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Neue Abo-Funktionen, lokale Nachrichten: So will Google den Verlagen in Sachen Paid Content helfen (und sich selbst auch Gutes tun)

Mit neuen Angeboten geht Google einen Schritt auf klassische Medienanbieter zu
Mit neuen Angeboten geht Google einen Schritt auf klassische Medienanbieter zu

Google hat auf seinem jüngsten Digital News Initiative Summit vergangene Woche konkrete Schritte vorgestellt, wie Medienunternehmen die Vermarktung von Abos über die Suchmaschine künftig erleichtert werden soll. Dazu zählt vor allem ein direkter "Abo-Button", der auf Websites und Google-Diensten eingebaut werden kann. Der Clou: Publisher sollen dabei die volle Kontrolle über die Kundenbeziehung behalten.

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Das war nämlich immer einer der Knackpunkte, warum Medienhäuser mit “Hilfs”-Angeboten von Facebook oder auch Apple nie sonderlich glücklich wurden. Die Kundendaten lagen jeweils bei den Plattform-Anbietern, seien es Facebooks Instant Articles gewesen oder Apples App-Store. Google verspricht nun, hier Abhilfe zu schaffen. Der Suche-Riese präsentiert sich – anders als Facebook aktuell – als Freund und Helfer der Verlage und stellt eine Abo-Funktion quer über alle Websites und Google-Services in Aussicht, egal ob stationär oder mobil via Googles AMP-Standard für schnell ladende Mobil-Seiten.

Google stellt dabei zwar das User-Interface zur Verfügung, die Publisher hätten aber die volle Kontrolle über die Angebote und behalten die Kundendaten. So berichtet es u.a. Niemanlab.org. Als Gegenleistung will Google eine Provision für Abos, die über eigene Dienste verkauft wurden. Die soll aber weit unter den branchenüblichen 30 Prozent liegen, die etwa Apple im App-Store einbehält. Ein Vorteil für Google ist dabei natürlich, dass der eigene AMP-Standard weiter gepusht wird. Schon jetzt gibt es einen enormen Druck auf Verlage, AMP-Seiten anzubieten, wollen sie bei Google Suchtrefferseiten prominent gelistet sein. Reichweitenzuwächse über Google kamen im vergangenen Jahr fast nur noch über mobilen Traffic zustande.

Google möchte auch, dass Medienhäuser bei seinem neuen Social Network-Projekt Bulletin mitarbeiten. Bulletin ist eine Art Infrastruktur für lokale und hyperlokale Nachrichten, bei dem Nutzer lokale Stories und Events veröffentlichen können. Bislang gibt es Bulletin nur als Pilotversuch in den US-Städten Nashville und Oakland. Wie die Suchmaschine nun erklärte, sollen auch professionelle Medienanbieter animiert werden, bei Bulletin Inhalte einzustellen. Es ist einmal mehr ein Versuch von Google, im Segment der Social Networks Fuß zu fassen – nach dem gescheiterten Google+ diesmal mit Fokus auf die lokale Komponente.

Und schließlich kündigte Google auch an, seine AMP-Technik mit einer Art Story-Modus analog zu Instagram-Stories oder Snapchat-Stories zu versehen. Auch hier möchte man sich offenbar als Alternative zum Facebook-Universum aufbauen (Instagram gehört zu Facebook).

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Während das Verhältnis zwischen dem blauen Riesen Facebook und Medienanbietern zusehends gereizter wird, bemüht sich Google ganz offensichtlich um gut Wetter. Die Suchmaschine hat dabei auch deutlich mehr Erfahrung im Lobying auf europäischer Ebene. Die Debatte um ein Leistungsschutzrecht und Kartellverfahren sind an Google nicht spurlos vorübergegangen. Der IT-Konzern ist sichtlich bemüht auf die Verlage und ihre Bedürfnisse zuzugehen. Dass Google eigene Interessen dabei nicht außen vor lässt, liegt in der Natur der Sache. Mit den aktuellen Initiativen wird nicht nur der Google-eigene AMP-Standard gepusht (der allerdings im Gegensatz zu Facebooks Angeboten offen ist). Mit den neuen Abo-Funktionalitäten bringt Google auch das eigene Bezahlsystem Google Pay in Stellung.

Parallel mit den Zuckerle für die Verlage gab es auch ein bisschen die Peitsche. Gleichzeitig mit den Ankündigungen für Abo-Funktionälitäten begann Google mit dem Ausrollen der neuen Version seines Chrome-Browsers mit eingebauten Ad-Blocker-Funktionalitäten. Die neue Chrome-Version soll Digital-Anzeigen automatisch blockieren, die das Nutzererlebnis einschränken, also etwa Autoplay-Videos mit Ton, Pop-ups oder oder großflächige Anzeigen, die sich erst nach einem abgelaufenen Countdown entfernen lassen. Das mag manche Verlage nicht erfreuen – wobei Maßnahmen gegen nervige Digitalwerbung ihnen langfristig womöglich eher nützen als schaden dürften. Eigentlich sollten das die Medienanbieter selbst einsehen.

 

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