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Twitter-Chef plädiert für “gesunde” Debattenkultur: Dorsey will stärker gegen Missbrauch vorgehen

Twitter-CEO Jack Dorsey bittet die Nutzer um Vorschläge für eine bessere Debattenkultur
Twitter-CEO Jack Dorsey bittet die Nutzer um Vorschläge für eine bessere Debattenkultur

Der Twitter-CEO Jack Dorsey hat in mehreren Tweets eingeräumt, in der Vergangenheit zu wenig gegen die Verbreitung von Falschinformationen und Filterblasen getan zu haben. Manch einer hätte den Dienst missbraucht und das Unternehmen habe nicht schnell genug darauf reagiert. Er bat seine Nutzer, ihm Vorschläge für eine "gesündere" Debattenkultur zu machen.

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Nachdem Facebook-CEO Mark Zuckerberg Mitte Januar die künftige Ausrichtung seines sozialen Netzwerks verkündet hatte, zieht der Kurznachrichtendienst Twitter nach. Dessen Chef Jack Dorsey erklärte in einer Reihe von Tweets, dass man in der jüngeren Vergangenheit einen Missbrauch des Dienstes feststellen musste. Neben Trollen und Manipulationen durch Bots habe es der Dienst auch mit Desinformationskampagnen und Filterblasen zu tun gehabt. Dagegen, so der 41-Jährige, wolle man künftig verstärkt vorgehen.

“Wir sind nicht stolz darauf, wie Leute den Dienst genutzt haben”, erklärte der Twitter-CEO. Außerdem habe Twitter zu langsam auf die Probleme reagiert. Dorsey und seine Mitarbeiter hätten sich zu lange darauf konzentriert, Inhalte zu löschen, die gegen die “Hausregeln” verstoßen. Der neue Ansatz soll nun eine “gesunde” Debatte und kritisches Denken fördern.

Dorseys Vorschlag geht in eine ähnliche Richtung wie der von Zuckerberg, der im Januar ankündigte, dass seine Nutzer wieder mehr “bedeutungsvolle” Interaktionen erleben sollen. Inhalte von professionellen Anbietern würden künftig runtergestuft und die von Freunden und Familie dagegen priorisiert. Der Facebook-Chef schrieb damals in einem Posting:”Wenn sich Nutzer bei Facebook verbinden und miteinander interagieren, hat das auf lange Sicht positive Einwirkungen auf die Zufriedenheit und Gesundheit.”

Dorsey arbeitet für sein Vorhaben in Zukunft mit Cortico zusammen, einer Non-Profit-Organisation, die sich auf die Datenanalyse von sozialen Netzwerken konzentriert. Er spricht von einer “conversational health”, die Twitter mit Hilfe der Forschungsergebnisse von Cortico messen und dann beim Kurznachrichtendienst aufwerten möchte. Ob es sich dabei um den richtigen Weg handelt, weiß Dorsey nicht, wie er in seinen Tweets einräumte.

Das Unternehmen bat seine Nutzer um Vorschläge, wie eine bessere Debattenkultur aussehen und wie die Qualität der Twitter-Diskussionen gemessen werden könnte. In den über tausend Kommentaren finden sich bereits einige Ideen: Viele Nutzer wünschen sich etwa eine Bearbeitungsfunktion, mit der Tweets im Nachgang verändert werden können, um beispielsweise Rechtschreibfehler zu entfernen. Der Original-Tweet müsse aber weiter einsehbar sein, so die Forderung.

Für die kommende Woche kündigte Dorsey einen Periscope-Stream an, in dem er weitere Informationen bekanntgeben will und Fragen beantwortet.

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