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Google News Initiative: Der Such-Riese umgarnt Medien mit Abo-Modell und neuen Tools

Googles Vice President News Richard Gingras
Googles Vice President News Richard Gingras

Während Facebook aktuell im Feuer der Kritik steht, präsentiert sich der Such-Riese Google als Freund der Verlage und der Medien. Google hat den Start einer Google News Initiative (GNI) verkündet. Damit können Medien Bezahl-Abos innerhalb des Google-Ökosystems verkaufen. Aber die GNI hält noch mehr Goodies bereit.

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Die wichtigste Neuerung, die Google mit seiner neuen News Initiative verkündete, ist der Start von Google Subscriptions. Künftig können Medien recht simpel über Google Bezahl-Abos verkaufen. Die Kundendaten bleiben dabei beim Medien-Anbieter, Google behält lediglich eine Provision für die Abo-Vermittlung. Wie hoch diese ist, verrät Google nicht, Googles Vice President News, Richard Gingras, hat aber bereits in der Vergangenheit gesagt, sie liege weit unter den branchenweit üblichen 30 Prozent.

Hat ein Nutzer ein Abo via Google abgeschlossen, kann er mit aktivem Google-Login die Pay-Inhalte seines abonnierten Mediums jederzeit abrufen, ohne dass ein Passwort eingegeben werden muss. Auch der Vorgang des Abonnierens ist denkbar einfach. Hat man Google irgendwann schon einmal Kreditkartendaten anvertraut, werden diese zur Bezahlung genutzt. Google richtet auf Suchtrefferseiten sogar eine eigene Box ein, die speziell Inhalte von abonnierten Medien anzeigt.

Zum Start sind u.a. mit an Bord: New York Times, Washington Post, USA Today, Financial Times, The Telegraph, Le Figaro, Le Parisien, La Republicca und NRC (Niederlande). Weitere Kooperationspartner sollen in Kürze folgen, so Google. Auffällig ist, dass zumindest zum Start keine deutschen Medienhäuser mit an Bord sind. Auf Anfrage von MEEDIA dazu hieß es von Seiten Googles: “Auch deutsche Verlage sind seit Herbst in der internationalen Arbeitsgruppe aktiv. Wir sind zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten auch Verlage aus dem deutschsprachigen Raum dazu stoßen werden.”

Unberührt von der Google News Initiative bleibt die Digital News Initiative (DNI). Bei der DNI gibt Google ausgewählten europäischen Medien Geld, um neue, digitale Newsprojekte anzuschieben und umzusetzen.

Bei der GNI investiert Google außer in das Subscriptions-Modell in ein so genanntes Disinfo Lab, das zusammen mit der Organisation First Draft Falschinformationen vor allem im Umfeld von Wahlen und Breaking-News-Szenarien aufdecken soll. Außerdem engagiert sich Google zusammen mit dem Poynter Institute, der Stanford University und der Local Media Association bei MediaWise, einem Projekt in den USA, das junge Leute digital fortbilden will.

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Für die Analysesoftware Google Analytics gibt es mit “News Consumer Insights” ein neues Feature, das speziell Medienorganisationen helfen soll, ihre Zielgruppen besser zu verstehen und zu segmentieren, um so besser Abos verkaufen zu können. Ebenso angekündigt wurde Outline – ein Tool, das es ermöglicht, sichere VPN-Netzverbindungen aufzubauen und das für die Bedürfnisse von Medien optimiert wurde.

In den kommenden drei Jahren will der Konzern für die Google News Initiative 300 Mio. US-Dollar bereitstellen. Googles Business Officer Philipp Schindler sagt: “Plattformen wie die Suche und YouTube brauchen ein gesundes Ökosystem mit Verlagen, die großartige digitale Inhalte produzieren. Darum ist es uns so wichtig, ihnen zu helfen, nachhaltige Umsätze und Geschäftsmodelle zu etablieren.”

Die Google Initiative ist bei allem PR-Pathos also keine reine Medien-Freundlichkeit. Der Such-Gigant scheint erkannt zu haben, dass es ihm besser geht, wenn auch die Inhalte-Produzenten, die Medien, prosperieren. Das ist eine Erkenntnis, die sich beim großen Rivalen Facebook noch nicht endgültig durchgesetzt hat. Das weltgrößte Soziale Netzwerk verärgerte kürzlich die Medien durch Veränderungen am Algorithmus des Newsfeed, der Medien-Inhalte zurückstufte und damit für einen massiven Einbruch an Reichweite bei Medien sorge. Facebooks Head of Partnerships, Campbell Brown, erklärte dazu: “Menschen kommen nicht wegen der Nachrichten zu Facebook.”

Bei Google sehen sie das offenbar anders. Dabei sollte man aber Hinterkopf behalten, dass hinter der Umarmungstaktik von Google gegenüber Medien auch das Kalkül stecken könnte, dass man den neuen “besten Freund der Verlage” vielleicht etwas weniger mit Leistungsschutz- und Kartell-Vorstößen piesackt.

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