Partner von:
Anzeige

“Mehrzahl der Kommentatoren ist dumm oder stellt sich dumm”: Hardy Prothmann über Kritik an falscher Terror-Meldung

Gegen den Betreiber des Rheinneckarblogs wird nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet
Gegen den Betreiber des Rheinneckarblogs wird nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet

In der Nacht von Samstag auf Sonntag schreckte ein Beitrag des Rheinneckarblogs eine ganze Region auf. Das Portal meldete: “Massiver Terroranschlag in Mannheim - 136 Tote - 237 Verletzte - Chaos in der Stadt - Antiterroreinheiten im Einsatz”. Der Text war eine Erfindung, sorgte in vielen Behörden-Dienststellen und im Social-Web jedoch für einige Aufregung. Im MEEDIA-Interview sagt Rheinneckarblog-Redaktionsleiter Hardy Prothmann, warum er die erfundene Story brachte.

Anzeige

Ein Kritikpunkt an Prothmann und der Terror-Story war, dass sie in Gänze nur für Abonnenten zu lesen war. Zudem verstanden viele Leute offenbar nicht, dass es sich um einen fiktiven Text (das Rheinneckarblog spricht von “Gonzo-Journalismus”) handelt. Bei Facebook erklärt die Redaktion seit dem frühen Sonntagmorgen wortgewaltig ihr Vorgehen, sie selbst spricht von einem Shitstorm, der ihr entgegen geschlagen sei. Zudem erhebt die Redaktion teils schwere Vorwürfe gegen die Berichterstattung anderer Medien (zum Beispiel die der FAZ).

In einem E-Mail-Interview mit MEEDIA erklärt sich Prothmann zu einigen strittigen Fragen und sagt warum die Story seiner Auffassung nach keine Eigen-PR unter dem Deckmantel eines Fake-News-Experimentes war.

Sie schreiben in einem Erklärstück, dass eines der Ziele der Aktion gewesen sei, die Menschen zum Nachdenken zu bringen. Haben Sie dieses Ziel erreicht?
Hardy Prothmann: Keine Ahnung. Das wird sich erst später rausstellen. Nachdenken braucht Zeit. Der Rotz, der mir entgegenschleudert wurde, ist impulsiv. So reagieren Menschen häufig und in asozialen Medien sowieso. Im direkten Kontakt und Gespräch geht das sehr viel zahmer zu. Und damit erneut zur Frage: Ja, ich behaupte, dass ich durch meine Arbeit viele Menschen zum Nachdenken bringe. Vor allem Bürger, manchmal auch Journalisten. Was die dann denken, mag ich nicht entscheiden. Ich mag nur helfen, sich Gedanken zu machen.

Wie fällt dann Ihr erstes Fazit der Aktion aus?
Ganz ehrlich? Ich frage mich oft, warum ich mir das gebe. Die Alternative ist doch viel lukrativer. Man macht Communityschaukeln, nie Stress, alles ist gut und versucht, durch irgendwas was zu verkaufen. Sei’s ein Abo oder ne Kaffeemaschine oder oder.

Es handelt sich übrigens nicht um eine Aktion. Ich war mehrfach in Kriegsgebieten, ich habe Folgen von Terroranschlägen erlebt, ich war sechs Wochen vor dem Terroranschlag auf Bali mit über 200 Toten in ebendieser Disko und habe einige Tage zuvor einen sehr freundlichen älteren Herren interviewt, der dann für diesen Anschlag als Drahtzieher lebenslang hinter Gitter kam. Mein Studienschwerpunkt war Extremismus und ich bin im Thema, obwohl nur “Lokaljournalist”. Ich weise auf ein massives Problem hin – wir sind eine durch Frieden und Freiheit geprägte Gesellschaft, aber gesellschaftlich vollständig unerfahren mit täglicher Gewalt und Terror. Das fiktive Szenario in Mannheim wäre in Tel Aviv unvorstellbar – dort würden Sicherheitskräfte, die an jeder Ecke stehen, die 50 Mörder schnell und kompromisslos ausschalten.

Nochmal zum Fazit: Es ist erschütternd, wie wenig Medienkompetenz vorhanden ist. Die Mehrzahl der Kommentatoren ist entweder dumm oder stellt sich dumm. Wir machen dazu eine Aufarbeitung. Darin wird klar belegt, dass man die Fiktion erkennen konnte. Aber offenbar gibt es entweder keinen Willen oder keine Kenntnis bei vielen Menschen dazu. Die nutzen lieber jede Gelegenheit, sich zu empören und kapieren nicht, dass Fiktion sehr schnell real werden kann.

Können Sie die Menschen verstehen, die sich durch ihre bewusst falsche Berichterstattung verschaukelt fühlen?
Eindeutig ja, wenn man sich verschaukelt fühlen will und das der Antrieb für die ersehnte Empörung ist. Eindeutig nein, wenn sich Menschen bewusst befassen wollen. Und ich korrigiere Ihre Aussage: Wir haben nicht bewusst falsch “berichterstattet”. Der Text ist kein journalistisches Stück, sondern fiktiv. Ob der jetzt 100 Prozent “Gonzo” ist oder nicht – wer weiß das schon. Gonzo ist, soweit ich das einschätze, nicht DIN-genormt. Mal ehrlich: Siegfried Kretschmann. Nachrichtensperre. Bundeskanzlerinnenamt. Wie viele Signale brauchte es noch, um den Fake fühlbar zu machen? Der größte Terroranschlag ever. Der Text ist so schräg, dass jeder vernünftige Mensch Zweifel anmelden muss. Schon allein bei der Frage “who to fuck is RNB”? Echt jetzt. Meinen die Leute wirklich, dass das RNB weltweit exklusiv so eine Story hätte? Wie doof kann man sein? Wir stapfen über Leichen und nur wir sind vor Ort? Und veröffentlichen dann ein Foto von einem “Elektrikerverband”?

Anzeige

Auch hier nochmal Klartext: Fakenews haben nur deshalb eine Bedeutung, weil die Leute entweder dumm sind oder sich bewusst verschaukeln lassen wollen, weil sie das irgendwie anmacht. Wir schreiben das Jahr 2018. Wir haben das Mittelalter hinter uns gebracht, die Aufklärung, die Kaiserzeit, Weimar und die Nazis, die Propaganda monopolisiert haben. Wir wurden befreit und konnten eine weltweit fast einzigartige Medienlandschaft aufbauen – und diskutieren über Fakenews? Das läuft mal so richtig viel falsch und das liegt an verkrusteten journalistischen Systemen und mangelnder Medienkompetenz in der Bevölkerung. Und damit meine ich die, die mindestens Hauptschule haben.

Glauben Sie, dass Ihre Leser teilweise das Vertrauen in Ihre Arbeit verlieren könnten. Möglicherweise können Sie sich ja nicht mehr sicher sein, ob Sie es mit einer klassischen Meldung oder mit einem Gonzo-Stück zu tun haben.
Die Frage ist Quatsch, aber ich beantworte Sie trotzdem. Ich bin 51 Jahre alt und seit 1991 freier Journalist. Alle Menschen, die meine Arbeit vernünftig verfolgen, wissen, wann ich harte Fakten berichte, wann ich sie einordne, analysiere, interpretiere oder wann ich freestyle theoretisiere. Der Text von Helle Sema ist Fiction und als solche für vernünftige Leute erkennbar. Unsere Nachrichten sind als Nachrichten erkennbar. Vernünftige Leser werden von uns immer klar bedient. Besonders am RNB ist, dass wir häufig Stücke haben, die stark meinungsgetrieben sind. Die Meinung ist aber immer erkennbar und transparent. Quellen und Fakten sind belegt, die Meinung klar erkennbar – der kann man folgen oder nicht. Das entscheidet der Leser mit seiner individuellen Kompetenz. Das können wir dem Leser nicht abnehmen. Wir sind nicht Lehrmeister, sondern Dienstleister. Jeder kann immer erkennen, was journalistisch “klassisch” ist und was experimentell.

Stimmt es, dass man erst hinter der Bezahlschranke oder zumindest einer Anmeldung erfahren konnte, dass es sich bei ihrer Berichterstattung um Gonzo handelt?
Jein. Wie schon erläutert, ging das in Stufen. Wir haben den Text um 3:47 Uhr veröffentlicht und über FB geteasert. Um 4:02 haben wir die Polizei informiert, die um 4:26 Uhr selbst dazu gepostet hat. Um 5:56 Uhr haben wir einen Screenshot der Polizei in den Text übernommen. Spätestens ab jetzt war erkennbar, dass es sich um Gonzo oder Fakenews handelt – diese Information war vor der Bezahlschranke erkennbar. Alle Medien haben falsch darüber berichtet, also Fakenews verbreitet.

Ok, man kann meinen, Leute lesen nur Überschriften. Ich meine: Ich gebe einen Dreck auf Leute, die ihre Meinungsfreiheit darauf beschränken, Überschriften zu lesen. Beispiel: “Merkel unter Druck” – welche Meinung erzeugt das? Dass jemand Frau Merkel freundschaftlich drückt? Dass sie in einer Druckkammer ist? Dass irgendwas Schweres auf ihr lastet? Wer mehr wissen will, muss den Text lesen – viele Texte, viele Quellen. RNB ist eine Top-Quelle – aber wir fordern aktiv auf, uns zu kontrollieren. Wer das gemacht hat, wusste auch, dass der “Terroranschlag” fiktiv war. Solche Leser wünsche ich mir – Leute mit Verstand, die sich auseinandersetzen, mitmachen, Kritik üben.

Zurück zur Frage: Nein, es stimmt nicht, vor allem nicht, was die Medienberichterstattung angeht. Das war ein Lehrbeispiel für Fakenews in Serie.

Und mit dieser Feststellung mache ich mir sehr wenige Freunde bei Qualitätsmedien. Das interessiert mich auch nicht. Ich mache einen Job und bin nicht auf der Suche nach Freunden. Die, die ich habe, halten mich aus und dafür schätze ich sie.

Die Fakenewsmedien werden übrigens die Texte korrigieren – freiwillig, wenn nicht, zwinge ich sie juristisch dazu. So geht neue Transparenz und Qualitätskontrolle.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. “Ich mache einen Job und bin nicht auf der Suche nach Freunden.” Sehr fein, nennt man auch Haltung. Schön vorgeführt, die Systeme, danke dafür.

  2. Werter Herr Prothmann, wenn Sie nur halbwegs Ihren – offenbar kleinen und dazu getrübten Verstand – benutzt hätten, hätten Sie diesen Unsinn gelassen. Sie haben errecht, was Sie wollten: Selbstdarstellung. Wichtigtuerei. Öffentlichsgeil – und weil Sie sonst nichts in der Birne haben, erfinden Sie für ihren hanebüchenen Unsinn auch noch das Kunstwort Gonzo-Journalismus. Das ist blankes, einfältiges Geschwätz – nicht einmal Boarderline- Fake wie jene einst von Tom Kummer sind das. Sie ein Journalist? Mitnichten. Fakebubi.

      1. @ Ronald: falsch, habe von der Story erst in Meedia gelesen. Und was seitdem zu dem Vorgang veröffentlicht wird, bestätigt mir: meine Replik auf den Wichtigtuer von RNB war noch zu harmlos. Er sollte – schlicht seine Klappe halten, er kann nicht mal Stammtischgeschwätz. Schade allerdings ist auch, dass er nun erreicht hat, was er will: im Schaufenster stehen.

    1. Auch Ihr Kommentar tritt nur persönlich den anderen in der Allerwertesten. Ihre Formulierungen und Ihre Wut ist kein Gramm besser Herr Schule Ulrich. Peinlich.

  3. Witzig… der Mann… Und besser als dieser ganze unnötige “Journalismus”, der tägliche aufschreckende Berichte, Kommentare etc. bringt aber an nichts wirklich dranbleibt, weiter verfolgt, bewegt, tut. Labern wie die Politiker, die sich nach dramatisch engagierten Worten in die Kameras umdrehen und wissen, dass sie nichts ändern können, werden, wollen. Beim “Journalismus” dasselbe – wie geschrieben, so abgelegt… uuuund vergessen. Bis das Thema wieder aufploppt.. meistens noch schlimmer.. Ach übrigens… Wann war eigentlich die letzte Meldung mit Empörungswelle zur wachsenden Schar an Salafisten? Oder wie war das mit der Aufklärung der Versäumnisse bei Amri? Und wie geht weiter mit den offenen Grenzen? Monatlich mindestens 15.000 Menschen wandern ohne Pass über unsere offenen Grenzen. WENN die Zahl überhaupt genannt wird, kommt sofort die Beschwichtigung hinterher…”es sind ja weniger”.. Brauchen wir solche Medien? Ist das noch die 5. Macht… weil sie ja die Politik “kontrollieren sollen”. Eine Lachnummer!

  4. “RNB ist eine Top-Quelle – aber wir fordern aktiv auf, uns zu kontrollieren. Wer das gemacht hat, wusste auch, dass der „Terroranschlag“ fiktiv war. Solche Leser wünsche ich mir – Leute mit Verstand, die sich auseinandersetzen, mitmachen, Kritik üben.”
    Sorry – das ist komplett lächerlich. Denn wer Kritik übt wird unflätig von Herrn Prothmann beschimpft. Heute auf Facebook durfte es wieder ein Kritiker erfahren: “… Sie sind ein kleines, feiges Arschloch. Eigentlich dachte ich, wir klären das vor der Tür. Warum sind Sie noch nicht da?” (Screenshot
    vorhanden – geschrieben nicht als Person, sondern als RNB). Verwahren sich die Kritiker gegen solche Bemerkungen, werden sie blockiert. Ein lokaler Nachrichtblog ist kein Spielzeug und verantwortlicher Umgang mit Journalismus geht anders.

  5. Prothmann, dessen Blog ich spät entdeckt, dann aber eine Weile gelesen habe, driftet schon seit einer Weile bedenklich ab. Ich habe damals mehr nebenbei bemerkt, dass er bei Meinungsverschiedenheiten offenbar sehr schnell beleidigend und persönlich bedrohlich wird und deshalb bei mehreren Kulturveranstaltern damals bereits Hausverbot hatte. Das konnte ich zu der Zeit noch nicht einordnen, weil ich diese Vorgänge nur als Echo aus einer Zeit mitbekam, als ich den RNB noch nicht gelesen hatte.

    Er hat dann zu einer Refugee welcome Veranstaltung in Mannheim in kurzer Zeit im Vorfeld mehr als ein Dutzend Artikel zu vermeintlichen finanziellen Unregelmäßigkeiten herausgefeuert (die ich inhaltlich nicht beurteilen kann), die schnell zu einer persönlichen Vendetta gegen einen der Veranstalter ausarteten. Im Zusammenhang damit ging er die Veranstalter auch in deren Social Media Kanälen aggressiv, beleidigend und bedrohlich an, bis er dort gesperrt wurde.

    Bei der Veranstaltung selbst wollte er dann unbedingt mit anderen Pressevertretern zu einem Gespräch Backstage kommen, wurde aber als unerwünscht von einem Ordner davon abgehalten. Er drohte dann in einem RNB-Artikel diesem Ordner damit, ihm beim nächsten Mal den Arm zu brechen.

    Mein Eindruck seitdem war, dass er in seiner Arbeit politisch bewusst Rechtsausleger ansprach, weil ihm diese Aktion mehr Zulauf bescherte als alles andere bisher. In dieses Muster passt die aktuelle Aktion. Seine Entscheidung.

    Sein jähzornig-aggressives und bedrohendes Verhalten bei jeder Kritik oder Einschränkung jedoch ist etwas anderes und für mich unbeteiligten Betrachter ehrlich gesagt sehr erschreckend. Ich würde mich als Veranstalter nicht trauen, einen Ordner dadurch in Gefahr zu bringen, ihm gegenüber ein Hausrecht durchzusetzen, sondern lieber gleich die Polizei rufen.

    Ganz spannend finde ich ja, ob die Mannheimer Polizei in Zukunft weiter die enge Zusammenarbeit nahe an einer Medienpartnerschaft fortführt, die er in den letzten 2 Jahren gesucht und gefunden hat.

    Sein persönliches Verhalten hat allerdings ein Ausmaß angenommen, dass man ihm nur wünschen kann, dass er dazu fähig wäre, professionelle Hilfe anzunehmen.

  6. Prothmann konnte und musste damit rechnen, dass sein Server in die Knie geht. Denn zu solchen Nummern hat er Erfahrung. Die Leute hätten die Auflösung also gar nicht lesen können, selbst wenn sie hätten zahlen wollen. Aber ging es Prothmann um die Fragen, ob die Leute lesen oder zahlen überhaupt, wie er es jetzt mitunter hinstellt?

    Dann bleiben nur 2 Optionen: Entweder ist Hardy Prothmann tatsächlich so bescheuert. Oder es ging ihm lediglich nur um Selbstdarstellung und bundesweite Aufmerksamkeit. Diese hat er generiert. Und dies einmal wieder sehr erfolgreich.

    Prothmann ist Berufsjournalist. Der weiß, was er tut. Der hat nationale Erfahrung. Ich halte ihn nicht für dumm. Ich halte ihn für gefährlich. Nicht vorsätzlich und nicht von seinen Absichten. Sondern mehr dafür, dass er fast jede Nummer nach einem womöglich guten Ansatz schlicht verkackt. Prothmann möchte sich gerne als bundesweiten Vorreiter in vielen Themen sehen. Und es geht mit einer konstanten Regelmässigkeit schief.

  7. Dass Prothmann mit seinem Blog bestimmte Ziele verfolgt, ist sicher so; er bleibt aber vor allem menschlich hinter etwaigen Ansprüchen zurück. Seine Aggressionen gegen Andersdenkende, kritische Leser, ehemalige Mitarbeiter … lebt er einfach zu stark aus und nutzt die von ihm geschaffene Plattform schon mal gerne zu medialen Hinrichtungen. Zumindest beim Treten nach unten. Erstaunlicherweise schnitt bislang Mannheims Oberbürgermeister Kurz – und dessen Lieblingsprojekte – bei Prothmanns Berichterstattung immer extrem gut ab. Und genau da liegt das Problem: Nämlich dann, wenn die Stadt Mannheim und die städtischen Betriebe den Blog regelmäßig durch Werbung finanziell unterstützen und so etwas am Leben halten, was am freien Markt längstens – zu Recht – an der eigenen Unflätigkeit gescheitert wäre. Im Grunde ist Prothmann nichts anderes als ein Mietmaul. Mit seriösem, ausgewogenem Journalismus hatte das alles schon lange nichts mehr zu tun. Nun hat er also an nichts Geringerem gearbeitet als an seinem endgültigem Durchbruch – nach unten. Aber Gurkenhobel verkaufen, ist ja auch schöner Job… So gesehen: Gute Reise, Hardy. Wer Dir jetzt noch mit Werbung die Stange hält, dem ist nicht zu helfen.

    1. Ab er das passt zu der Entwicklung der Seite

      Warum? Der ehemalige Bundesrichter Fischer schreibt hier Artikel und kommentiert sogar. Das ist doch sehr honorig. Wollen Sie das die Merkel hier schreibt? Dann allerdings müßte ich Ihnen allerdings zustimmen.

  8. Ich lebe in der Region, für die sich der RNB im Namen zumindest zuständig erklärt. Und ich habe immer mal wieder das Blog gelesen. Es ist redaktionell komplett falsch ausgerichtet. Es geht ständig um Medien, Pressefreiheit, Journalistische Sorgfalt. Es geht kaum um Lokales. Fast jede Lokale Story wird so lange verallgemeinert, bis sich der Text doch wieder zu einem Pamphlet zur Meinungsfreiheit entwickelt. Das ist manisch und hilflos, weil er die echten Fakten aus der Region gar nicht recherchieren kann. Dafür bräuchte er ein Netzwerk, Multimedia-Kooperationen mit lokalen Sendern und dem Radio usw. Stattdessen hat er sich mit den lokalen Medien komplett überworfen.

    Was er da macht, ist Bloggen auf dem Niveau, auf dem andere vor 10 Jahren damit aufgehört haben. Und zwar auch aus diesen Gründen. Als Blogger läuft man immer diesen Klickzahlen hinterher, sucht Aufhänger, bläht Nichtigkeiten auf, arbeitet sich im Alleingang ab. Das kann einen in den Wahnsinn treiben. Und Prothmann hat die Alarmsignale nicht gehört, sondern sitzt jetzt bettelarm allein in einem Büro, seine unterbezahlten Freien sind nie wieder irgendwo aufgetaucht, fast 50 Verfahren gegen ihn in 8 Jahren, hält sich für den “experimentierfreudigsten Journalisten” Deutschlands. Es ist nur noch traurig.

    Jetzt hätte er ja mal die Aufmerksamkeit aus dem Terror-Ding in irgendwas ummünzen können. Irgendeine Folgeaktion, dass man zumindest mal eine Strategie dahinter sehen könnte. Nix. Macht dicht. Kommt vielleicht irgendwann wieder, wer weiß. Aber von einer zumindest ansatzweise ausgetüftelten Kampagne keine Spur. Da sitzt einfach ein einsamer Mann am Rechner und legt sich öffentlich mit der ganzen Welt an. Und es ist noch nicht mal lustig. Einen Comedian könnte man wenigstens noch ernst nehmen. Aber so ist es das falsche Genre, die falschen Themen, das falsche Weltbild. Seine Ideale passen nicht zum Inhalt. Sein Inhalt passt nicht zum Anspruch der Seite. Wir erleben ein verschriftlichtes Wahnsinnigwerden.

  9. Und jetzt rechtfertigt er sich am 9. April mit dem zu dem Zeitpunkt als substanzlos bekannten vermeintlich geplanten Terroranschlag auf den Berliner Halbmarathon:
    “Glücklicherweise – und dieses Wort verwendet ich bewusst – ist es den Sicherheitskräften gelungen, einen Anschlag in Berlin auf einen Halbmarathon und Zuschauer wie Teilnehmer zu verhindern. Das war keine “fiktionale” Bedrohung, sondern eine echte.”

    Ist kein weiter Weg mehr zu einer von Storch.

  10. Hardy ich bin stolz auf Dich..!!! Hast Dich gut entwickelt seit den Tagen am KG.
    Schaust hinter die Kulissen auch wenn es weh tut..
    Die Tatsache, dass sich hier eindeutig negative Betrachtungen als Antwort auf Deine politische Arbeit wiederfinden sind die Garantie, dass Du auf dem richtigen Weg bist .
    Gäbe es doch nur eine Handvoll mehr von Deiner Sorte, ich würde mich glücklich preisen im Bewußtsein, daran mitgearbeitet zu haben Augen und Ohren zu öffnen.
    Dies schreibt Dir Deine Lehrerin im Fach BK.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia