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Wegen Umgang mit russischer Wahleinmischung: Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos verlässt das Social Network nach Disput

In China wird es doch keine Facebook- Innovationsplattform geben
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Facebooks Chaostage gehen weiter: Nur wenige Stunden nach den spektakulären Enthüllungen um den Cambridge Analytica-Skandal folgen personelle Konsequenzen. Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos verlässt den Internet-Riesen nach einem verlorenen Machtkampf, wie die New York Times berichtet. Stamos habe bei der Aufklärung der russischen Einflussnahme auf die letzte US-Wahl auf volle Transparenze setzen wollen, sei jedoch bei der Facebook-Führung auf taube Ohren gestoßen.

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Der Vorgang war bereits höchst verdächtig. Am Wochenende bezog Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos auf Twitter in zahlreichen Tweets Stellung zum Datenskandal um Cambridge Analytica. Stamos versuchte auf dem 280-Zeichen-Dienst  zu erklären, dass die Nutzerdaten nicht durch ein Leck weitergegeben wurden – und Facebook also unschuldig sei.

Wenige Stunden später musste Stamos seine Statements dann schon wieder einkassieren. Der Vorgang kommt nicht von ungefähr: Zwei Tage später ist klar, dass Stamos in Zukunft keine Rolle mehr bei Facebook spielen wird. Wie die New York Times berichtet, verlässt der 38-Jährige das US-Unternehmen spätestens im August, obwohl er bereits im Dezember ausscheiden wollte.

Der Schritt wird als gesichtswahrender Versuch Facebooks interpretiert. Er sei bei der Arbeit für das weltgrößte Social Network weiter voll engagiert, aber seine Rolle habe sich verändert, twitterte Stamos in klassischem Konzernsprech. Den Abgang dementiert er nicht.

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Grund für den ersten prominenten Abgang eines Top-Managers in Facebooks aktueller Krise ist die Uneinigkeit über den Umgang mit der russischen Einmischung während der vergangenen US-Wahl. Wie die New York Times weiter berichtet, habe Stamos Facebooks Management-Team bereits 2016 auf das Ausmaß der russischen Wahlmanipulation hingewiesen.

Mark Zuckerberg nannte den Vorwurf, dass die Verbreitung von Fake News eine Rolle beim Wahlausgang gespielt haben könnten, kurz nach der US-Wahl dagegen „eine verrückte Idee“. Stamos, der 2015 von Yahoo abgeworben wurde, wollte bei der Aufarbeitung über russische Wählerbeeinflussung über Facebook dagegen auf volle Transparenz setzen, während sich Facebooks Top-Management – darunter explizit Operativ-Chefin Sheryl Sandberg – dagegen gesträubt hatte.

Stamos‘ Demission und die damit verbundenen Enthüllungen sind ein weiterer Nackenschlag für Facebook. Einmal mehr  wird der schwelende Generalverdacht bestätigt, dass Facebook bei der Aufklärung der Russland-Affäre eine Salamitaktik verfolgt und nur scheibchenweise zugibt, was es unbedingt zugeben muss.

Für den an der Wall Street durch die Cambridge Analtiyca-Enthüllungen schwer angeschlagenen Internetgiganten kommt der Abgang seines Sicherheitschefs zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Dass die Nerven beim Social Network unterdessen vollkommen blank liegen, bestätigte unfreiwillig auch Marketingchefin Carolyn Everson auf der ShopTalk-Konferenz in New York. Das Unternehmen sei über die Cambridge Analytica-Enthüllungen „aufgebracht und über Maßen verstört“, erklärte Everson, wie CNBC berichtet.

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