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Arte investiert künftig drei Millionen Euro jährlich in Dokus und experimentiert mit Computerspielen

Arte-Präsident Peter Boudgoust hat in Hamburg das Programm für 2018 vorgestellt
Arte-Präsident Peter Boudgoust hat in Hamburg das Programm für 2018 vorgestellt

Der Kultursender Arte hat sein Programm für das Jahr 2018 vorgestellt: Neben der Stärkung altbewährter Formate fallen die aufwendig produzierten, mehrteiligen Dokumentationen zur Wahl in Russland im März und zum 50. Jahrestag der 68er auf. Bei der Vorstellung in Hamburg präsentierte die Programmleitung zudem strukturelle Veränderungen.

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Drei Millionen Euro möchte die Arte-Gruppe künftig pro Jahr bereitstellen, um dokumentarische Projekte zu realisieren. Ein ähnliche Strategie verfolgt Arte-Präsident Peter Boudgoust mit den Programmdirektoren bereits seit Jahren im Spielfilmbereich. Das neue Engagement umfasst auch einen Entwicklungsfonds, der den Journalisten die Recherchen und Ausarbeitung der Dokumentationen absichert.

Anne Durupty, Vize-Präsidentin des Kultursenders, blickte in ihrer Rede bereits auf das Jahr 2019, das unter anderem wegen der Europawahl ein besonderes werde. Im Hinblick auf jenes politische Ereignis kündigte Durupty an, dass das Online-Angebot “Arte Europe” um eine weitere Sprache erweitert werden soll. Zu den bereits verfügbaren Sprachen Englisch, Spanisch und Polnisch soll Italienisch dazukommen. “Außerdem möchten wir die europäischen Partnerschaften mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten ausbauen”, betonte Durupty in ihrem Ausblick. Man wolle damit die Europäisierung des Senders vorantreiben. Inhaltlich drückt sich das mit Formaten wie “24 Stunden Europa” aus, das in diesem Jahr gedreht wird und einer Dokumentation über die Generation Erasmus.

In 2017 verzeichnete Arte nach eigener Aussage in Deutschland und Frankreich eine kumulierte, durchschnittliche Reichweite von 20,8 Millionen Zuschauern. Hierzulande entspricht das einem Marktanteil von 1,1 Prozent. Gerade die junge Reportagereihe “Re:” und das Kulturmagazin “Stand Land Kunst”, so die Senderverantwortlichen, hätten ein treues Publikum gefunden. Die digitale Plattform verzeichnet aktuell rund 37 Millionen Videozugriffe. Davon entfallen laut Arte etwa ein Drittel auf reine Online-Formate.

Russland, 68er-Revolte und die Digitalisierung
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In dem Angebot finden sich im ersten Halbjahr einige Höhepunkte: Im März sendet Arte einen Schwerpunkt zur Wahl in Russland. Dabei soll beleuchtet werden, welchen Einfluss Putins Politik weltweit ausübt. Der mehrteilige Themenabend stellt zum Beispiel die politische Opposition um den Anwalt Alexej Nawalny vor und porträtiert die junge Generation des ehemaligen Zarenreichs. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob es sich nach dem Kalten Krieg heutzutage um einen Medienkrieg handelt, den Hacker und russische Medienanstalten führen. Außerdem wird es monothematische Produktionen zur 68er-Generation, zu 70 Jahren Staatsgründung Israel und zum 200. Geburtstag von Karl Marx geben.

Im Bereich Wissenschaft und Entdeckung beleuchten Dokumentationen die Rückkehr der Wölfe, den Fahrradboom sowie die Chancen und Risiken der Digitalisierung. In “Homo Digitalis” soll die Frage beantwortet werden, welche Folgen die digitale Revolution für die Menschen und die Gesellschaft hat. Ergänzt wird die Dokumentation durch eine Produktion über künstliche Intelligenzen. Im fiktionalen Bereich sind vor allem die Serie “Bad Banks” von Christian Schwochow, die zweite Staffel von “Jordskott” und der Spielfilm “Jonathan” zu nennen.

Ihrem Ruf als digitaler Vorreiter möchte die mehrsprachige Kollaboration weiter gerecht werden. Bereits in der Vergangenheit gab es diverse 360-Grad-VR-Projekte. In diesem Jahr kommen die Filme “Pompeji” und “Mutter und Sohn = Realität trifft Kunst” dazu. Außerdem hat der Sender drei Videospiele entwickelt, die ab Frühjahr fürs Smartphone und Tablet verfügbar sind.

Für das zweite Halbjahr erwähnten die Programmdirektoren – ohne in die Tiefe zu gehen – unter anderem einen Themenschwerpunkt Japan und die achtteilige Serie “18 – Krieg der Träume”, die die Schicksale einzelner Personen nach Ende des Ersten Weltkriegs erzählt. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion mit der ARD.

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