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SXSW feiert die große Elon-Musk-Show – und der Tesla-Gründer warnt erneut vor künstlicher Intelligenz

Mehr denn je unter Druck: Tesla-CEO Elon Musk
Mehr denn je unter Druck: Tesla-CEO Elon Musk

Er war der Überraschungsgast auf der South by Southwest: Tesla-Boss und SpaceX-Gründer Elon Musk tauchte am Samstag ohne große Vorankündigung beim Digital-Festival in Austin auf und nahm am Tag darauf auch auf der Bühne Platz. Dabei warnte der als ambitionierte und als Visionär gefeierte Unternehmer erneut vor einem Trend, an dem er selbst beteiligt ist: der künstlichen Intelligenz. Damit ist er nicht allein. Auch die anerkannte Zukunftsforscherin Amy Webb zeigte sich auf der SXSW alarmiert.

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Wer sich entscheidet zur South by Southwest zu kommen, der muss unter Umständen große Geduld mitbringen. Schlangestehen gehört bei einer der größten Digitalkonferenzen der Welt dazu. Dass sich die Pilgerer im riesigen Convention-Center in Austin aber über drei Stockwerke verteilen, um in einen einzigen Raum zu kommen, das ist auch hier ein Ausnahmezustand. Schuld daran war, so konnte man zunächst glauben, die in den USA gefeierte HBO-Serie “Westworld, die zur Promo-Tour der zweiten Staffel nach Austin gekommen war – mit einem besonderen Gast.

Überraschend tauchte der Tesla-Gründer und Raumfahrtunternehmer am Samstag als Sidekick auf. Zu den “Westworld”-Machern Jonathan Nolan und Lisa Joy hat der 46-Jährige ein besonderes Verhältnis. Zum Start seiner jüngsten Unternehmung, dem Start der Rakete Falcon Heavy, hatte er mit ihnen gemeinsam bereits einen Kurzfilm produziert. Nun leistete er Schützenhilfe.

Doch der – ob spontan oder nicht spontan – inszenierte Auftritt war nur ein Warm-up. Am Abend lud die SXSW zur Akkreditierung für einen Event mit Musk im Moody Theater am Sonntag. Wieder saß ihm sein Freund Nolan gegenüber. Dieses mal war es eine einstündige Musk-Show. Musk, der nicht ganz unumstrittene Unternehmer mit großen Visionen aber auch großen Problemen (beispielsweise bei der Produktion des massentauglichen Tesla 3) wurde gefeiert wie ein Popstar.

Mit seinem Freund an der Seite konnte dem Tesla-Boss nicht viel geschehen, auch das zu Fragen eingeladene Publikum war eher von der Prominenz begeistert als kritisch. Nach der Hälfte der Zeit kam das Gespräch zu einem Thema, mit dem Musk bereits vor einigen Wochen Aufsehen erregte hatte und das auch auf der SXSW für viele Diskussionen sorgt: künstliche Intelligenz. Musk warnte erneut vor der lernfähigen Technologie, die Menschen mehr und mehr Entscheidungsmacht nimmt. Schon vor Wochen sprach er der künstlichen Intelligenz das Potenzial zu, die Waffe des dritten Weltkrieges zu sein.

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Musk fürchtet vor allem die Möglichkeit, dass Maschinen selbst entscheiden, wann sie ein anderes Land angreifen. Ein neuer Weltkrieg könne demnach „nicht von Staatschefs, sondern von einer KI initiiert werden, wenn sie entscheidet, dass ein Präventivschlag der wahrscheinlichste Weg zum Sieg ist“, schrieb er vor einigen Wochen bei Twitter.

Bei der SXSW betonte er die “außerordentliche” Geschwindigkeit, mit der sich KI entwickelt und selbst handelt. Googles AlphaGo könne mühelos Meister des chinesischen Brettspiels schlagen. Das Programm Alpha Zero habe in wenigen Stunden Schach spielen gelernt und dann nicht nur Großmeister, sondern auch andere superstarke Schachcomputer vom Brett gefegt. Künstliche Intelligenz könne eine “sehr ernste Bedrohung für die Öffentlichkeit” sein.

Dem würde Amy Webb wohl zustimmen. Webb ist Zukunftsforscherin und Autorin des Tech Trend Reports, für den sie jährlich hunderte Trends identifiziert und Thesen zur Zukunft und Folgen für die Gesellschaft ausführt. Am Sonntag stellte sie ebenfalls bei der SXSW die neue Auflage vor, in der sie ebenfalls intensiv auf künstliche Intelligenz eingeht. Schon heute greife der Mensch jeden Tag auf künstliche Intelligenz zurück, ohne es zu registrieren – nicht nur im Auto, zum Beispiel beim Park-Assistenten, sondern auf dem Smartphone oder beim Sortieren von Spam-Mails.

Hinzu komme, so die Forscherin, dass die Macht über die Intelligenz wiederum in der Hand weniger Konzerne liege und vor allem China – auch aufgrund nicht vorhandener Datenschutzrichtlinien – eine dominante Rolle einnehme und bereits mit Tech-Größen wie Facebook, MSFT oder Tesla kooperiere. Dabei warnte Webb am meisten vor dem chinesischen Internet-Giganten Alibaba.

Den gesamten Trendreport mit mehr als 225 Trends hat das Future Today Institute hier veröffentlicht.

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