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Springer-Bilanz: CEO-Döpfner sah ein „spektakuläres Jahr“, während die Börse (zunächst) den Daumen senkt

Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner
Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner

Springers Abhängigkeit vom Print-Geschäft und damit auch von der Bild wird immer kleiner: „Wir sind längst ein digitaler Verlag, bei dem die größten Erlöse aus dem Digitalen kommen“, erklärte CEO Mathias Döpfner auf der Bilanz-PK des Medienhauses. Konkret bedeutet das: Der Business Insider steht kurz vor dem Break-even (Umsatz-Plus von 45 Prozent), das Classified-Geschäft boomt, während die Berliner bei den News-Medien mit einem Umsatz-Minus rechnen. Das Zahlenwerk überzeugte die Börse erst einmal nicht. Während der Vorstellung der Bilanz lag die Aktie mit rund zehn Prozent im Minus.

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„Es war ein spektakuläres Jahr. Das Beste in der Unternehmensgeschichte“, fasst Döpfner geradezu euphorisch die Bilanz zusammen. So wuchs der Konzernumsatz um 8,3 Prozent auf 3,56 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA kletterte um 8,5 Prozent auf 645,8 Millionen Euro und so blieb unter dem Streich ein Netto-Gewinn von 378 Millionen Euro. Damit schnitten die Berliner etwas schlechter als im Vorjahr (450 Millionen Euro) ab, als freilich Sondereffekte den Gewinn pushten.

Unternehmenswert kletterte an der Börse um 41,2 Prozent

Man habe alle drei großen Ziele des Jahres 2017 erreichen können: Das organische Wachstum wurde gesteigert, die Online-Rubriken-Märkte boomen mit einem Plus von 12,7 Prozent und der Unternehmenswert kletterte an der Börse um 41,2 Prozent.

Ohne genauer ins Detail zu gehen, kündigte Döpfner in Anbetracht des Zahlenwerks an, dass man nun in eine neue Ära des Wachstums und der neuen digitalen Wachstumskriterien eintrete.

Auf der Seite der traditionellen Print-Titel geht es dagegen weniger um Wachstum, sondern noch immer überwiegend um eine Stabilisierung. Nach Einschätzung von Döpfner habe sein Haus, so viel wie kaum ein anderer Verlag bei Neueinführungen unternommen. So wären alleine in den vergangenen fünf Jahren 15 neue Titel gestartet worden. Grundsätzlich habe man es zudem geschafft, das News-Segment stabil zu halten. Für 2018 spricht das Bilanz-Papier hier allerdings von einem Rückgang der Umsatzerlöse „im niedrigen einstelligen Bereich“.

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Für 2017 meldeten die Berliner für das Segment News Media noch eine Umsatz-Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das Plus hier sei vor allem dem Wachstum bei Business Insider zu verdanken. Ohne die massiven zusätzlichen Investitionen bei der US-Plattform, hätten die New Yorker sogar schon im abgelaufenen Jahr den Break-even geschafft. Daneben hätten auch Bild und Welt mit einem starken Jahr bei den Werbeerlösen zum Erfolg des Segments beigetragen, heißt es. Insgesamt ist die wirtschaftliche Abhängigkeit des Springer-Gesamtkonzern von der Marke Bild mit den Jahren aber deutlich gesunken.

Döpfner ist „sehr zufrieden“ mit Bild-Chef Julian Reichelt

Zur aktuellen Debatte um ein vermeintliches Comeback des Kampagnen-Journalismus der Bild erklärte Döpfner, dass dieser Eindruck alleine deshalb schon trüge, weil der neuen Bild-Alleinchef Julian Reichelt ja schon lange die Gesamtverantwortung für alle publizistische Entscheidungen, wie die Titelseiten trage. Es sei immer problematisch, wenn man Zeitungen im Hinblick auf nur eine These lesen würde. „Was ich toll finde“, sagte der CEO weiter zu dem Themenkomplex, sei, dass wenn die Bild ein Fehler unterläuft, Reichelt diesen sehr schnell und transparent korrigiere. Grundsätzlich ist Döpfner „sehr zufrieden“ mit seinem Bild-Chef.

Für das laufende Jahr rechnet Springer weiter mit steigenden Erlösen im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Für das bereinigte EBITDA wird ein Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwartet. Die Umsätze bei den Rubrikenmärkten sollen im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Zudem hofft man weitere Potentiale bei neuen Technologien und Daten-Angeboten heben zu können. Offenbar weckt der Start von Verimi an dieser Stelle erste Hoffnungen.

Grundsätzlich zeigte sich Springer-Vorstand auch gegenüber weiteren Zukäufen nicht abgeneigt. Allerdings seien konkret keine großen Akquisitionen geplant.

Neben dem Zahlenwerk und dessen Interpretation erwähnte Döpfner auch noch, dass man gerade bei Springer in den vergangenen Monaten verstärkt an eine Sache erinnert worden wäre: „Wir sind ein publizistisches Haus mit einer großen Verantwortung“. Nach der Freilassung von Welt-Korrespondent Deniz Yücel, werde man sich „nicht entspannt zurücklehnen“. Die Berliner wollen nun für allen Journalisten kämpfen, die sich wegen ihrer Arbeit Repressalien ausgesetzt sehen.

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