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FAZ.net ordnet Blogs neu und trennt sich von Don Alphonso

Rainer Meyer alias Don Alphonso: Ausgebloggt bei FAZ.net
Rainer Meyer alias Don Alphonso: Ausgebloggt bei FAZ.net

Die FAZ hat angekündigt, auf ihrer Website die Sektion mit Blogs umzubauen. Künftig sollen Blogs bei FAZ.net stärker als "Experimentierfeld" genutzt werden und auch mehr Podcasts veröffentlicht werden. Im Zuge der Neuausrichtung werden einige alte Blogs eingestellt, darunter auch "Stützen der Gesellschaft" und "Deus ex Machina" des ebenso bekannten wie streitbaren Bloggers Don Alphonso. Dessen Fans laufen bei Twitter Sturm.

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Schnell war der Hashtag #AusFAZwirdTAZ gebildet. Fans von Don Alphonso (im wirklichen Leben Rainer Meyer) tun unter diesem Hashtag bei Twitter ihren Unmut über die Demission des Bloggers bei der FAZ kund. Allgemeiner Tenor ist, dass die politische Linie von Don Alphonso den Frankfurtern wohl nicht mehr genehm gewesen sei. Offiziell erklärt sich die FAZ dazu bei Twitter:

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Auf Twitter werden freilich vor allem Vermutungen geäußert, dass die beiden Blogs wegen ihrer politischen Ausrichtung eingestellt werden. Don Alphonso ist als streitbarer und konservativer Blogger profiliert. Er schrieb oft und gerne unbequem über Themen wie Netz-Feminismus, Sexismus, Datenschutz und andere politische Aufreger. Damit hat er im Web viele Feinde aber auch viele Fans gewonnen. Seine einzige öffentliche Reaktion auf den Rauswurf bei der FAZ war ein Aufruf zur Mäßigung:

Neben den Blogs von Don Alphonso wird auch das Blog Digital/Pausen eingestellt. Die FAZ hat ihrerseits angekündigt, dass in der Rubrik „Blogseminar“ wechselnde Autorinnen und Autoren aus der Welt der Studierenden berichten sollen. Das jüngste Blog ist im Januar 2018 gestartet: In „Aufbruch in die Antarktis“ begleiten die Wissenschaftlerinnen Ricarda Winkelmann und Ronja Reese eine achtwöchige Expedition mit dem Eisbrecher Polarstern.

Die Zeitung will online auch stärker auf Podcasts setzen. Zu dem juristischen Digitalmagazin “Einspruch” gibt es seit November 2017 einen wöchentlichen Podcast, bei dem die beiden Juristen und “Einspruch”-Redaktionsmitglieder Corinna Budras und Constantijn van Lijnden über aktuelle Themen aus der Welt des Rechts sprechen. Weitere Podcasts sollen laut FAZ folgen. Alle Blogs der FAZ sind unter http://blogs.faz.net/ erreichbar.

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Alle Kommentare

  1. “Podcasts”… Ich höre schon die neue Werbung: “Dahinter steckt immer ein Analphabet.”
    Die können sie sich wegen mir gerne irgendwo einführen.

  2. Das ist ein kapitaler Fehler der FAZ:

    Anzahl Lesermeinungen:
    469 Deus ex machina vom 03.03.2018 622
    Stützen der Gesellschaft vom 28.02.2018

    ALLE anderen Blogs bis 22.02.2018 zusammen: 43

    Da waren Leser und da war Relevanz.

    1. Sich von einem intellektuell wie sprachlich brillanten Kopf wie Meyer zu trennen ist freilich ein Fehler, passt aber eben auch nur zu gut ins Bild.

      Man kann sich gleichzeitig schon seit einiger Zeit immer wieder nur wundern, was für zwielichtige, teilweise geradeheraus asoziale Gestalten gleichzeitig für die FAZ schreiben dürfen. Die älteren untern uns werden sich erinnern, noch vor 20 Jahren war das eine über jeden Zweifel erhabene bürgerlich-konservative Zeitung!

      Man darf gespannt sein mit was für Podcasts wir da jetzt zukünftig belästigt werden. Ich tippe auf irgendwelche Gendergurken.

  3. Eigentlich nur wegen Don Alphonso habe ich immer mal in die FAZ geschaut, schätze als bekennender altlinker Querfrontler diesen, seinen oft ironischen Blick;

    jenseits einer ideologisch determinierten, oft gar zelebrierten Bigotterie und ebenso jenseits der angesagten, neulinken politischen Korrektheit.

    Gut also, dass wir das jetzt geklärt hätten …

  4. If you are in a hole, stop digging.

    Trotz der vielen klugen Köpfe hinter der FAZ wird die Zeitung so weiterhin ihre Auflage/Reichweite reduzieren. Und das, obwohl die Leser in Kommentaren sehr oft ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie anregende Kontroversen um die großen Themen der Nation wollen und nicht MSM Einheitsbrei. Wer nicht lernt, verliert. Tough!

  5. Jetzt aber schnell mit den FAZlern zum Führungsbunker nach Berlin und die Orden in Empfang nehmen. Der gänzlich unkritischen Berichterstattung steht nun nichts mehr im Wege. Das sollte sich für ein kriselndes Presseerzeugnis doch irgendwie auszahlen.

  6. Es wird Zeit für neue Zeitungen, die sich dem Mainstream widersetzen. Lange war die alterwürdige FAZ ein Bollwerk gegen den grünlinken Zeitgeist. Sehr traurig, dass nun diese Bastion auch noch gefallen ist. Mir fallen zur Zeit nur noch die Junge Freiheit, Tichys Einblick und Cicero als letzte gallischen Dörfer ein, die sich abweichende Meinungen erlauben. Ich hoffe, dass die mutigen Blattmacher, die dahinter stehen, mit weiter steigenden Auflagen belohnt werden.

    1. Die Preussische Allgemeine Zeitung gehört meiner Meinung nach auch noch zu den erwähnenswerten gedruckten Medien für Selbstdenker.

      Unsere sonstige “Medienvielfalt” ist aber mittlerweile beliebig und hat sich offensichtlich aus eigenem Antrieb freiwillig gleichgeschaltet. Weshalb auch immer …

    2. achgut, the european und epochtimes nicht zu vergessen.

      FAZ hart auf transatlantik, russophobem, pro Euro und Merkel Kurs.

      Ist das noch Journalismus oder kann das weg?

  7. Blogs sollten ja auch anders sein als die klassischen Kolumnen, immer wieder neu und frisch. Dafür hat die FAZ ja sehr lange fest gehalten an Don, der sich doch arg wiederholt im Laufe der Zeit. Sich treu bleibt in einer Welt, die am Rande des Chaos scheint. Es ist nur konsequent, dass mit den neuen digitalen Machern in der Politik nun auch bei der FAZ ein kleiner Wandel stattfindet, der nur kurz weh tut und dann wird das nächste Vieh durchs digitale Dorf getrieben.

  8. Bin erschüttert.
    An mangelnden Lesern der Blogs kann es
    nicht gelegen haben.
    Zu sperrig, zu unbequem .
    Was für ein Armutszeugnis für die FAZ.

  9. Schon seit längerem sind kritische und/oder originelle Geister aus den faz.net-Foren vergrault bzw. entfernt worden zugunsten weit überwiegend männlicher Leserstimmen aus dem Milieu der Besitzstandswahrer.

    Ein unabhängiger Geist wie Meyer-Alphonso, der seine immense Leserpost obendrein persönlich verwaltete (und sogar eine ihn stalkende Hure duldete), passte natürlich auf Dauer nicht in dieses restaurative redaktionelle Klima. Insofern hält sich die Überraschung in Grenzen. Denn seit Schirrmachers Tod geht es ohnehin bergab. Nun ist auch diese seine Personalie erledigt.

  10. Für einen Don Alphonso gibt es in einer offenen und vielfältigen Medienlandschaft eben keinen Platz mehr. Alte weiße Männer wie er oder Matussek und Klonovsky haben eben die Zeichen der Zeit nicht erkannt.Ohne ihn wird es der FAZ gewiss leichter fallen, künftig das Niveau von Bento etc. zu erreichen. Wer wird als nächster gegangen werden: Martenstein oder Fleischhauer?

  11. Ich habe es geahnt. Fonsi’s aus meiner Sicht den FAZ – Baragotzkis ganz bewusst, durch den Hinterkopf imns Auge, ins Stammbuch geschriebene viele, viele Erinnerungen an Frank Schirrmacher, waren einer zu viel.

  12. Wenigstens kann man der FAZ nicht den Vorwurf machen, sie hätten aus schnöden wirtschaftlichen Erwägungen einen unpassenden Autoren entsorgt. Nee, ganz in Gegenteil. Sie entledigen sich des Bloggers mit der (gefühlt) größten Reichweite.
    Respekt!
    Solche Konsequenz, die dem ideologischen Anspruch höchste Priorität einräumt, vermag zu überzeugen.
    In der DDR aufgewachsen, ist mir das vertraut. Ob die Vereinheitlichung der Medien, deren geschlossenes Eintreten für Klarheit und Wahrheit, immer für das Gute und stehts gegen das Böse, am Ende ein Erfolg wird? Wir werden sehen.

    Ich mochte, was der Don schrieb, nie besonders, habe es aber sehr regelmäßig gelesen. Sein elitäres Gehabe gefiel mir nicht. Ebenso wenig sein ,, Kampf” gegen den phantasierten 68 er.
    Seine Liebe zu alten und schönen Fahrrädern hingegen teile ich.
    Vernünftig schreiben kann er allemal, was aber bei den meisten Autoren der FAZ der Fall ist. Bei der taz eher nicht. Da ist das wohl eine Fähigkeit, die, wenn die Autoren sie nicht verbergen, zur fristlosen Kündigung führt.

    Die FAZ wird wissen, warum sie so vorgeht. Und ich bin vermutlich einfach paranoid, wenn ich eine zunehmende Vereinheitlichung der Medien zu beobachten glaube….

  13. Zuerst habe ich vor einiger Zeit mein jahrzehntealtes FAZ-Abo gekündigt. Dann wurden auch meine Online-Besuche bei der FAZ immer seltener. Dann besuchte ich nur noch DonAlphonso undden Rest nur noch aus Versehen. Jetzt eben gar nicht mehr.
    Wegen mir kann die Papierverschwendung ins Altpapier – wenn auch, zugegebenermaßen, bei leichtem Wehmut an vergangene, niveauvollere, Zeiten.

  14. Warum nur schaufeln sich die sowieso schon von Auflagenschwund bedrohten Printmedien auf diese Weise ihr eigenes Grab? Und treiben damit den alternativen Medien im Netz noch mehr Leser zu? Aber gut, macht weiter so. Die kritischen Stimmen werden trotzdem nicht schweigen, im Gegenteil, sie werden immer mehr und lauter.

    1. Printmedien haben jetzt mit einem Blog was nochmal genau gemeinsam?
      Der Sermon des Fahrradsammlers erschien nicht in der Druckausgabe,

  15. Gut so. Wenn er will, kann Don Alphonso problemlos weiterpublizieren Dank Medium Internet ändert sich bloss die url des Inhalts. Kein Verlust.

    Aber ein grosser Verlust für die FAZ. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn sich die Zeitung noch schneller wie gedacht selbst zerlegt. Experiemtiert ruhig, indem ihr erfolgreiche Schreiber rauswerft, lieber Blogs über Urlaubsfahrten von Frauen in die Antarktis unter eurem Dach führt. Nur weiter so!

  16. Da bin ich ja gespannt auf die “Blog-Experimente” der FAZ: Mensaessen-Tests und Kochtipps für Studenten hatten wir schon, ebenso Lyrik aus Popsongs und Berichte einer Südpol-Expedition. Ist das FAZ-Journalismus, oder kann das bento weg?

  17. Hinter dieser Zeitung gab es mal einen letzten klugen Kopf…
    Herr Mayer hats provozierend drauf angelegt, die verbliebenen Kleingeister können sich dem beschränkten Mainstream aus dem Bundespresseamt hingeben.

  18. Für die langjährige spannende Dynamisierung des Konzepts “kulturelle Identität” sei Don Alphonso herzlichst gedankt.

    Definitiv ein Armutszeugnis der betreffenden FAZ-Verantwortlichen, die releanten, wertvollen FAZ-Blog-Aktiva aus der Feder von Rainer Meyer nicht weiter zu nutzen.

  19. Für die langjährige spannende Dynamisierung des Konzepts „kulturelle Identität“ durch Don Alphonso muss man ihm dankbar sein.

    Definitiv ein Armutszeugnis der betreffenden FAZ-Verantwortlichen, die relevanten, wertvollen FAZ-Blog-Aktiva von Rainer Meyer nicht weiter zu nutzen.

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