeit gefordert, „wie Juristen vorzugehen“. Das ist glatt gelogen. Der Autor schrieb, die Zeit solle nicht vortäuschen, sie gehe „wie Juristen“ vor. Er schrieb, er wisse nicht und könne auch nicht wissen, ob die Zeuginnen glaubhaft sind oder nicht, und das sei für seine Kritik auch ganz unerheblich, weil er keinen öffentlichen Schauprozess führen wolle, sondern meine, dass die Zeit selbst ein Teil des „Systems“ sei, das sie angeblich so betroffen sucht und einfach nicht finden kann. Aus dieser eindeutig formulierten kritischen Position generiert Burmester (wie schon die ZEIT selbst und die eifrige Juniorprofessorin Hoven) den Vorwurf, der Autor sei „illoyal“ gegenüber den Zeuginnen, weil er ihnen nicht genügend „glaube“ oder sie gar „verachte“. Das ist eine dumme Verdrehung.

Ein Gegenschlag

Die inhaltliche Position, die dem Autor „Illoyalität“ oder gar das Fehlen von Argumenten vorwirft, ist also ausgesprochen dünn. Daher ist sie für Frau Burmester auch nur der Vorspann zum Grundsätzlichen. Ihre Sache läuft zielgerichtet auf etwas anderes hin, und zwar auf die ganz großen Linien:

Die Erfahrung zeigt: Rausgeworfen aus der Gemeinschaft wenden die Meinungsstarken sich einem reaktionären Spektrum zu.

Dem folgt eine kurze Skizze des von der Erfahrung gezeigten Niedergangs: Die „abgehalfterte männliche Journalisten-Elite“, die alternden Männer mit Potenzproblemen „gehen erst zur Welt, dann zu Roland Tichy. Am Ende sprechen sie vor der Neuen Rechten und haben Angst vor Einwanderern.“ Und:

Es ist zu befürchten, liebe Hörerinnen und Hörer, dass auch Thomas Fischer Gefallen an einer Umarmung der Henryk M. Broders dieser Welt finden könnte. Und dass er und seine Auslassungen bei den Publikationen der Angstmacher eine neue Heimat finden. Denn eines darf man bei dieser Sorte männlicher Publizisten nicht vergessen: Denen geht es nicht ums Geld. Davon haben sie genug. Denen geht es um Bedeutung. Beziehungsweise um ihre Angst vor deren Verlust.

Da ist Burmester, derzeit u.a. Redaktionsleiterin bei Die Dame im Hause Springer und daher ganz nah bei der Welt, am Ziel angelangt: Aus einer verächtlichen Person hat sie, mit ein paar kleinen Gedankensprüngen, einen von „dieser Sorte“ gemacht, ein Exemplar einer Gattung, die ins „Abklingbecken“ gehört. Dabei reicht es ihr nicht, den stumpfsinnigen Vorwurf der Frauenfeindlichkeit nachzuplappern. Ihr Impetus reicht weiter, dahin, wo sich die pure Menschenfeindlichkeit vollends als Kampf für das Gute tarnt: Fischer im Sumpf des „reaktionären Spektrums“, auf dem Weg zur „neuen Rechten“ und zu den Rassisten. Deshalb habe man ihn „aus der Gemeinschaft rausgeworfen“. Das ist so offenkundig verleumderisch, dass es in der hilflosen Wut fast schon wieder lustig ist. Es ist ein wahrlich erbärmlicher Versuch öffentlicher Hinrichtung.

Die Journalistin Burmester bezeichnet Fischer als „Rausgeworfen aus der Gemeinschaft“. Man muss den Satz zweimal hören/lesen, bevor man es glaubt: Sie hat wirklich „Gemeinschaft“ gesagt! Sie meint: Eine „Gemeinschaft“ von Gläubigen, Dazugehörenden, Guten. Seit langer Zeit habe ich nicht mehr einen so totalitären, verachtungswürdigen Satz im Deutschlandfunk gehört. Herr Höcke hätte ihn nicht schöner sagen können. Das ist der Sound, aus dem der Totalitarismus kommt. Silke Burmester, Künderin der Gemeinschaft. Schwere Träume!

Das ist nicht gut. Es zeigt eine Verachtung für Diskurs und eine Totalisierung der Ideologie. Es offenbart Unfähigkeit und Unwilligkeit, das Eigene überhaupt noch in Frage zu stellen. „Lagerdenken“ ist dafür nur ein sehr schwacher Ausdruck. Frau Burmester hat, glaube ich, mit dieser Niveau-Offenbarung weder der Zeit noch den Opfern von Übergriffen und Erniedrigung einen Gefallen getan. Vom Deutschlandfunk einmal ganz zu schweigen.

Seit Januar darf sie Die Dame aus dem Axel Springer Verlag leiten, die sich so beschreibt: „die dame heute denkt elegant. Sie ist die sinnliche Vergegenständlichung unserer digitalen Welt. Ihre Autorinnen und Autoren gehören zu den Besten unserer Zeit.“ Na denn.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. …heftig, das Thema ist eben brennend heiß – nennen wir es in diesem Fall auch ein Teil von “me too” dass endlich Sinn haben wird, wenn Opfer und Täter Resozialisierung erfahren dürfen…bis dahin wird der Diskurs teilweise leider in dieser Form weiter gehen…nebenbei: ich schätze die Zeit sowie auch Herr Fischer sehr! …die beiden unterscheiden sich vielleicht in der Ausdruksform und in der Art und Weise, wie sie “das Kind’ beim Namen nennen; letzteres ist m. E. berufsfeldbedingt.

    1. Sg Frau Diplomingenieurin!

      Ich sehe zum Einen nicht so wie Sie, dass es um ein brennendheißes, hochbrisantes, aktuelles, noch nie da gewesenes Opfer-Täterthema ginge (das wäre u ist tatsächlich Sache der Staatsanwälte und Richter, Gerichte, das man natürlich diskutieren soll, u darüber tratschen usw), begreife es als ein Gut (gute Frauen und Männer)-gegen-Böse (böse Frauen u Männer)Thema, also politisches Thema, das Journalisten bestimmen und folglich als ein Medien verus Justiz-Thema.

      Ich sehe auch nicht, dass es nur in der Ausdrucksweise oder in der Art u Weise wie man es benennte ein Unterschied lege, ich sehe es so, dass es um einen ganz konkreten Kampf einiger medien gegen den Rechtsstaat geht.

      Was Sie an der Zeit u an ZO (dort haben Sie ja auch kommentiert?) schätzen, ist vermutlich die glasklare Botschaft, man weiß immer ganz genau wie ein Artikel (politisch)gemeint ist, dh auch die Unterbotschaft, oder Überbotschaft und was man damit anfangen soll. Weiters dann im Forum die komplett eindeutige message, wie man sich zu benehmen hat, damit man nicht rausfliegt. Dass man eben niemandem etwas unterstellen darf zb. Niemandem! Niemals! Oder nicht pauschalisieren darf, oder nicht verleumden darf, oder nicht polemisch sein soll, oder seine Meinung stets mit stichhaltigen Argumenten zu untermauern hat, also mit todsicheren Argumenten, mindestens 10 astreine links dazu usw, keine Annahmen oder Vermutungen tätigen. Also allerstrengste Regeln!

      Und: Dass medien nicht die Funktion von Staatsanwaltschaften und Gerichten übernehmen können, keine institutionalisierte u professionelle Ermittlertätigkeit übernehmen können das ist schon klar, oder?
      Und da in den medien generell und speziell bei der Zeit so viele Fachjuristen und Justizexperten unterwegs sind und auch in den Foren wie ich bemerkt habe, – ich denke u vermute, ich war die einzige Nichtjuristin und Nicht-Justizexpertin auf ZO, weshalb ich ja gepfeffert wurde, – wundert es mich, dass darüber keine einhellige Meinung herrscht.
      MfG

      1. ‚ … ich denke u vermute, ich war die einzige Nichtjuristin und Nicht-Justizexpertin auf ZO, weshalb ich ja gepfeffert wurde …‘ – ach, daher weht der Wind 😏

      2. @ Arni Dee

        Nein, das war nur ein Vorwandargument. Sie wollen die Wahrheit wissen?

        Ich bin zigfach hochkantig rausgeflogen, weil ich denen vieles vorgetäuscht habe, einmal, dass ich ein Mädchen mit katholischen Wurzeln, lesbisch und ständig sturzbetrunken wäre, dann, dass ich unter verschiedenen Ängsten, Zwängen und einer Schreibsucht litte. Auch, dass ich nicht wirklich lesen könnte und unterbelichtet sei. Und dass ich mich vor nichts fürchten würde und zu fast allem fähig sei. Da waren die dann echt böse. Und dann haben die es geschafft aus dem Saulus sprichwörtlich einen Paulus zu machen.

        So ungefähr war das.

      3. Lieber Herr Deeg,

        ich hatte mit Ihnen eine der besten Diskussionen auf ZO. Das war eine Paradevorstellung, die man nur noch im Lehrbuch findet. Wir beide wissen das. Aber man hat Sie bei Zeit online ganz bewußt entsorgt. Man hat mich dort ganz absichtlich mehrfach abgewürgt. Völlig grundlos. Das ist Machtmissbrauch. Ganz einfach so wie es halt im Leben rennt. Da sitzen ein paar Großkopferte und Ihre treuen Gehilfen in Machtpositionen und sägen alles ab, was Ihnen “gefährlich”, nicht pc, nicht Linienkonform, zu kritisch erscheint, oder sie wollen das später selber verwenden u damit Kohle machen- oder das die eben überhaupt nicht verstehen was man schreibt, weil Denken Luxus ist.
        An einem echten Diskurs, an der Akzeptanz anderer Meinung und der Auseinandersetzung mit dieser sind die nicht interessiert. Weil? Weil Egomenschen. Egomanen. So wie Ihre ExDame, auch eine sehr, sehr starke Egofrau, die sie nur missbraucht hat als Besamungsmaschine u dann mit viel Hilfe gewuppt hat. So geht es vielen Männern, die den Launen einer sehr schönen Frau unterworfen sind. In vielen Lebenslagen.
        Ich könnte darüber sehr herzlich lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
        Liebe Grüße
        Geierwalli05

  2. Max Horkheimer hat im Allgemeinen Teil zur Ersten Abteilung zu “theoretischen Entwürfen über Autorität und Familie” darauf hingewiesen, dass totalitäre Systeme von beharrenden Elementen, wie sie z.B. Frauen in Familien darstellen, am meisten Unterstützung erfahren. Dass niemand gegen Totalitarismus aufgestanden ist, ist auch hier begründet.

    Nun sind nicht Frauen an sich das beharrende Element, das Totalitarismus (mit) ermöglicht, sondern Personen, die sich in einer abhängigen Situation befinden, aus der sie ihre Selbstdefinition und ihren Status beziehen (die Frau Geheimrat lässt grüßen).

    Bei öffentlich-rechtlichen Anstalten Beschäftigte, deren Tätigkeit es längst nicht mehr ermöglicht, sich einen Namen zu erarbeiten, die vielmehr eine durch koersive Isomorphie und Redaktionspolitiken vorgegebene Berichterstattung pflegen (müssen), und deren Status neuerdings nur noch dadurch inszeniert werden kann, das sie sich zu moralischen Highlights einer Seifenoper erklären, sind die modernen Nachfolger der von Horkheimer beschriebenen beharrenden Kräfte des Totalitarismus.

    Frau Burmester ist hier eine unter vielen (das Wort ist ein Kollektivbegriff für männliche und weibliche Individuen), die dem Strickmuster folgt, nachdem man sich als Journalist inszenieren kann, wenn man sich moralisch erhöht und zum Guten erklärt.

    Dass darin nichts anderes als eine Armseligkeit zum Ausdruck kommt, die aus dem Vergleich von Anspruch an und Wirklichkeit des Journalismus extrahiert werden kann, ist nicht verwunderlich. Ebenso wenig ist verwunderlich, dass Fischer hier totalitäre Töne vernimmt. Das “Wir” gegen “Fischer (oder die)” ist, was Stiftungen wie die, die Amadeu-Antonios Namen benutzt, als Kennzeichen des Rechtsextremismus benennen. Und Stiftungen, die aus Bundesprojekten wie Demokratie Leben! bezahlt und in diesem Rahmen auch evaluiert werden (angeblich), sie müssen es wissen.

    Die Einheitsfront der Guten, die “WIRs”, die in allen, die nicht wie sie sind die “DIEs” sehen, sie erfüllt somit, was als Indikator für Totalitarismus gilt.

    Abgesehen davon: Es heißt nicht umsonst öffentlich-rechtliche ANSTALT.

    1. “totalitäre Systeme von beharrenden Elementen, wie sie z.B. Frauen in Familien darstellen”

      Wie bitte?!

      “Das „Wir“ gegen „Fischer (oder die)“ ist, was Stiftungen wie die, die Amadeu-Antonios Namen benutzt, als Kennzeichen des Rechtsextremismus benennen. Und Stiftungen, die aus Bundesprojekten wie Demokratie Leben! bezahlt und in diesem Rahmen auch evaluiert werden (angeblich), sie müssen es wissen.”

      Sie meinen das ironisch, nicht wahr?

      “Die Einheitsfront der Guten, die „WIRs“, die in allen, die nicht wie sie sind die „DIEs“ sehen, sie erfüllt somit, was als Indikator für Totalitarismus gilt.”

      Sie sprechen hier von so etwas wie “Gutmenschentum”, korrekt?

      “Abgesehen davon: Es heißt nicht umsonst öffentlich-rechtliche ANSTALT.”

      Geht es Ihnen möglicherweise darum, DLF in Richtung “Lügenpresse” zu rücken oder gar Personen zu psychiatrisieren?

      Möglicherweise haben Sie die Problematik, das Thema des Artikels, unter dem Sie hier kommentieren, nicht verstanden.
      Oder Sie kochen gerade Ihr ganz eigenes Süppchen drauf und versuchen Thomas Fischer für Ihre Zwecke zu vereinnahmen.

      Für Letzteres spricht das hier unter Ihrem Namen verlinkte unsägliche Blog.

      1. Überlegen Sie nur. Ich wette, Sie finden eine Lösung. Im Unterstellen sind Sie schon richtig gut. Wenn Sie nun anstelle von unterstellen, überlegen, wird noch was draus.

      2. Sind sie überfordert, wenn jemand ein Argument oder gar zwei macht, so sehr, dass Sie gleich diskreditieren müssen.
        Wäre ich Psychiater, würde ich Ihnen empfehlen, sich professionelle Hilfe zu holen, anstatt sich öffentlich zu outen.

      3. ( Fotobiene )

        Vielen Dank für den Hinweis. Dass Sie den Artikel bescheuert finden, wundert mich nicht bei dem was sie sonst so von sich geben. Aber wurscht, Ihre Meinung zählt ja sowieso Elfe für mich. Selten haben Sie ja dennoch geistige Lichtblicke aufblitzen lassen, die mich hoffen ließen. Dennoch: Sie, dh Ihre Gedankengänge bleiben suspekt. Also eh ab und zu wenigstens ungewollt interessant.

        Jedenfalls habe ich beim folgenden Absatz zuerst ganz große Krokodilstränen geheult. Und dann bin ich fast erstickt vor Gegackere.

        “Hin zu zwei – na ja – alten weißen Männern. Wie fühlt sich so eine Niederlage an, mit über 50, wenn man beim Deutschlandfunk Kolumne schreiben muss für einen anzunehmenden Hartz-4-Niveau-Lohn als „Freie“? Wenn der Lack ab ist, der immer so vorteilhaft glänzte, wenn man in der Redaktionssitzung die Beine in Zeitlupe übereinander schlug, wenn man argumentativ nicht weiter kam? Wenn das verlebte Gesicht heute eben nicht mehr attraktiver Hinweis für die männlichen Kollegen sein kann für eine durchlebte wilde Nacht, wenn auch der dritte Bauch-Beine-Po-Durchgang von der Tastatur weg in der Billigmietwohnung nicht mehr die erwünschte Straffheit zur Folge hat? Mit einem Wort: Wenn die alten weißen Männer nicht mehr diese dankbar anzunehmenden Reflexe zeigen und zudem auch noch zunehmend Texte immer kritischer begutachten, die man sonst noch mit den schönen blauen – heute trüben – Augen durchklimpern konnte?” (Zitat Ende aus: Ihrem link: Alexander Wallasch …)

        Ist das nicht herrlich geschrieben? Verlebtes Gesicht usw…hahaha, ich hab grad eine wunderbare Nachhallerinnerung.

    2. Frauen. Und Männer. Und Totalitarismus.
      Das zieht sich durch. In allen Lebensbereichen und allen Sozialisierungsinstanzen.

      Ich leide darunter. Bin noch jung und schreibe hier heimlich. Aber diese Unfähigkeit zu und Unzugänglichkeit von rationaler Kritik macht mir schwer zu schaffen.

      Dann etwas, das mich auch sehr verwirrt. Ging es um einen Griff ins Klo, oder meinte die Dame eigentlich frei assoziierend oder wachträumend, sie wünschte sich heimlich einen Griff auf den Po?

    3. “… dass totalitäre Systeme von beharrenden Elementen … am meisten Unterstützung erfahren. …

      … sondern Personen, die sich in einer abhängigen Situation befinden, aus der sie ihre Selbstdefinition und ihren Status beziehen (die Frau Geheimrat lässt grüßen).”

      Sehr interessanter Bezug zur Kritischen Theorie! Danke!

  3. Sehr gut und klar beschrieben, der innere Widerspruch, schlimmer noch, das Nichtverstehen der Funktion von “Ermittlern”, die Sicht auf rechtsstaatliche Verfahren:

    “Deshalb findet man es dort sehr verdienstvoll, „wie Ermittler“ aufzutreten, die Beschuldigungs-ZeugInnen mit größtmöglicher „Loyalität“ zu umsorgen und den Beschuldigten als finsteren Verbrecher einstweilen zu „vernichten“.”

    Wer sich selbst GLEICHZEITIG einerseits als (in alle Richtungen) “Ermittelnde” bezeichnet und andererseits “Loyalität” mit lediglich einer Seite einfordert, hat ganz offensichtlich das Prinzip unseres Rechtsstaats nicht verstanden.

    Da trifft es sich gut, denjenigen, der das offenlegt, diffamierend in genau die Ecke zu stellen, in der man sich argumentativ sichtlich gerade selbst bewegt.

    Die Bezeichnung “Gemeinschaft”, als das, woraus Fischer nun “rausgeworfen” wurde ((Freie)Autoren der ZEIT), kann klarer nicht sein:
    Journalismus als jeweils verlagszugehörig in sich geschlossenes Glaubenssystem.
    Ich denke, die staatlichen Ermittler, die sich die ZEIT angeblich zum Vorbild nahm, haben ihren Job besser verstanden.

    Eins ist vielleicht denn doch “positiv” zu vermelden:
    Als Möchtegern-Journalistin hat Burmester ja mit der stv. Chefredakteurin der ZEIT gesprochen.
    Insofern: Aufschlußreiche Recherche!

  4. “Rausgeworfen aus der Gemeinschaft”. Man könnte auch ausgestoßen sagen. Wenn das mal nicht ein Paradebeispiel für LTI (Lingua Tertii Imperii) ist. Schlag nach bei Klemperer.

    Ich muss sagen, ich habe mich schon immer mehr bei den Dissidenten wohlgefühlt. Und es kommen immer mehr illustre Namen dazu.

  5. Früher stand der Name Burmester für audiophile Qualität.
    Silke Burmester, Journalistin und ohnehin kein feingeistiger Guru der Differenzierung, hat nun als ‘Schwanz’ mit dem ‘Hund’ Thomas Fischer wedeln wollen und dabei einen präzisen Beleg ihres aktuellen Niveaus abgeliefert.
    Das tragische und peinliche Ergebnis: Burmester hat sich verwedelt.

  6. Drei Sachen noch:
    1.Eine schiefe Ebene ist architektonisch nicht möglich.
    2.Frau Burmeister hat keine Argumente, sie verleumdet, lügt und schreibt kompletten Schwachsinn, oder sie meint das alles satirisch.
    3.Ich weiß es nicht, ob ich glauben soll, dass ich so einen Scheißtext, wie den von Frau Burnmeister tatsächlich gelesen habe.

    1. Herr Bernd Ulrich, Leiter Politik und stellvertretender Chefredakteur bei der ZEIT, findet auf Twitter Frau Burmesters Text „heiter-klug“.

      Große Geister unterwegs.

      1. Sabine Rückert retweete am 26.3. diesen überaus tiefsinnigen und natürlich furchtbar witzigen Beitrag ihres ZEIT-Autors Christian Fuchs:
        “Ist das eigentlich Zufall, dass sich vorallem alte weiße Männer über die Berichterstattung zu Dieter #Wedel aufregen? Frage für alte weiße Männer.”

      2. Lieber Herr Fischer,

        dann hatte ich also Recht. Sag ich ja, dass ich nicht deppert bin.
        Ich habe mich jedenfalls noch nie geirrt, wenn es um Textverständnis und Einschätzung von Menschen ging. Das Durchschauen braucht seine Zeit, deshalb muss man ja viel lesen, viel hinterfragen, analysieren und viele, unendlich viele dumme Fragen stellen und möglichst viele noch viel dümmere Kommentare schreiben und den guten Geistern vertrauen, so wie ich das beinhart durchexerziert habe.

        Die Loyalität unter den Chefs, Zeitredakteuren, Zensurmeistern und politisch-medialen Vordenkern für die Nation und Innen scheint jedenfalls sehr groß zu sein.

        Wenn Frau Burmesters Text heiter-klug ist, dann ist natürlich klar, warum man Ihre Texte nicht verstehen und begreifen konnte. Hoffentlich findet es Herr Bernd Ulrich auch heiter-klug, wenn sich mal das Blatt zum gegebenen Zeitpunkt gegen ihn wendet. Das war jetzt echt hundsgemein von mir. Typisch.

      3. An Fotobiene

        Es ist sicher kein Zufall, dass Herr Fuchs bei sich selbst nachfragt und nur zum Schein bei alten Männern, ob es denn kein Zufall sein sollte, dass sich gerade alte weiße Männer über die Berichterstattung und die mediale Hinrichtung von Herrn Wedel aufregten.
        Die jungen und jung gebliebenen Frauen regt es ja auch auf, dass medien Urteile fällen und so tun als hätten sie die Befugnis Gerichte zu ersetzen, aber nicht deshalb weil Herr Christian Fuchs zufällig der geborene Untertan seiner Chefin Frau Rückert ist und angeblicher Rechtsextremismusexperte, der rassistisch gegenüber alten u weißen Männern auftritt.

      4. Nur wer ausgerechnet am Karfreitag „nicht speziell ” trauern und sich dunkel fühlen möchte, kann wohl den massstablosen Text der Frau Burmester heiter-klug finden. Ich bin entsetzt.

      5. Man muss sich einfach nur einmal vorzustellen versuchen, was der heiter-kluge Ulrich und alle sieben Zwerge des Qualitätsjournalismus sagen, machen, schreiben und unternehmen würden, wenn ein Burmester-Text mit analogem Inhalt über eine FRAU oder über einen NEGER erschiene.
        Einfach nur mal vorstellen – Ich weiß, es ist schwer.
        Wahrscheinlich würde die ARD sofort einen “Brennpunkt” schalten.

        Über das weithin bescheuerte “Alte-weiße-Männer”-Gequatsche von mittelmäßig jungen und mittelmäßi weißen Menschen, die Schwarze Männer nur als Servicekräfte und mittelbraune Männer nur als orientalischen Sexmob kennen, sollte man sich nicht weiter aufregen. Sie haben halt allesamt an der Columbia–University studiert.
        Die aller-, allerbesten unter ihnen sagen jetzt “PoC” zu den guten Opfern: People of Color. Sie meinen mit “Colior” das Gegenteikl von “weiß”, also von sich selbst. Obwohl ja nun erstens Weiß eindeutig eine Farbe ist und zweitens sie selbst keineswegs Farblos sind, sondern meistens eine schmierig gelb-rötliche Färbung haben, wie ein vergammeltes Maracuja-Erdbeer-Joghurt. Und da ist, wie man auf der Großen-Bauer-Packung lesen kann, eindeutig Farbstoff drin.
        Das erschließt sich aber den echten Großjournalisten und den Jungens und Mädels aus Master-Studiengang nicht. Sie sind so dermaßen GUT-Weiß, dass die anderen halt Of- Color sein müssen. Das ist so anti-rassistisch wie Frau Burmesters Text anti-sexistisch.

      6. Oweh, jetzt ist es passiert: Er hat das Neger-Wort gesagt!

        Ich fürchte nur, das dies den oh-so-sophisticated VertreterInnen des gehobenen Mittelstandsschnepfentums absichtlich missverstehend als Beweis für ein weiteres Abgleiten in jene düsteren Gefilde des verängstigten Bedeutungsverlusts gewürdigt wird, statt sich auch nur mal einen Gedanken zu den vorliegenden Ausführungen zu machen.

      7. Burmeister Text über “Neger”?
        Sie schreibt dann über alte schwarze Männer mit Potenzstörungen, die sich über Wedels mediale Vernichtung aufpudelten? Und Ulrich twittert dann wie heiter-klug das ist?

        Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Es gibt nichts, das es nicht gibt.

    2. Ich weiß, es ist eher off-Topic, aber: die https://de.wikipedia.org/wiki/Schiefe_Ebene ist ein Standardrechenbeispiel in der Physik, erstes Semester oder noch Schulstoff. Im Text oben interpretiere ich die Unterüberschrift als Metapher für die Einseitigkeit des Kommentars von Frau Burmester und/oder dem dahinterstehenden weit verbreiteten Lagerdenken, wo von vornherein das Urteil klar ist anstatt unvoreingenommen die Argumente zu würdigen. Eben wie bei einer schiefen Ebene die Gravitation, die alle Körper auf gleiche Weise angreift und damit auf einer horizontalen Ebene in Position hält, mit einer schiefen Ebene eine horizontale Kraft in eine Richtung bewirkt.

    1. Übel, echt übel.
      Und eines versteh ich absolut nicht. Frau Chefredakteurin Rückert ist eine ausgewiesene Justizexpertin. Als eine solche muss sie doch wissen was der Unterschied zwischen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, (investigativem) Journalismus und bewußter sozialer Vernichtung einer Person ist, um ein angebliches System aufzudecken, was immer das sein soll.
      Komisch, das alles passt absolut nicht zu den Büchern von ihr, ihren Kachelmannrecherchen, ihren Texten usw. Dass sie unter Druck steht? Von wem denn? Ist sie nicht ihre eigene Chefin? Sie erschien mir als eine sehr resolute u extrem durchsetzungsstarke Frau, die sich sicher nichts sagen lässt von anderen, sofern es ihr nicht in den Kram passt. Und in diversen Videos wirkte sie in Gesprächen mit TF wie ein Herz und eine Seele.
      Vielleicht wird sie ja psychisch, politisch oder wie auch sonst immer erpresst? Was weiß man schon.
      Jedenfalls, eine loyale Freundschaft wird es keine gewesen sein, sonst wär sie ja nicht zerbrochen. Abgesehen davon geht es mich nichts an.

      Für TF wünsche ich mir, dass er weiterhin sich selbst treu bleibt und noch viele Artikel veröffentlicht, die viele zum Nachdenken anregen. Auch wenn es dem einen oder anderen nicht schmeckt. Zumindest vorerst nicht.

      1. Rückert hat u.a. „Markt- und Werbepsychologie” studiert, nicht aber Jura. Genauso wenig Burmester. Insofern gründen ihre Einschätzungen bestenfalls auf einem ambitionierten Interesse für Rechtsthemen und ungünstigenfalls auf Parteinahme.

        Rückerts mit dem Nannen-Preis ausgezeichnete Reportage „Wie das Böse nach Tessin kam” (2008) beschreibt übrigens einen Kriminalfall, dessen Hauptperson der Sohn eines Zeit-Kollegen war. Sie musste sich für die Recherche lediglich in der hausinternen Hierarchie ein wenig bücken, denn jener Kollege war kein Redakteur, sondern gehörte zum Fußvolk. Ob das Unglück, das die Tat seines Sohnes für ihn bedeutete, journalistisch unbedingt hätte ausgewertet werden müssen, ist Geschmackssache. Rückerts Ruf als „ausgewiesene Justiz-Expertin” hat die Story sicher gefestigt.

      2. Was Markt- und Werbepsychologie ist, ist mir bekannt. Mir ist auch bekannt was Jus ist. Mir ist geläufig wie medien ticken und wie sie höchst manipulativ agieren und wo sie stetig Grenzen überschreiten. Mir ist auch relativ klar bekannt wie ein Rechtsstaat funktioniert. Mir ist auch bekannt was eine Kolumne ist, was eine persönliche Meinung, was eine Polemik, eine Satire, ein Pamphlet, eine Kritik ist. Mir ist auch bekannt was ein Gerichtsurteil ist. Sogar was eine Erörterung und was ein Argument ist, weiß ich. Weiters weiß ich wie ich rauskriege ob jemand ein falscher Fufzger ist, durchtrieben, und nur auf den eigenen Vorteil ausgerichtet ist. Ich weiß auch wie eine soziale Vernichtung funktioniert, wenn man einen ernstzunehmenden Gegner ausschalten will, weil er weiß, dass man Dreck am Stecken hat uswusf

      3. @ Geierwalli05 (8:20)

        Könnte es sein, dass Sie mich missverstanden haben? Ich habe geschrieben: „ihre” Einschätzungen, nicht „Ihre”. Gemeint waren Rückert und Burmester — aber keine Geierwalli nicht 😉

        Falls ich etwas anderes bemerken darf: Rückert ist stellvertretende Chefin, leitend zwar, aber eben angestellt. Über ihr rangieren Oberchef und die Herausgeber. Ich denke, dass die Haltung zu TF gemeinsam abgestimmt wurde.

      4. (Der wahre Jakob)

        Das ist korrekt, Sie schrieben “Ihre” und nicht “ihre”. Hatte ich auch so verstanden. Genau deshalb. Ich habe nur versucht zu erörtern wo ich geistig stehe. Falls das zu Missverständnissen führt, entschuldige ich mich dafür hiermit.

        Ja, da gibt es einen Oberstabschef, und viele Kommandeure und Kommandeurinnen in der Kämpfertruppe. So hab ich das gesehen. Gibt es einen sogenannten Führer oder eine Führerin auch?

      5. Ich nehme an, es wurde in “Wie das Böse nach Tessin kam” ein Verbrechen journalistisch rein aus Gründen der Empathie mit den Opfern aufbereitet und um einen anständigen Pranger aufzubauen. Sind eigentlich bei der Prävention und Resozialisierung Journalisten auch sehr aktiv?

        Ich erinnere mich sehr dunkel, dass mal vor langer Zeit in einem Pressegespräch ein Journalist die Frage stellte, ob das denn wirklich wahr wäre und sicher nicht gelogen, dass man Menschenkinder mit diesen u jenen Problem beraten würde. Das fand man zwar nicht lustig, aber immerhin dumm.

  7. Menschen aufgrund ihres Alters diffamieren, um vermeintlich Frauenfeindlichkeit zu bekämpfen, ist ja auch mal ein interessanter Weg… Da hatte Frau Burmeister wohl noch eine Rechnung mit Fischer offen und hat nur noch rot gesehen, als sich endlich die Gelegenheit bot. Leider ist der Verstand dabei so komplett auf der Strecke geblieben, dass es nicht mal lohnt, über diesen Unfug zu diskutieren.

  8. Mein Gott, Herr Fischer, meinen Sie nicht, dass Sie sich langsam selbst lächerlich machen? So eine alberne Schlammschlacht, nur weil ein paar Leute nicht nach Ihrer Pfeife tanzen. Die Zeit und Frau Burmester haben eine andere Meinung, Ende der Diskussion. Wozu jetzt diese verbale Aufrüstung?

    1. Das „Ende der Diskussion“ bestimmt bei einem Konflikt immer der andere.

      Herr Fischer verteidigt sich mit starken Argumenten, und ich erkenne in seinen Beiträgen keine „alberne Schlammschlacht“.

      Und mit welchem Argument, welcher Beobachtung stützen Sie Ihre Hypothese, TF würde wollen, dass alle „nach seiner Pfeife tanzen“?

    2. Nein, das meine ich nicht.
      Ihr mein Gott – Argument ist ein überaus langweiliger Standard-Textbaustein für solche Lagen. Es täuscht souveräne Ermattung über angebliche Querulanz nur vor. Denn weder habe ich mich darüber beschwert, dass Frau Rückert oder Frau Burmester „ eine andere Meinung“ haben, noch bin ich an irgendeinem „Schlamm“ interessiert.
      „Lächerlich“ ist vielleicht, wer eine Person, deren Meinung er nicht aushalten will, als abgehalfterten impotenten alternden Reaktionär beschimpfen lässt und dies öffentlich als „heiter-klugen“ Diskussionsbeitrag lobt. Aber das muss jeder selbst wissen.
      Aber natürlich ist Ihr „Mein Gott“-Ansatz nicht so unschuldig naiv, wie er daherkommt. Denn um „Meinung“ bzw. deren Offenbarung geht es ja nun mal im Journalismus. Und wenn die „Meinung“ darin besteht, dass die „andere“ als Verrat, Fahnenflucht und vor allem als nicht erlaubt behandelt wird, handelt es sich um eine Frage nicht von Meinungen, sondern von Macht, die eigene zu sagen und den anderen daran zu hindern, dasselbe zu tun. Die „mein Gott, jetzt halt doch endlich das Maul“- Methode ist da nur eine von vielen. Der Burmester-Sound ist eine andere. Es gibt noch mehr.
      Warum sollte man da das Maul halten? Aus Angst, von Herrn Ulrich heiter-klug als „einer von dieser Sorte“ angesehen zu werden? Oder den Zorn von empfindsamen „Schlammschlacht“-Gegnern zu erregen?
      Aber vielleicht meinen Sie das ja gar nicht so. Ihr Satz mit der „verbalen Aufrüstung“ und dem Pfeifentanz ist ja wirklich lustig, in Verbindung mit der Kolumnistin Burmester.
      tf

  9. Rückert, Burmester, Zeit, Deutschlandfunk: OMG!

    Mir fällt da nur ein (sinngemäßes) Zitat von Maturana ein: „Alles was gesagt wird, wird von jemandem gesagt.“. Burmesters Beitrag ist einfach nur beleidigend und wertet TF persönlich ab. Und mglw. ist das sogar ihr Verständnis von „ordentlichem Journalismus“.

    Ich habe am Donnerstag im DF den Kommentar von Burmester bei einer Autofahrt gehört, um später wutentbrannt an einer Raststätte halt zu machen und festzustellen, dass ich keine Möglichkeit hatte, diesen Artikel auf den DF-Seiten zu kommentieren. Jemanden offenkundig derart undifferenziert niedermachen zu wollen, gleichzeitig gegen „alternde“ Männer Pauschalurteile zu fällen (was soll diese – mit Verlaub – scheiß Anspielung auf deren Potenz überhaupt, er entlarvt m.E. nur Denkmuster derjenigen, die ihn verwenden) ohne Gegenreden zuzulassen, zeigt, wie erbärmlich schwach das Demokratieverständnis von Rückert, Burmester, Zeit, Deutschlandfunk ausgeprägt ist.

    Ich habe für das Verhalten dieser Personen und Medien im „Fall“ TF aktuell nur ein Attribut übrig: unanständig!

    Sehr geehrter TF,

    Sie haben jedes Recht sich zu verteidigen, tuen das m.E. mit Bravour und ich hoffe, noch viel mehr von Ihnen lesen, sehen und hören zu dürfen! Danke für Ihre couragierten, lehrreichen und unterhaltsamen Beiträge, aber vor allem für Ihre beispiellose Bereitschaft, sich auch in den Kommentaren zu Ihren Beiträgen mit hohem Engagement dem Diskurs zu stellen. Bitte lassen Sie sich nicht ausschließen. Ich möchte zu keiner „Gemeinschaft“ gehören, die Sie nicht wertschätzt!

  10. Viele Leser, Hörer und Zuschauer glauben immer noch, daß alles, was publiziert wird, x-fach recherchiert, geprüft und abgesichert oder durch Sachkunde belegt ist.
    Scheißdreck! Die Medien sind zu Mülltonnen mutiert, die alles schlucken und fressen und dann auskotzen, Zeilen und Sendeminuten müssen gefüllt werden, egal mit welchem Müll.
    Herr Fischer gehört zu einer kleiner werdenden Autorengruppe, die sich der Müllvermeidung verschrieben hat!

    1. “Die Medien sind zu Mülltonnen mutiert”
      .
      Das war schon immer so. Lesen sie mal Karl Kraus.

  11. Huch, wo ist mein Beitrag? Na dann halt nicht. Versuche ich es anders: der Kern der Erkenntnis ist – bereits in der Überschrift kenntlich gemacht – ein Sound von Totalitarismus.

    Eine Erkenntnis, die viele sich offenbar noch erarbeiten müssen.

    Andererseits gilt: Sei schlau. Bleib dumm.

  12. Als ich den Beitrag dieser “Dame” gelesen hatte wurde mir sofort bewusst, dass es lediglich darum geht Herr Fischer als Person zu diskreditieren. Es gibt auf Seiten von ZEIT oder von Frau Burmester nicht das geringste Interesse sich mit den Argumenten von Herr Fischer sachlich auseinanderzusetzen. Dies könnte nämlich unterm Strich dazu führen, dass die handelnden Personen sich unter Umständen eingestehen müssten, dass diese sich mit ihren Aussagen etwas vergallopiert haben.

    Diverse Sender haben mittlerweile ihre eigenen Untersuchungen zu der Causa Wedel präsentiert. Ob diese Ergebnisse verlässlich sind bedarf selbstverständlich auch einer kritischen Analyse. Derzeit bleibt jedenfalls nach deren Überprüfungen der Vorwürfe nicht viel mehr übrig als dass Herr Wedel wohl cholerisch und des öfteren am Set mal ausgetickt ist.
    http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/medien—gruenwald-bavaria-film-keine-belege-fuer-sexuelle-uebergriffe-wedels-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180329-99-691698
    http://www.sueddeutsche.de/medien/me-too-debatte-zdf-sieht-bei-sich-keine-hinweise-zu-missbrauchsvorwuerfen-gegen-wedel-1.3868745

    Aber die ZEIT hat natürlich den Stein der Weisen gefressen. Statt sich auf eine vernünftige Diskussion einzulassen wird lieber ein Feldzug gegen den Kritiker gestartet. Mit “Argumenten” die lediglich die Person in den Dreck ziehen sollen.

    Vielleicht hätte Frau Rückert vor der Veröffentlich ihrer Vorwürfe gegen Herr Wedel nochmals ihren eigenen Artikel “Lügen, die man gerne glaubt” in der ZEIT vom 07.07.2011 lesen sollen:

    “Wenn es Falschbezichtigern gelingt, ein Gericht zu beeindrucken, hat das oft damit zu tun, dass die Richter auf den Rat von Sachverständigen verzichten und sich selbst zutrauen, beispielsweise die Glaubhaftigkeit einer belastenden Aussage zu beurteilen. In eigener Selbstüberschätzung übersehen sie oft genug die wahren Motive des “Opfers” oder die Tatsache, dass sie es mit einer gestörten Persönlichkeit zu tun haben, die krankheitsbedingt zu extrem manipulativem Verhalten neigt. Der viel beschworene “persönliche Eindruck”, auf den die Richter ihre Einschätzung zu stützen pflegen, wird dann zu einer gefährlichen Fehlerquelle.”
    http://www.zeit.de/2011/28/DOS-Justiz

    Wenn Frau Rückert jetzt noch “Gericht” und “Richter” durch “Redaktionsstuben” und “Journalisten” ersetzt, dann hätte Sie immerhin schon den Spiegel, in den zu schauen in ihrem Fall mehr als nur angebracht wäre.

    1. Viele Regisseure – seit Beginn der Filmerei – sind am Set recht “deutlich”, weil SIE wissen, was sie wollen; viele Mimen wollen aber manchmal mitreden oder sind übergord3ert, oder einfach nur schlecht.
      Es gibt reichlich Interviews von berühmten Regisseuren von Hitch über Hawks bis Wilder (u.v.m.), die das beschreiben und erklären.
      .
      Schauspieler gelten bei vielen Regisseuren und Produzenten als […Zensur…], wohl oft zu Recht. Wenn ich da an manch’ deutsche Darsteller denke, die nur eine Pose draufhaben himmelhilf…
      .
      Will sagen, viele (manche, die meisten, ein paar) Regisseure können recht rabiat werden, wenn was nicht gelingt, aber natürlich zu ALLEN Schauspielern, wenn die nicht das Verlangte leisten; mit Mann/Frau hat das erstmal nix zu tun.

  13. Einer Madame Burmester wünsche ich das sie noch recht viele Artikel schreibt. Nichts und Niemand kann solchen BLINDGÄNGERN mehr schaden als diese sich selbst, mit ihren in Artikeln gegossenen, bewiesenen HIRNLOSIGKEIT. Und ich möchte Frau Burmester auch Mut machen: Seien Sie vergewissert, solange ihr Leid noch jemanden erheitern kann war es nicht völlig umsonst.

  14. Burmester finde ich ziemlich uninteressant, wichtiger finde ich, dass sie sich in ihrem Interview auf Sabine Rückert bezieht. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, was Rückert antreibt.

    Auf behmannsblog.de sagt Thomas Fischer: “Sabine Rückert ist ja nicht plötzlich irre geworden und behauptet, es seien „keine Argumente“ da, wenn sie seitenlang vor ihr liegen. Ich halte das Ganze eher für einen Vorwand. […] Ich glaube, dass Frau Rückert unter großem Druck steht.”

    https://behmannsblog.de/2018/03/31/versuch-einer-vernichtung-interview-mit-thomas-fischer

    Das würde ich gern besser verstehen. Sabine Rückert scheint mir eigentlich sehr durchsetzungsstark zu sein, sie bietet ihrer eigenen Redaktion immer wieder Paroli. Im Fall Wedel reagiert sie aber nicht nur auf Druck der Redaktion, sondern auch auf ganz persönliche Weise, zum Beispiel mit dem Rückzug ihres Festsschrift-Artikels.

    Das sieht mir nicht so aus, als stünde sie “unter Druck”, vielmer scheint sie eine 180°-Wende vollzogen zu haben. Ich finde ihr Verhalten absolut seltsam, so als wäre sie tatsächlich “irre geworden”.

    1. Es ist eine spezielle Form des Drucks, scheint mir, ein Gruppendruck, der vor die Wahl stellt, zur “Gemeinschaft” zu gehören – oder eben nicht.

      Rückert 2016 in einem Interview hier auf Meedia:

      “Grundsätzlich glaube ich, dass unser Erfolg auch darauf beruht, dass wir intern einen sehr geringen Arschlochfaktor haben. Wir sind richtig tolle und integere Leute. Das Team ist die wohl beste Erklärung für den Erfolg. Eine gute Zeitung kommt aus dem begeisterten Inneren ihrer Macher. Ich glaube – bei allem heftigen Streit, den es auch bei uns gibt – nicht an Stress, Drohung oder Druck.”

      Darin sagt sie auch:
      “Andererseits haben wir Journalisten aber immer auch eine Muezzin-Position. Was wir rufen, wird immer noch lauter gehört. Da muss man sich schon anders benehmen. Die alte Rücksichtslosigkeit nach dem Motto „Ich bin die Zeit, ich habe recht“, kann man sich heute nicht mehr leisten. Was in Ordnung ist.

      War das früher so?
      Ja. Ein wenig.”

      https://meedia.de/2016/02/15/vize-chefin-sabine-rueckert-zum-zeit-jubilaeum-wir-journalisten-haben-eine-muezzin-position/

      Es ist so eine Sache mit dem Selbstbild, häufig ein Wunschbild, das häufig gerade dann zu ‘seltsamem’ Verhalten führt, wenn es tiefgreifend gestört wird.

      1. Nachdem nun alles verweiblicht und entmannt geworden ist, ist das Selbstbild eben so. Ich habe da keine Zweifel.

    2. Noch etwas dazu, weil mich diese Frage ebenfalls sehr beschäftigt.
      Ein Schlüssel liegt m.E. in diesem Interview mit Sabine Rückert:
      http://www.sakida.de/360/

      “Warum haben Sie in Ihrem ersten Artikel im Juni 2010 mit der Überschrift „Schuldig auf Verdacht“ so deutlich Partei für Jörg Kachelmann ergriffen?
      Rückert: Weil ich die Aktenlage kannte. (…)”

      “Denken Sie, Sie wissen manchmal mehr als die Richter?
      Rückert: Ja, manchmal denke ich das. Das klingt jetzt hybrid, aber es ist so. Das Hybride ist natürlich, ich maße mir an, das Gericht zu beurteilen. Aber erstens: Ich habe bereits zwei Kammern eines Gerichts Fehlurteile nachgewiesen durch Recherche. Ich muss dazu keine Rechtskenntnisse haben. Natürlich haben die Richter höhere Rechtskenntnisse als ich. Natürlich wissen sie mehr in der Rechtsanwendung Bescheid und in den Paragraphen. Aber worum es hier geht im Fall Kachelmann oder im Fall meiner beiden Fehlverurteilten, und in vielen anderen Fällen, sind keine Rechtskenntnisse sondern Kenntnisse der Fakten. Und ich bin Journalistin und ich kenne mich mit Fakten aus. Und ich kenne mich auch mit Gutachten aus, und ich kann ein gutes Gutachten von einem schlechten unterscheiden. Und da bin ich dem Richter in keiner Weise unterlegen — in der Beurteilung dieser Dinge. Der Richter lernt auch niemals in seinem Leben ein gutes Gutachten von einem schlechten zu unterscheiden. Er muss sich das alles selber beibringen, zum Teil mit schrecklichen Nebenwirkungen. Das haben wir ja gesehen in Mannheim, solche Nebenwirkungen, wer da ernst genommen wurde als Gutachter.”

      Abgesehen davon, daß aus diesen Aussagen (‘mehr wissen als die Richter’) selbstverständlich eine absolute Hybris spricht – denn auch die Richter kennen die Aktenlage – : Ich habe durchaus Verständnis dafür, daß die Dinge “nach Aktenlage” erkennbar scheinen und man damit durch Parteinahme auch “Treffer” wie bei Kachelmann landen kann.
      Daß der Glückshormon-Spiegel dann überschießt, wenn man gewinnt, kennt sicher jeder Anwalt, der erfolgreich verteidigt hat. Es sollte aber weder ihm noch einer Journalistin die Gewißheit suggerieren, daß das auch in einem nächsten Fall so sein wird.
      Schon im Fall Mollath lag Rückert peinlich daneben, aber das menschliche Gehirn verdrängt solche Niederlagen schnell.
      So lange diese Selbsttäuschung funktioniert, macht sie offensichtlich stark.
      Stark heißt aber nicht richtig.
      Spätestens, wenn man die Recherchen der Journalisten des eigenen Hauses mit Ermittlungen von Staatsanwaltschaften, die einem im Fall Kachelmann vorgelegen haben, verwechselt, sollte die Vernunft der Hybris endlich Einhalt gebieten.
      Man sollte zurücktreten können, differenzieren können, etwas bescheidener sein, angesichts der sehr einseitigen Indizienlage, die durch eine solche journalistische Recherche überhaupt zu erringen ist.

      Diese Objektivierung gelingt Rückert nicht, und vermutlich weiß sie das auch.
      Das Resultat dieser kognitiven Dissonanz ist sehr krass und öffentlich sichtbar, vielleicht sogar in gewisser Weise menschlich verständlich, aber dennoch absolut inakzeptabel wegen der Wirkung auf einzelne Menschen (Wedel, Fischer), vor allem aber schädlich für den demokratischen Diskurs, der gerade in Zeiten des “Lügenpresse”-Vorwurfs wichtiger denn je für unsere Gesellschaft ist.

      1. Ich habe in ähnliche Richtung überlegt:

        Wenn man einen Prozess nach Aktenlage beurteilt, hat man mehr Abstand zu der Sache. Man kann sich auch die “fertigen” Ergebnisse der vorausgegangenen Ermittlung kritisch anschauen, ohne dass man selbst in diese Ermittlungen involviert war.

        Es muss bedeutend schwieriger sein, solche Ermittlungen selbst durchzuführen. Man weiß ja noch nichts, muss alles erst erarbeiten und hat nicht mehr den inneren Abstand.

        Möglicherweise hat sich Rückert selbst überschätzt und dachte, sie könnte das, was sie aus Gerichtsverfahren kennt, mit ihrer Redaktion einfach so nachspielen – und hat dabei nicht gemerkt, wie sie ihren inneren Abstand und ihre (ansonsten) klare Sicht auf die Dinge verliert.

        Ich hab irgendwo einen Vortrag/ eine Diskussionsveranstaltung als mp3. Finde es gerade nicht über google, vielleicht später nochmal. Mir kam sie da auch einen Tick zu selbstbewusst vor. Sie schien sich da sehr sicher, Gerichten Fehlurteile nachweisen zu können.

        Vielleicht kann sie die Fehler des Wedel-Dossiers nicht erkennen, weil es ihr eigenen Werk war.

      2. Ja.
        Zumal sie bei diesen “Ermittlungen” einen möglichen Belastungseifer der Zeuginnen nicht nur ausschlossen (weil es mehrere “Fälle” waren), sondern ihn als Autorinnen durch ihren Artikel selbst zeigen.
        “Storys” werden heute immer gerne aus möglichst subjektiver Perspektive des Autors “erzählt”, weil es “näher dran” ist.
        Der Gruppendruck (s. mein anderer Kommentar) tat sein Übriges, daß es keine Distanz mehr geben durfte.
        Dann kommt Fischer, betrachtet das mal aus der Distanz und macht alles kaputt… die Selbstsicherheit, die Gemeinschaft… Ein Stich in ein Wespennest.

      3. Das ist jetzt ein bisschen Spekulation, aber ich glaube, Rückerts Vorwurf der Illoyalität ist in gewisser Weise verständlich. Sie meint wahrscheinlich, dass sich Fischer IHR gegenüber illoyal verhalten hat. Rückert hat immer zu Fischer gehalten und erwartet nun, dass Fischer zu ihr hält. Sie drückt es zwar nicht so aus, aber ich denke es geht ihr tatsächlich um ihr persönliches Verhältnis zu Fischer. Vielleicht ist ihr das nicht bewusst, und sagt deshalb, Fischer sei den Redakteuren gegenüber illoyal. Was ein seltsamer Vorwurf ist. Aber es wird verständlich, wenn man bedenkt, dass sie sich – auch gegen die Redaktion – mit viel persönlichem Engagement für Fischer eingesetzt hat.

        Was sie offenbar nicht versteht – da sie in ihre eigenen “Ermittlungen” zu sehr involviert ist -, ist, dass sie Fischer in eine unmögliche Lage gebracht hat. Denn von Fischer zu verlangen, zu der ganzen Geschichte zu schweigen, heißt nichts anderes, als zu verlangen, Fischer solle sich selbst unglaubwürdig machen.

        Selbstverständlich MUSS Fischer zum Wedel-Dossier Stellung nehmen – denn das wird schlichtweg von ihm erwartet. Man würde ihm sonst zurecht vorwerfen, auf seinen Arbeitgeber Rücksicht zu nehmen. Rückert hat damit Fischer Integrität gefährdet. Das hätte sie vorab erkennen müssen.

        Ein Schlüssel scheint da tatsächlich zu sein, dass Rückert ihre eigenen Fähigkeiten überschätzt. Dass sie ein zu großes Ego hat, um einzuräumen, dass Ermittlungen zu leiten, eben nicht so einfach ist. Dass sie da selbst an ihre Grenzen stößt.

        Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie in einem Jahr anders über die Sache denkt. Sie ist ja nicht dumm.

  15. „Es fällt ja auf, dass es vor allem alternde Herren sind, die im Journalismus auf einmal ausschlagen. Die ihre liberale oder linke Haltung aufgeben, die die weibliche Emanzipationsbewegung nicht länger aushalten, schräges Zeug schreiben und destruktiv werden.“ – Es geht Frau B. vermutlich gar nicht in erster Linie um Herrn F., sondern implizit darum, ältere (weiße? und halbwegs berühmte schreibende?) Männer als Teilgruppe schlecht zu reden. Wobei sie selbst, ich glaube: Jahrgang 1966, nach meiner Beobachtung einer Fraktion auch nicht mehr ganz junger Frauen angehört, die gern ihre ur-eigene feministische Sichtweise zur alleinigen Wahrheit überhöhen und mit journalistischer Sachlichkeit und Fairness großzügig sind. Niemand bestreitet Frau B. selbstverständlich ihr Recht, ihre kritische Meinung zu äußern, der Tonfall, in dem sie es tut, ist aber eigentlich gerade einem öffentlich-rechtlichen Sender nicht zuträglich. Und der Gebrauch des Wortes „Gemeinschaft“ für ihre eigene Gruppenzugehörigkeit („Rausgeworfen aus der Gemeinschaft wenden die Meinungsstarken sich einem reaktionären Spektrum zu. Und gehen erst zur “Welt”, …) grenzt auch an Selbstüberhöhung. Es gibt nur Frau B.‘s Gemeinschaft im Lande? Ob sie selbst gern „alternd“ und „abgehalftert“ genannt würde, ist eine interessante Frage so nebenbei.

  16. Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie selbstverständlich solche Damen ( oder auch Herren ) unter die Gürtellinie gehen.
    Natürlich n u r bei den genitalisierten B-Menschen; denn da, wo der Spaß bei den weiblichen Menschen wegen ihrer Würde definitiv aufhört, nämlich unter der Gürtellinie, fängt er bei den männlichen Menschen erst an.

    Der gesellschaftliche Konsens zeigt diesbezüglich eine Doppelmoral , wie sie im Buche/der Zeitung steht.
    Es wird munter das betrieben, was wegen ihrer Würde A-MenschInnen unmöglich zuzumuten ist: Sexualisierter Chauvinismus und Sexismus.
    Und das von Leuten, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, gegen Sexismus zu sein.
    Dieser geschlechtsspezifische Chauvinismus ist so sexistisch , dass man erst gar nicht auf die Idee kommt, ihn auf das andere Geschlecht zu übertragen. Nein , der Gedanke daran ist schon Frauen verachtend.
    Er ist heutzutage die simpelste und einfachste Methode, unbequeme, intelligente Männer, die das feminisierte Mediensystem hinterfragen, zu diskreditieren.
    Das gleiche mit Frauen zu machen, scheitert selbstverständlich an deren Würde, die ja, wie wir ja alle wissen, permanent verletzt wird.

    So kann ganz locker nach dem Motto verfahren werden: Wo offiziell keine Würde ist, kann diese auch nicht verletzt werden…Recht haben wir sowieso!

  17. Ich bin ein großer Fan des Kolumnisten Thomas Fischer. Dass er aber so unbedingt das letzte Wort haben muss, dass er sich auch für rhetorisches Kleinklein nicht zu schade ist, enttäuscht mich.

    Und keinesfalls dürfen Opfer sexuellen Missbrauchs einem Diskurs ausgesetzt werden.

    1. Es ist m.E. fast zu banal, aber bitte denken Sie zu Ende, was passieren würde, wenn (meines Wissens nach immer noch _potentielle_) Opfer in der Öffentlichkeit (meines Wissens nach immer noch _potentielle_) Täter als solche beschuldigen, ohne sich einem Diskurs stellen zu müssen.

    2. Sie kritisieren, dass TF sich gegen die unterirdischen Anwürfe der Art Burmesters zur Wehr setzt. Bezeichnen dies als rhetorisches Klein-Klein. Würden Sie solche Anwürfe denn kommentarlos einfach “aushalten”? Und selbst wenn ja, muss TF dies dann auch?

      Was das Ganze mit sexuellem Missbrauch zu tun haben soll, wird wohl ihr Geheimnis bleiben (Streitgegenstand ist die vorgeblich seriöse “Verdachtsberichterstattung” der ZEIT, die in Wirklichkeit übelstes Boulevardniveau erreicht hat, wie Herr Fischer am Beispiel Wedel nachweisen konnte.).

      Ich glaube, auf “Fans” jedweder Art kann TF getrost verzichten. Ich lese ihn einfach gerne, stimme nicht überall zu, aber finde ihn immer anregend, unterhaltsam, humorvoll und scharfsinnig.

    3. Naja, bevor ich mich von argumentfreien Schwätzern verleumden lassen, hab’ ich lieber das letzte Wort. Damit, dass ich den Freunden des gepflegten Die-andere-Wange-Hinhaltens damit auf die Nerven gehe, kann ich leben.

      Ich antworte Ihnen aber nicht deswegen, sondern wegen Ihres letzten Satzes: “Keinesfalls dürfen Opfer sexuellen Missbrauchs einem Diskurs ausgesetzt werden.” Vermjutlich meinen Sie nicht “Diskurs”, sondern eher “Streit” oder vor allem “Zweifel”.
      Das ist eine ehrenwerte Position, die sich aber nicht durchhalten lässt und die auch nicht richtig ist. Denn wir müssen uns ja, selbst wenn es stimmen sollte, zunächst darüber einigen, wer ein Opfer ist, und woher wir das wissen. Die allermeisten Menschen kennen die allermeisten Opfer nicht persönlich, und sind auch nicht dabei, wenn Straftaten passieren. Die Kenntnis von Taten und Opfern haben sie allein aus der öffentlichen Kommunikation.
      Das Recht hat ziemlich ausdifferenzierte Regeln darüber, wie wir “Täter” und “Opfer” unterscheiden, die ersteren zuur Rechenschaft ziehen und die Letzteren schützen, entschädigen odfer rehabilitieren. Diese Regeln funktionieren oft sehr gut, nicht selten mittelmäßig und gelegentlich sehr schlecht.
      Die Presse hat solche Regeln nicht, und vor allem keinen Anspruch auf “Gültigkeit”, also auf “Legitimität”. Ob sie jemanden für “schuldig” hält, ist im Grundsatz allen wurscht und kann es auch sein. Denn niemand prüft ihre Qualifikation, ihre Absichten, ihre Beweiswürdigung, ihre Urteilskraft. Es geht um Geld, Macht, Auflage, Meinung.
      Das ist meilenweit weg von der Justiz. Es ist legitim, aber es darf nicht die Grenzen verwischen.
      Das hat die ZEIT m. E. getan. Sie behauptet “wie Ermittler” gehandelt zu haben, eine “Beweiswürdigung” durchgeführt zu haben und zu einem Urteil gekommen zu sein. Sie täuschjt sogar vor, juristische Beweismittel (“eidesstaattliche Erklärungen”) verwendet zu haben, die es so überhaupt nicht gibt und die völlig belanglos sind, weil man sie Bedeutung haben wenn sie vor amtlichen Stellen zu bestimmten Zwecken abgegeben werden. Die ZEIT täuscht ihre Leser darüber. Auch die “Arztbriefe” (oder gar: “Arztberichte”), von denen die Rede war, sind ein fake, der überhaupt nichts bewies. Und schließlich waren auch die seitenlang dargebotnenen “Beweiswürdigungen” der ZEIT alles andere als “nach dem Vorbild der Ermittler”.
      Sie müssen das ja auch gar nicht sein. Aber man darf nicht vortäuschen, sie wären es. Die ZEIT-Journalisten halten sich – unter der Führung ihrer stellvertretenden Chefredakteurin – für geborene Kriminalisten, Chef-Ermittler und Prozess-Spezialisten. Das täuscht.

      DESHALB ist die Frage, ob Wedel “Täter” und die (überwiegend anonymen) Auskunftspersonen der ZEIT “Opfer” sind, ungeklärt. Sie lässt sich auch durch Zeitunglesen nicht klären, auch wenn noch so viele pensionierte Wedel-Feinde auftreten und beteuern, er sei ein schlechter Mensch. Ob wir ihnen “glauben”, ist egal.

      Ich zum Beispiel habe – natürlich – eine “Meinung” zu dem Fall. Die sage ich aber nicht. Es ist eine spekulative, uninformierte Annahme, dien darauf beruht, dass irgendwelche mir völlig unbekannten “Reporterinnen” angeblich “wie die Ermittler” herausgefunden haben, wer Täter und wer Opfer ist, wer die “richtigen” Zeugen sind, welche Beweismittel es gibt, usw. Die stellvertr. Chefredakteurin ist gelernte Theologin, Politikchef Ulrich ebenfalls. Welche Ermittlungsausbildung die Reporterinnen haben, weiß ich nicht. Welchen Grund sollte es geben, einfach zu “glauben” oder “nicht zu glauben”, was sie erzählen??
      Noch dazu, weil es in unangenehm tebndenziöser Weise dargeboten wird und die eigenen Abnsprüche nicht erfüllt. Der letzte Artikel hieß “Das System” – haben Sie auf 8 Seiten “Magazin darüber irgendetwas von Belang gefunden, das man als “System” bezeichnen könnte?

      Also: Ich bin für jedes Mitgefühl für und jeden Schutz für Opfer von Straftaten. Opfer von 30 jahre alten Unverschämtheiten, die sich jahrelang freiwillig unterworfen und angepasst haben, muss ich nicht unbedingt beweinen. Ein bisschen Differenzierung darf schon sein.

      Dies zu sagen, stellt die Zeuginnen nicht persönlich in Frage und tritt ihnen auch nicht zu nahe. Den Weg, vor aller Öffentlichkeit beschuldigungen zu erzählen, haben sie gewählt. Ihr Risiko der öffentlichen Vorführung hat die ZEIT in vollem Umfang verwirklicht, die sich nioch nicht einmal schämt, großformative Fotos von Wedels “Opfern” (z.B. Kirchberger) während (!) ihrer Erniedrigung vorzuführen (“Wedels Kopf zwischen ihren geöffneten Schenkeln…”). Voyeuristisch, und ekelhaft, könnte man sagen.

      Der “Diskurs”, den Sie den Personen nicht zumuten wollen, ist also von vornherein Geschäftsgrundlage der ZEIT-Berichterstattung. Hieraus den Schluss zu ziehen, man dürfe das nicht in Frage stellen, ist pure Heuchelei. Es beruht im Übrigen auf der schlicht anmaßenden, überheblichen und illegitimen Behauptung, die Wahrheit sowieso schon zu kennen.
      DARIN liegt der ganze Skandal. Es geht nicht um irgendwelchen Rachekram zwischen Fischer und irgendwem; und nicht satisfaktionsfähige Dummköpfe wie Burmester sind mir vollkommen gleichgültig.
      Die Strategie der ZEIT besteht einfach darin, jede INHALTLICHE Diskussion zu verhindern. Deshalb wird behauptet, es seien gar keine Argumente da; deshalb wird eine offenkundig desorientierte Dame für öffentliche Verleumdungen und sexistischen Dreck gelobt; deshalb fordert man zur “Loyalität gegenüber den Frauen” auf: Lauter Appelle an die öffentliche Bereitschaft zum Skandal, zur Hysterisierung, zur Vermischung aller Ebenen. Glauben Sie nicht, dass bei der ZEIT alle so blind sind, das nicht zu wissen!
      tf

      1. @Thomas Fischer
        Manchmal – nein oft! – finde ich Ihre Kommentare unter Ihren eigenen Artikeln treffender und trotz (wegen?) ihrer Kürze *noch* lesenswerter als die Artikel selbst.
        Es liegt daran, daß Sie sich als Autor weiterhin mit Argumenten – oder oft sogar recht absurd erscheinenden Ansichten – tatsächlich inhaltlich auseinandersetzen und quasi als neuen Schreibanlaß etwas sehr Überzeugendes draus machen, Ihre Sicht noch einmal komprimieren und schärfen.
        Mich macht das oft richtig platt.
        Dies ist ein ganz wunderbares Beispiel.
        Dank dafür!

  18. Ich kann kaum glauben, das “Dame” Burmester so unfassbar primitiv die Fischer-Analyse gekontert hat. Kaum hat die Jeanne d ´Arc der unterbezahlten freien Journalisten w/m einen gut bezahlten neuen Job, überdreht das ohnehin gereizte Gehirn? Die Sache mit der Hybris und den Claqueuren aus der front row der sog. Qualitätsmedien … schmierig im Abgang.

    1. Das liegt wohl an der Logik der schlichten Realität: dass Dumme ja nicht wissen, dass sie dumm sind.

  19. Herr Fischer, danke und weiter so! Immer wieder ein Vergnügen zu lesen.

    Warum Rückert ihre herausragende eigene Leistung – nämlich Sie als freien Autor einzuwerben – nun selbst zerstört, lässt einen verwundert und ratlos zurück.

    Da möchte man ja eigentlich ZEIT-Abonnent sein – nur um das Abo jetzt demonstrativ aufzukündigen.

  20. Ich frage mich, wen die ZEIT morgen käuflich erwirbt, um eine weitere Heiligsprechung für ihren Schmierenartikel zu erhalten. Alice Schwarzer hat sich beispielsweise noch nicht zu Wort gemeldet und auch Til Schweiger hätte wohl noch etwas Text und ein paar mehr Ausrufezeichen zu vergeben.

    Es ist schon sehr lachhaft, daß kein einziger dieser gedruckten Quarkstrudel auf auch nur ein einziges, von Fischer angeführtes Argument eingeht. Die wahrhaft menschenverachtende Geisteshaltung von Frau Burmester hingegen wurde im obrigen Artikel schön auf den Punkt gebracht.

  21. Irrtum:

    Während einer denkt,
    Di Lorenzo und Fischer
    würden gemeinsam am
    großen Wurf arbeiten
    überwerfen die sich
    zu Details.

    1. In großer Kunst und in der Wissenschaft ist die EINZELHEIT (“Details”) alles.
      (Vladimir Nabokov)
      .
      Vor Gericht übrigens auch.
      .
      .
      Was man Herrn Fischer vielleicht ans Herz legen möchte ist eine Satz von Herrn Braitenberg (noch ein Valentin übrigens):
      “Du sollst nie etwas Größeres auf etwas Kleineres stellen.”

  22. @Fotobiene (2.4., 01.51) :
    Ihr Hinweis auf das Rückert-Interview in SAKIDA von 2011 ist sehr interessant; das Interview ist wirklich sehr lesenswert.
    Man muss dem im Einzelnen hier nicht nachgehen; Tendenz, Aussage und Hintergrund sind ja eindeutig und beeindruckend.
    Es klingt vielleicht überzogen, ist aber nicht so gemeint: Jemand, der so an das Recht, die Wahrheit und die Strafjustiz herangeht – in der festen Überzeugung, alle “Fakten” vion vornherein und stets besser, kompetenter und gültiger erkennen und beurteilen zu können als alle anderen – wäre als Richter weitgehend ungeeignet. Es ist natürlich auch eine überdrehte Selbstüberhebung, und ein bisschen peinlich obendrein.

    In der WEDEL-Kampagne findet sich – und darauf kommt es allein an – genau dieser Ansatz. Er lässt nicht nur keine Gegenargumente in der Sache zu. Sondern er empfindet bereits die bloße Existenz von Gegenargumenten als unerträglich, weil die Wahrheit und das Besser-Wissen überhaupt nur eine Sicht zulassen.
    “Wedel ist schuldig!”, und alles andere ist “Scheiß”, weil die Redakteurin von der Zuschauerbank mehr Kenntnisse von “Fakten” und “Gutachten” und Zeugen und Beweisen hat als alle Versager von Richtern, Staatsanwälten, Gutachtern und Verteidigern zusammen – außer denen, die dasselbe meinen wie sie.

    Das ist ein gefährliches Potenzial, wenn es losgelassen und nicht durch Kritik kontrolliert und eingehegt wird. Es schreitet durch die Welt und räumt in den Müll, was sich in den Weg stellt.

    Es spiegelt sich auch im Umgang der ZEIT mit der Angelegenheit: Verweigerung jeglicher inhaltlicher Diskussion als Demonstration von Macht, Verachtung und Überheblichkeit. Man tut also etwas, was der “Kern-Identität” der ZEIT widerspricht und außerordentlich schadet.

    Den Kritiker versucht man zu bestrafen,. indem man ihn “aus der Gemeinschaft” entfernt, seine Argumente als nicht-existent bezeichnet und eine durchsichtig-blöde Kampagne einer Büchsenspannerin (Burmester) unterstützt (Ulrich), die auf der albernen “alte-weiße-Männer”- Schiene für Ausgrenzung sorgen soll, ohne sich mit Inhalten in Gefahr begeben zu müssen. (Wenn man weiß, was Fau Rückert von den ProtagonistInnen dieser Weltsicht hält, kann man sich nur wundern.)

    Ich glaube, dass die ZEIT sich damit sehr schadet, weil es so offensichtlich den Kernanspruch verletzt, den sie zu vertreten behauptet: Offenheit, Diskursivität, Kritikfähigkeit, Liberalität.

    Noch ein Auszug aus dem SAKIDA-Interview:

    “ich bin Journalistin und ich kenne mich mit Fakten aus. Und ich kenne mich auch mit Gutachten aus, und ich kann ein gutes Gutachten von einem schlechten unterscheiden. Und da bin ich dem Richter in keiner Weise unterlegen (…)
    Ich bin eine Fachjournalistin, davon gibt es auch nicht so viele auf diesem Gebiet. Was mich stört ist die Unwissenheit der Anderen” (…)

    (Zum Fall Kachelmann:) Herr Birkenstock hatte mich …angerufen und wollte Hilfe. Zu Recht, wie ich finde. Er hat gesagt, … ich möchte gerne, dass Sie sich die Akten ansehen (…) Nur war das Problem hier, dass ich … gemerkt habe, dass Herr Birkenstock selbst ein Problem ist. ..Das … hat mir gezeigt, dass er diesem Fall nicht gewachsen ist. Und da habe ich ihm (Kachelmann) … dann Herrn Schwenn empfohlen.”

    Das ist, laut und deutlich, der Anspruch, jegliche Abgrenzung über den Haufen zu werfen, wenn es die eigene (überlegene) Fähigkeit für angezeigt hält: Prozesspartei sein, “Unschuldige herausholen” und zeitgleich noch live darüber berichten: Was will man mehr? –

    Doch, halt: Einer geht noch: Einen “Schuldigen” verfolgen, “nach dem Vorbild der Ermittler”, die Anklageschrift Bewerbunmgsarbeit für einen Journalistenpreis veröffentlichen UND den Urteilsentwurf gleich mitliefern. UND zeigen, dass es “nicht viele auf diesem Gebiet gibt”. Das ist Gerichtsshow auf ganz großer Bühne.
    Wo gehobelt wird…
    tf

      1. Zitat:

        ….”Ich kenne Kollegen, in deren Texte Vorgesetzte eingreifen, wenn sonst zu deutlich würde, dass ein U-Bahnschläger oder ein Sexualstraftäter unfair behandelt worden sein könnte.”….

      2. Lieber Herr Deeg!

        Interessantes Zitat. Und sehr aufschlussreich ist das alles.

        Da freu ich mich, dass jedenfalls ich mich nicht getäuscht habe bei meinen Einschätzungen der Journaille.

    1. Sehr geehrter Herr Fischer,
      mal ganz abgesehen vom Inhalt der Debatte und Ihrer Position:
      Ich finde es bemerkenswert und danke Ihnen dafür, dass Sie mehreres Selbstverständliches tun.
      – Sie antworten auf Leserkommentare. Andere Schreiber werfen ihre Meinung, ihre Fakten oder was sie dafür halten, dem gar nicht geneigten Leser vor die Füße und lassen ihn allein damit. Das lässt auf ein Selbstverständnis schließen, das mich an ein bekanntes Zitat Liebermanns erinnert.
      – Sie halten die Unschuldsvermutung hoch. Banal ist das eigentlich, im Grunde irrsinnig, dass sich ein ausgewachsener Richter um so was überhaupt scheren muss. Diese Unschuldsvermutung ist Basis eines Rechtsstaates, sie macht uns alle gleich und lässt Demokratie überhaupt erst zu. Wie tief schwappt in der Medienlandschaft schon der Sumpf, dass Sie sich berufen fühlen müssen, das zu thematisieren!
      – Sie lassen die “Meinungsführerschaft” in der Szene derer, die den Bandnamen “Pussy Riot” nicht übersetzen, deren Vulgarität hoch loben oder jener, die ein Fanzine planet pussy gründeten, nicht unkommentiert.
      – Sie schaffen es, trockenste Sachverhalte mit dem notwendigen Schuss Humor zu würzen und damit überhaupt erst vielen zugänglich zu machen.

      Das alles macht Sie weder unfehlbar noch sonst zum Superhelden. Es ist ja im Grunde genommen selbstverständlich.
      Wesentlich ist nur eins: Sie tun es.

  23. Diese “Gemeinschaft” von der Frau Burmester spricht, die Zugehörigkeit dazu und der Rauswurf aus ihr:
    Das sind sowohl Symptome wie auch Ursachen des grundsätzlicheren Problems des sowohl immer gleichförmigeren wie auch diskursunfähigen Rudeljournalismus, der einem die “Qualitätsmedien” zunehmend verleidet.
    In der Hinsicht vielsagend, weit über dieses Thema hinaus. Burmester’s Argumentation passt strukturell in das Umfeld einer sich während einer Schrumpfung radikalisierenden Sekte.
    Die bedenkenlose Freimütigeit, mit der sie das so in Worte fasst, zeigt aber auch dass sie selbst -und ihre Peergroup- das bisher nicht mal ansatzweise reflektiert haben. Erschreckend.
    Aber eben auch erhellend, wenn man sich wieder mal bei irgendeinem aktuell relevanten politischen Thema verstört fragt, wie man als Journalistenrudel nur derart meinungsstark sein kann, dass man die Positionen denen man sich zuordnet, nur noch ausschliesslich derart unterkomplex einseitig verarbeiten kann.
    Wer weiter dazugehören will und nicht als Häretiker aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden will, darf sich eben nicht mehr erlauben, die Argumente der Ketzer auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Entzückende Aussichten für die mediale Zukunft.

    1. Bereits am 2. Februar 2015 hat Herr Fischer in der ZEIT richtiges geschrieben:

      “Journalisten haben oft nicht nur wenig Ahnung von der Sache (z.B. Sexualstrafrecht), sondern auch empörend geringes Interesse, Kenntnis zu erwerben. Sie leben in einem selbst geschaffenen Parallel-Kosmos der Nachrichtenlage, der Klicks und der sich überstürzenden Neuigkeiten. Es ist ein Jammer.”

      …oder im Augsut 2015, auch in der ZEIT:

      “Gerade der Qualitätsjournalist arbeitet an der untersten denkbaren Grenze seiner intellektuellen Möglichkeiten.”

      1. Wo TF Recht hat, hat er Recht.

        Genau deshalb sind aber nicht die Leser und Kommentatoren auf ZO als Idioten zu betrachten und als solche zu behandeln. Das ist unverschämt und führt dazu, dass man Qualitätsmedien den Rücken kehrt.

  24. Geld regiert die Welt Baby!
    Natürlich kann ich es nur vermuten, aber bei der Zeit meinte man wohl „die“ Story gefunden zu haben und daher darf auch vermutet werden, als die Druckmaschinen liefen, gab es kein zurück mehr. Jetzt heißt es wohl, Augen, Ohren zu und durch, gleich ob es die ein oder andere berechtigte Gegenfrage gibt … und nach dem Motto, in einen Jahr weiß niemand mehr davon, die nächste Sau (richtig Eber) wartet schon, sowie Dorfgemeinschaft oder besser Doofgemeinschaft …
    Schade: als Fischer Kolumnist war, waren eine Vielzahl von Artikeln vom dem Geist der Differenzierung geprägt und nicht in Bezug auf Fischer only, sondern diversen Autoren, gleich ob angestellt oder nicht. Ich bilde mir ein, einen neuen Trend zu entdecken. Da seien beispielsweise Themen wie die unsägliche richtige oder falsche Ernährung erwähnt, wo es mir besonders ins Auge fällt.
    Ich meine die Zeit erklärt ja ständig, man (wer immer das auch sein mag) man habe mit erheblichen Aufwand recherchiert. Wäre schön zu erfahren wie viel montiere Ressourcen geflossen sind und ob sich die Story rechnet, ganz abgesehen vom angeprangertem Wedel zu schweigen. Es ist halt der Zeit und den Netzwerken nicht bewusst was sie eigentlich anrichten, wenn das Niveau so unterirdisch wird, da man sich nur wundern kann. Die Schundzeitungen werden sich über diesen Bärendienst freuen.
    Danke an Mediaa das hier auch Gegenstimmen publiziert werden …

    1. Feministinnen einerseits – Maskulinisten andererseits.
      Linke hier – Rechte dort.
      Alle zerren sie an Fischer rum und merken nicht, daß sie sich in ihren eigenen Netzen verheddern.
      Traurig.

    2. “Was sagt das überhaupt über den Stand des – weiblichen – Journalismus, wenn ein ungelernter Fachfremder wie Fischer die mal eben im Vorbeigehen alle platt und nass macht?”

      “Musste Fischer etwa deshalb weg, weil es im gesamten deutschen Pressebereich keine einzige Frau gibt, die mit ihm mithalten könnte? Und weil die ganze ZEIT mit ihrer Feminismusstrategie einem einzelnen alten Mann einfach hoffnungslos unterlegen war und richtig blöd aussah?”

      So Hadmut Danisch im oben verlinkten Artikel 😉

    3. Scheidungskrieg?

      Waren die denn in einem beruflichen Kontext verheiratet?

      Wie absurd ist das denn so zu tun als wäre man im Berufsleben auf eine spezielle Art persönlich miteinander liiert u wäre einer dem anderen auf Gedeih u Verderb ausgeliefert.

      Wenn du nicht tust was ich von dir verlange, hab ich dich nicht mehr lieb und schmeiß dich raus? Vertrottelt!

  25. Herr Fischer, vielen Dank für Ihre mE richtigen und notwendigen Einordnung en!
    Mich interessiert, wieso Sie in einem der Kommentare das Wort “Neger” (und ich meine, sie hätten dies auch auf der re:publica verwendet) verwenden, das aufgrund der Sklaverei und Rassentrennung allgemein als abwertende, rassistische Bezeichnung von Schwarzen gilt?
    Ggf, weil Sie das Wort offensichtlich nicht rassistisch meinen und Sie deshalb dem Wort die damit allgemein verstandene rassistische Konnotion “nehmen” möchten und einfach als bloße Übersetzung für Schwarze sehen und ein Hinweis darauf lächerlich wäre?

    Ich freue mich auf Ihre Antwort!

    1. Die Verwendung des Begriffs ist ausschließlich provokativ gemeint. Ich persönlich fand das Wort noch nie “rassistisch”, soweit es die Substantivierung einer (Haut)Farbe ist. Allerdings ist es vielfach und lange rassistisch verwendet worden. Auch “Mohr” wurde wohl so verwendet. Nun muss man sagen, dass die Wörter nichjt zwingend daran schuld sind, wenn sie von Rassisten benutzt werden; und dass andererseits die Rassisten jedes beliebige Wort rassistisch verwenden werden, wenn es dazu dient, wozu Wörter ja meinstens dienen, nämlich zur Abgrenzung des einen vom anderen. Eine andere Baustelle ist natürlich wiederum, wenn solche Bezeichnungen ihrerseits wieder zu rein beschimpfend gemeinten Bedeutungen verändert werden (z.B. “Nigger”).
      Ich finde, dass die Übernahme und Imitation der US-amarikanischen Sprach-Hygiene in Deutschland seltsame, teilweise abstoßende Blüten treibt. Eine besonders bescheuerete ist die bezeichnunmg “PoC” – People of Color”, was ja angeblich eine genz besonders gutgemeinte, ggarantiert rassismusfreie Bezeichnung sein soll. Tatsächlich läuft ihr der Rassismus nur so aus den Ohren, den “of Color” ist ja wohl das Gegenteil von “without Color”, und mit dieser seltsamen Bezeichnung könnte WER gemeint sein? Jawohl, WIR, die WEIßEN! Dabei ist dioch erstens Weiß auch eine Farbe, und zweitens sind wir Guten ja gar nicht weiß, sondern gelblich/rötlich, also extrem farbig. Die Sache mit “PoC” läuft also exakt auf den guten alten “Neger” heraus, nur machen wir uns diesmal ein Blümchen ins Haar und haben Lactoseintoleranz.
      Die PoC von der Elfenbeinküste werden es uns gewiss danken, dass wir uns so vorbildlich um den Antirassismus bemühen.
      Bei Gelegenheit mehr dazu.
      tf

      1. ” Dabei ist doch erstens Weiß auch eine Farbe, ”

        Genau genommen ist weiß (als auch schwarz) keine Farbe, und könnten gerade deswegen auch auf dem Index landen.

        Die Kontrolle über verwendungsfähige Begriffe ist das Steuerungsinstrument für erlaubte Gedanken.

        Ich weiß noch, wie Negerküsse plötzlich aus den Regalen verschwanden. Ein widerlicher Gedanke, einem….. ja wie sagt man es nun? dunkel Pigmentierten? in den Kopf zu beißen. Eine Assozisation, die mir vorher niemals in den Sinn gekommen wäre.

        Zigeunerschnitzel empfand ich ebenfalls nicht als Scheibe, aus einem Zigeuner stammend.

        Die Gedankenpolizei gibt die zu verwendeten Begriffe vor, ob böse (derzeit also rechte) Menschen sich auf diese Weise zivilisieren lassen muß offen bleiben.

  26. Manch “linksversiffte” Quotenfrau, die es über irgendeine “Besetzungscouch” auch an die Fleischtöpfe des Staatsfunks geschafft haben, übt sich noch in “Toleranz und Vielfalt”, von der sie ununterbrochen quasselt . Auch wenn tatsächlich nur die hässliche fiese intolerante Hass-Fressen zum Vorschein kommen, wenn es dann tatsächlich darauf ankommt
    Die Hand beim Staatsfunk hält man aber gerne auf und wenn man dort auch die eigene primitive Weltsicht von bösen globalen Chauvinismus, Sexismus, Weiß und Heterosexuell an den armen dummen Beitragszahler bringen kann, ist das offenbar nach eigenen Maßstäben gelebte “Bereicherung” für alle.
    Am Ende ist man eben doch bei den Hackfleisch-Beischläfern der Zeit gut aufgehoben, auch wenn man dort mittlerweile wegen der Klimabilanz eher von Sex mit Gurken und der klimaneutralen Spätabtreibung träumt.

  27. Der scharfsinnige Autor unterstellt Silke Burmeister zwar eine Affinität zu totalitärem Denken

    („Das ist der Sound, aus dem der Totalitarismus kommt (…) zeigt eine Verachtung für Diskurs und eine Totalisierung der Ideologie. Es offenbart Unfähigkeit und Unwilligkeit, das Eigene überhaupt noch in Frage zu stellen“)

    vermeidet es aber, sie direkt eine Ideologin des Totalitarismus zu nennen.

    In Kenntnis des am 13.08.2016 von Burmester in der taz veröffentlichten Artikels „Zu Besuch in idyllischem Nazidorf. Der Kuchen schmeckt nicht“ wäre der vorsichtig abwägende Jurist vermutlich zu einer – mit Recht – wesentlich schärferen Aussage gekommen. Jener Artikel wurde von der taz kommentarlos aus dem Archiv gelöscht, ist im Netz aber noch hier und da gespiegelt, z.B. auf Genios,Indexexpurgatorius’s Blog, forum.digitalfernsehen und politikforen.

    Furchterregend ist dabei weniger, dass die Einzelperson Burmester damals ihre fanatische Gedankenwelt (m.E. Zwangsvorstellungen) publizierte, sondern dass maßgebliche Medienhäuser sie auch heute noch in der Mitte der politisch-medialen Nomenklatura promovieren.

    1. “Furchterregend” finde ich eher die Illusion, man könne nicht gleichzeitig Frau Burmester bodenlos finden UND gegen Nazis sein!

      Es sind genau diese euphorisierten undifferenzierten Reaktionen und Vereinnahmungsversuche, die offenlegen, worin der tiefere Schaden dieser widerwärtigen feministischen Feindbild-Rhetorik liegt, die Sie hier nur spiegeln, in andere Richtung freilich.

      1. Werte/r mdeeg,

        ich verstehe nicht. Haben Sie den Text von Burmester aus 2016 gelesen? Glauben Sie etwa, Zwangsvorstellungen gäbe es zwar vielleicht irgendwie schon, aber halt doch unter gar keinen Umständen über Nazis?

      2. Das “Nazidorf” sagt mir durchaus etwas, ja, völlig unabhängig von Frau Burmester.

        Das Problem scheint mir – nicht nur auf Ihre Reaktion bezogen – dass aus der Ablehnung einer Person und ihrer Darstellungen in übergriffiger Weise Vereinnahmungsversuche stattfinden und Solidarität angenommen wird, wo keine ist.

        Ähnlich hat es Burmester selbst auch gemacht und sich damit der Lächerlichkeit preisgegeben: Thomas Fischer in eine Linie mit Roland Tichy und allem was sie so als “Rechts-Konservativ-weiss-“alt”-männlich-Angst vor Einwanderern” phantasiert stellen zu wollen.

        Nach meiner Wahrnehmung ist Thomas Fischer jemand, der gerade in diesen Kreisen als “querulatorisch” wahrgenommen wird, als “Nestbeschmutzer”, weil er sich eben nicht korrumpieren lässt sondern sich eine auf Empathie und Unvoreingenommenheit basierende Humanität und Rechtsstaatlichkeit bewahrt hat und diese auch offensiv vertritt, wo sie verletzt ist und zwar unabhängig von Status, Macht, Hautfarbe etc.! Das ist das Gegenteil von Hetze, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit, wie sie Burmester als “Feministin” oder der auch im Text erwähnte Höcke und Konsorten betreiben. Und dass erstere (auch) die Anhänger von letzteren angreift, zeigt letztlich nur die Komplexität bzw. die Unübersichtlichkeit sinnlosen “Lagerdenkens”.

        Wie gesagt: es ist ein Bärendienst, wenn “Feministinnen” so den Überblick verlieren, wie Burmester das in Bezug auf Thomas Fischer tut – plötzlich soll man sich dazu äussern, ob man rechte Verwirrungen und Fremdenhass für “Zwangsvorstellungen” hält, nur weil besagte Burmester dazu auch eine Meinung hat, nach dem Motto, der Feind meines Feindes ist mein Freund.

        Nö.

      3. Werte/r mdeeg, erlauben Sie mir die Bitte, Ihre Vorstellungen über Beziehungen, die andere zu Dritten haben, nicht auf bloße Annahmen, sondern auf Fakten zu gründen, die mitunter bereits durch die Lektüre angegebener Quellen zu Kenntnis genommen werden könnten.

  28. “… ihrem jahrelangen Kolumnisten …”

    Ich weiß ja nicht, wie lang Fischer ist, aber “Jahre lang”? Wenn, dann wohl Lichtjahre. Nein, das Wort, das hier gesucht, aber nicht gefunden wurde, heißt “langjährig”. Nicht gereimt, aber geschüttelt.

  29. Sehr gruselig:

    “Eine grenzenlose Medientreibjagd, die eine Wunde aufgerissen hat, die nicht mehr heilen konnte“, so nennt es Sture Carlsson, Chef des Kulturhuset Stadsteatern. Er spricht von seinem Vorgänger, Benny Fredriksson. Nach schweren Vorwürfen gegen seinen Führungsstil hatte Fredriksson im Dezember sein Amt als Chef des Stockholmer Stadttheaters niedergelegt. Vor gut zwei Wochen beging er Suizid. …
    Die Stadt Stockholm setzte eine Untersuchungskommission ein. Deren Abschlussbericht wurde am 22. März, mehrere Tage nach Bekanntwerden seines Todes, veröffentlicht. Darin heißt es zwar, dass einige Mitarbeiter tatsächlich unzufrieden mit Fredrikssons Führungsstil gewesen sein sollen. Für sexuelle Belästigungen findet der Bericht aber keine Belege. Von diesem Ergebnis soll Fredriksson gewusst haben, heißt es aus der Stadtverwaltung. …
    Linderborg, die selbst einige der 41 Interviews für die Recherche geführt hat, kommt zu dem Schluss: Sie würde heute kaum anders berichten. „Wir hatten zu viele Zeugenaussagen, um die Missstände in der Führung des Stadttheaters nicht aufzudecken“, schreibt sie. …
    Die MeToo-Berichterstattung habe grundsätzliche Fragen zur Dramaturgie der Medien aufgeworfen, sagt auch Anne Lagercrantz, Nachrichtenchefin des öffentlich-rechtlichen Fernsehens SVT. Dort habe man Konsequenzen gezogen und sich neue Richtlinien für die eigene Nachrichtenarbeit gegeben: Man wolle mehr darauf achten, den ZuschauerInnen unterschiedliche Perspektiven anzubieten. Und öfter fragen: „Wenn es aber ganz anders ist?“ …”

    Es lohnt sich, den gesamten Artikel zu lesen:
    http://www.taz.de/!5493181/

    1. Nach Publikwerden dieser Vorfälle wurden diverse “Sexismus”-Vorwürfe gegen eine Vielzahl weiterer Männer und einige wenige Frauen erhoben, s. Liste mit ca. 170 Namen. Sehr viele Beschuldigte wurden ohne Klärung der teilweise anonymen Vorwürfe sozial vernichtet (Verlust des Berufs, soziale Ächtung usw.), es handelte sich hier eindeutig um eine moralische Panik und Lynchjustiz.

      Wenigstens 6 Personen begingen als direkte Folge bzw. im Zusammenhang mit der #MeToo-Hysterie Selbstmord:
      (…)

      http://maninthmiddle.blogspot.de/p/feministische-twitter-kampagnen.html#metoo.selbstmorde

      1. Ja, und jetzt nach dem Suizid jubeln die angeblichen Opfer und haben endlich ihren Frieden gefunden?
        Hoffentlich rächt sich diese ganze Lynchjustizsache nicht irgendwann an den BetreiberInnen. Wäre wirklich sehr traurig.

  30. Mir stinkt diese ganze Diskussion. Frau Burmester hat nen blöden Kommentar geschrieben. Man kann sich beschweren. Herr Fisher antwortet recht plausibel. So weit so gut. Nun aber heißt es hier im Kommentarforum bitte eine Runde persönlich und sexisitisch werden – das finde ich äußerst schwach. Aber vielleicht bin ich hier in ne Filterblase geraten, die ich einfach noch nicht kenne… Scheinen auch alle einer Meinung zu sein hier, und wenn man was anderes sagt, wird man von Herrn Fischer in Grund und Boden argumentiert. Sehr interessant.

    1. Ich finde Ihren Satz unlogisch:
      “Scheinen auch alle einer Meinung zu sein hier, und wenn man was anderes sagt, wird man von Herrn Fischer in Grund und Boden argumentiert.”

      Mein Eindruck ist nicht, daß hier alle einer Meinung sind, dafür gibt es doch unten reichlich Belege.
      Wenn Sie keine Furcht vor Argumenten (!) haben, versuchen Sie doch einfach erst einmal, selbst etwas zu sagen.

  31. How to kill a nerd…

    Kategorialfehler in Folge…

    Herr Fischer unterliegt dem typischen Nerd Fehlschluss, wenn er davon ausgeht, dass die Zeit-Leser seine ellenlangen Beiträge gelesen hätten. Und dass Sie ihn wegen seiner fachlichen Kompetenz und Intelligenz auch als Person ganzheitlich sympathisch finden.
    Vielmehr ist zu unterstellen, dass Fischer hier nur dazu diente, dem Zeitleser Teilhabe an Logik, Sachverstand und entsprechenden Habitus allein durch Anwesenheit zu vermitteln. Was der Tatort für den Arbeiter am Montagmorgen, das war der Fischer für den Zeitleser am Dienstag: Inklusion mittels kollektiv geteilter Beobachtung.
    Davon auszugehen, dass die fachliche Kompetenz Herrn Fischers für die Zeit irgendeine über Marketing hinausgehende Bedeutung erfüllte, ist der Fehler, der Herr Fischer spätestens bei Ablehnung seines oben genanten Beitrags durch die Chefredaktion auffallen hätte sollen.

    Nun, dies ist anscheinend nicht so, Herr Fischer beobachtet weiterhin stringent entlang seiner fachlichen Ausrichtung, was im Prinzip lobenswert, nur hier wenig zielführend.

    Da die Gegenseite sich ihrer eigenen diesbezüglichen fachlichen Inkompetenz und auch ihrer grundlegend intellektuellen Unterlegenheit bewusst sein sollte, ist der vollzogene Schachzug, Herrn Fischer durch Mittelsfrau maximal emotional zu provozieren, die wohl sinnvollste Vorgehensweise, um den Herrn in aller Öffentlichkeit zu Überreaktionen zu bewegen und so seine Reputation zu untergraben.
    Was hier ja dann auch schon etwas erfolgreich war.

    Ergo: Das hier ist kein Gerichtssaal und auch kein Hörsaal. Hier geht es nicht um Recht oder um Wahrheit, es geht nur um Macht. Das aber absolut und mit allen Mitteln.
    Und solange Herr Fischer das nicht versteht, wird er nicht gewinnen können.

    1. Richtig finde ich: “ist zu unterstellen”.
      Alles andere ist eben dies, und das in drei Richtungen.
      Ich als Zeit-Leserin habe alle ellenlangen Beiträge gelesen und bin, wie ich sicher weiß, bei weitem nicht die einzige.
      Ich glaube auch nicht, daß die kostenlos lesbare Kolumne FiR lediglich dem Marketing galt. Dann hätte man sie nach dem “Anbeißen” der zahlreichen Leser nach einiger Zeit in den Paybereich verlagert.
      Die Reaktionen der Leser waren ja auch keineswegs durchweg positiv, die Moderatoren im Kommentarbereich hatten Tag und Nacht zu tun.
      Also, ganz so krass würde ich es nicht sehen.
      Jedoch: So lange Fischer immer gerne mal die FAZ auf’s Korn nahm, gab es sicher weniger interne Diskussionen als bei der Kritik an der ZEIT selbst.
      DORT verläuft der Schnitt.
      Auch Ihre Unterstellungen gegenüber Fischer halte ich für falsch. Zum einen halte ich den Vergleich mit einem so intelligenten Spiel wie Schach schon für komplett neben der Sache, zum anderen kann ich nicht sehen, daß es Fischer in irgendeiner Weise um Macht geht.
      Sollte es Frau Rückert darum gehen, ist die Erfolglosigkeit dieses Unterfangens doch sichtbar:
      Fischer schreibt, nun halt woanders, und zwar überwiegend ziemlich sachlich, meist (räusper’) sogar in seinen Kommentaren.

      1. Sie missverstehen.
        Ich gehe davon aus, dass es Herrn Fischer um Recht oder Wahrheit geht (je nach Funktionssystem dem er sich in der Rolle als Autor zuordnet), aber weniger um Macht. Und das dies ein Problem ist, weil er nicht sieht, dass die andere Seite nicht auf dieser Ebene mitspielt, sondern einzig und allein seine Person angreift um den entsprechenden Effekt (s.o.) zu erzeugen.
        Herr Fischer konnte beobachten und beschreiben wie, d.h. mit welchen Mitteln, die Zeit bei Herrn Wedel vorging, dass er dies in seinem eigenen Fall nicht sieht, das ist der blinke Fleck, den die andere Seite ausnutzt.

      2. @goodnight:
        Dass man etwas skandalisiert, bedeutet eigentlich nicht, dass man es nicht sieht.

      3. @Fischer
        Sie sind intelligent genug das zu beobachten, wie im Fall Wedel ja ausführlich dargelegt.
        Nur beobachten Sie die Realitäten in Ihrem Fall exakt?

        Sie operieren mittels Recht und Wahrheit, und hoffen so die Gegenseite zu entblößen. Was ihnen gelingt. Nur fehlt es an Publikum. Denn das hier sind Medien, kein Gerichtsaal.

        Das Publikum hier will eine Schlammschlacht zwischen ihnen und der Zeit betrachten. Und genau das Bedürfnis bedient die Gegenseite. Es wird mit Schlamm geworfen.

        Das sind Medienprofis, die wissen was sie tun. Und wenn Sie genau hinschauen, dann könnten Sie beobachten, dass da keiner neben oder hinter Ihnen steht, kein Pressorgan schreibt sich die Finger für Sie wund, alle starren hier auf diesen kleinen Raum und warten auf den Gegenschlag, auf Blut und Gemetzel. Selbst Mitarbeiter von der FAZ.

        Das ist das Spiel, und Sie können es bedienen, indem sie emotional reagieren, oder Sie können die Gegenseite dorthin bringen, wo sie die Regeln bestimmen. Aber das ist nicht hier.

        Kachelmann konnte auch nicht in der Öffentlichkeit gewinnen, denn die Öffentlichkeit bestimmen die Medien. Erst vor Gericht war Waffengleichheit hergestellt.

        Sie sind dem Gegner fachlich und intellektuellen weit überlegen, und genau deshalb lockt er sie auf dieses Spielfeld, wo er die Regeln bestimmt.

      4. Ich kaper’s nicht.

        Goodnight 17:45 Uhr:
        “um den Herrn in aller Öffentlichkeit zu Überreaktionen zu bewegen und so seine Reputation zu untergraben.
        Was hier ja dann auch schon etwas erfolgreich war.”

        Wo sehen Sie hier Überreaktionen Fischers, die seine Reputation untergraben?
        Ich sehe es nicht – WO?

        Goodnight 19:29 Uhr:
        “weil er nicht sieht, dass die andere Seite nicht auf dieser Ebene mitspielt, sondern einzig und allein seine Person angreift um den entsprechenden Effekt (s.o.) zu erzeugen.”

        Wie kommen Sie darauf, daß er es nicht sieht?
        Er kritisiert doch gerade genau DAS.

        Goodnight 20:42 Uhr:
        “Sie operieren mittels Recht und Wahrheit, und hoffen so die Gegenseite zu entblößen. Was ihnen gelingt. Nur fehlt es an Publikum. Denn das hier sind Medien, kein Gerichtsaal. ”

        Ja, was denn nun?
        Gelingt es ihm also doch?
        Und hier in den Medien fehlt Publikum?? Gerichtssäle fassen vermutlich weniger Menschen, als hier lesen.

        “Das ist das Spiel, und Sie können es bedienen, indem sie emotional reagieren, oder Sie können die Gegenseite dorthin bringen, wo sie die Regeln bestimmen.”

        DAS wäre ein Machtspiel, das bedient Fischer aber doch eben gerade NICHT – oder hab’ ich es mit den Augen?
        Fischer muß doch auch niemanden “irgendwo hin” bringen.

        Die Diskussion findet HIER gerade statt.

        Bei Ihnen sehe ich bisher lediglich eine Meta-Diskussion mit – so sagten Sie selbst – Unterstellungen.
        Das paßt doch alles nicht zusammen:
        Wo hat Fischer “überreagiert” – und warum ist es ihm (trotzdem?) gelungen, die Gegenseite zu entblößen?

        Nun sagen Sie doch mal bitte konkret (!), was für Äußerungen Fischers Sie meinen, ich schnall’ es wirklich nicht.

    2. Klar reden die aneinander vorbei. Was auch erklärlich ist, denn beiden Seiten geht es um jeweils etwas anderes.

      Um Wahrheit geht es bestimmt nicht.

      Der Wunsch nach öffentlicher Präsenz steht bei der ZEIT wohl auch nicht im Vordergrund. Jedenfalls keine Präsenz, die sich verbunden fühlt damit was man von Leit-Medien, von qualitativ hervortretendem Journalismus erwarten würde. Letzteres sind jedoch subjektive Erwägungen und Wertungen, keine absoluten Kategorien. Wer weiß schon, welche Überlegungen hinter dieser Eskapade stehen. Die Zeit hat sich entschlossen, die Kategorien, mit denen sie verbunden werden will zu ändern.

      Die eingeschlagene Richtung scheint mir zur Hervorhebung weiblicher Sichtweisen zu tendieren. Warum auch nicht? Es gibt genügend Männer, die sich dafür interessieren. Allerdings können die kaum lesen. Die haben anderes im Sinn.

      Fischer hat mit Wahrheit ebenfalls nix zu tun. Jedoch mit Recht.

      Hier versucht er, auf rationale Weise herzuleiten, wie um eine Beurteilung von Sachverhalten gerungen werden muß, welche geistigen Werkzeuge dazu zur Verfügung stehen, und was die Bedienung geltenden Rechts eigentlich ansonsten alles fordert. Er macht dies für mein Laien-Verständnis äußerst präzise, und er bringt dies mit erkennbarer Lust vor. Was wiederum Lust verschafft, die Glückshormone aus ihren Nischen hervorlockt.

      Es sind zwei Welten, mit denen wir konfrontiert werden die, je stärker diese zunehmend zutagetreten, umso heftiger auseinanderdriften werden. Wobei sich am Recht eigentlich nichts geändert hat.

      Recht soll ja auch einen Ausgleich ermöglichen, ungerechtfertigte Machtansprüche eingrenzen. Genau dies kann und wird zunehmend nicht mehr gelingen. Recht versagt zunehmend, weil das Recht in opportunistisches Fahrwasser gelangt ist. Mangelnde Rechtskenntnis, die Fischer hier geißelte ist garnicht das Problem. Insoweit stimmt ihre Analyse. Fischer kündet davon wie es eigentlich hätte sein müssen, die andere Seite macht geltend, wie es denen in deren Kram paßt. Der bisherige Appell an den Verstand, einen rational fundierten Ausgleich, ein Einsehen herbeizuführen verpufft.

      Da sind unüberwindbare Gräben, die mit zivilisierten Methoden nicht mehr zugeschüttet werden können. Ganz im Gegenteil, wir stehen womöglich erst am Anfang eines damit verbundenen Niedergangs und sollten uns dringend ermahnen, darüber nicht in Bitterkeit zu verfallen.

    3. @fotobiene: Ist doch wurscht. Er meint es ja gut. Er überholt sich vor lauter Taktik-Analyse aber selbst.

    4. Es ist nicht vorstellbar, absolut nicht, dass sich ein TF von einer Fuzzijournalistin max emotional provozieren lässt. Sowas ist weit unter seinem fachlichen Niveau u Kompetenz. Sowas prallt bei Vollprofis ab. Muss es!
      Es geht im Fall (Wedel) einfach um sachliche Klarstellung von journalist Verfehlungen usw von seiten TF.
      Dass er in seinen Kolumnen ordentlich zur Sache ging beim jeweiligen Thema und dies sich auch im Forum fortsetzte, hatte den Sinn, das Hirn der Kommentatoren u Leser in Schwung zu bringen. Ist meine Meinung.

  32. Mir fällt zwar nichts ein – aber ich muß trotzdem kommentieren, unbedingt.

    Eine einzige Formulierung oben im Artikel würde ich überdenken. Herr Fischer schreibt dort:

    “Ihr Impetus reicht weiter, dahin, wo sich die pure Menschenfeindlichkeit vollends als Kampf für das Gute tarnt: Fischer im Sumpf des …”

    Statt “Menschenfeindlichkeit” würde ich genauer “Männerfeindlichkeit” formulieren, denn die gute Frau ist ja nicht frauenfeindlich – Gotte bewahre! -, sie ist nur feindlich gegenüber Männern: schließlich sind da ja in ihren Augen die Unmenschen.

  33. Nebenbei: Wieso gibt es eigentlich heute noch gar keine neuen Erkenntnisse vom Geisteswissenschaft- und Kulturbeauftragen aus Köln, Herrn @PBahners?
    Na ja, vielleicht sitzt er noch in einer Telefonkonferenz mit den anderen Verschwörern. Und der Tag ist ja noch jung.

    1. Gott des Gemetzels

      Wie schon gesagt: Das kann man nicht gewinnen, weil es hier nicht um Wahrheit oder Niveau oder Recht geht.

      Es geschieht doch genau das, was angestrebt wurde: Der Beitrag von Frau Burmester setzt so tief an, dass Herr Fischer nicht umhin kommt, ebenso tief bzw. etwas zu sinken, sobald er auch nur darauf reagiert. Burmesters Text ist genau darauf ausgelegt und wie man sieht warten draußen alle schon, dass Herr Fischer ein falschen Wort sagt, und man ihn dann daran aufhängen kann.
      Noch hat er ja nicht den Fehler gemacht und Bezug auf “Frau” genommen, denn da warten schon die weibliche Unterstützerfront, auf dieses Moment, hinter ihrem Twitteraccount.

      Man muss ja nur die Vernetzungen anschauen:
      Zeit “feuert” Fischer, Fischer schreibt bei Meedia eine Kritik an der Zeit, interessanterweise beides Holtzbrinck, ehemalige TAZ und jetzt freie Mitarbeiterin von Springer schreibt für Deutschlandfunk einen unterirdisches Beitrag, Springer Chefredakteure kritisieren Autorin auf Twitter, FAZ Mitarbeiter kritisieren Springer Chefredakteure…

      Wäre alles furchtbar traurig, wenn es nicht einen wunderbaren Einblick in die Welt des Journalismus geben würde.

      1. Jesus…
        Fischer operiert ja sehr geschickt, er umgeht die großen Fallen.
        Aber darum geht es der Mehrheit des Publikum nicht. Alle wissen, dass Fischer intelligenter ist. Und genau deshalb will man ihn fallen sehen. Weil er intelligenter ist.

        Fischer hat seine Funktion für das durchschnittliche Publikum bei der Zeit erfüllt, jetzt, wo er aus der Horde ausschert, wird er exkludiert. Folglich muss die Horde sich von ihm abgrenzen und eine Hierarchie erzeugen, d.h. ihm überlegen sein. Da sie dies intellektuell nicht erzeugen kann, bleibt nur Moral. Burmester hat vorgelegt und Fischer muss jetzt nur da rein tapsen und sich als vermeintlicher “alter impotenter Frauenfeind” outen, damit die Moral ihn erschlagen kann.
        Bisher war er zu intelligent um da richtig reinzutapsen.

      2. “Bisher war er zu intelligent um da richtig reinzutapsen.”

        Ach – OH! – doch?
        Da hab ich Sie unten wohl falsch verstanden…
        Puh! (*schweißabwisch’*)

        Aber gut, daß Sie immer am Ball sind, mit Ihren warmherzigen Warnungen, auch im anderen Artikel:
        “Bin etwas irritiert hinsichtlich der zu beobachtenden Unterkomplexität Ihrer Argumentation.”
        https://meedia.de/2018/04/03/messerangst-in-mitteleuropa-oder-warum-die-kriminalstatistik-nur-dann-nuetzlich-ist-wenn-man-sie-versteht/#comment-758298

        Und gut auch, daß Sie die Problematik “junge und männliche Menschen” und “Rechtsstaat” so tief durchschaut haben.
        Herr Fischer ist Ihnen sicher unendlich dankbar für diese Hinweise.
        Drüben vielleicht irgendwann mehr – wenn ich mal Zeit und Lust habe…

  34. Wer das liest, könnte auf die Idee kommen,
    es handele sich um eine Schmieren-Komödie
    mit übereinstimmender Perspektive Geld, unter
    dem Vorwand von „Recht“.

  35. Alte und weißhaarige Menschen galten einst als erfahrene und wissend-weise Menschen mit Lebenserfahrung. In anderen Kulturen werden sie gar heute noch verehrt und nach Rat gefragt. Hierzulande, im Land des Jugendwahns, der Kämpferinnen der Ersten Welt gegen Ihre tagtägliche Unterdrückung, im Land der Karriereweiber und Kinderdienstverweigerer, Frauen die bis zu ihrem 40ten Lebensjahr in andauernder Postpubertät verharren und ihre dümmlichen, von irgendwelchen Femi-Freaks eingeredeten „Karrieren“ in einem Scheißjob mit Scheißgehalt dem Kinderkriegen vorziehen, diese feminismusbesoffene, gewohnheitsvertrottelte und dauertraumatisierte stets innerlich zerfressene Generation findet alte weißhaarige Menschen bemitleidenswert, muss diese Menschen an die Hand nehmen und die Welt neu erklären. Wehe dem, der dem ideologischen Hexenkessel etwas entgegensetzt. Das kommt dabei heraus, wenn eine Generation nicht mehr bei Eltern und Großeltern in einem liebevollen Familiensystem groß wird, sondern schon vor dem ersten ausgesprochenen Wort im Leben in der Kinderkrippe hängt und von Kinderverwaltungsfachangestellten dauergespaßt wird, nine to five versteht sich. So kommt sie also in den Redaktionen und Meinungsmacherzentralen an, die erste neue Generation von Feminismusopfern aus dem männerbefreiten Erziehungssektor, hirngewaschen, ritalinbegradigt, mit elterlichen Shuttlediensterlebnissen, Wochenendhelikopterbemutterung, geschlechterneutralisiert … oh Dir alter weißer Mann, jetzt geht’s Dir an den Kragen. Muss Thomas Fischer auch gerade lernen … dass er nun kein Bundesrichter mehr ist, sondern ein bedauerlicher weißhaariger Mann, der von dieser frischen und metoo-besoffenen Generation die Welt erklärt bekommen muss. Was für ein Fortschritt.

    1. Das haben sie sehr schön geschrieben.

      Aber eines ist ganz und gar nicht o.k.: Herr Fischer ist kein bedauerlicher weißhaariger Mann. Von seinem Elan (gepaart mit seiner bundesrichterlichen Fachkompetenz) können wir alle profitieren. Seien wir also froh, dass es ihn gibt. Nicht alle rennen hirnigem Opfergetue nach, sondern sind emanzipiert und arbeiten ständig daran, sich aus Zwängen zu befreien, sich gegen ein Einheitsbreidenken massivst zu wehren und offener zu denken (zu lernen).

    2. Wenn der “alte weiße Mann”, ein reaktionäres, nicht-kritikfähiges, angstzerfressendes Wesen ist, hat er es nicht besser verdient.

      Das war übrigens “früher” nicht anders, nur hatten da grundsätzlich alte weiße Männer die Macht. Da lässt sich Kritik deutlich besser unterdrücken.

      1. Auch alte weiße Männer sind Menschen.
        Genau so wie junge, mitteljunge, alte, ganz alte weiße Frauen.

        Das Problem ist, dass auch Männer oftmals Opfer von weiblicher Gewalt und von weiblichem Machtmissbrauch sind. Vieles an Dilemmata beginnt mit der Zeugung, spätestens mit der Geburt. Und dann fährt die Post ab. Aber das unterdrückt man besser. Aus Angst.

  36. Selbst als dekadenlanger Sympathisant mit linken Ideen: wenn man diese Sorte von selbsternannten Feministinnen reden hört, wird einem ganz anders.

    Beim Infowar der ganzen ständig aufgedeckten, angeblichen Frauenhasser, versagt bei diesen Damen offenbar der Spiegeltest, sind ihre Texte doch idR reichlich mit offensichtlichem Männerhass gespickt.

    Aber den Teufel mit Beelzebub auszutreiben ist ja heutzutage eh schwer in Mode. Wie nah sich solche “Journalistinnen” wie Burmester damit selbst bei Achse-des-Dummen-Methoden befinden, wird dabei schlicht ausgeblendet. Man gehört ja schließlich zu “den Guten” ™.

    1. > Beim Infowar der ganzen ständig aufgedeckten, angeblichen Frauenhasser,

      Was in letzter Zeit “ständig aufgedeckt” wird, sind Übergriffe, Erniedrigungen und Vergewaltigungen.
      Und von einer aggressiven Frau die übers Ziel hinausschießt, auf die ganze Debatte zu schließen, ist das gleiche Niveau wie von einem kriminellen Asylanten, auf alle. Soviel zu den “linken Ideen”.
      Entweder hatten Sie die nie oder nicht wirklich verstanden. Ich würde mich schämen…

  37. Diese Arroganz und Selbstverliebtheit, von sich in der dritten Person sprechen… köstlich, wenn es nicht so bedauernswert wäre.
    Fischer ist die pseudointellektuelle Version des Typs Trump. Weniger kreativ was das Erfinden neuer Worte betrifft, aber ähnlich gepeinigt von Unsicherheit, Altersdepression und Angst vor Bedeutungsverlust.
    Es ist schon traurig, wenn jemand in seinem Alter und seiner Erfahrung mühsam verklausulierte, aber doch klar erkennbar kindische Schimpfekämpfchen führt.
    Ihr Niveau Herr Fischer, im Artikel und noch mehr in den Beiträge hier, ist wirklich unterirdisch. Aber vielleicht ist Ihr Ziel ja auch eine neue RTL II -Show. Dann müssen Sie aber noch bei der Eloquenz massiv runterdrehen. Das Intellektuelle Niveau haben Sie im Repertoire, das passt.

    1. Fischer geht es darum, wiederholt und geduldig klarzustellen, dass es nicht Aufgabe der medien ist Gericht zu spielen u gegen Personen zu ermitteln und diese zu verurteilen etc.
      Das versteht selbst jede dahergelaufene Schmalspurkommentatorin mit Hang zu cholerischen Ausbrüchen aus großer Menschenliebe und gelegentlicher Menschenverachtung.

    2. In wessen Auftrag schreiben Sie, FritzFratzFridolin so viel Unsinn über TF?
      Was wollen Sie?

  38. Zitat Burmester:

    “(Fischer) hat die journalistische Sorgfaltspflicht des Hauses infrage gestellt, und obendrein, in einer überwunden gehofften chauvinistischen Verachtung, die möglichen Opfer. Und zwar in jener Art und Weise, die viele Frauen davon abhält, bei Vergewaltigung Anzeige zu erstatten.”

    Burmester versteht also nicht wie ein Staat aufgebaut ist. Ein Rechtsstaat, im Vergleich zu einer totalitären Diktatur. Mediendiktatur zb. Oder Polizeistaat. Sie will also Straf-Verfahren per Medien aufarbeiten, recherchieren, Ermittler spielen, aburteilen lassen, um Menschen an den Pranger zu stellen, um sie als Täter darzustellen, so wie ihr Boss, Frau Rückert usw., der es auch nur um Profilierung geht und um Vorab-Parteinahme in Fällen, wo sie ihre Journalisten-Macht ausspielen kann? Früher pro Mann, jetzt pro Frau. Oder je nachdem, wen sie für schuldig hält. Aber wie kommt sie drauf? Gefühl? Eingebung? Traumdeutung? Rückerts angeblicher Gesinnungswandel ist zwar für manche erstaunlich, aber völlig verständlich.
    OpportunistInnen sind so. Dann weiß man nun ja, wozu man Fischer als Aushängeschild bei der Zeit missbraucht hat und im Forum mit angeblichen und verlogenen, nicht verifizierbaren Gschichteln Länge mal Breite provoziert hat, um dann zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Man wollte bei der “Zeit” mit aller Gewalt TF als Frauenfeind und Sexisten, Chauvinisten diffamieren, und dann eliminieren. In wessen Auftrag?

    1. Dass Burmester indirekt behaupten u suggestiv vermitteln darf, die Frauen hätten vor Jahren, zum Zeitpunkt angeblichen Geschehens, angeblicher Vergewaltigung nicht angezeigt wegen chauvinistischer Verachtung, lässt am Verstand der Feministin und Ihrer Hinterfrauen und Hintermänner zweifeln.

    2. “Sie will also Straf-Verfahren per Medien aufarbeiten, recherchieren, Ermittler spielen, aburteilen lassen, um Menschen an den Pranger zu stellen, um sie als Täter darzustellen, so wie ihr Boss”

      Das könnte man meinen. Nach dem Durchlesen des Textes von Frau Burmester setzt sich allerdings der Eindruck fest, dass sie etwas anderes will: Quote.
      M.a.W. Klicks und postings im Forum. Das schätzen die Werbekunden und das erfreut auch die Redakteure.

      Dass dabei das Niveau sinkt, ist verständlich, aber bis auf
      “Deshalb habe man ihn „aus der Gemeinschaft rausgeworfen“.” hinabzusteigen, das verbot sich bei den ehemaligen Qualitätsmedien. Da hat der Finger auf den Tasten wohl so eben noch vor der “Volksgemeinschaft” zurückgezuckt.

      Es zeigt aber auch, wie tief Angst und Verunsicherung in den Redaktionen angesichts der Konkurrenz von Facebook, Bloggern und Influencern sitzt.
      Gleichwohl fehlt dort noch das Verständnis dafür, dass nicht die neuen Medien allein zum Erstarken der Propagandamedien geführt haben, sondern gerade eben auch die fehlenden Qualitätsansprüche der Massenmedien.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia