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Wegen „Sondereffekt“ bei Pensionen: FAZ-Eigentümer Fazit-Stiftung meldet Gewinnsprung im Jahr 2016

Kann sich über ein Top-Ergebnis für das Stiftungsjahr 2016 freuen: Andreas Barner, Kuratoriumsvorsitzender von Fazit
Kann sich über ein Top-Ergebnis für das Stiftungsjahr 2016 freuen: Andreas Barner, Kuratoriumsvorsitzender von Fazit

Die FAZIT-Stiftung, zu der die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) gehört, hat im Geschäftsjahr 2016 deutlich mehr verdient. Der Ertragszuwachs beruht allerdings vor allem auf einem einmaligen Sondereffekt bei den Pensionsverpflichtungen. 2017 erwartet die gemeinnützige Stiftung hingegen einen deutlich geringeren Jahresüberschuss. Die FAZ-Gruppe hat zudem mit ihren Produkten 2016 den Digitalumsatz deutlich um rund zehn Prozent gesteigert.

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Es war ein Paukenschlag für den Frankfurter Zeitungsmarkt. Die Fazit-Stiftung trennt sich von der Frankfurter Rundschau und der Frankfurter Neue Presse – und dies aus strategischen Gründen. Erwerber sind der Verleger Dirk Ippen und die MDV-Mediengruppe der Familie Rempel. Noch muss das Kartellamt dem millionenschweren Deal zustimmen, der am 9. Februar angemeldet wurde (B7-37/18).

Jetzt hat die Fazit-Stiftung ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht und eine Prognose für 2017 vorgenommen. Danach macht die gemeinnützige Stiftung, zu der die Frankfurter Allgemeine Zeitung gehört, für 2016 einen deutlichen Gewinnsprung. Bei einem leicht auf 406,2 (Vorjahr 404,5) Millionen erhöhten Konzernumsatz steigt der Jahresüberschuss auf rund 27,6 Millionen Euro. 2015 waren es lediglich 2,32 Millionen Euro. Als Grund für den Ertragszuwachs nennt die Fazit-Stiftung deutlich gesunkene Personalaufwendungen, die „hauptsächlich auf den einmaligen Sondereffekt durch die Neuregelung des HGB-Rechnungszinses zur Bewertung der Altersversorgungsverpflichtungen und den damit verbundenen Wegfall der negativen Zinsänderungseffekte zurückzuführen ist“, lautet es im Geschäftsbericht. Da sich dieser Sondereffekt 2017 nicht wiederholt, erwartet die Fazit-Stiftung einen massiven Gewinnrückgang. Wörtlich: „Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die Geschäftsführung daher mit einem positiven Konzernjahresergebnis im unteren einstelligen Millionenbereich“, heißt es in der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz. Die Prognose für 2017 hat die Fazit-Geschäftsführung im Mai vergangenen Jahres abgegeben. Vorsitzender des Kuratoriums der Fazit-Stiftung ist der Pharma-Manager Andreas Barner.

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Vom Konzernumsatz in 2016 entfielen 304,4 Millionen Euro auf den Bereich Zeitungen. Dies ist ein Minus gegenüber dem Vorjahr von knapp 5 Millionen Euro. Als Grund hierfür nannte die Fazit-Stiftung rückläufige Werbeerlöse. In den Konzernumsatz sind Digitalumsätze der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH enthalten. Sie kletterten um knapp 10 Prozent auf 26,2 Millionen Euro. Die Auflage der FAZ ging im Schnitt um 5,1 Prozent zurück, heißt es. Deutlich höher fiel hier mit 9,7 Prozent das Auflagenminus bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) aus. Verantwortlich für den Auflagenrückgang beider Zeitungen ist, dass FAZ-Geschäftsführer Thomas Lindner vor allem die deutlich schlechter bezahlte Bordauflage sowie „sonstige Verkäufe“ verringerte. Dagegen legte der Absatz der epaper-Ausgaben beider Titel kräftig zu – bei der FAZ um 17,8 Prozent, bei der FAS um 28,5 Prozent. Absolute Zahlen wurden hier aber nicht genannt. Die Vertriebserlöse der Zeitungen inklusive E-Paper und FAZ-Woche bewegten sich 2016 den Angaben zufolge bei 153,3 Millionen Euro „leicht über dem Vorjahresniveau.“

Die von Lindner vor einigen Jahren gestartete Sanierung des Unternehmens hat zudem beim Ertrag Wirkung gezeigt. „Die von der Geschäftsführung des Teilkonzerns F.A.Z. in 2014 eingeleitete Restrukturierung und Neuausrichtung des F.A.Z.-Verlags sowie die Konzentration auf die bezahlte Auflage haben zu einer nachhaltigen Ergebniswende geführt“, heißt es in Geschäftsbericht für 2016. Ertragszahlen hierfür wurden nicht angeführt.

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