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“Digitaler Sumpf”: Unilever droht Facebook wegen Fake News und Hassrede mit Anzeigenentzug

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Der Gegenwind für Facebook wird immer schärfer. Nach der immer massiveren Kritik an weltgrößten Social Network, das wegen Fake News und Hassreden praktisch täglich abgewatscht wird, drohen Konzernchef Zuckerberg nun auch finanzielle Konsequenzen. Unilevers Marketingchef geißelte auf einer Konferenz in Kalifornien soziale Medien als "digitalen Sumpf", in dem sich Fake News, Rassismus und Sexismus tummeln würden. Der niederländisch-britische Konsumgütermulti stellt sein Werbeengagement in diesem Umfeld in Frage. 

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Fakebook! „Facebook ist in ernsthaften Schwierigkeiten – die Abwärtsspirale hat begonnen„. „Facebook sollte wie die Zigarettenindustrie reguliert werden.“ Wohl kaum ein Internet-Konzern steht aktuell so unter Beschuss wie das einstige Vorzeige-Startup Facebook.

Solange die Geschäfte brummen – und das tun sie, wie die jüngste Quartalsbilanz beweist – kann Konzernchef Mark Zuckerberg der medialen Kritik einigermaßen gelassen entgegenblicken.

Unilever droht mit Werbeentzug

Weniger entspannt dürfte Zuckerberg indes die Signale vernommen haben, die Unilevers Marketingchef Keith Weed heute auf einer Werbekonferenz in Richtung Menlo Park sandte. „Wir können nicht weiter eine digitale Lieferkette unterstützen, die in ihrer Transparenz kaum besser als ein Sumpf ist“, erklärte Weed in Richtung der Digital-Giganten Facebook und Google.

Dass Unilever, mit einem Börsenwert von über 150 Milliarden Dollar nach Procter & Gamble der zweitwertvollste Konsumgüterhersteller der Welt, seine Kritik in erster Linie an Facebook richtete, machte Weed wenig später deutlich.

“2018 wird das Jahr, in dem Social Media Vertrauen zurückgewinnen muss”
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Das Vertrauen von Verbrauchern in Social Media sei auf einem Tiefpunkt angelangt. „Wir können uns kein Umfeld leisten, in dem unsere Konsumenten nicht mehr dem vertrauen, was sie sehen“, stellte Weed Konsequenzen in Aussicht. „Als markengetriebenes Unternehmen müssen wir sicherstellen, dass unsere Kunden unseren Marken vertrauen“, machte Unilevers Marketingchef klar.

„Wir können nicht etwas unternehmen, was das Vertrauen beschädigt – was die Wahl unserer Plattformen einschließt. 2018 wird das Jahr, in dem Social Media Vertrauen zurückgewinnen muss“, forderte Weed unmissverständlich. Entsprechend müssten Facebook und Google handeln, bevor Werbekunden ihre Anzeigen einstellen würden.

Facebook und Google beherrschen den digitalen Werbemarkt nach Belieben

In diesem Fall drohen Facebook von einem seiner wichtigsten Werbekunden erhebliche Einbußen. Der niederländisch-britische Konsumgütermulti, der u.a. die Marken Dove, Lipton und Ben & Jerry’s betreibt, verfügt über einen der größten Werbeetats der Welt, den CNN auf 9,8 Milliarden Dollar beziffert. 25 Prozent der Anzeigen würden digital geschaltet.

Facebook und Google beherrschen den digitalen Werbemarkt nach Belieben. Nach Erhebung des Marktforschers Pivotal flossen im vergangenen Jahr 73 Prozent der digitalen Werbegelder in den USA an die beiden Internet-Giganten. Die Facebook-Aktie gab in einem äußerst freundlichen Börsenumfeld in Reaktion auf die Unilever-Äußerung knapp ein Prozent auf 174 Dollar nach.

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