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Kurz nach Etatwechsel von HoCa X zu Territory: BMW verzichtet komplett auf gedrucktes Kundenmagazin

Territory sicherte sich zuletzt den BMW-Etat für “Brand Content”. Der wird nun künftig auf das traditionsreiche Printobjekt BMW Magazin verzichten
Territory sicherte sich zuletzt den BMW-Etat für "Brand Content". Der wird nun künftig auf das traditionsreiche Printobjekt BMW Magazin verzichten © 2016 Lucas Wahl / Kollektiv25

In der Corporate Publishing-Branche gehört das Kundenmagazin von BMW zu einem der prestigeträchtigsten Aufträge. Doch der Automobilhersteller will nun die Print-Version aufgeben und sich ganz auf digitale Ableger konzentrieren. Davon betroffen ist Territory. Der CP-Dienstleister hatte sich den BMW-Etat erst vor kurzem gesichert und sollte eigentlich die nächste gedruckte Ausgabe produzieren.

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Es war ein schwerer Schlag für den zur Ganske Verlagsgruppe gehörenden Corporate Publishing-Dienstleister Hoffmann & Campe X (HoCa X). Mehr als zwei Jahrzehnte besaß das Unternehmen den prestigeträchtigen Auftrag. Er galt zudem in der Branche als äußerst lukrativ. Experten schätzten das Budget hierfür auf fünf bis acht Millionen Euro.

Anfang des Jahres jedoch jagte Marktführer Territory, eine Tochtergesellschaft von Gruner + Jahr, dem Konkurrenten überraschend den Etat für das gedruckte Kundenmagazin und seine digitalen Ableger ab. Jetzt muss Territory ein geplantes Projekt aus seiner Planung streichen – denn der Autohersteller BMW will auf die Print-Ausgabe seines traditionsreichen Magazins verzichten und sich nur noch auf die digitalen Ableger konzentrieren. Der Rückzieher dürfte Territory wohl überrascht haben. Denn im September hätte die nächste Ausgabe der gedruckten Zeitschrift erscheinen sollen. Daraus wird nun nichts, wie der Branchendienst CP-Monitor meldet. Zuvor hatte CP Wissen darüber berichtet.

Eine BMW-Sprecherin bestätigt auf MEEDIA-Anfrage die Einstellung des Magazins als Printprodukt. Dies sei “eine Veränderung, die im Rahmen der konsequenten Fortsetzung der digitalen Transformation im Marketing der BMW Group zu sehen ist”, heißt es. Denn der Hersteller wertet die Plattform bmw.com als das “aktuell passende Angebot für das moderne Kommunikationsverhalten der Menschen”.

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Territory will sich hierzu nicht äußern. In Branchenkreisen heißt es, dass BWM einen Brand Content-Etat ausgeschrieben haben soll, der für alle Kanäle galt. An einem gedruckten Heft verdiente ein CP-Dienstleister lange Zeit stets generell deutlich mehr, da dieser meistens auch die verschiedenen Produktions-, Druck- und Vertriebsstufen in den jeweiligen Ländern für den Kunden begleitete. Inzwischen gelten im Content Marketing auch “Digital only”-Aufträge als überaus attraktiv, weil die Bandbreite der potenziellen Produkte immer größer geworden ist.

Mit der Einstellung des Kundenmagazins der Münchner Autobauer indes endet eine Ära. Gestartet hatte BMW das Magazin 1989. Im Jahr 1996 zog dann der ehemalige Woche-Chefredakteur Manfred Bissinger den Auftrag für den CP-Ableger von Hoffmann & Campe an Land. Das BMW Magazin, das mehrfach ausgezeichnet wurde, erschien zunächst vierteljährlich. 2010 kappte der Automobilhersteller die Erscheinungsfrequenz der Printausgabe jährlich auf zwei Ausgaben. Das Print-Magazin verzeichnete nach BMW-Angaben zuletzt eine Auflage von einer Million Exemplaren.

Damit wäre BWM der erste Automobilkonzern, der in seiner Kundenansprache ein gedrucktes Magazin verbannt. Mit dem Schritt würde das Unternehmen auch erhebliche Druckkosten sparen. BMW hatte erst im November seine Homepage aufgehübscht und neu ausgerichtet. Die Webseite wirkt seither wie ein redaktionelles Angebot eines Medienhauses. Denn neben markennahen Inhalten präsentiert das Unternehmen hier einen bunten Mix aus Abenteuergeschichten, Luxus, Reisen sowie Lifestyle-Themen. Der zuletzt vergebene Brand Content-Etat verbleibt dem Vernehmen nach in geplanter Höhe bei Territory.

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Alle Kommentare

  1. “BMW hatte erst im November seine Homepage aufgehübscht und neu ausgerichtet. Die Webseite wirkt seither wie ein redaktionelles Angebot eines Medienhauses”.
    bmw.de kann es ja nicht sein – die Seite wirkt emotionslos und nutzt nicht die interaktiven Möglichkeiten einer modernen und ansprechenden Webseite. Wie lautet denn die URL der erwähnten BMW-Webseite?

  2. BMW scheint seine Zielgruppe aus den Augen zu verlieren: Es gibt nichts Schöneres, als ein hochwertig aufbereitetes Auto-Magazin mit guten Inhalten, das man immer mal wieder gerne zur Hand nimmt.

    Und warum werden bei eBay stattliche Summen für alte Ausgaben von Kundenmagazinen bezahlt? Gedruckte Kundenmagazine zahlen erheblich auf das Image ein. Irgendeine App interessiert niemanden.

  3. Irgendwer scheint da bei BMW nicht mehr richtig zu ticken. Ein Magazin, das man streicheln möchte, wenn es vor einem liegt, verschwindet jetzt einfach ins anonyme online-Geschehen, das sich eh’ niemand anschaut. Schade um den Titel. Dann schau ich mir zukünftig lieber Lidl / Aldi-Angebote für ein schnelles Schäppchen an.

    1. Wahrscheinlich werden dann BMW-Anzeigen im Lidl / Aldi Prospekt erscheinen… so findet eine Verschiebung statt.

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