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Anglizismus des Jahres: Der Begriff “Influencer” beeinflusst die deutsche Sprache am meisten

Der Begriff “Influencer” wurde nun zum Anglizismus des Jahres 2017 gewählt
Der Begriff "Influencer" wurde nun zum Anglizismus des Jahres 2017 gewählt

Eine Sprachjury hat entschieden: Der Begriff "Influencer" ist der Anglizismus des Jahres. Vor allem 2017 sei der Gebrauch des Wortes im Deutschen sprunghaft angestiegen, begründet Wissenschaftler Anatol Stefanowitsch die Auswahl. Neu ist es indes nicht: Schon im späten 17. Jahrhundert finden sich erste Nennungen.

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Früher hießen junge Frauen und Männer, die mit ihren Beiträgen Millionen Menschen erreichten Blogger oder YouTube-Star. Heute hat sich gemeinhin der Begriff Influencer durchgesetzt. Aus dem Englischen kommend (Influence, der Einfluss) beschreibt es treffend, wie Personen auf Instagram oder Snapchat die Meinungen vieler Menschen beeinflussen. Nun wurde das Wort am Dienstag zum Anglizismus des Jahres 2017 gekürt. Auf Platz 2 landete “Blockchain” und auf dem dritten Rang “Nice”.

Influencer wurden als “neue popkulturelle Figuren” und “neue Kategorie der Prominenz” zum Gesprächsstoff, wie Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch von der FU Berlin die Wahl begründete. “Es ist ein kulturelles Phänomen, das ein Wort braucht.”  Zu Alternativen wie “Vorbild”, “Meinungsmacher” oder “Trendsetter” sei das Wort eine Ergänzung – und damit eine Bereicherung des Deutschen. Im Englischen sei “influencer” seit dem späten 17. Jahrhundert als Bezeichnung etwa für Staats- und Kirchenoberhäupter belegt.

Mittlerweile sind Influencer auch deshalb ein so großes Thema, weil damit ein Milliardengeschäft verbunden ist. Dass Meinungsmacher alle eine Bekanntheit aus anderen Bereichen mitbringen, wie beispielsweise bei Lena Meyer-Landrut, stimmt so nicht mehr. “Viele sind einfach nur junge Leute”, sagt Sprachforscher Stefanowitsch. Ihre Autorität komme aus sich selbst heraus, dank der Reichweite. Das Konzept sei vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen.

Seit 2010 kürt eine Jury bestehend aus Wissenschaftlern besonders markante eingedeutschte Wörter. In den vergangenen Jahren waren “leaken”, “Crowdfunding” und “Fake News” darunter.

Mit Material der dpa

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