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“White Rabbit”: Matthias Matusseks irre Abrechnung mit dem Zeitgeist, den Medien und dem ganzen Rest

“Medienjournalisten sind gehässig”: Matthias Matussek und sein Buch “White Rabbit”
"Medienjournalisten sind gehässig": Matthias Matussek und sein Buch "White Rabbit"

Hilfe, Matthias Matussek hat ein Buch geschrieben über sein Leben, die Medien und seinen Rauswurf bei der Springer-Zeitung Die Welt. Das Werk heißt „White Rabbit oder Der Abschied vom gesunden Menschenverstand“ und ist erschienen im Münchner FinanzBuch Verlag in der Edition Tichys Einblick. Womit wesentliche Konfliktlinien des Buches schon beschrieben sind. Matusseks Buch ist eine persönliche Abrechnung mit dem Zeitgeist, dem Medienbetrieb im Allgemeinen und seinem Ex-Arbeitgeber Welt im Besonderen.

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Zunächst einmal: Was hat es mit dem titelgebenden „White Rabbit“ auf sich? Das weiße Kaninchen ist ein Verweis auf „Alice im Wunderland“, in dem Alice dem weißem Kaninchen in seinen Bau folgt und ins Wunderland gelangt. Man kann dabei natürlich auch an den Science-Fiction-Film „Matrix“ denken, der ebenfalls mit Verweisen auf „Alice“ arbeitet und in dessen Verlauf der Protagonist Neo aufgefordert wird, zwischen zwei Pillen zu wählen: Die eine würde ihm ein angepasstes Leben in der vorherrschenden Scheinwelt ermöglichen. Die andere Pille würde dafür sorgen, dass er aufwacht in der „wirklichen Welt“, die in „Matrix“ ganz und gar wunderlich und ziemlich irre ist. Man darf einmal raten, für welche Pille sich Matussek entscheiden würde.

„White Rabbit“ als Buch einzuordnen, fällt schwer. Es ist teils autobiographisch. Matussek schreibt von seiner Berufung als Journalist, streift Erlebnisse seiner Zeit in Brasilien, England oder beschreibt eine wirklich wahnsinnige und witzige USA-Reise im Gonzo-Stil von „Fear and Loathing in Las Vegas“, in deren Verlauf er wegen des Besitzes einer ärztlich verschriebenen Marihuana Pfeife beinahe im Knast landet.

Dabei ist MM stets beseelt von sich und der eigenen Kunst, gleichzeitig redet er sich selbst immer künstlich klein und betont so auffällig, dass er kein Genie sei, dass man als Leser den Verdacht nicht los wird, dass er sich vielleicht doch für eines hält. Er, Matthias Matussek, das enfant terrible, der genialische Autor, der Lust- und Bauchmensch, der ganz nebenbei für Spiegel Online das Video-Blogging quasi erfunden hat und dessen Artikel stets die meisten, wenigstens aber hundertausende Klicks in irgendwelchen Statistiken holen. “Ich bin Einzelgänger, gleichzeitig fromm und hedonistisch, offenbar verstörend für alle Seiten. Für den Spiegel schrieb ich meistens zu Hause. Im Ausland fühlte ich mich am wohlsten, fernab von der Redaktion. Hätte man eigentlich wissen müssen, Außenseiter, mein Leben lang.” (Seite 26)

Ja, er ist schon ein toller Hecht. Vor allem in den eigenen Worten. Neben diesen amüsanten Geschichten aus einem bewegten Journalistenleben, will „White Rabbit“ aber auch ein Kommentar zur Zeit sein, insbesondere zum gleich getakteten Medienbetrieb, der Politik Angela Merkels und – natürlich – den Flüchtlingen. Die Flüchtlingsfrage taucht an vielen Stellen des Buches immer wieder auf. Matussek sieht sich in der Rolle des einsamen, verkannten Warners und Wahrheits-Inhabers.

Seine allzu distanzloses Verständnis für die AfD und rechte Demagogen hinterlässt dabei freilich stets einen üblichen Beigeschmack. Dass er in einem ebenso viel beachteten wie viel gescholtenen Artikel für die Welt schrieb, er sei wohl homophob und das sei auch gut so, war rückblickend natürlich alles nicht so gemeint gewesen. Der bestellte Shitstorm brachte ihm nach eigener Darstellung dann aber reichlich Ärger in der Redaktion ein.

Er kann es nicht lassen immer weiter dahin zu gehen, wo es wehtut. Sich selbst und anderen. Nach den Terror-Anschlägen von Paris legte er sich und seiner Redaktion das nächste Ei, indem er via Facebook Verstörendes von sich gab: „Dann setze ich meinen verhängnisvollen, karrierebeendenden Post ab: ‚Ich schätze mal, der Terror von Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen.‘ und garniere das nicht mit einem Trauersmiley, sondern mit einem wütend grinsenden.“ Die Chefredaktion der Welt distanzierte sich öffentlich von der Aussage, Matussek veränderte das Emoji später in ein trauriges. Das ursprüngliche Emoji war übrigens keines, das “wütend grinst”, wie Matussek in seinem Buch schreibt, sondern es war das ganz normale Smiley-Emoji. In der Retrospektive wird dann halt doch ein bisserl am Selbstbild gekittet. Später kam es während einer Konferenz bei der Welt zu einem Zusammentreffen des Autoren Matussek mit Führungspersonal. Über den Hergang des Eklats gab es mehrere, unterschiedlich lautende Versionen. Matussek schildert in „White Rabbit“ seine auf Seite 241:

15 Minuten später also stehe ich vor dem verglasten Konferenzraum mit der verglasten Konferenzraumtür. Ich schaue von außen in die Runde und sehe überraschte Gesichter. Ulf, der mit dem Rücken zu mir sitzt, dreht sich um und steht auf, ich versuche, mich schnell hineinzuschleichen, um den Betrieb nicht aufzuhalten, doch da schiebt sich Dr. Posh vor die Tür und baut sich vor mir auf wie ein Türsteher, und zwar nicht wie der wilde Tätowierte vom Berghain, sondern eher der gelackte der Teenagerdisco ‚Eden‘ am Ku’damm. Frisiert. Herablassend. Babyface. Fragt, was ich hier wolle.

(…)

Ich ging runter in die Mittelbar mit meiner Edeka-Tüte, um meine Gedanken zu sammeln. Ich saß da rund 20 Minuten rum, und dann klingelte mein Handy. Mein Freund Stephan Sattler, der feine und feinsinnige einstige Kulturchef des Focus und rechte Hand von Hubert Burda, war dran und wollte was zu meiner fristlosen Kündigung wissen.

„Zu was?“

„Ja,“ sagte er, „MEEDIA hat gerade gemeldet, dass du fristlos gekündigt bist.“

Das war offenbar begründet worden mit Ausfälligkeiten gegenüber Poschardt, Peters und Diekmann, das Wort „Arschloch“ soll gefallen sein.

„Ham die ’n Knall?“

Ich versuchte, dem guten Stephan zu erklären, wie der böse Stefan reagiert hatte und was sich tatsächlich abgespielt hatte und dass das „Arschloch“ ganz einfach gelogen war. Meine Kündigung war schon vorher beschlossene Sache.

Hier einer MEEDIA-Artikel zum Zerwürfnis zwischen Matussek und der Welt. Die Zeitung und ihr Führungspersonal kommen in „White Rabbit“ erwartungsgemäß nicht gut weg. Den heutigen Chefredakteur und damaligen Vize Ulf Poschardt  bezeichnet Matussek gerne als „Posh“ oder „Dr. Pop“. Über den damaligen Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters schreibt er u.a.: „Mit dem Chef der Welt-Gruppe, Jan-Eric Peters, hatte ich in den Tagen zuvor ein letztes Gespräch geführt, ich offenes Hemd, nicht sehr frisiert, er wie aus dem Ei gepellt, ich überschüttete ihn mit Ideen, seine Augen waren tot und grau wie die geschlossenen Leichenfächer in der Forensik. Weißes Rauschen.“ (S.93)

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Matussek fremdelt erkennbar mit dem, was er „Angestellten-Journalismus“ nennt. Den Redaktionsbetrieb in der Welt beschreibt er folgendermaßen: „Das hier war Akkord an computerisierten Legebänken. Internet first. Hier mussten Geschichten oft für drei verschiedene Produkte auf- und umgeschrieben werden. Harte Zeiten. An der Längswand ein großes Display, auf dem in einem ständigen Zittern die Klickzahlen im Netz gemessen und in Kurven abgebildet wurden, und am Kopfende des Raums Glaskubikel, in denen die Chefredakteure saßen wie Filialleiter bei Aldi, wenn sie nicht in ihren höheretagigen Büros saßen, sondern unten im Maschinenraum Dienst taten.“ (S.89)

Neben der Welt bekommt auch noch Matusseks Ex-Ex-Arbeitgeber Der Spiegel sein Fett weg: Zudem war nach dem Weggang von Stefan Aust als Chefredakteur aus dem Spiegel eine orientierungslose antiautoritäre Krabbelgruppe geworden, die in die brave linksgrüne Ebene zog und in der die so- genannte Mitarbeiter-KG, deren Vertreter aus allen Verlagsbereichen per Urabstimmung gewählt wurden, nun die Richtlinien bestimmen sollte. Die Redaktion wurde dabei nicht gerade durch ihre schärfsten Köpfe, sondern durch die beliebtesten, auch weiblichen Gschaftlhuber vertreten, Chefredakteure und Geschäftsführer wurden fortan gewechselt wie die Menükarte in der Kantine, alle hoch abgefunden, die Kriegskasse stimmte noch, es kam zu Vollversammlungen, Seilschaften zogen gegen Seilschaften zu Felde, eine Art linker Spontistimmung zog ein, Ressortleiter kamen und gingen, und letztlich schwamm einer ganz oben, mit dem keiner gerechnet hatte. Wie bei einer Papstwahl.“ (S.86)

Die ARD und Sandra Maischberger bekommen auch irgendwann eine mit, die Bild unter Kai Diekmann und Stefan Niggemeier natürlich ebenso wie die FAS. Und auch „die Medienjournalisten“ ganz allgemein: „Die Faustregel geht so: Auslandsreporter sind Haudegen, Politredakteure tragen Anzug, Feuilletonisten sind neurotisch, und Medienjournalisten sind gehässig. Ach so, und Chefredakteure Zyniker, also die vom alten Schlag. Die neuen sind meistens 20 Jahre jünger als ich und Manager.“ (S.87)

Die Guten sind bei Matussek die neuen Wilden im Medienland, also Publikationen wie Tichys Einblick, Die Achse des Guten, die Junge Freiheit oder Roger Köppels Weltwoche: „Hier etabliert sich eine Gegenöffentlichkeit, die auf Dauer die etablierten Printmedien in ihrer Deutungshoheit obsolet werden lässt. Lauter Autoren, die in den enger werdenden Korridoren der Meinungsfreiheit in unserem Lande keine Abspielstationen mehr finden, seien es Wochenblätter, Magazine, Rundfunk- oder Fernsehstudios. Die Etablierten halten zusammen.“ (S.28) MMs Begeisterung könnte für diese Art Medien könnte vielleicht auch damit zusammenhängen, dass er dort weiter gerne publiziert wird. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Aber das ist jetzt nur eine Spekulation. 

Durchzogen ist „White Rabbit“ von Bitterkeit und dem Unverständnis eines Ausgestoßenen. Matussek vermag offenbar nicht zu verstehen, warum fast keiner (außer Tichy & Co.) mehr etwas mit ihm zu tun haben will. In seiner eigenen Sicht ist er ja gar nicht homophob und rechts. So wie er das sieht, sagt er doch bloß die Wahrheit, ist halt katholisch und revoluzzerisch. Das Tragische an Matussek ist nun, dass er mit seinem Selbstbild sogar teilweise recht hat. Aber eben nur teilweise. So ist er ja, wenn in Form, tatsächlich ein toller Schreiber und ein wilder Hund, ein – sorry für die abgegriffene Vokabel – Querkopf. Einen wie ihn bräuchte es eigentlich tatsächlich im Medienbetrieb. Auch seine Analyse von einer gewissen Gleichförmigkeit und dem wirtschaftlichen Druck, dem sich Medien ausgesetzt sehen, ist nicht ganz und gar falsch.

Scheinbar kann und/oder will er aber nicht erkennen, dass er sich bei seinen neuen Lieblingsmedien auch vor einen Karren spannen lässt, der ihn instrumentalisiert und wie eine Art Trophäe ausstellt: Den früheren Mainstream-Schreiber, der nun auf die rechte Seite gewechselt ist. Er nimmt dabei eine ganz ähnliche Rolle ein wie der verstorbene Udo Ulfkotte oder der frühere Kurzzeit-Bild-Co-Chef Peter Bartels, die auch alte Rechnungen am rechten Rand beglichen haben. Nur dass Matussek besser schreiben kann und ein originellerer Typ ist.

Auf Seite 310 bezeichnet er den höchst umstrittenen Thüringer AfD-Chef Björn Höcke kommentarlos als „Bernd Höcke“. Höcke mit dem Vornamen „Bernd“ zu versehen ist eigentlich ein Medien-Witz, den die ZDF-„heute show“ in die Welt gesetzt hat. Handelt es sich dabei jetzt um einen echten Fehler Matusseks, der dem Verlag durchgerutscht ist, oder beteiligt sich Matussek wissentlich an dem „Bernd“-Witz? Dass ihm Letzeres immerhin zuzutrauen wäre, könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich Matussek doch noch nicht ganz vom „gesunden Menschenverstand“ aus seinem Buchtitel verabschiedet hat. Man beachte den Konjunktiv.

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Alle Kommentare

  1. 0 Kommentare bisher?

    Egal, danke an den Autor für die viele Abtipperei aus dem Buch. Das ist für mich eine eindeutige Kaufempfehlung. Wenn ich mich bereits an den hier abgedruckten Buchauszügen wollüstig ergötzen kann, dann muß der Rest vom Buch großartig sein. Alleine das Zitat:

    Mit dem Chef der Welt-Gruppe, Jan-Eric Peters, hatte ich in den Tagen zuvor ein letztes Gespräch geführt, ich offenes Hemd, nicht sehr frisiert, er wie aus dem Ei gepellt, ich überschüttete ihn mit Ideen, seine Augen waren tot und grau wie die geschlossenen Leichenfächer in der Forensik.

    ist grossartig, grossartig! Köstlich!

    Ich werde mir das Buch gleich morgen früh kaufen bevor es verboten wird.

    1. Weil ja hier Diktatur ist, solltest du schnellstens außer Landes flüchten. Denn in einer Diktatur ist besonders das Verlassen der Landesgrenzen verboten. Hau schnell ab!

  2. Tichy, Matussek, Don Alphonso und Steingart: Die Liste der Betroffenen, die aufgrund vom Maintream abweichender Berichterstattung ihren Job verloren haben wird immer länger. Musiker und Künstler, die beim Establishment in Ungnade fallen, werden nicht mehr im Radio gespielt und werden totgeschwiegen – das Ende der beruflichen Existenz. Wer immer noch meint, dass diese Entwicklung gut und richtig ist – wie z.B. Herr Winterbauer -, der dürfte sich auch in der DDR recht wohlgefühlt haben. Man kann sich nur wünschen, dass dieses System wie der letztgenannte Staat bald in sich zusammenbricht und freies Denken – und Reden – wieder möglich wird.

    1. Nazischwaller werden von Weltraumstrahlenkanonen auf Neuschwabenland mit Chemtrails bestrahlt, deswegen kannst du nicht mehr denken.

    2. @schrottpresse: Die Geschichte ab 1945 lehrt uns, dass sich Nazis nie um ihren Job sorgen müssen. Und Bücher, Leserbriefe und Facebook-/Twitter-Kommentare schreiben dürfen sie auch. Ich hoffe auch, dass sich diese Zeiten ändern.

      1. @ Yorick
        Aktuell leben wir in Zeiten des links-grünen Zeitgeistes, die 68er waren mit ihrem Marsch durch die Institutionen durchaus erfolgreich. Im Moment segeln die Linken im Windschatten der Macht, sodass selbst ehemalige Stasi-Spitzel gut mit Steuergeldern versorgt werden, um ihr in der DDR erworbenes Können erfolgreich anzuwenden. Für einen Demokraten sollte es ein Greuel sein, wenn der Staat versucht, das freie Denken zu behindern. Das hat mit links oder rechts erstmal nichts zu tun.

      2. @schrottpresse: Wir leben in Zeiten, in denen es im vergangenen Jahr über 2200 Angriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte gegeben hat. In denen es “national befreite Zonen” gibt und man in vielen ostdeutschen Orten sich nicht als Ausländer, Punk oder Andersdenkender gefahrlos bewegen kann. In denen der Verfassungsschutz die Aufklärung des NSU-Terrors behindert und keinen Anlass sieht, eine rechtsextreme Partei (https://wir-sind-afd.de/), die im Bundestag vertreten ist, zu beobachten. Und in denen das Netz und zunehmend die Zeitungs- und Zeitschriftenregale mit rechter Hetze verseucht sind.

        Ihre größte Sorge sind ein paar ehemalige Stasi-Spitzel und das Ende der Meinungsfreiheit, weil homophobe und fremdenfeindliche Äußerungen kritisiert werden?

  3. Liebling, Sie spielen mein Lied.

    “I look like Jesus, so they say
    But Mr. Jesus is very far away
    Now you’re the only one here who can tell me if it’s true
    That you love me and I love me”

    (They Might Be Giants: “Kiss Me, Son of God”)

  4. vielen Dank für die Hilfestellung, dem Konjunktiv Beachtung zu schenken, wäre sonst beinahe schief gegangen.

  5. Der Autor belegt MMs Urteil über „zynische Medienjournalisten“. Wann rufen wir eigentlich offiziell die Meinungsdiktatur aus? Wer wie Telkamp die Wahrheit über „Flüchtlinge“ sagt, ist schon ein Rechter und wird mit Maulkorb bestraft. Aber das ist kein Thema für Meedia!

    1. @maxi: Weil Meinungsdiktatur, werden deine Schreibereien hier nicht veröffentlicht. Deswegen kann ich auch nicht darauf antworten. Deswegen bin ich hier gerade auch nicht am Schreiben.

  6. Wird das ab jetzt immer so sein, dass jeder, der chronisch mit seinen Mitmenschen nicht klarkommt, zum großen Widerstandskämpfer ausgerufen wird? Weil er *irgendwas* ausspricht, das irgendwer anders nicht ausspricht, Inhalt eigentlich egal?

    Der Egomane als Per-se-Held. Da steht uns ja was bevor.

  7. Das absurde Gejammer über “Meinungsdiktatur” und vermeintliche “Maulkörbe”, Lob für den “Mut und Schneid” eines gekränkten homophoben, rechten Narzissten – man kann gar nicht so viel trinken, wie man kotzen möchte.

    1. Würde das Interview empfehlen was Wolfgang Herles mit Matthias Matussek führte – ist bei youtube unter dem Kanal Tichys Einblick zu finden. Dort erklärt er unter anderem wie es zu der Aussage „Ich bin homophob“ kam und was die Medien am Ende daraus machten.
      Ein Maulkorb besteht, allerdings nicht für politisch links denkende Menschen, wer das immer noch nicht erkannt hat, gehört entweder selbst zu den Linken oder aber ist immer noch nicht aus dem Dornrösschenschlaf aufgewacht.

  8. Ojeh ojeh Herr Winterbauer….

    “….Seine allzu distanzloses Verständnis für die AfD…..”

    Nach diesem Halbsatz habe ich dann auch nicht mehr weitergelesen.
    Wer seine intellektuelle Positionierung am Abstand zu dieser Partei festmacht, fällt für mich als Beobachter und Zeuge dauerhaft aus.
    Mich ermüden diese ganzen Aufsteher, Gesichtzeiger und Zeichensetzer nur noch.

    Gottseidank gibts ja noch einige aufgeschlossene Inseln außerhalb des linkideologischen Journalistenbiotops.

    Matussek mag rechts von der Mitte sein.
    Ein Querkopf ist er mit Sicherheit.
    Denn er sitzt nicht im Zug mit den anderen Gleichmeinern und guckt raus.
    So wie Sie, Herr Winterbauer.

  9. Ich finde ihre Rezension hervorragend.
    Differenziert und Klug versuchen sie, dem Autoren gerecht zu werden, ohne sich mit ihm gemein zu machen.
    Es gelingt ihnen und ich habe es mit Vergnügen gelesen. Man merkt ihrem Text an, zumindest empfinde ich es so, dass sie sich vorstellen können, dass ihre Leser anderer Meinung als sie sein könnten. Sie teilen ihm ihre mit, ohne das ich glaube, ich solle belehrt und erzogen werden. In Zeiten, in denen solches aber üblich gewordenen ist und mir nur noch Übelkeit verursacht, fällt auf, wie Journalismus auch sein könnte. Und wie er mal war. Jedenfalls den, den ich gelesen habe.
    Wenn ich bedenke, dass ich mal zwei Tageszeitungen und ein Magazin abonniert hatte und manch anderes dazukaufte. Davon blieb nichts …

    Was dies mit ihrer Rezension zu tun hat? Nun, wenn man Stimmen, wie die des von ihnen Rezensierten, nicht mehr in den Medien dulden mag, dann muss man eben dulden, dass ich dafür kein Geld ausgeben mag.
    Ich bleibe dabei, dass ich selbst entscheide, was ich für gut und richtig erachte. Auch auf die Gefahr hin, mich zu irren. Und von diesem Prinzip dulde ich keine Ausnahme.
    Menschen, die darüber befinden, welche Stimmen ich zur Kenntnis nehmen darf und welche nicht, verachte ich. Ich bin als Kunde für sie verloren.
    Und wie sie es beweisen, geht es auch anders. In der Art, wie sie ihre Meinung vortragen, wird sie für mich bedenkenswert.
    Danke

    1. Wenn Sie Sich da mal nicht täuschen:
      https://meedia.de/2018/03/14/koennten-mit-unserer-reichweite-helfen-ard-vorsitzender-wilhelm-schlaegt-engere-kooperation-mit-verlagen-vor/

      Ihr Kaufverhalten und ihre intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Angebotenen sind nach dem Willen der Staatsmedien bald völlig ohne Belang.

      Dann wird der Obulus als Propagandasteuer direkt von von der GEZ eingezogen.
      Ob Sie die “Bild” oder den “Spiegel” kaufen, lesen, oder im Garten anzünden…..es bleibt sich gleich.

  10. “Scheinbar kann und/oder will er aber nicht erkennen […]”

    “Anscheinend”, nicht “scheinbar”.

    1. leider gibt es (wohl inzwischen durch fortwährende Falsch-Benutzung) eine Nebenbedeutung des “scheinbar”: die ist “anscheinend”

  11. Ein nachdenklichen 68ger, der sich schon im zarten Alter von 16 Jahren nachhaltig mit Themen wie Faschismus, Antisemitismus, Holocaust und Rassismus beschäftigt hat, fühlt sich in der gegenwärtigen Debatte wie ein “Nazi”. Die Meinungsstärke all jener kategoriesierenden Köpfe, die 68 in Gottes Unheilsplan noch gar nicht vorgesehen waren, erstaunt nur den, der nicht verstanden hat: es ist das Privileg der Jüngeren, die Welt retten zu wollen, ohne sie verstehen zu müssen.
    Daran mußte ich bei dem in der Rezension genannten Personal denken.

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