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Nach Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook will Arbeit mit Datenhändlern wie WPP reduzieren

Erlebt sein schwerstes Jahr: Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Erlebt sein schwerstes Jahr: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Facebook reagiert weiterhin auf den von Cambridge Analytica ausgelösten Datenskandal und kündigte nun an, die Zusammenarbeit mit Datenhändlern beenden zu wollen. Dies soll nach Konzernangaben innerhalb der kommenden sechs Monate geschehen, berichten Nachrichtenagenturen wie Reuters. Trotz der Pläne, von denen auch große Agenturnetzwerke wie WPP betroffen sind, sollen Werbekunden weiterhin Dritt-Dienste beanspruchen können.

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Von Facebooks Reaktion sind neben WPP, dem weltweit größten Werbedienstleister mit zahlreichen Media- und Werbeagenturen unter sich, weitere Anbieter wie Experian, Transunion und Acxiom betroffen. Letzterer Konzern verlor nach Bekanntgabe am Mittwoch rund zehn Prozent an Börsenwert.

Facebook wolle mit dem deutlichen Schritt den Schutz von Nutzerdaten verbessern, erklärte aber zugleich, dass Werbekunden auch zukünftig noch Daten über Dritte beziehen könnten, wie unter anderem Reuters berichtet. Details dazu sind noch nicht bekannt. Auch machte das US-Unternehmen keine Angaben zu möglichen Auswirkungen auf das eigene Werbegeschäft. Allein im letzten Quartal 2017 setzte Facebook hier mehr als zehn Milliarden Euro um.

In der Geschäftsbeziehung war Facebook bislang Kunde. Die Händler sammeln Daten über diverse Kanäle zusammen und verkaufen diese dann weiter – unter anderem an das soziale Netzwerk, das damit wiederum Anzeigenkunden unterstützt. Neben dieser Quelle bezieht Facebook Daten auch von der eigenen Plattform wie auch von Firmen, die ihre Produkte auf Facebook bewerben.

Bis auf Weiteres wolle Facebook auch die Zusammenarbeit mit Dienstleistern beenden, die sich auf die Messung von Werbewirkung spezialisiert haben. Diese hatten bislang ebenfalls Zugriff auf anonymisierte Facebook-Daten.

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Die Beendigung solcher Geschäftsbeziehungen ist eine weitere Reaktion auf den durch Cambridge Analytica ausgelösten Datenskandal. Das Beratungsunternehmen, das unter anderem für US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf aktiv war, hatte sich über einen Dienstleister Zugang zu mehr als 50 Millionen Datensätzen verschafft und diese für die Kampagnenarbeit benutzt. Cambridge Analytica ist höchst umstritten, brüstete es sich bislang vor allem damit, in sozialen Netzwerken zu manipulieren.

Für Facebook hatte das enorme Folgen, Beobachter und Experten sprechen von der schwersten Krise in der Geschichte des Konzerns von CEO Mark Zuckerberg. Auch von einer drohenden Existenskrise wurde bereits gesprochen. Seit dem Leak durch einen Whistleblower vor zwei Wochen gab der Aktienkurs um rund 17 Prozent nach.

Ein Ende der Krise ist bislang nicht absehbar. Dem Konzern droht weiterhin, dass sich nach und nach immer größere Werbekunden abwenden. In den vergangenen Tagen hatten erste Werbung treibende angekündigt, ihre Engagements zumindest vorübergehend zu reduzieren oder sogar auszusetzen. Weitere Unternehmen wie Tesla oder SpaceX haben sogar ihre Facebook-Seiten gelöscht.

Währenddessen werden auch die Rufe nach einer stärkeren Regulierung von Tech-Firmen wie Facebook laut. In mehreren Ländern, darunter Deutschland, mussten sich Verantwortliche von Facebook gegenüber den Regierungen erklären. CEO Zuckerberg erhielt zudem eine Einladung, sich vor dem US-Kongress zu erklären.

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Alle Kommentare

  1. Der eigentliche Skandal ist, dass das deutsche Staatsfernsehen voll auf facebook setzt und vor allem, dass die Apps der ÖR Facebook implementiert haben und die Daten der User immer an facebook übermittelt werden – selbst wenn das man in den Einstellungen untersagt/abwählt.
    Der ÖR hat alle Möglichkeiten eine eigene Plattform zu schaffen – Datenschutzkonform – aber er macht es nicht.
    Grotesk ist doch, wenn man Facebook im TV an den Pranger stellt und gleichzeitig bei facebook zur Kommentierung aufruft. Mich wundert es, dass das offensichtlich nicht als Widerspruch in sich gesehen wird.

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