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Prisma Media vor VSD-Trennung: Medientycoon Ghosn greift nach traditionsreichem Nachrichtenmagazin

Prisma Media-Chef Rolf Heinz soll für VSD offenbar ein Kaufangebot vorliegen haben
Prisma Media-Chef Rolf Heinz soll für VSD offenbar ein Kaufangebot vorliegen haben

Der geplante Verkauf des französischen Nachrichtenmagazins VSD nimmt konkrete Formen an. Der Medientycoon George Ghosn soll der Pariser Gruner + Jahr-Tochter Prisma Media ein Kaufangebot unterbreitet haben. Da die Auflage der Zeitschrift seit Jahren deutlich zurückgegangen ist, könnte Ghosn den Titel zum Schnäppchenpreis erwerben.

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In Deutschland ist George Ghosn kaum bekannt. In Frankreich hingegen mischt der Geschäftsmann mit Wurzeln im Libanon seit Jahren die Printbranche kräftig auf. Immer wieder kauft der heute 64-Jährige angeschlagene Magazine, um sie zu sanieren und anschließend möglichst gewinnbringend zu verkaufen. Dazu zähen Titel wie das Wirtschaftsmagazin Le Nouvel Économiste oder die Tageszeitung France-Soir.

Jetzt bereitet der Medientycoon seinen nächsten Coup vor. Er greift nach dem Nachrichtenmagazin VSD. Wie MEEDIA erfuhr, hat Ghosn jetzt der Führung der Pariser Gruner + Jahr-Tochter Prisma Media ein Kaufangebot für das Magazin unterbreitet. Wie es heißt, plant der Unternehmer sowohl die Marke als auch die Mitarbeiter zu übernehmen. Der Deal muss angeblich nur noch von den notwendigen Gremien der Gesellschaft abgesegnet werden. Dies soll aber in Kürze erfolgen. Damit könnte Prisma-Media-Chef Rolf Heinz Ende des Monats Vollzug melden. Ein Sprecher von Gruner + Jahr will sich auf Anfrage von MEEDIA nicht dazu äußern. Ghosn war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Dass Heinz das Nachrichtenmagazin loseisen will, ist seit Längerem bekannt. „Die Kollegen von Prisma Media prüfen verschiedene strategische Optionen mit dem Ziel, den Fortbestand von VSD mit möglichst vielen seiner Mitarbeiter zu gewährleisten. Eine Entscheidung wird nicht vor März getroffen“, erklärte G+J vor einigen Monaten auf Antrage. Grund hierfür ist, dass die gedruckte Ausgabe der Wochenzeitschrift seit Jahren unter massiven Auflagenrückgängen leidet. Auslöser hierfür ist das veränderte Verhalten der Leser, Nachrichten zunehmend im Netz zu konsumieren. Die VSD-Auflage soll sich deshalb zuletzt bei rund 92.000 Exemplaren bewegt haben. Angesichts der stark rückläufigen Auflagenzahlen könnte der Medienunternehmer die Zeitschrift zum Schnäppchenpreis erwerben. Er soll angeblich einen äußerst niedrigen einstelligen Millionenbetrag geboten haben.

Mit dem Verkauf des bekannten Nachrichtenmagazins käme Prisma Media wieder zur Ruhe. Die G+J-Tochter war vor allem durch mehrere Personalien aus der Führungsebene in die Schlagzeilen geraten. So haben Daniel Daum, Chef der wichtigen TV-Entertainment-Sparte, sowie die Chefin des Finanzbereichs, Delphine Messner, das Verlagshaus verlassen. Daum war unter anderem für VSD verantwortlich, aber auch für die Fernsehzeitschriften wie Voice, Tele 2 Semaines, TV Grandes Chaines.

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