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Ende des Explore-Experiments: Facebook spaltet den Newsfeed nicht zwischen Freunden und Nachrichten-Produzenten auf

“Willkommen beim Entdecker-Feed”: Der  Facebook-Test ist schon wieder Geschichte
"Willkommen beim Entdecker-Feed": Der Facebook-Test ist schon wieder Geschichte

Das Damoklesschwert hängt seit Monaten über der Verlagsbranche: Facebook schraubt am Newsfeed – und zwar zuungunsten von Inhalte-Produzenten. Mehr noch: Sogar einen speziellen Newsfeed nur für Nachrichten – den sogenannten "Explore Feed" – hatte das weltgrößte Social Network in ausgewählten Märkten getestet. Fünf Monate später ist klar: Der Test ist gescheitert. Verleger können zumindest etwas aufatmen...

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Es klang nach einem eigenartigen Experiment: Facebook wollte plötzlich radikal zwischen den Inhalten von Freunden und Seitenbetreibern trennen. Im vergangenen Herbst führte das weltgrößte soziale Netzwerk dazu weltweit ein neues Feature ein: den sogenannten “Explore Feed” (zu deutsch: “Entdecker-Feed”). Er soll Inhalte von Seitenbetreibern liefern, die sonst algorithmisch eher nicht in der eigenen Timeline gelandet wären.

In sechs Ländern – Bolivien, Kambodscha, Guatemala, Serbien, der Slowakei und Sri Lanka – ging Facebook seit vergangenem Oktober noch weiter und bot tatsächlich zwei separate Newsfeeds an: einen befüllt mit Inhalten von Facebook-Freunden, einen mit Inhalten von Nachrichten-Produzenten, den “Entdecker-Feed”. Die Folge in den sechs Ländern: Die Interaktionen für Medien-Posts brachen dramatisch ein.

Facebook Newsfeed muss eingestehen: “Nutzer wollen keine zwei separaten Feeds”

Fünf Monate später steht nun fest: Der Test ist gescheitert. Wie Facebooks Newsfeed-Chef Adam Mosseri heute in einem Blogpost mitteilte, wird das Explore-Experiment demnach nicht weiterverfolgt. „Ihr habt uns eine Antwort gegeben: Nutzer wollen keine zwei separaten Feeds. Nutzer haben uns in den Umfragen deutlich gemacht, dass sie mit den Posts, die sie gesehen haben, weniger zufrieden sind und ihnen zwei verschiedene Feeds auch nicht dabei geholfen haben, sich mehr mit Freunden und Familie zu verbinden.“

Verlage können also aufatmen, dass sie nicht komplett aus Facebooks Newsfeed verbannt worden sind – aber nur ein bisschen. An Facebooks einschneidender Veränderung, Inhalte von Freunden und Familie künftig deutlich gegenüber den Inhalten von Seitenbetreibern zu priorisieren, ändert das nämlich nichts, wie Mosseri sofort klarstellte. „Diese Veränderungen bedeuten weniger öffentliche Inhalte im Newsfeed von Unternehmen, Marken und Medien“.

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Facebook steckt in einer tiefen PR-Krise

Das Echo auf Facebooks Newsfeed-Veränderungen, in dessen Folge Verlage einem hanebüchenen Glaubwürdigkeitstest untererzogen werden, war Anfang des Jahres verheerend. „Facebook entzieht sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung“, kritisierte etwa der amerikanische Journalistik-Professor Jeff Jarvis.

Und das ist nur die eine Seite der massiven öffentlichen Kritik am Social Network, die seit der US-Wahl von Tag zu Tag größer geworden und längst zu einem Orkan angewachsen ist. Konzernchef  Zuckerberg hielt den Vorwurf, dass Inhalte auf seinem Netzwerk den Ausgang der Präsidentschaftswahl mit beeinflusst haben könnten, über Monate für absurd und war in der Folge nur scheibchenweise zu Eingeständnissen und einer Aufarbeitung bereit.

Ranghohe Mitarbeiter wie Facebooks Werbechef stritten sogar bis zuletzt die Beeinflussung der US-Wahl durch russische Anzeigen ab – und blamierten den drittwertvollsten Internetkonzern damit aufs Neue. Wie es scheint, kann Facebook in seiner Kommunikation im Moment offenkundig nichts mehr richtigmachen: Egal, wie sich das weltgrößte soziale Netzwerk aktuell äußert – es endet im Desaster.

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