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Machtkampf bei Bild entschieden: Chefredakteurin Tanit Koch verlässt Axel Springer, Julian Reichelt alleiniger Boss

Julian Reichelt setzt sich durch: Nach zwei Jahren an der Spitze der Bild-Zeitung räumt Tanit Koch die Position der Chefredakteurin
Julian Reichelt setzt sich durch: Nach zwei Jahren an der Spitze der Bild-Zeitung räumt Tanit Koch die Position der Chefredakteurin

Sie war die Nachfolgerin des langjährigen Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann und die erste Frau im Amt – nach zwei Jahren räumt Tanit Koch aber ihre Position an der Spitze von Europas größter Boulevardzeitung. Wie der Verlag Axel Springer am Freitag mitteilte, wird die Top-Journalistin mit Wirkung zum 28. Februar aus dem Unternehmen ausscheiden. Ihre Aufgaben übernimmt Julian Reichelt, der bereits seit einem Jahr als Vorsitzender der Chefredakeure mächtigster Mann bei Bild ist.

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Mit der Personalie endet ein seit Monaten währender Machtkampf zwischen der Print-Chefredakteurin und ihrem Vorgesetzten Julian Reichelt. Er hatte nach dem Abgang von Kai Diekmann als Herausgeber die neu geschaffene Position des Vorsitzenden der Bild-Chefredaktionen übertragen bekommen und agierte seitdem als Primus inter pares.

Das Verhältnis von Reichelt und Koch gilt als höchst problematisch. Nach Ansicht des Vorsitzenden sei die Position der Chefredakteurin überflüssig – vor allem, weil er die Gestaltung der Print-Ausgabe zur absoluten Chefsache erklärte und Koch nach und nach immer mehr Kompetenzen absprach. Dem Vorstand des börsennotierten Verlagshauses war nicht verborgen geblieben, dass es in der Führungszentrale von Europas größter Boulevardzeitung nicht rund lief. Am Ende musste eine Entscheidung her. Nach Informationen von MEEDIA traf diese Vorstandschef Mathias Döpfner, ehemals selbst mehrfacher Chefredakteur, höchstpersönlich.

In einer offiziellen Mitteilung erklärt Döpfner in deutlichen Worten: “Die Verantwortungskonstellation in der Chefredaktion war zwar gut gemeint, hat aber in der Praxis nicht funktioniert, weil diese Aufstellung nicht zu Bild passt. Bild braucht ganz klare Verhältnisse. Wir bedauern das Ausscheiden von Tanit Koch sehr, verstehen und akzeptieren ihre Motivation für diesen Schritt und wünschen ihr Glück und Erfolg.“

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Und weiter: “Tanit Koch ist es mit viel Leidenschaft und Kompetenz gelungen, eine beispiellose journalistische Karriere bei Axel Springer zu absolvieren. Ich selbst war dabei, als wir sie vor 13 Jahren beim Auswahlverfahren für unsere Journalistenschule für Axel Springer gewinnen konnten. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sie es von der Volontärin an die Spitze von Europas größter Tageszeitung geschafft. Für Bild hat sie Großartiges geleistet.”

Wie es aus Verlagskreisen heißt, habe der Springer Koch in der Vergangenheit mehrere alternative Posten angeboten. Die Chefredakteurin, die ihre Position bei Bild bis zuletzt verteidigt hat, schlug diese aber aus. Damit blieb nur die Trennung. Alle redaktionelle Macht bei Bild ist nun in Print und Online in der Person von Julian Reichelt gebündelt. Der ehemalige Kriegsreporter und Digitalchef kann nun “durchregieren”.

Eine ausführliche Analyse zu den Hintergründen der Entscheidung und der Situation bei Bild lesen Sie in Kürze bei MEEDIA.

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Alle Kommentare

  1. Bei Reichelt kann man ja am Twitter Account dessen eigene Einordnung sehen. Eine super Personalie, wenn ich mir den zugleich stattfindenden politischen Rechtsruck in der Gesellschaft so ansehe. Arsch auf Eimer.

    1. Bei Kikagate hat sich Herr Reichelt doch wunderbar zurückpfeifen lassen, war wohl der finale Test.

      Wenn es für die Bundesregierung gefährlich wird kann man sich auch auf diesen BILD Mann verlassen.

    2. Tja, es ist halt Karneval: Seit Jahren läuft die CDU am Nasenring der deutschen Linke durch die Manege und räumt eine konservative Position nach der anderen, nur um das zu dürfen, was Merkel regieren nennt, aber: Wir haben einen politischen Rechtsruck. Da gehört schon einige politische Blindheit dazu dies zu behaupten …

  2. “Top-Journalistin” – was soll das sein ?

    Reichelt kann jetzt erstmal den BILD VP Preis anpassen, hat man ja in der Amtszeit von Frau Koch unterlassen.

  3. Das Cia/Merkelregimekampfblatt ist zu tode geritten.

    Geschenkt ist noch zu teuer,selbst wenn Soros Ngo`s es verschenken lassen.

  4. Mich wundert das nicht. Wenn man die Aggressivität von Reichelt – vor allem bei seinen Auftritten und Diskussionen – sieht und die ruhige, überlegte – aka unsichere? – Art von Tanit Koch (Phoenix) damit vergleich, musste das kommen. Ein Produzent erzählte mir über seinen Besuch bei der Dieckmann-Chefredaktion, man spüre das Testosteron und die Allmacht sobald man den Aufzug verlassen hat. Warum man bei Springer keine taffe, knallharte und widerstandsfähige Frau zur Chefredakteurin gemacht und dieses Desaster verursacht hat, ist doch typisch. Und dass das Frauenthema damit zum Trauerspiel wird ist eine Schande! Tanit Koch – übrigens auch Frau Horn/BamS – hat es nicht geschafft, das Frauenthema in Filmen/Serien des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auf Seite 1 der BILD anzuprangern nachdem die erste Studie 2017 nachgewiesen hat, wie perfide die Intendanten dieser Sender “massive Frauendiskriminierung” zulassen. Das Erstaunen über “Wedel” in der deutschen Journaille (und bei den Intendanten) ist eine einzige große Lüge. Das Bilden von “Taskforces” oder Anlaufstellen im Sender (lach*), Auftritte in Talkformaten mit gespieltem Erstaunen, “warum Wedel möglich war” und selbstverständlich nach wie vor ist! – sind für Insider die ganz große Lachnummer. Die nächste Frau, die diese Studie verschwiegen hat aber eine Stunde lang über Wedel und die Frauen “diskutieren” ließ, war Maybrit Illner. Prima für die Beteiligten, dass sie sich als Frauenversteher präsentieren konnten. Und der Kommentator der BILD – Josef Nyary – fand’s gut. Auch ein BILD-Mann…der “massive Frauendiskriminierung” nicht auf dem Schirm hat. Vielleicht hören wir, dass Tanit Koch anderswo andockt und das Vertrauen in
    Medienfrauen wieder aufbauen kann.

  5. Dann darf der Bubi jetzt also allein agieren. Bis jetzt saßen da immer gestandene Männer. Auch Frau Koch machte einen sehr guten Eindruck, was mich überraschte. Diekmann hat sie schließlich nicht umsonst vorgeschlagen. Aber jetzt? Schade. Allein schon das endlose Gelaber des Bubis in den unzähligen überflüssigen Videobeiträgen war unerträglich. Ich kann dieses anticharismatische Milchgesicht nicht mehr sehen. Und den Auflagenrückgang wird er auch nicht retten.

  6. Koch habe “Großartiges geleistet”. Wie? Was? Wo?
    Las mein entzücktes Auge nicht vor ein paar Tagen die Meedia-Analyse der IVW-Zahlen? Und stand da nicht dunkel auf hell, BILD hat mal wieder 10% Prozent im Verkauf verloren? -10 % sind -162.576 Koch-Kost-Verächter. Wie schafft man das denn?
    Mann, was ist das für ein Lügenverein. BILD bleibt BILD, auch im Untergang. Und dann feiert sich dieses schmuddlige Zentralorgan der GroKo auch noch selbst und erklärt die abgewirtschaftete Ober-Köchin zum 3-Sterne-Star.

  7. Übersteigertes Selbstbewusstsein, große Fresse, Arroganz – die Kernkompetenzen einer Führungskraft erfüllt Herr Reichelt aufs Äußerste. Herzlichen Glückwunsch, der Mensch darf gehen, der Affe bleibt.

  8. Carin sagt:

    Reichelt ist achtungsvoll geübt in Kriegsschauplätzen. Aber beim Personalkrieg? Wichtig ist doch letztlich, sollte man glauben, dass die Auflage stimmt. Aber die wird auch mit ihm nicht stimmen. Vor allem war durch seine Einmischung schon jetzt zu merken, dass er sich auf die Online-Reaktionen orientiert – d.h. Sex, Penis & Co. Es ist jedoch bekannt, dass online diese Thema mehr angeklickt werden, als das man deshalb eine Printausgabe kauft. Neue Leser gewinnt man damit nicht. Feingefühl, den richtigen Riecher für eine gesunde Mischung und Themen, die nahe am “Volk” sind – traut man ihm nicht zu, sonst wäre die Konfrontation mit Frau Koch eleganter zu lösen gewesen. Denn Männer spielen ihre Macht anders aus, man muss dazu nicht Wedel heißen – unter die Gürtellinie geht auch dieser “Mann-Frau”-Kampf bei Bild. Gender, was bist du?

  9. Sehr gute Nachricht. Reichelt wird die Auflagenzahlen im Alleingang deutlich verändern, allerdings nicht nach oben. Die Bild-typische Krawalligkeit hat jahrzehntelang funktioniert und mittlerweile ausgedient. Den Krawall machen heute die ehemaligen Leser selbst über Facebook und Konsorten, da braucht´s keine Bild mehr und auch keinen Krawallbruder Reichelt. Lauter als der Mob zu sein schafft der junge Mann niemals. Zum Anführer des Mob taugt er auch nicht, dazu ist er zu eitel. Wunderbar ist es, zuzusehen wie Döpfner auf das falsche Pferd setzt.

  10. Was ist los ? BLÖD soll Europas größte Boulevard-Zeitung sein ? Soll das ein Witz sein ? Welche Auflage haben denn beispielsweise SUN, Daily Mirror, Krone ?

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