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ProQuote-Ranking: Stern.de steigert Frauenanteil in Führungspositionen auf 52 Prozent, Focus größter Absteiger

Mit und unter Anna-Beeke Gretemeier konnte stern.de seine Frauen-Quote steigern – Focus-Chef Robert Schneider hat das Ungleichgewicht jedoch vergrößert
Mit und unter Anna-Beeke Gretemeier konnte stern.de seine Frauen-Quote steigern – Focus-Chef Robert Schneider hat das Ungleichgewicht jedoch vergrößert

Die Gleichstellungsinitiative ProQuote hat mal wieder die deutsche Verlagsszene analysiert und insgesamt eine Verbesserung bei Frauen in Führungspositionen ausgemacht. Besonders hervor hebt der Verband, der sich für 50 Prozent Frauen in Führungsposition einsetzt, die Online-Redaktion von stern, die das Ziel mittlerweile erreicht hat. Den Frauenanteil massiv gesenkt hat hingegen Focus-Chef Robert Schneider.

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Dass die Redaktion von stern.de mittlerweile die Pro-Quote-Forderungen erfüllt und sogar auf 52,4 Prozent kommt, liegt an der neuen Führungsspitze des Nachrichtenportals. Nach dem Abgang von Chefredakteur Philipp Jessen wurde die Redaktion unter Führung von Anna-Beeke Gretemeier gestellt. Eine ihrer beiden Stellvertreter-Positionen ging an Laura-Lena Förster.

Insgesamt konnten fast alle von Pro Quote untersuchten Online-Redaktionen ihren Frauenanteil steigern. Zeit Online liegt bei 41,1 Prozent, Spiegel Online bei 37,5 Prozent und Focus Online bei 37 Prozent. Das digitale Angebot der Süddeutschen Zeitung profitiere von der Berufung Iris Mayers als stellvertretende Chefredakteurin. Sich nicht wirklich bewegt haben die Redaktionen von Bild.de und FAZ.net, die jeweils nur rund 15 Prozent  der Führungspositionen an Frauen vergeben haben.

Obwohl in Online-Redaktionen bereits ein Fortschritt des Machtanteils von Frauen sichtbar ist, bleibe die Entwicklung nicht vollständig zufriedenstellend, ermahnte ProQuote-Chefin Maren Weber. Es seien insbesondere die Printmedien, die sich einer gleichberechtigten Aufgabenverteilung in Führungspositionen noch verweigern.

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So habe etwa der Focus seinen Frauenanteil unter Führung von Chefredakteur Robert Schneider seit Juni 2017 um mehr als die Hälfte reduziert. Der Anteil von Frauen in leitenden Funktionen sank von 22,9 Prozent auf 9,1 Prozent. Sämtliche Posten innerhalb der Chefredaktion oder Positionen als Textchef oder Ressortleiter seien dort derzeit an Männer vergeben. Auch die Bild, die Anfang 2017 noch für ihr Engagement geehrt worden war, sei von 36 Prozent auf rund 30 Prozent gefallen. Dies sei auf neu eingerichtete Kompetenzteams wie etwa den von Matthias Brügelmann geleiteten Sport-Bereich zurückzuführen.

Doch auch bei gedruckten Zeitungen konnte ProQuote einen gewissen Fortschritt feststellen. Dem Spiegel etwa gelang es, 37,5 Prozent seiner Führungsaufgaben an Frauen zu verteilen und damit die Zeit (37,1 Prozent) an der Spitze des Rankings abzulösen.

Für die 2012 erstmals vorgenommene Erhebung hat ProQuote die Print- und Online-Redaktionen von Bild, Spiegel, Focus, Stern, Zeit, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Welt untersucht. Als Grundlage der Messung dienen die Impressen, die nach den Ebenen ihrer Hierarchie beurteilt werden. Je höher eine Ebene ist, desto höher wird der Machtanteil gewichtet.

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