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Mario Barth äfft Stotterer nach: RTL entschuldigt sich für missglückten Witz

Mario Barth machte in seiner Show Witze über einen Stotterer
Mario Barth machte in seiner Show Witze über einen Stotterer

In der vergangenen Woche griff Mario Barth in seiner RTL-Show "Mario Barth deckt auf" die Probleme einer Justizvollzugsanstalt in Berlin auf. In seiner Abhandlung machte er sich vor allem über den Gefängnisleiter lustig und äffte nach, wie dieser in einem Interview um Worte rang. Das Problem: Der Mann ist Stotterer. RTL entschuldigt sich nun für den geschmacklosen Witz.

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Insgesamt vier Insassen sind aus der Justizvollzugsanstalt Plötzensee in Berlin ausgebrochen; die Anstalt steht seitdem unter massivem öffentlichen Druck. Für den Comedian Mario Barth war dies Anlass, die Problematik in seiner RTL-Sendung “Mario Barth deckt auf” am 14. März 2018 zu thematisieren. In einer Videosequenz zeigte er den Leiter der Justizvollzugsanstalt Uwe Meyer-Odewald, der auf einer Pressekonferenz zu den Vorfällen Stellung bezog. Im Anschluss witzelte Mario Barth, da komme “selbst der Gefängnisleiter ins Stottern” und äffte Meyer-Odewald lachend nach.

Das Brisante an Barths Witz ist, dass Uwe Meyer-Odewald tatsächlich Stotterer ist, also unter einer Sprachstörung leidet. Dies berichtete das Medienmagazin Zapp und konfrontierte RTL mit dieser Tatsache. RTL-Sprecher Christian Körner erklärte dazu gegenüber Zapp, weder die Redaktion noch dem Moderator sei bekannt oder bewusst gewesen, dass Herr Dr. Meyer-Odewald Stotterer ist. Mario Barth werde sich “in der Sendung entschuldigen, die als nächstes produziert und voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt wird.” Außerdem wolle man sich auch bei dem Gefängnisleiter persönlich entschuldigen; Produktion und Redaktion seien sensibilisiert worden, derartige Fehler in Zukunft nicht zu wiederholen, so der RTL-Sprecher.

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Erst vor wenigen Wochen gab es in der “Heute-show” des ZDF einen ähnlichen Fall: Moderator Oliver Welke hatte sich in seiner Sendung über die Sprache des AfD-Sachverständigen Dieter Amann Amann lustig gemacht. Welke erklärte später, niemand in der Redaktion habe gewusst, dass Amann eine Sprachstörung habe. Wäre das der Fall gewesen, wäre der Clip niemals in der „heute-show“ gelaufen. Der ZDF-Fernsehrat hat nach Angaben des Senders mehrere Eingaben von Zuschauern zu der Sendung erhalten. Die Fernsehratsvorsitzende habe ein förmliches Beschwerdeverfahren eingeleitet und die Eingaben dem ZDF-Intendanten zur Stellungnahme zugeleitet. Reicht einem Beschwerdeführer diese Stellungnahme nicht aus, wird der Fernsehrat die Beschwerde beraten. Entsprechende Passage wurde aus für die ZDF-Mediathek aus der Sendung geschnitten.

Mit Material der dpa.

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