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Das TV-Ding des Jahres: Banijay Entertainment drängt Brainpool-Gründer Jörg Grabosch aus dem Unternehmen

Banijay Entertainment will Brainpool-Gründer Jörg Grabosch von der Spitze des Unternehmens drängen
Banijay Entertainment will Brainpool-Gründer Jörg Grabosch von der Spitze des Unternehmens drängen

Es ist das Ende einer Ära: Die unfreiwillige Ablösung von Jörg Grabosch als geschäftsführender Gesellschafter bei der Fernsehproduktionsfirma Brainpool steht kurz bevor. Grabosch hatte Brainpool in den 90er Jahren gegründet – und vor allem durch seine enge Zusammenarbeit mit Stefan Raab ein Stück Fernsehgeschichte geschrieben. Ausgerechnet Raab macht seinen Rauswurf nun möglich.

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Bereits in zwei Wochen will das französische Medienunternehmen Banijay Entertainment sowohl Jörg Grabosch als auch seinen Co-Geschäftsführer Andreas Scheuermann aus dem Unternehmen entlassen. Dies berichtete das Medienmagazin DWDL.de am Mittwochabend. Demnach habe Banijay Entertainment zur Gesellschafterversammlung am 29. März eingeladen. Die Tagesordnung der Versammlung, die DWDL schriftlich vorliegt, sieht vor, die Geschäftsführeranstellungsverträge von Grabosch und Scheuermann zum “frühestmöglichen Zeitpunkt zu beenden.” Auf Wunsch von Banijay solle in der Versammlung Peter Langenberg als neuer Geschäftsführer bei der Brainpool Beteiligungsgesellschaft, Brainpool TV und auch Raab TV installiert werden, heißt es in dem Bericht weiter. Langenberg ist derzeit COO der Banijay Group und CEO der Banijay UK Ltd.

Möglich gemacht hat diesen Schritt ausgerechnet Stefan Raab, der gemeinsam mit Grabosch maßgeblich für den Erfolg von Brainpool erfolgreich war. Anfang des Monats wurde bekannt, dass Raab seine restlichen Anteile von 12,5 Prozent an der Produktionsfirma verkauft, und zwar an den französischen TV-Produzenten Banijay Entertainment. Banijay gehörte bis dato schon die Hälfte von Brainpool, zusammen mit Raabs Rest-Beteiligung besaßen sie schließlich 62.5 Prozent und damit die Mehrheit. Wie Banijay bereits vor zwei Wochen mitteilte, werde Raab gleichzeitig wiederum Hauptgesellschafter seiner Firma Raab TV, einer Tochter von Brainpool, die unter anderem die im Februar bei ProSieben gestartete Erfinder-Show „Das Ding des Jahres“ produziert. Auf der kommenden Gesellschafterversammlung Ende März will Banijay angeblich auch ein sogenanntes “Master Agreement” zwischen Raab, dessen Firma Raab TV und Brainpool TV abschließen.

Das Verhältnis von Brainpool und Banijay Entertainment gilt schon seit Jahren als angespannt: Stefan Raabs Rücktritt aus der TV-Öffentlichkeit im Jahr 2015 war ein massiver Einschnitt in das Produktionsgeschäft von Brainpool. Nicht nur mussten 80 Mitarbeiter entlassen werden, auch versuchte Banijay seitdem vermehrt, Formate wie das von ihnen produzierte “Undressed” (RTL II) in dem Programmkatalog unterzubringen.

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Die Brainpool TV GmbH gehört zu den größten und wichtigsten unabhängigen Fernsehproduktionsfirmen Deutschlands. In den 1990er Jahren legte Jörg Grabosch mit dem Start von “TV Total” den Grundstein für die fruchtbare und innovative Zusammenarbeit mit Stefan Raab, aus der Erfolgsformate wie “Schlag den Raab/Star” und sämtliche Raab-Events wie “Promiboxen” oder die “Wok WM” hervorgingen. Auch schafften sie es gemeinsam, mit “Unser Star für Oslo…” den Eurovision Song Contest wieder zu beleben. Darüber hinaus können Grabosch und Brainpool auch ohne Raab zahlreiche Erfolge auf dem deutschen TV-Markt verbuchen: Carolin Kebekus’ “PussyTerror TV”, zahlreiche Lucke-Mockridge-Shows, “Lady-Kracher”, “Stromberg” und “Pastewka” sind dabei nur eine kleine Auswahl.

Bislang haben sich weder Jörg Grabosch noch Banijay Entertainment zu den Medienberichten über die bevorstehenden Entlassung geäußert.

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