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Warum es sich lohnt, Zeit auf Konferenzen wie der SXSW zu verbringen

Nina Rieke ist Mitglied im Vorstand des Gesamtverbandes der Kommunikationsagenturen (GWA) und schreibt regelmäßig für das MEEDIA-Schwesterblatt absatzwirtschaft
Nina Rieke ist Mitglied im Vorstand des Gesamtverbandes der Kommunikationsagenturen (GWA) und schreibt regelmäßig für das MEEDIA-Schwesterblatt absatzwirtschaft

Wann sind sie zuletzt ohne konkreten Business-Termin auf Reisen gegangen – nur, um sich inspirieren zu lassen, ohne klaren inhaltlichen Fokus? Es ist wichtig den Kontakt zur Welt und den Dingen, die Marketing maßgeblich beeinflussen, zu halten und uns mit kulturellen Strömungen und neue Technologien zu beschäftigen. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich mit neuen Eindrücken und Inspiration zu versorgen. Eine davon ist die SXSW in Austin.

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Von Nina Rieke

Viel zu oft ist unser Arbeitsalltag von den dringenden Dingen, vom Tagesgeschäft geprägt – nicht von dem, was vielleicht wichtig ist oder langfristig das beeinflusst, was uns täglich beschäftigt.

Die „South By Southwest“, die am 9. März in Austin (Texas) ihre Tore öffnet, bietet zwei Wochen lang Vorträge, Panels, Workshops, Konzerte, Screenings aus den Bereichen Interactive, Film und Musik. Die Veranstaltung beleuchtet seit 1987 die Zukunft von Medien und Unterhaltung. Was vor 31 Jahren mit einigen hundert Besuchern begonnen hat, ist heute Magnet für allein rund 70.000 Konferenzbesucher und über 5.000 Sprecher. Was auch mit dem hohen Innovationsfokus zusammen hängt – denn bereits seit 1994 greift die SXSW im Interactive Track vor allem digitale, technologiegeprägte Themen auf.

Drei Gründe, warum sich der Weg zur SXSW nach Austin auch für Agentur- und Marketingmenschen lohnt:

1. Ein selten breites Programm, das jeder individualisieren kann
Wer das Line Up der Konferenz anschaut, wird feststellen: viel zu viele spannende Vorträge zu zahlreichen innovativen Themen laufen parallel – so das jeder sich aus der unglaublichen Angebotsvielfalt sein eigenes, personalisiertes Angebot zusammenstellen muss. So lässt sich einfach ein Tag mit möglicherweise völlig unbekannten Themen verbringen – und ein anderer näher am eigenen Fachgebiet, zwischen Tracks zu „Brand & Marketing“ oder „Code & Programming“, Journalismus, Sport, Food, Health oder Social Impact, um nur ein paar zu nennen. Der Mix aus kleinen und großen Sälen, bekannten und unbekannten Sprechern, aus Workshops und Vorträgen und die unglaubliche Themenbreite allein im Bereich „Interactive“ ist beeindruckend. Er ermöglicht jedem, genau sein individuelles Konferenzerlebnis zu konfigurieren.

2. Mehr als nur „Neues lernen“
Drei Motive prägen die Besuchermotivation: Lernen, Networking, Sales. Viele der Besucher kommen, um Inspiration zu finden und Neues zu hören. Ein ganz großer Teil auch, um Business Meetings wahr zu nehmen, neue Tools kennenzulernen oder zu verkaufen. Ganz wesentlich aus meiner Sicht ist jedoch das Networking. So breit wie das Programm ist – so groß ist auch die Bandbreite der Menschen, die dem Besucher auf der SXSW begegnen: Tausende von internationalen Besuchern aus allen Fachgebieten. Allein die Menschen, die man zufällig in der Schlange fürs Mittagessen oder beim Warten auf den nächsten Vortrag trifft, sind ein selten spannender Mix. Und weil wir uns auf US-Boden befinden: nirgends lässt es sich so unkompliziert eine spannende Plauderei in der Wartezeit anfangen, Tipps austauschen – und vielleicht auch die Visitenkarte.

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3. Vor der Welle sein
Die SXSW greift eine breite Zahl von Themen auf – und viele werden dort intensiv beleuchtet, bevor sie hier und im Marketingkontext Beachtung finden. So war Bitcoin dort längt sein Thema, während es in Deutschland noch eine Randnotiz im Marketingkontext war. Viele der Speaker der SXSW tauchen auch im europäischen Konferenzzirkus in den folgenden Monaten auf. Erfolgreiche Speaker auf der SXSW werden auch von den Kuratoren für Cannes Lions gesehen und gebucht. Im Frühling ist SXSW ein idealer Ort um neue Topics oder Publikationen, auch schon vor Erscheinen, einem breiten Publikum vorzustellen. Hier hat man die Chance, den intellektuellen Input für die kommenden Monate zu finden, bevor alle drüber sprechen.

Die Thementrends in diesem Jahr sind in einigen Punkten eine Weiterführung der letzten Jahre – neben dem Überthema Konvergenz vor allem die Weiterentwicklung von VR, der unaufhaltsame Aufstieg der Blockchain oder künstlicher Intelligenz. Dazu gibt es „Health & Body Hacking“, die neue Urbanität oder wie Start-Ups im Umfeld der Big 4 (Amazon, Apple, Google, Facebook) erfolgreich sind.

Politische Dimensionen hat die SXSW schon immer
Auch in diesem Jahr gibt es viele Inhalte zu Inklusion, Empowerment und Aktivismus in Kultur und Business. Zahlreiche Referenten sprechen zu neuen Medienunternehmen im Entertainment-Markt, dem Trend der kurzformatigen Dokumentationen oder ethischem Design. Sprecher sind neben vielen Fachexperten auch Prominente wie Arnold Schwarzenegger, Bernie Sanders, Spike Lee, Melinda Gates, Michael Dell oder Rachel Zoe, Alex Rodrigues oder Christiane Amanpour.

Begeben wir uns also in eine fremde Welt und hören unbekannte Dinge von bekannten und unbekannten Menschen. Denn es lohnt sich, Musiker, Medien- oder Filmmacher, Software-Entwickler, Entrepreneure, Journalisten, Studenten, Wissenschaftler und Business-Menschen zu treffen und sich von Zufallskonversationen ebenso wie ungewöhnlichen Vorträgen inspirieren zu lassen. Was einigen Early Adoptern inzwischen viel zu groß und zu kommerziell ist, ist aus meiner Sicht jedes Jahr wieder genau richtig. Denn die Menge und Art der Inspiration, die Zeit für Vorträge, Workshops oder Networking bestimmt jeder selbst. In diesem Jahr pausiere ich – weil ich noch satt bin von den letzten Besuchen, weil meine Lektüre und Inspiration mich noch immer trägt.

Wem Austin zu weit ist: es gibt viele Konferenzen und viele Wege, neue Dinge zu lernen oder eine neue Perspektive auf Kultur, Gesellschaft, Technologie zu finden. Bisher hat mich keine so nachhaltig beeindruckt wie die SXSW. Wer nicht so weit reisen will, dem sei die Re:Publica empfohlen, gleich um die Ecke in Berlin. Begeben wir uns also in eine fremde Welt und hören unbekannte Dinge von bekannten und unbekannten Menschen. Manchmal reicht es auch schon, sich einfach vom Schreibtisch weg und hinein in eine Welt zu bewegen, die nicht unser Alltag ist.

Dieser Artikel erschien zuerst bei absatzwirtschaft.de

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