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Angriff am Vertriebsmarkt: Springers Wirtschaftsmagazin Bilanz hübscht sich für den Kiosk auf

Bilanz-Chefredakteur Klaus Boldt und die überarbeitete Ausgabe des Wirtschaftsmagazins
Bilanz-Chefredakteur Klaus Boldt und die überarbeitete Ausgabe des Wirtschaftsmagazins

Axel Springer macht das Wirtschaftsmagazin Bilanz für den Verkauf attraktiver. Die Zeitschrift wird daher komplett relauncht, der Titel und das Heftlayout ansprechender gestaltet. Dafür hat sich Chefredakteur Klaus Boldt prominente Unterstützung aus der Kommunikationsszene geholt. Mit der Frischzellenkur wandelt der ehemalige Manager Magazin-Journalist den Monatstitel vom fast reinen Supplement der Welt stärker zu einem vertriebsorientierten Produkt.

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Bisher lag das Wirtschaftsmagazin Bilanz vornehmlich als Supplement der Welt bei, der Verkauf am Kiosk spielte eher ein untergeordnete Rolle. Jetzt greift Chefredakteur Klaus Boldt am Vertriebsmarkt an. Der ehemalige Wirtschaftsredakteur des zum Spiegel-Verlag gehörenden Manager Magazin macht die einst aus der Schweiz für den deutschen Markt adaptierte Zeitschrift Bilanz für den Einzelverkauf am Kiosk tauglich.

Dazu hat Boldt Titelbild und Layout des Heftes deutlich aufgehübscht – und dies mit prominenter Hilfe. „Unsere Cover werden unverwechselbar bleiben. Christian Boros, dem Spiritus Rector der Neugestaltung, ist hier etwas ästhetisch Großes und ganz Einmaliges gelungen, das sehr viel Aufmerksamkeit erregen wird“, erklärt der Chefredakteur gegenüber MEEDIA. Boros, Kunstsammler und Agenturinhaber, ist bei Springer kein Unbekannter. Er reanimierte 2017 das einst zu Zeiten der Weimarer Republik bekannte Magazin Die Dame. Seine Handschrift bei dem Hochglanztitel zeigt sich auch in der neuen Bilanz. „Das Design muss unaufgeregt sein, um aufregende Inhalte optimal zu vermitteln“, erklärt Boris die Heftauffrischung des Wirtschaftstitels.

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An der Blattstruktur von Bilanz will Boldt aber nicht rütteln: „Wir werden in Zukunft aber sicherlich noch ein größeres Gewicht auf große, hervorragend fotografierte Wirtschaftsreportagen legen. Die erzählerische und gestalterische Güte einer Story ist für uns von größter Bedeutung“, betont der Journalist. Zum Opfer der optischen Frischzellenkur fällt allerdings die Zusammenarbeit mit dem Starwerber Jean-Remy von Matt, der bislang die Titelbilder gestaltete. “Jean-Remy von Matt hat wirklich Großartiges und Unverwechselbares für die Bilanz geleistet. Wir sind ihm sehr dankbar für die Zusammenarbeit. Ich liebe sein Werk,wenn ich es mal so blumig sagen darf. Aber sein wuchtiger, emotionsgeladener Strich passt nicht mehr zu unserem neuen Auftritt, bei dem wir mit Christian Boros nun auf eine kühle, klare und reduzierte Anmutung setzen“, betont der Wirtschaftsjournalist.

Die stärkere Vertriebsorientierung wirkt sich auf die Verbreitung des Magazins aus. Bislang wurden 170.000 Exemplare von Bilanz der Tageszeitung Welt als Trägermedium beigelegt. Mit der März-Ausgabe, die an diesem Freitag erscheint, soll nun die Zahl auf gut 100.000 Exemplare sinken. Künftig sollen nur noch 80.000 Stück den Abonnenten der Welt beigelegt werden, im Einzelverkauf der Tageszeitung fehlt die Bilanz ganz. Damit spart der Verlag Druckkosten und kann die frei gesetzten Mittel in die Vertriebsoffensive stecken. Denn Axel Springer hofft darauf, den bisher eher mäßigen Absatz am Kiosk deutlich zu steigern. Dem Vernehmen nach peilt das Unternehmen langfristig zwischen 5.000 bis 7.000 verkaufte Exemplaren an. Der Copypreis liegt bei 5 Euro. Boldt: „Bekanntlich ist das Bessere der stärkste Feind des Guten. Wir haben unsere Vertriebsoffensive zum Anlass genommen, noch einmal alles genau unter die Lupe zu nehmen und auf verschärfte Kiosk-tauglichkeit zu prüfen. Unsere Frage lautete: Was ist gut, was könnte besser sein?  Wir haben uns bei der Bilanz noch nie gescheut, Verbesserungen so schnell vorzunehmen wie möglich.“

Bei den angepeilten Heftverkäufen im Einzelverkauf wäre Bilanz im Reigen der Wirtschaftsmagazine gut vertreten. Der zu Gruner + Jahr zählende Wirtschaftstitel Capital bewegte sich hier im 4. Quartal 2017 bei rund 6.187 Exemplare. Mit 12.870 Stück liegt das Manager Magazin beim Einzelverkauf allerdings doppelt so hoch. Begleitet wird die Kiosk-Offensive von Bilanz von einer Marketing-Kampagne. So will Springer unter anderem Anzeigen in großen Tageszeitungen schalten. An den Anzeigenpreisen soll sich hingegen nichts ändern. Sollte sich Bilanz im Einzelverkauf bewähren, könnte dies mehr Abos nachziehen. Damit wäre das Magazin immer weniger auf die Welt als Trägermedium angewiesen.

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