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Facebook-Interaktionen für deutschsprachige Medien-Artikel auf 33-Monats-Tief, Twitter-Interaktionen auf Rekordniveau, Bild verliert 30%

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Spannende Entwicklungen bei den Social-Media-Interaktionen für Artikel deutschsprachiger Medien. Offenbar wirken sich Facebooks Algorithmus-Änderungen nun auch hierzulande deutlich auf die Zahl der Likes, Shares & Co. aus. Wie eine Analyse aller von 10000 Flies ausgewerteten Medien-Websites zeigt, war die Zahl der Facebook-Interaktionen im Februar so gering wie seit Mai 2015 nicht mehr: Bei 41,7 Mio. lag sie.

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Die Monate Dezember, Januar und Februar lagen zudem jeweils unter den Vergleichsmonaten der Jahre 2015/16 und 2016/17. Twitter auf der anderen Seite scheint von der Entwicklung bei Facebook zu profitieren. Hier wächst die Zahl der Interaktionen derzeit deutlich. Im Januar gab es erstmals mehr als 3 Mio. Likes und Shares für Artikel-URLs deutschsprachiger Medien, im deutlich kürzeren Februar wurde die 3-Mio.-Marke ebenfalls übertroffen. Zwar liegt diese Zahl weiterhin klar unter der Facebooks, doch Twitter scheint sich laut der Daten von 10000 Flies hierzulande absolut positiv zu entwickeln.

Der Blick auf das Likemedien-Ranking lässt einen auch in diesem Monat etwas ratlos zurück und lässt womöglich vor allem einen Schluss zu: Facebook scheint an seinem Algorithmus noch hin und her zu schrauben. Ausgerechnet Bild, im vergangenen Monat noch einer der großen Gewinner mit einem Rekord von 4,06 Mio. Interaktionen gehört diesmal zu den großen Verlierern, stürzt auf 2,83 Mio. ab und büßt somit 30,4% der Likes & Co. aus dem Januar ein. Hat Facebook also Boulevardmedien zurück gestuft, spielt deren Inhalte nicht mehr so oft in den Timelines der Nutzer aus? Die Zahlen von Tag24 (-20,1%) und des Duos Kronen Zeitung (-25,7%) und oe24 (-19,4%) aus Österreich würden ebenfalls für diese These sprechen.

Auf der anderen Seite haben aber auch Medien wie die Welt, Focus Online und n-tv deutlich verloren. Wie die Bild fallen Welt und Focus auf die geringsten Zahlen seit über einem Jahr zurück. Mit RTL Next, Zeit Online und vor allem dem stern gibt es in der Top 20 aber auch Gewinner. Der stern steigerte sich im Februar um 28,7% auf rund 592.000 Interaktionen – Bestwert seit dem vergangenen Sommer. Abseits der Top 20 gewannen auch einige seriöse Medien klar hinzu: die Neue Zürcher Zeitung 35,4%, tagesschau.de 24,5%,

Zu den Gewinnern zählen auch einige Medien, die insbesondere im rechten Spektrum geteilt und geliket werden: Das selbst ernannte “Journal für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit” jouwatch, das vor allem durch ausländerfeindliche Artikel aller Art auffällt, verlor zwar leicht, verbesserte sich aber dennoch auf Platz 9 – vor Medien wie der F.A.Z., sport1, der Süddeutschen, etc. Auf den Rängen 19 bis 22 finden sich Tichys Einblick, Philosophia Perennis, die Junge Freiheit und anonymousnews.ru – mit Zuwachsraten von 29,5%, 26,9%, 14,5% und 147,3%. Vom Niveau her zwar sehr unterschiedliche Plattformen, doch die Beliebtheit in rechten Kreisen ist bei allen ähnlich. Sorgt Facebook mit seinen Algorithmus-Änderungen dafür, dass insbesondere diese Websites gegenüber den herkömmlichen Medien bevorzugt werden? Doch ein solcher Trend könnte auch schnell wieder vorbei sein, denn die Algorithmus-Anpassungen scheinen sich ständig zu verändern, sodass im März schon wieder ganz andere Profiteure und Verlierer erkennbar sein könnten.

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Die Top 100 der deutschsprachigen Medien mit den meisten Interaktionen finden Sie im Blog von 10000 Flies, die Top 20 hier:

Top 20: deutschsprachige Medien-Websites nach Social-Network-Resonanz / Januar 2018
Januar Website Interaktionen Februar 2018* vs. Januar
1 1 Bild 2.827.060 -1.236.206 -30,4%
2 2 Welt 1.989.990 -289.672 -12,7%
3 3 Spiegel Online 1.961.632 -157.114 -7,4%
4 4 Focus Online 1.617.858 -370.507 -18,6%
5 6 RTL Next 1.307.284 51.673 4,1%
6 7 Der Postillon 1.223.898 184.196 17,7%
7 5 Epoch Times 1.019.857 -289.445 -22,1%
8 8 Tag24 777.217 -195.203 -20,1%
9 11 jouwatch 686.927 -66.443 -8,8%
10 12 Frankfurter Allgemeine 656.377 -93.806 -12,5%
11 10 sport1 630.706 -124.563 -16,5%
12 13 Süddeutsche.de 608.437 -64.591 -9,6%
13 9 Kronen Zeitung 603.103 -208.400 -25,7%
14 18 stern 591.987 131.999 28,7%
15 16 Zeit Online 576.697 40.827 7,6%
16 15 RT Deutsch 541.205 4.693 0,9%
17 71 Promiflash 527.376 362.985 220,8%
18 14 n-tv 474.691 -89.570 -15,9%
19 33 Tichys Einblick 453.896 103.313 29,5%
20 31 Philosophia Perennis 450.386 95.406 26,9%
*: Likes, Reactions, Shares und Kommentare für Artikel-URLs bei Facebook, Likes und Shares für Artikel-URLs bei Twitter
Daten-Quelle: 10000Flies.de / Tabelle: MEEDIA

Zur Methodik: 10000 Flies ermittelt täglich – und in der Pro-Version auch in Echtzeit – welche Artikel deutschsprachiger Websites wie viele Likes, Shares, Reactions, Kommentare und Retweets bei Facebook und Twitter erreichen. Die Zahlen werden über die offiziellen Schnittstellen von Facebook und Twitter ermittelt. Es spielt keine Rolle, auf welchen Accounts und Pages die Interaktionen zustande kommen, alle Likes & Co. für eine bestimmte Artikel-URL kommen in die Wertung. Einmal monatlich wird aus den Einzelzahlen Hunderttausender Artikel das Likemedien-Ranking erstellt.

Offenlegung: Ich, MEEDIA-Autor Jens Schröder, bin Mitbetreiber von 10000 Flies.

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Alle Kommentare

  1. Lol!
    Genau die sogenannten “rechten” Medien beklagen sich über die Änderungen der Algorithmen und dass sie dadurch benachteiligt würden. Entweder lügt eine Seite… oder beide klagen im Voraus um Facebook, Google & Co zu beeinflussen.
    Selbst eine bessere Transparenz würde mMn nicht zu fairen Rankings und passenden Suchergebnissen führen, sondern nur zu einem Wettlauf, wer seine Seiten am Besten an die Algorithmen anpassen kann.
    Alle Statistiken sind mit Vorsicht zu betrachten, ganz besonders solche zum politischen Spektrum oder Wahlverhalten, ganz besonders dann, wenn Grundrechte ausgehebelt werden und man für “falsche” politische Einstellung massive persönliche Nachteile befürchten muss.

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