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78-Millionen-Euro-Klage: Ex-Solarunternehmer fordert Schadenersatz von Süddeutscher Zeitung

Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe: Ein ehemaliger Solar-Unternehmer forderte von der Süddeutschen Zeitung stolze 78 Millionen Euro
Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe: Ein ehemaliger Solar-Unternehmer forderte von der Süddeutschen Zeitung stolze 78 Millionen Euro

2013 berichtete die Süddeutsche Zeitung über "mutmaßlich krumme" Aktien-Geschäfte eines Mitgründers des bereits insolventen Unternehmens Solar Millennium. Die Berichterstattung soll dem Manager weitere Geschäfte verhagelt haben, sagt er. Nun fordert er vom Süddeutsche Verlag Schadenersatz in Höhe von 78 Millionen Euro. Am heutigen Donnerstag wird am Landgericht Nürnberg verhandelt.

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Es ist eine Summe, die wohl kein deutsches Medienunternehmen so einfach wegstecken würde. Ein nicht näher genannter Mitgründer des seit 2011 insolventen Solar-Unternehmens Solar Millennium AG will von der Süddeutschen Zeitung 78 Millionen Euro Schadenersatz einklagen und kämpft am heutigen Donnerstag dafür vor der Pressekammer des Landgerichts Nürnberg. Darüber berichtete unter anderem der Bayerische Rundfunk.

Dem Sender bestätigte ein Sprecher des Gerichts: “Hintergrund soll ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung sein, auf Grund dessen dann ein Investorengeschäft nicht zu Stande gekommen sein soll.” Erschienen war der Text im Sommer 2013. Darin berichtete die Süddeutsche über den Mitgründer des Unternehmens und “mutmaßlich krumme Geschäfte mit Aktien”. Aufgrund der Berichterstattung, so die Argumentation laut BR, seien dem Kläger weitere Geschäfte mit einem Investoren geplatzt. Für die mutmaßlichen Ausfälle soll nun der Süddeutsche Verlag aufkommen.

Gegenüber MEEDIA wollte sich ein Gerichtssprecher zunächst nicht weiter zu dem Fall äußern, machte auch keine weiteren Angaben zum Kläger oder seinen Rechtsvertretern. Eine Sprecherin der Süddeutschen erklärte gegenüber MEEDIA, zu laufenden Verfahren “grundsätzlich” keine Stellungnahme abgeben zu wollen, kommentierte aber: “Schon die Klageerhebung sehen wir aber als massiven Einschüchterungsversuch – gegenüber der Süddeutschen Zeitung und allen deutschen Medien, die sich auf die Pressefreiheit stützen.”

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Die Solar Millennium AG aus Erlangen war zum Zeitpunkt der Berichterstattung bereits insolvent, der entsprechende Antrag wurde 2011 gestellt. Eigenen Angaben zufolge hatte das Unternehmen weltweit in Solarkraftwerke investiert. Durch die Insolvenz fuhren zahlreiche Investoren Verluste ein.

Mit dem Urteil der Pressekammer des Landgerichts Nürnberg wird erst in einigen Wochen gerechnet.

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