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Wie “60 Minutes” und “20/20”: Netflix plant angeblich wöchentliche Nachrichtensendung

Barack Obama war der erste Gast in der neuen Netflix-Show von David Letterman
Barack Obama war der erste Gast in der neuen Netflix-Show von David Letterman

Auf der Suche nach neuem Content für seine explosiv wachsende Kundschaft könnte Netflix in der Tradition der großen Nachrichtensender ABC, CBS oder NBC künftig ein eigenes wöchentliches Newsformat anbieten, das sich an der Kultsendung "60 Minutes" orientiert. Das berichtet das Finanzportal Marketwatch.

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Es ist die größte Wachstumsstory des Internet-Jahres: Die Netflix-Aktie scheint schlicht keine Schwerkraft mehr zu kennen. Um astronomische 67 Prozent liegen die Anteilsscheine des weltgrößten Streaming-Anbieters von Serien und Filmen seit Jahresbeginn bereits vorne.

In den ersten zwölf Wochen des laufenden Jahres hat das 1997 von Reed Hastings als DVD-Versender gegründete US-Unternehmen dabei enorme 60 Milliarden Dollar an Börsenwert zugelegt – und dadurch nach der Marktkapitalisierung fast schon auf Disney, weiterhin wertvollster Medienkonzern der Welt, aufgeschlossen.

“Die neue Kabelgesellschaft der Welt”

Der Grund für das explosive Wachstum: Netflix’ Kundenwachstum, zuletzt untermauert in der starken Dezember-Bilanz, scheint unaufhörlich zu wachsen. Allein im Schlussquartal 2017 konnte der Streaming-Video-Pionier mehr als sechs Millionen neue Kunden hinzugewinnen.

Mit 117,6 Millionen zahlenden Mitgliedern ist Netflix längst in Sphären vorgestoßen, in denen kein traditioneller TV-Konzern im Internetzeitalter mehr Paroli bieten kann. „Ich glaube, dass Netflix die neue Kabelgesellschaft der Welt wird“, prophezeite CNBC-Marktkommentator James Cramer bereits vor Jahren den Aufstieg des inzwischen 21 Jahre alten US-Unternehmens zum beherrschenden TV-Anbieter des 21. Jahrhunderts.

Verhandlungen mit Obama um Talk-Format

Um seine Vormachtstellung halten zu können, geht CEO Reed Hastings eine hochgradig aggressive Wette nach dem Vorbild von Amazon ein: Er wettet bis zur milliardenfachen Verschuldung auf Content. 8 Milliarden Dollar beträgt das Budget für Serien und Filme allein in diesem Jahr – der Löwenanteil wird dabei in Eigenproduktionen (Original Content) investiert. Bis 2020 soll der Content-Etat gar auf mehr als 12 Milliarden Dollar wachsen.

Um für neue Zuschauer attraktiv zu werden, könnte Netflix seinem Programm nun auch zunehmend politische Inhalte hinzufügen. In der vergangenen Woche überraschte die New York Times bereits mit der Nachricht, dass sich der frühere US-Präsident Barack Obama, der gerade einen Gastauftritt in der neuen David Letterman-Show (“My Next Guest Needs No Indroduction”) auf Netflix hatte, in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem US-Konzern über eine eigene Show befinden soll.

Marketwatch: Netflix plant Nachrichtensendung wie “60 Minutes” und  “20/20”

Obama wolle mit der geplanten Show zwar nicht direkt auf die Politik seines Nachfolgers Donald Trump reagieren, schreibt die New York Times weiter. Themen könnten allerdings maßgeblich die Felder sein, die Obama auch als Präsident am Herzen gelegen hätten, etwa Gesundheitspolitik, Einwanderung oder das Wahlrecht. Auch seine Frau Michelle Obama solle teilnehmen.

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Dabei will es Netflix offenbar nicht bewenden lassen. Wie das Finanzportal Marketwatch mit Verweis auf einen TV-Manager berichtet, der mit Netflix unlängst an einer Dokumentation gearbeitet hat, befinde sich der Streaming-Gigant zudem in der Frühphase der Entwicklung eines wöchentlichen Nachrichtenformats, das die großen US-News-Shows “60 Minutes” (CBS)  oder “20/20” (ABC) herausfordern soll.

“Ein Loch in der aktuellen Berichterstattung ausgemacht”

“Netflix hat ein Loch in der aktuellen Berichterstattung ausgemacht und möchte dabei beide Seiten der politischen Teilung beleuchten”, erklärte der mit dem Vorgang vertraute Brancheninsider. Netflix sei sich im Klaren darüber, dass die meisten Nachrichtensendungen teuer seien und die Erwartungen nicht erfüllten.

Entsprechend müsse sich das eigene Format in den Produktionskosten in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen bewegen. Im Januar hatte Netflix bereits eine Kooperation mit dem digitalen Medienhaus Vox Media (Vox, The Verge) für eine Dokumentarreihe über Politik, Wissenschaft und Popkultur angekündigt.

Dan Rather bietet sich an: “Ich bin verfügbar”

TV-Legende Dan Rather (“CBS Evening News”), der jahrelang “60 Minutes” moderiert hatte und aktuell mit seiner scharfen Kritik der Trump-Adminstration auf Facebook eine Renaissance erfährt, hält ein ambitioniertes Nachrichtenformat auf Netflix ebenfalls für naheliegend.

“Netflix ist mit fast allem erfolgreich, so dass nichts zu teuer für sie ist. Es würde mich nicht überraschen, wenn sie das versuchen würden. Mit einem Lächeln füge ich hinzu: Wenn sie interessiert sind – ich bin verfügbar”, bot der 86-jährige Reporterveteran bereits seine Dienste an.

 

 

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