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Einspruch, Herr Fischer! Die Replik einer Jura-Professorin auf die Medientribunal-Schelte im Fall Wedel

Debatte um Zeit-Dossier über Regisseur Wedel: Auf die im MEEDIA-Gastbeitrag des ehemaligen BGH-Richters Thomas Fischer (li.) antwortet die Juristin und Zeit-Autorin Elisa Hoven
Debatte um Zeit-Dossier über Regisseur Wedel: Auf die im MEEDIA-Gastbeitrag des ehemaligen BGH-Richters Thomas Fischer (li.) antwortet die Juristin und Zeit-Autorin Elisa Hoven

Im Gastbeitrag für MEEDIA hat der frühere Bundesrichter und Zeit Online-Kolumnist Thomas Fischer die Enthüllungen der Zeit über schwere Vorwürfe von Schauspielerinnen gegen Dieter Wedel als "Geheimtribunal" kritisiert. Dem widerspricht jetzt Elisa Hoven, Jura-Dozentin an der Universität Köln und freie Autorin der Zeit. Tenor: Fischer ziehe falsche Schlüsse, da er von falschen Prämissen ausgehe.

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Ein Gastbeitrag von Elisa Hoven

Thomas Fischer kritisiert in seinem MEEDIA-Beitrag „Das Sternchen-System“ die Berichterstattung der Zeit im „Fall Wedel“. Das Formulieren von Grenzen einer zulässigen Medienberichterstattung gerade im sensiblen Bereich des Sexualstrafrechts ist wichtig – daher soll hier, ganz im Interesse einer kontroversen Diskussion, eine andere Sichtweise vorgestellt werden.

Fischer geißelt Die Zeit als „selbsternanntes Geheim-Tribunal“ und deren Dokumentation der Vorfälle als offenkundig unzulänglich. Der von ihm für die Ermittlung von „Beweisen“ angelegte Maßstab ist dabei denkbar streng: “Wenn man meint, die Beweislage darstellen, auswerten und beurteilen zu sollen, als sei man Mitglied eines Gerichts, dann müsste man sich an die Regeln halten, die für solche Untersuchungen gelten.“ Die Konsequenz dieses Ansatzes zieht Fischer gleich selbst: „Eine Journalistengruppe hat auch gar nicht die Möglichkeiten und Fähigkeiten, eine adäquate Beweiserhebung durchzuführen.

Liest man diese Sätze zusammen, drängt sich die Frage auf, wie eine Verdachtsberichterstattung – also eine Berichterstattung über gerichtlich noch nicht geklärte Sachverhalte – dann überhaupt möglich sein soll. Ein Journalist kann – schon aufgrund fehlender Eingriffsbefugnisse – nicht in gleicher Weise Beweise erheben wie ein Gericht. Setzte man dies aber voraus, wäre jeder Bericht über den Verdacht einer Straftat unzulässig. Investigative Recherchen mit strafrechtlichem Bezug dürfte es also nicht geben (kein „Watergate“, keine Aufdeckung des „DFB-Skandals 2006“, keine Berichte über Untreuehandlungen von Vorstandsvorsitzenden – übrigens alles Fälle, in denen keine entsprechende Medienschelte erfolgt ist).

Das kann natürlich nicht richtig sein – und ist es auch nicht, da die Prämissen nicht stimmen. Die Verdachtsberichterstattung bewegt sich im Spannungsverhältnis zwischen dem Schutz des Persönlichkeitsrechts des Betroffenen und der Pressefreiheit. Die Zivilgerichte haben eine Vielzahl von Kriterien und Sorgfaltsmaßstäben entwickelt, die bei der Abwägung dieser Belange zu berücksichtigen sind. So muss „ein Mindestbestand an Beweistatsachen“ vorliegen, die „für den Wahrheitsgehalt der Information sprechen und ihr damit erst ‚Öffentlichkeitswert’ verleihen“. Ferner darf die Darstellung nicht den „unzutreffenden Eindruck erwecken, der Betroffene sei der ihm vorgeworfenen strafbaren Handlung bereits überführt“; „vielmehr müssen auch die zur Verteidigung des Beschuldigten vorgetragenen Tatsachen und Argumente berücksichtigt werden“ (alle Zitate: BGHZ 143, 199 = NJW 2000, 1036). Nun folgt aber eine entscheidende Einschränkung, die der Bundesgerichtshof in seiner Leitentscheidung zur Verdachtsberichterstattung bereits 1999 entwickelt hat und die hier im Wortlaut wiedergegeben werden soll:

Andererseits dürfen die Anforderungen an die pressemäßige Sorgfalt und die Wahrheitspflicht nicht überspannt und insbesondere nicht so bemessen werden, dass darunter die Funktion der Meinungsfreiheit leidet. Straftaten gehören nämlich zum Zeitgeschehen, dessen Vermittlung zu den Aufgaben der Medien gehört. Dürfte die Presse, falls der Ruf einer Person gefährdet ist, nur solche Informationen verbreiten, deren Wahrheit im Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits mit Sicherheit feststeht, so könnte sie ihre durch Art. 5 I GG verfassungsrechtlich gewährleisteten Aufgaben bei der öffentlichen Meinungsbildung nicht durchweg erfüllen, wobei auch zu beachten ist, dass ihre ohnehin begrenzten Mittel zur Ermittlung der Wahrheit durch den Zwang zu aktueller Berichterstattung verkürzt sind. Deshalb verdienen im Rahmen der gebotenen Abwägung zwischen dem Eingriff in das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen und dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit regelmäßig die aktuelle Berichterstattung und mithin das Informationsinteresse jedenfalls dann den Vorrang, wenn die oben dargestellten Sorgfaltsanforderungen eingehalten sind. (BGH NJW 2000, 1036, 1037).

Der BGH hat also klargestellt, was eigentlich auf der Hand liegt. Medienberichterstattung und Strafverfahren laufen nach unterschiedlichen Regeln ab. Sie haben für den Betroffenen nicht die gleichen Folgen ­– auch eine intensive Medienkampagne ist letztlich weniger belastend als eine Verurteilung wegen Vergewaltigung zu mehreren Jahren Freiheitsstrafe­ – und unterliegen daher auch nicht den gleichen Anforderungen. Journalisten dürfen und müssen eine eigene Bewertung des Wahrheitsgehalts ihnen übermittelter Informationen vornehmen – wer sollte es auch sonst für sie tun? Dass sie dabei mit Bedacht vorzugehen und in verschiedene Richtungen zu recherchieren haben, versteht sich von selbst.

Vor diesem Hintergrund ist die Aussage der Zeit-Journalistin Anabel Wahba, sie habe die Angaben der Schauspielerinnen für glaubhaft gehalten, auch nicht – wie von Fischer kritisiert – „widersprüchlich“. Im Gegenteil: Sie zeugt von vorbildlicher Umsicht. Die Journalistin macht deutlich, dass die Redaktion die Hürden für das Vorliegen eines „Mindestbestands an Beweistatsachen, die für den Wahrheitsgehalt sprechen“ hoch angelegt hat. Die Überzeugung von der Glaubwürdigkeit einer Quelle schließt selbstverständlich nicht aus, dass eine gute Journalistin auf dieser Grundlage einen ausgewogenen Text verfasst, in dem sie nicht persönlich Position bezieht – das ist den Journalistinnen Annabel Wahba, Jana Simon und ihren Kollegen in der Zeit gelungen.

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Auch die von Fischer gestellten zahlreichen Detailfragen nach dem Geschehensablauf decken keineswegs offensichtliche Inkonsistenzen auf, die eine sachlich berichtende Zeitung zum Anlass für Zweifel nehmen müsste. Die meisten seiner Fragen drängen sich nicht unbedingt auf („Warum schlug der Beschuldigte ihren Kopf gegen die Wand? Wie machte er das?“), für andere gibt es – jedenfalls im Rahmen eines fast 45 Minuten andauernden Kampfgeschehens – eine Vielzahl banaler Erklärungen („Was hat sich situativ verändert, als der Beschuldigte sodann den Kopf des Opfers ‚gegen die Wand’ schlug?“) und wieder andere lassen den Leser etwas erstaunt zurück („Warum ‚schlägt’ ein potenzieller Vergewaltiger den Kopf seines Opfers ‚auf das Bett’, also auf eine weiche Unterlage?“ – abgesehen davon, dass bereits ruckartige Bewegungen des Kopfes höchst schmerzhaft sein können, erscheint es wenig naheliegend, dass ein Täter in einer Vergewaltigungssituation jede Dominanz- und Gewalthandlung im Einzelnen auf ihre Effektivität hin prüft). Alle diese Fragen können vor Gericht gestellt werden. Die Redaktion einer Zeitung braucht sie jedoch nicht zu beantworten, wenn sie den Wahrheitsgehalt des Berichts offenkundig nicht erschüttern.

Ein paar Worte in der Sache: Die #MeToo-Debatte geht in vielerlei Hinsicht sehr weit, vielleicht zu weit. Thomas Fischer kritisiert zu Recht, dass teilweise minimale (und strafrechtlich nicht relevante) Grenzüberschreitungen Jahrzehnte später breit öffentlich diskutiert werden. Ebenso zu Recht weist Fischer darauf hin, dass die Frisur oder der Teint von Dieter Wedel gänzlich bedeutungslos sind, und dass sich pauschale Spekulationen über seinen Charakter verbieten. Nichts davon stand allerdings in der Zeit.

Es ist eine zentrale Aufgabe der Medien, gesellschaftliche Missstände aufzudecken und Anstöße für Veränderungen zu liefern. Im „Fall Wedel“ geht es nicht um Bagatellen, sondern zum einen um schwere – und zum Teil noch nicht verjährte – Straftaten und zum anderen um höchst problematische Machtstrukturen, die sexuelle Gewalt begünstigt oder zumindest kaschiert haben. Man macht es sich hier zu einfach, in den Berichten über die Viktimisierung der Schauspielerinnen deren Gleichsetzung „mit kleinen Kindern“ zu sehen, „die einer institutionalisierten Struktur ohne Ausweg ausgeliefert sind“. Ein erwachsener Mensch, so der Umkehrschluss, hätte sich also zu wehren gewusst oder die Übergriffe zumindest gleich angezeigt.

Die Zusammenhänge sind hier jedoch deutlich komplexer. Die betroffenen Frauen haben sich ja, glaubt man ihren Angaben und den von der Zeit recherchierten Dokumenten, unmittelbar nach den Taten an verschiedene Personen gewandt und immer wieder den Rat erhalten, das Erlebte besser für sich zu behalten. Die Ratgeber dürften mit ihrer Einschätzung der Folgen einer Vergewaltigungsanzeige gegen einen berühmten Fernsehregisseur auch richtig gelegen haben: Der (zu Recht!) ungewisse Ausgang eines Strafverfahrens, der stets im Raum stehende Vorwurf einer Falschaussage und die naheliegende Vermutung, ein „Sternchen“ wolle sich auf Kosten des Regisseurs wichtig machen, hätten für die Frau das berufliche Aus bedeuten können.

Kann man von einem „erwachsenen Menschen“ gleichwohl verlangen, zur Polizei zu gehen – während der Sender und die Verantwortlichen der Filmgesellschaft schweigen? Vielleicht; aber es ist viel verlangt. Das Opfer wird dann im schlimmsten Fall nicht nur durch die Tat selbst seelisch und körperlich geschädigt, sondern seine richtige Reaktion zerstört auch noch jede berufliche Perspektive, auf welche die Frau möglicherweise jahrelang hingearbeitet hat.

Die Rolle der Medien in Fällen der Verdachtsberichterstattung ist heikel. Der „Fall Kachelmann“ hat gezeigt, welch schwere Folgen eine einseitige und vorverurteilende Berichterstattung haben kann. Gleichwohl ist es falsch, investigative Berichte im Vorfeld oder außerhalb eines Strafverfahrens pauschal abzulehnen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die mutmaßliche Tat – wie im „Fall Wedel“ – zugleich Ausdruck eines weit über den Einzelfall hinausgehenden gesellschaftlichen Problems ist. Soll ein Umdenken erfolgen, müssen die Medien solche Vorwürfe verantwortungsvoll und unter Einhaltung der medienrechtlichen Vorgaben aufgreifen. Und genau das hat die Zeit getan.

 

Dr. Elisa Hoven ist Junior-Professorin für Strafrecht an der Universität zu Köln und hat auch schon für die Zeit geschrieben. Der von der Autorin behandelte Gast-Beitrag des ehemaligen Bundesrichters Prof. Dr. Thomas Fischer ist hier nachzulesen.

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Alle Kommentare

  1. “… wäre jeder Bericht über den Verdacht einer Straftat unzulässig.”

    … Ja. Eben! …

    1. Wenns Herrn Wedel stört, kann er ja sowohl gegen Zeit als auch gegen die Frauen Verläumnisklagen anstreben. Tut er aber nicht. Warum wohl?

      1. Der Grund könnte ein ganz ähnlicher sein, der mit großer Selbstverständlichkeit mutmaßlichen Opfern von Gewalttaten zugestanden wird.
        Überlegen Sie mal…

      2. Interessanter Gedanke aus dem Wohlfühl-Zentrum des Volksempfindens:
        Wer öffentlich des Begehens von Verbrechen beschuldigt wird und keine “Verleumdungsklage” erhebt, ist schuldig – sozusagen ein Geständnis durch Schweigen.
        Mit ein bisschen Nachdenken kommen Sie wahrscheinlich selbst darauf, dass Ihr Argument schlichter Unsinn ist und alle Regeln des Persönlichkeitsschutzes auf den Kopf stellt. Das würde ja dazu führen, dass jeder Verdächtigte verpflichtet ist, sein Unschuld zu beweisen – und das auch noch auf der Bühne einer Medienöffentlichkeit.

        Aber es steckt in diesem absurden Vorschlag natürlich ein großes Maß an Wahrheit über den Medien-Betrieb und den Zustand der Verdachtsberichterstattung. Denn in der sozialen Wirklichkeit “funktioniert” das Spiel ziemlich genau so, wie Sie es beschreiben oder wollen: Wer seine Unschuld nicht beweist, zeigt, dass er schuldig ist.
        Notfalls klingelt man mit laufender Kamera an der Wohnungstür, fragt beim Öffnen: “Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass Sie ein Kind vergewaltigt haben?” und zeigt die Szene, wie wortlos die Tür geschlossen wird, abends mit dem Kommentar: “Konfrontiert mit dem Vorwurf, verweigert X jede Stellungnahme”.

      3. WENN diese Aussage, die ich auf der Seite eines Medienrecht-Magazins fand, korrekt ist, “funktioniert” das tatsächlich auch juristisch:

        “Wenn Sie die gerade genannten 5 Tipps für die Verdachtsberichterstattung beherzigen, genügen Sie der sog. journalistischen Sorgfalt. Arbeiten Sie sorgfältig, wird dies auch rechtlich honoriert. Sie kommen so nämlich in den Genuss der “Wahrnehmung berechtigter Interessen“.

        Es handelt es sich dabei um eine Haftungsreduzierung für die Medien. Arbeiten Sie also sorgfältig, so entgehen Sie sowohl strafrechtlichen Konsequenzen als auch Unterlassungs- und Schadensersatzforderungen. Dies selbst dann, wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt die Unwahrheit der getätigten Aussagen herausstellen sollte.

        Auch in einem etwaigen Prozess gibt Ihnen die Wahrnehmung berechtigter Interessen einen Vorteil an die Hand. So ändert sich die Beweis- und Darlegungslast zu Ihren Gunsten. Der Betroffene hat nun zu beweisen, dass die behaupteten Tatsachen nicht der Wahrheit entsprechen.”

        https://www.lhr-law.de/magazin/medienrecht-und-persoenlichkeitsrecht/verdachtsberichterstattung

  2. Der Beitrag zitiert den entscheidenden Passus:
    “Ferner darf die Darstellung nicht den „unzutreffenden Eindruck erwecken, der Betroffene sei der ihm vorgeworfenen strafbaren Handlung bereits überführt”
    Frau Whaba macht aber genau das. Sie nimmt eine scheinbar neutrale oder sogar skeptische Ausgangshaltung ein und urteilt dann im Stil eines Gerichts. Das ist genau die Vorverurteilung. Es wird also nicht berichtet sondern geurteilt. Genau das kritisiert Fischer und genau das kann auch Hoven nicht entkräften.
    Eine andere Sache ist die Beurteilung, ob hier Whaba einfach nur schlechten Journalismus, eine Persönlichkeitsverletzung oder eine strafbare Verleumdung produziert hat. Hier hat Hoven sicher recht, dass der Meinungsfreiheit ein hoher Stellenwert einzuräumen ist und wir schlechte Journalistinnen sicher nicht mit dem Strafrecht ahnden sollten – aber das hat Fischer nie gefordert.

    1. Man muss auf so unbelehrbare Quatscher gar nicht mehr reagieren. Der “Fall Wedel” wird Veränderungen bringen, ob Leute wie Du mit “schlechte Journalistinnen” herum jonglieren oder nicht. Der Kampf gegen die aktuellen Strukturen des gesamten Männer-dominierten ÖR hat endlich ensthaft begonnen. ProQuote Film hat sich umbenannt, um mehr abzudecken als die Regisseurinnen, der BFFS hat begriffen und richtet Beschwerdemöglichkeiten ein, die Autoren-Vertreter ebenfalls und die Erfolgsautorin Annette Hess hat bei Quotenmeter beispielhaft erzählt, wie ein Regisseur die Streichung eines Frauenstrangs fordert und der Redakteure anordnet, dass das gemacht wird. Oder wie der Regisseur verbietet, dass sie Muster sieht…Weiter so.

  3. Sehr geehrte Frau Dr. Hoven, es wurde Zeit, dass jemand Prof. Dr. Fischer auf Augenhöhe und sachlich entgegnet. Sachlicher, als es sein eigener Artikel ist. Aber ich befürchte, er wird in seiner Selbstverliebtheit auch Sie nicht als “satisfaktionsfähig” ansehen. Ich bin gespannt…

    1. Herzlichen Dank für Ihre netten Worte! Die Diskussion wird leider deutlich zu emotional und aufgeregt geführt (was man teilweise auch in den Kommentaren sehen kann) – bei dem Thema liegt es nahe, ist mE trotzdem schade. Daher wollte ich zumindest ein wenig den rechtlichen Rahmen der Verdachtsberichterstattung ins Gedächtnis rufen.
      Herzliche Grüße, Elisa Hoven

      1. Den emotionalen und aufgeregten Hinweis auf Fischers angebliche “Selbstverliebtheit” quittieren Sie als “nette Worte”?
        Nunja…

        Der rechtliche Rahmen der Verdachtsberichterstattung war allerdings sichtlich NICHT Fischers Thema (s. dazu mein Kommentar oben von 17:10 Uhr).
        Trotzdem interessant und vielen Dank für diesen Aspekt.

      2. Herzlichen Dank, Frau Dr. Hoven, auch für Ihre netten Worte auf die netten Worte von Matjesfischer.

        Die Rechtsprechung des BGH zur Verdachtsberichterstattung war mir total unbekannt. Das kommt wahrscheinlich daher, dass ich so aufgeregt und emotional war und daher die Beweise über das Kampfgeschehen nicht richtig gewürdigt habe.

  4. Danke, das war jetzt wirklich dringend nötig, denn ” Im „Fall Wedel“ geht es nicht um Bagatellen, sondern zum einen um schwere – und zum Teil noch nicht verjährte – Straftaten und zum anderen um höchst problematische Machtstrukturen, die sexuelle Gewalt begünstigt oder zumindest kaschiert haben.” Und “Dies gilt insbesondere dann, wenn die mutmaßliche Tat – wie im „Fall Wedel“ – zugleich Ausdruck eines weit über den Einzelfall hinausgehenden gesellschaftlichen Problems ist.” Es geht jetzt für die Frauen im Film- und Fernseh-Bereich um vieles wenn nicht um alles, sollten sie nicht sehr lange Zeit weiter diskriminiert werden. Erstmals hat ein Fall zu einer “ARD-Krisensitzung” und “ZDF-Mitteilung” über “Beschwerdemöglichkeiten” geführt. Auf ihre eigene Studie haben die Herren Intendanten (mit ein paar weiblichen Sprengseln, die man – siehe Frau Wille – leider auch vergessen kann) keinerlei adäquate Reaktion mit Konsequenzen geantwortet. Ein paar Regisseurinnen arbeiten jetzt ansonsten alles beim alten. Und speziell Frau Grütters und andere Frauenbeauftragte wie Emilie Müller in Bayern etc. oder die Ministerpräsidentinnen Dreyer, Kramp-Karrenbauer, Schwesig sondern mehr als ein beliebiges Statement ab und das wars.. MASSIVE FRAUENDISKRIMINIERUNG im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist ihnen irgendwie doch egal. Ansonsten würden sie mit den öffentlich-rechtlichen Senderleuten nicht herumgackern als wäre nichts geschehen.

  5. Wenn man als solide arbeitender Journalist 160 Partner befragt, die allesamt zu einer erdrückenden Gewissheit beitragen, dann schätze ich mal, dass knapp 500 Frauen oder Zeugen im Falle Dieter Wedel angefragt wurden. Inklusive der Vorarbeit wie der juristischen Checks nebst behutsamem Umgang mit eben jenen Personen würde ich drei Tage pro Interview einplanen. Alles in allem müssten die beiden Zeit-Autorinnen seit gut zwei Jahren in die Sache vertieft sein. Wäre das alles ohne Weinstein publiziert worden? Hat Wedel selbst davon nichts mitbekommen, dass sein komplettes Umfeld seit Monaten durchforstet wird? Und wie steht es parallel um investigatorische Ermittlungen etwa im Hause Constantin oder im RWF-Zirkel und vor allem in den Sendehäusern selbst, wo seit Dekaden widerwärtigste Berichte im Umlauf sind? Wo liegt hier der Anfang? Was ist die Absicht? Wer will was und warum?

    1. Ach… Sie kommen ja von einer interessanten Ecke… hahahahaaa… investigativ nachgerechnet, um die Frauen doch noch zu erlegen oder wie? Das Thema gibt es seit sehr, sehr vielen Jahren Herr Reiser. Es hat nur niemanden gejuckt. Wer sich beschwert hat, war raus! Sofort! Und das funktioniert auch heute noch. Senderleute sind nachtragend, wenn man sie anpinkelt – sogar bei Kleinigkeiten. Nach den Studien, um die FFA, ARD und ZDF dann nicht mehr herumkamen, wurde die Wahrheit der “massiven Frauendiskriminierung” inklusive weiterführende Abhängigkeiten, Unverschämtheiten, Respektlosigkeit plus nur 30 % Rollen, Regisseurinnen wurden sukzessive rausgehalten, so dass 85 % Regisseure sich “aufführen” durften und dürfen. Und vieles mehr. Was mit Weinstein begann hat unseren Frauen noch nicht geholfen. Auch die Studien vom Februar 17 haben fast nichts gebracht… aber einige kamen über die #metoo-Kampagne, die nicht abgebrochen ist, dazu, ihre Geschichte zu erzählen. Gut so. Aber “Wo liegt der Anfang oder Was ist die Absicht oder Wer will was und warum” zu fragen scheint mir angesichts dieser langjährigen Geschichte mindestens uninformiert aber eigentlich ziemlich dümmlich.

      1. Ich denke auch, dass die Geschichten um Wedel in den Kreisen sehr wohl bekannt waren.
        Und obwohl die Story der Zeit gut investigiert ist, dauert so eine Geschichte nicht so lange zur Aufarbeitung.
        Dieter Wedel ist sicher nur die Spitze des Eisbergs. Hoffentlich können sich noch mehr Opfer aufraffen, weibliche wie männliche, und ihre Peiniger beim Namen nennen. Das ist längst überfällig in dieser Branche und in der ganzen Gesellschaft.

  6. Man könnte juristisch so einiges bemängeln an diesem “Debattenbeitrag”… So zum Beispiel, dass TF nicht die Verdachtsberichtserstattung per se, sondern ausdrücklich, die Art und Weise der Berichterstattung kritisiert und sich deshalb ganz offensichtlich nicht in den von Frau Hoven behaupteten Widerspruch zu den Erwägungen der zitierten BGH-Entscheidung gesetzt hatte. Hierzu ein –
    wie mir scheint – passendes Zitat mit dem Focus auf “drittens”: “Die Regeln der fairen Autoritätsverwendung sind einfach. Man zitiere erstens nur, was man gelesen hat, zweitens nur, was man verstanden hat, drittens nur, was paßt, und man verständige viertens das Opfer, damit es sich wehren kann. Da aber ein solches Verfahren die juristische Literaturproduktion ernstlich gefährden würde, wird wohl der gegenwärtige Zustand weiter bestehen bleiben.” (Fridjof Haft, Juristische Rethorik, 8. Auflage, Alber Verlag, S. 118 f)

    Soweit Frau Hoven die BGH-Autorität für sich argumentativ in Anspruch nimmt, macht es Sinn den im Zusammenhang stehenden Absatz der Entscheidung vor dem gewählten Zitat zu studieren

    “Voraussetzung für die Zulässigkeit einer solchen Berichterstattung ist zunächst das Vorliegen eines Mindestbestandes an Beweistatsachen, die für den Wahrheitsgehalt der Information sprechen und ihr damit erst “Öffentlichkeitswert” verleihen (vgl. Senatsurteile vom 3. Mai 1977 – VI ZR 36/74 – NJW 1977, 1288, 1289 und vom 26. November 1996 – VI ZR 323/95 – NJW 1997, 1148, 1149). Dabei sind die Anforderungen an die Sorgfaltspflicht um so höher anzusetzen, je schwerer und nachhaltiger das Ansehen des Betroffenen durch die Veröffentlichung beeinträchtigt wird (Senatsurteile vom 20. Juni 1972 – VI ZR 26/71 – NJW 1972, 1658, 1659 und vom 3. Mai 1977 (aaO); ebenso OLG Brandenburg, NJW 1995, 886, 888). Die Darstellung darf ferner keine Vorverurteilung des Betroffenen enthalten, also durch eine präjudizierende Darstellung den unzutreffenden Eindruck erwecken, der Betroffene sei der ihm vorgeworfenen strafbaren Handlung bereits überführt (OLG Brandenburg aaO; OLG München, NJW-RR 1996, 1487, 1488; 1493, 1494; OLG Frankfurt, NJW-RR 1990, 989, 990). Unzulässig ist nach diesen Grundsätzen eine auf Sensationen ausgehende, bewußt einseitige oder verfälschende Darstellung; vielmehr müssen auch die zur Verteidigung des Beschuldigten vorgetragenen Tatsachen und Argumente berücksichtigt werden (BVerfGE 35, 202, 232; Senatsurteil vom 12. Oktober 1965 – VI ZR 95/64 – NJW 1965, 2395, 2396). Auch ist vor der Veröffentlichung regelmäßig eine Stellungnahme des Betroffenen einzuholen (Senatsurteil BGHZ 132, 13, 25 m.w.N.). Schließlich muß es sich um einen Vorgang von gravierendem Gewicht handeln, dessen Mitteilung durch ein Informationsbedürfnis der Allgemeinheit gerechtfertigt ist.”

    Im Übrigen wirkt es auf mich beeindruckend, wie kaltschnäuzig man unter dem Vorwand des juristischen Diskurses, einen eigenen “Debattenbeitrag” neben einem unvollständigen Zitat insbesondere mit einem eigenen Bewerbungsfoto schmücken und sich geradewegs auf der Seite billigen Beifalls gegenüber einer strafrechtlichen Ikone positionieren kann.
    Selbst eine PR-Agentur könnte sich dabei diesen Debattenbeitrag – auch bildlich – kaum wirkmächtiger ausdenken –
    Motto: junge sympathisch-selbstbewusste Frau weist alten selbstgerechten Herrn in die Schranken.

    Danke dafür!

    1. Kaltschnäuzig…? Vorwand des Diskurses? Bewerbungsfoto schmücken? Oh man, Sie müssen ja einen Hass auf Frauen haben… Zu lustig.. Daß Frau Hoven “etwas” besser aussieht als Herr Fischer, dafür kann sie wohl nichts.

      Im übrigen hat Frau Hoven die von Ihnen erwähnten Passagen in ihrem Text doch ebenfalls zitiert. Vielleicht sollten sie ihn erstmal lesen.

      Und was Frau Hoven geschrieben – Sie aber nicht verstanden haben – ist, daß Fischers Prämissen darauf hinauslaufen, daß Verdachtsberichterstattung praktisch nicht mehr möglich ist (da die Anforderungen zu hoch angesetzt werden).

      1. Hass auf Frauen? Seinen Sie bitte nicht albern! Haben die von mir verwendeten Phrasen ausschließlich einen Bezug zu “Frauen”, oder wie kommen Sie auf einen solchen Zusammenhang?

        Frau Hoven hat ganz wesentliche Teile des Zitats mal eben weggelassen, wenn Sie bitte vergleichen möchten. SIe können sich die Arbeit aber auch sparen, weil auch das vollständige Zitat als Autoritätsargument (siehe “drittens”) einfach nicht passt. In der Entscheidung ging es um die Frage, ab wann eine Berichterstattung eine zivilrechtliche Unterlassungs-
        bzw. Schadensersatzpflicht auslöst.

        Und nun lesen Sie bitte nochmals den Beitrag von TF und suchen darin nach diesen Stichwörtern. Falls Sie diese Stichwörter nicht finden, dann fragen Sie sich bitte, was das BGH-Zitat zu der von TF angestoßenden Debatte beitragen könnte, außer dass darin das Wort “Verdachtsberichterstattung” zu finden ist.
        Mit anderen Worten: Frau Hoven hat die Argumentation von TF entweder nicht verstanden (was ich mir für eine Dozentin für Strafrecht nur schwer vorstellen möchte) oder bewusst ignoriert. Einen sachorientierten Diskurs i.S.e. Auseinandersetzung mit Argumenten von TF führt Frau Hoven jedenfalls nicht. Dagegen wird von ihr z.B. eher unterstellt, TF habe investigative Berichte im Vorfeld oder außerhalb eines Strafverfahrens mit seinem Beitrag pauschal ablehnen wollen.

        Spekulativ muss allerdings bleiben, ob Frau Hoven nichts “dafür kann”, ob oder dass sie “etwas” besser aussieht als TF. Immerhin hat sie auf dem Foto – im Gegensatz zu TF – Lippenstift verwendet, was dafür spricht, dass sie auch externe Hilfsmittel für die Akzentuierung ihres Erscheinungsbildes nutzt. Bemerkenswert ist allerdings – und darauf wollte ich eigentlich hinaus – dass man im Rahmen der #metoo-Debatte einerseits und in einer juristischen Auseinandersetzung andererseits persönliche Fotos verwendet.

  7. Mir scheint auch eher, dass Frau Hoven an den von Herr Fischer geäußerten Punkten vollständig vorbeiargumentiert.

    Die von Herr Fischer recht ausführlich geschilderten offenen Fragen bzgl. einer “Beweiswürdigung” hatten erklärtermaßen (!) nicht die Absicht, einen Mindeststandard für Verdachtsberichterstattung zu demonstrieren oder “Inkonsistenzen aufzudecken”. Es ging ihm darum, die von der Zeit selbst aufgestellte Behauptung einzuordnen, sie habe in Ausübung extremer Sorgfalt eine quasi-gerichtsfeste Beweiswürdigung vorgenommen (“erdrückende Beweise”).

    Auch Frau Hovens Begründung, warum die Einlassungen Wahbas nicht widersprüchlich seien, setzt sich überhaupt nicht mit der Argumentation Fischers (“wir als Journalisten fällen kein Urteil” einerseits – “wir halten ihn für schuldig deshalb berichten wir” andererseits) auseinander.

    Schließlich ihr Fazit, es sei falsch, “investigative Berichte im Vorfeld oder außerhalb eines Strafverfahrens pauschal abzulehnen”. Da hat sie sicher recht. Nur behauptet das auch niemand. Es geht Herr Fischer wie vielen anderen – mich eingeschlossen – um die konkrete Form der Berichterstattung, bei der erst höhere Objektivität (“erdrückende Beweise”) suggeriert und dann nicht mehr über einen Verdacht berichtet wird, sondern über Tatsachen (disclaimer: wir von der Zeit sind uns jedenfalls sicher!).

    1. Liebe/r Illen,

      um die Punkte klarer zu machen:
      1) Ebendiese “Einordnung” bleibt mir bei der Lektüre unverständlich. Die “erdrückenden” Beweise – übrigens handelt es sich dabei um keinen juristischen Begriff – werden durch die gestellten Fragen mE nicht erschüttert. Sinn und Zweck der Fragen bliebt zumindest mir daher verschlossen.
      2) Hier liegt ein Fehler: Ein Journalist darf selbstverständlich eine Meinung haben, einen Zeugen für glaubwürdig halten oder auch nicht. Es ist sogar – das ist meine Position – gut, wenn er erst dann berichtet (zumal in sensiblen Fragen), wenn er von der Glaubwürdigkeit überzeugt ist. Das ist aber eine Frage im Vorfeld. Entscheidend ist, ob der Journalist diese Meinung dann auch in seinem Bericht vertritt, also hier Position bezieht oder ob er neutral-sachlich berichtet. Da letzteres möglich ist, liegt in der Aussage der Journalistin nicht der behauptete Widerspruch.
      3) Das behauptet niemand explizit; aber es ist die Konsequenz, wenn man meint, Journalistin dürften nur dann über einen Fall berichten, wenn sie eine “Beweiserhebung” nach streng-juristischen Standards durchgeführt haben.
      Sie haben ganz Recht – es kommt dann auf die Art und Weise der Darstellung an. Die war für mich etwa im Fall Kachelmann eindeutig grenzüberschreitend; hier indes nicht.

      1. Liebe Frau Hoven,

        vielen Dank für Ihre Einlassung. Auch wenn ich Ihre Meinung nicht teile freue ich mich über die Diskussion.

        zu 1)

        Herr Fischer interpretiert die diversen Interviewaussagen der Zeit-Journalistinnen so, dass diese für sich eine besondere Sorgfalt, nämlich eine Beweiswürdigung auf quasi-gerichtlichem Niveau in Anspruch nehmen. Dass sie eine solche Würdigung jedoch nicht ansatzweise tatsächlich vorgenommen hätten, versucht er dann anhand der Beispiele einzuordnen. Ich finde da hat er durchaus einen Punkt, denn ob zB ein geschilderter Tathergang so überhaupt stattgefunden haben kann ist für die Frage der Zeugenglaubwürdigkeit natürlich zentral (Kopf gegen die Matratze, dann plötzlich gegen die Wand, dann wieder die Bettkante; die aussagepsychologisch leider fast immer fragwürdigen längeren Erinnerungslücken, usw.). Ich muss gestehen, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die beteiligten Journalisten darüber groß sinniert hätten.

        Auch wenn man das anders sehen wollte ging es Herr Fischer aber gar nicht darum, Beweise zu erschüttern, sondern nur darum aufzuzeigen, dass eine Beweiswürdigung auf quasi-gerichtlichem Niveau nicht stattgefunden hat bzw. keinerlei Niederschlag in der Berichterstattung gefunden hat.

        Hier kann man mE höchstens kritisieren, dass die Zeit das auch gar nicht gemeint habe und Herr Fischer die Interviewaussagen überinterpretiert.

        zu 2)

        Sie haben wohl Recht, dass der Widerspruch nicht bereits dadurch entsteht, dass Frau Wahba Herrn Wedel einerseits für schuldig hält und andererseits kein Urteil fällen will. Der Widerspruch entsteht dann, wenn die folgende Berichterstattung doch verurteilt.

        Herr Fischer ist da allerdings explizit anderer Meinung als Sie, hält die Berichterstattung für verurteilend und führt das aus (unter 2. ab dem sechsten Absatz). Ich habe die Berichterstattung verfolgt und komme ehrlich gesagt auch eher zu dieser Einschätzung; mE machen die Zeit-Texte sich die Anschuldigungen im Wesentlichen zu eigen und lassen keinen Raum mehr für bloßen Verdacht. Da hilft auch ein Alibi-Absatz über die Unschuldsvermutung nicht.

        zu 3)

        Wenn man eine gerichtstaugliche Beweiserhebung zur Vorbedingung für Verdachtsberichterstattung machen würde, wäre die Konsequenz, dass nicht mehr berichtet würde, ja. Nur auch das behauptet Herr Fischer eben nicht. Vielleicht wollten Sie das auch nur allgemein festhalten; es ist mE einfach etwas unglücklich, weil es natürlich so wirkt, als argumentierten Sie hier gegen Herr Fischer.

        Viele Grüße
        Illen, männlich, selbst Jurist 😉

  8. “Die meisten seiner Fragen drängen sich nicht unbedingt auf […], für andere gibt es – jedenfalls im Rahmen eines fast 45 Minuten andauernden Kampfgeschehens – eine Vielzahl banaler Erklärungen […][,] und wieder andere lassen den Leser etwas erstaunt zurück […]. Alle diese Fragen können vor Gericht gestellt werden. Die Redaktion einer Zeitung braucht sie jedoch nicht zu beantworten, wenn sie den Wahrheitsgehalt des Berichts offenkundig nicht erschüttern.”

    Die Autorin scheint sich nicht einmal des Unterschiedes zwischen “Fragen stellen” und “Fragen beantworten” bewusst zu sein. Es ist mir zuwider, wenn renommistische Missklänge und schon auf den ersten Blick defizitäre “Argumentationen” eine im Grunde richtige und wichtige, mitnichten triviale, Debatte zu fraglichem Behufe verwässern.

    Ich würde dringend zur inhaltlichen Redaktion der vorliegenden Stellungnahme raten, um nicht den Ruch eines Quotengeschreibsels zu nähren. Dabei ist mir klar, dass eine umfassende Würdigung auf so kleinem Raume kaum hinreichend erfolgen kann. Immerhin das Destillat sollte dann aber nicht hanebüchen albern klingen. Meinem Anliegen einer eher laxen Auslegung des Persönlichkeitsrechtes im Widerstreit mit der Aufdeckung von Missständen ist dieser Schrieb jedenfalls nur scheinbar dienlich. Das ist schade. Vielleicht sollte demnächst jemand mit weniger Sendungs- und mehr Lektürebewusstsein gefragt werden, um derlei Debatten grundständig zu solidifizieren ( — dieser Ausdruck sei mein Analogon zu der Autorin “Viktimisierung”).

    1. Ich verstehe Ihre Kritik leider nicht. Wenn ich schreibe, dass sich Fragen nicht aufdrängen, dann geht es um das Stellen der Frage – eben das, was Fischer getan hat.
      Und aus welchen Tatsachen schließen Sie auf mein “hohes Sendung- und geringes Lektürebewusstsein”? Mit interessierten Grüßen,
      Elisa Hoven

      1. Um den etwaigen Wahrheitsgehalt einer Geschichte zu ermitteln, sollten gute Juristen (und auch gute Journalisten) gewöhnlich immer Fragen zu Details stellen, die sich einem nicht aufdrängen.

        Das hat nämlich den ganz einfachen Hintergrund, dass etwaige Lügner sich gewöhnlich nur auf die Fragen vorbereitet haben, die naheliegend waren und mit denen er daher vorher schon rechnen konnte. Und gerade durch derartige nicht naheliegende Befragungen kann man in sehr vielen Fällen dann schon recht gut bewerten, wer etwas tatsächlich erlebt hat bzw. wer sich etwas nur ausgedenkt. Denn, wer etwas tatsächlich erlebt hat, kann auch auf nicht naheliegende Fragen zum Sachverhalt in der Regel ohne langes Nachdenken nachvollziehbare Antworten geben, denn wer etwas tatsächlich erlebt hat, braucht sich ja nichts auszudenken und nur das wiederzugeben, was er erlebt hat. Wer hingegen eine Geschichte erfindet, steht bei solchen Fragen vor dem Problem, sich (a) einigermaßen schnell etwas Nachvollziehbares ausdenken zu müssen und (b) sich möglichst nicht mit vorigen Angaben in Widerspruch zu setzen. Und das ist auf Dauer gar nicht so leicht, seine Geschichte ad hoc widerspruchsfrei weiter zu erfinden. Jemand, der eine Geschichte nur erfindet und kein abgebrühter Profilügner ist, wird durch solche unvorbereiteten Fragen daher nicht selten ziemlich einsilbig bzw. wird erklären, sich daran nicht mehr erinnern zu können. Das wären dann durchaus nicht untypische Anwortverhalten, um zu verhindern, was Widersprüchliches zu erzählen.

        Und je umfangreicher eine derartige Befragung wird, desto besser kann ein Fragesteller einen Eindruck darüber erlangen, ob der Befragte die Geschichte tatsächlich erlebt hat oder sich nur ausdenkt.

        Ein gute Befrager hakt dann zudem insbesondere bei möglichen Widersprüchen nach, z.B. also wenn einerseits vorgetragen wird, man habe seinerzeit keine Anzeige gestellt, weil einem niemand geglaubt habe und andererseits vorträgt, die Geschichte könnten alle bezeugen bzw. hätten alle mitbekommen. Oder z.B. wie es genau passiert ist, dass ein Kopf einerseits gegen die Wand und andererseits auf die Bettkante geschlagen wurde. Denn, wer die Geschichte erfunden hat, muss jetzt auf die Schnelle irgendwie plausibel erklären können, wie man von der Bettkante zur Wand gelangt ist. Wer hingegen die Geschichte tatsächlich erlebt hat, wird bei derartigen Fragen keine großen Probleme haben und dann vielleicht völlig in Ruhe nachvollziehbar erklären, dass vielleicht der Täter einen zwischen dem Schlag auf die Bettkannte und dem Schlag an die Wand nicht dauerhaft in einer Zwangslage hatte und man nach dem Schlag an die Bettkannte vielleicht erst einmal wieder selber aufgestanden war, bevor die Gewalt wieder losging und dann der Schlag an die Wand erfolgte.

        Wer die Geschichte tatsächlich erlebt hat, wird sich durch solche Nachfragen nicht unter Druck gesetzt fühlen, weil er ja nur das erläutern muss, was er erlebt hat. Wer hingegen eine Geschichte bzw. die Details der Geschichte aufgrund der Detailsnachfragen immer weiter bzw. tiefer erfinden muss, wird sich nicht selten unter Druck gesetzt fühlen und wackliger bzw. widersprüchiger in seinen Aussagen werden. Als Geschichtenerfinder fühlt man sich bei der Nachfrage wie man sich das Geschehen konkret in Bezug auf die Wand und die Bettkante vorstellen kann, eher ertappt und unter Druck, was ihm dann erschwert, möglichst schnell eine plausible Erklärung zu liefern und somit die Gefahr erhöht, sich in der Geschichte zu verhaspeln.

  9. Ein toller Artikel!!!! Danke dafür!!! Und sehr sehr peinlich für Herrn Fischer. Ein Jurist, der offenbar einfachste Rechtsprechung nicht kennt – jedenfalls kein Wort darüber verliert – sondern lieber emotional rumpoltert. Traurig, aber viele ehemals kluge Köpfe werden im Alter leider immer selbstgerechter und meinen, die eigene Meinung ersetze jede Recherche. Gut, dass das hier aufgedeckt wurde.

    1. Ohje ohje, der arme Herr Fischer. Bei Ihnen geht ja wirklich alles durcheinander.. Frau Hoven stellt die Grundzüge der BGH-Rspr. zur Verdachtsberichterstattung dar und Sie merken nicht einmal, dass das gar nicht Herr Fischers Thema war?

  10. Immer wieder wird hier der Fall Kachemann genannt.
    ich möchte nur mal auch an andere Fälle erinnern: Der Fall odenwaldschule wurde zunächst von den Opfern 1998/1999 genannt und öffentlich gemacht. Es hat keinen interessiert.
    2010 nochmal: Keiner Interessierte sich dafür.
    Erst als die FR viele Opfer aufsuchte und ihre Geschichten zusammen widergab, da wurde dann eine Geschichte draus, die auch Folgen hatte. Wenn auch die Aufarbeitung nur schleppend verlief und immer noch nicht ganz fertig ist.

    Also: Manchmal braucht es investigativen Journalismus, speziell in Sexualstraftaten, die immer noch wie bagatell-Delikte geahndet werden, um den Opfern gehör zu verschaffen.

    1. Richtig!
      Und da ging dann aber die Post ab, da ging es aber auch gegen “linksgrün versiffte Kinderficker”.
      Will heißen, wenn der Angeklagte ins Beuteschema der Meute passt, dann gibt es kein Halten mehr in den Foren, trifft die Anklage aber die normalen weißen Mittelklasse- oder Elitenmänner, dann aber hallo. Da können ja nur linksgrün versiffte Feministinnen am Werk sein, die alle Männer zu Vergewaltigern stempeln wollen.

    2. Ein “Odenwaldschule”-Vergleich ist ja wohl lächerlich. In diesem Fall ging es um Jungs. Also um das starke Geschlecht. Das ist nichts gegen schwache erwachsene Frauen in der Medienbranche. Unspektakulärer und langweiliger als “Jungs”-Beispiele kann nur noch sein, wenn Sie Frauen als Missbraucherinnen präsentieren. Dann rutscht es komplett in die vorletzte Spalte der Seite 23. Der Qualitätsjournalismus nennt es übrigens auch gerne eine “Reifeprüfung”, wenn ein 13jähriger von einer 32jährigen sexuell schwer missbraucht wird. Zwei Jahre auf Bewährung. Weniger ging gesetzlich in einer 176a-Sache leider nicht.

  11. Da Frau Hoven selbst Zeit-Autorin ist, hätte sie sich ihre Widerrede sparen können. Niemand wird von ihr einen objektiven Standpunkt erwarten. Was Fischer in seinem herzlosen Juristendeutsch v.a. sagen will, ist doch, dass es eine mediale Vorverurteilung gegeben hat. Und dies belegt er, wenn auch unendlich lang, aber doch an harten Fakten. Was wäre denn, sollte der noch nicht verjährte Fall vor Gericht kommen und Wedel freigesprochen werden. Werden dann Hove, Zeit & Co alles zurücknehmen? Wohl kaum (Spekulation)!Sie werden argumentieren, dass dies noch gar nichts beweise. In allen anderen Fällen könne es ja anders gewesen sein. Freilich erst da könnten wir sicher sein, dass man für sich bereits ein Urteil gefällt und dies publizistrisch verbreitete hätte.

    1. Lieber Herr Müller,

      ich unterrichte Strafrecht an der Universität zu Köln und habe bislang zwei Beiträge für die ZEIT (über Verbandsstrafrecht und den Internationalen Strafgerichtshof) geschrieben. Ich glaube, ich kann eine Befangenheit hier ausschließen.
      Und nein, Sie liegen in diesem Punkt falsch. Rechtlich bleibt die Berichterstattung zulässig, auch wenn ein Gerichtsverfahren mit einem Freispruch endet. Wenn ein Angeklagter aber freigesprochen wird, dann ist er unschuldig – ohne Diskussion. Dass ein Gerichtsurteil “nichts beweise” wird kein seriöser Jurist jemals sagen. Mir geht es auch nicht um die Bewertung von Schuld oder Unschuld von Herrn Wedel – das steht mir gar nicht zu – sondern allein um die Frage nach den Grenzen einer Berichterstattung über den Verdacht von Straftaten. Und das muss möglich sein (im rechtlichen Rahmen) und ist hier mE durch die ZEIT völlig zulässig erfolgt.

      1. Liebe Frau Hoven,

        “Ich glaube, ich kann eine Befangenheit hier ausschließen.”
        Und ich glaube gerne, dass sie das glauben. Es wird sie aber sicherlich nicht wundern, wenn andere das eben nicht glauben.

        Aus ihrem Lebenslauf ist bspw. erkennbar, dass Sie nach Abschluss ihres Studiums von der “ZEIT-Stiftung” finanziell unterstützt wurden.
        Ich glaube daher vielmehr, ich kann eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Befangenheit hier als gegeben voraussetzen.

        Ich bin übrigens Qualitätskommentator (das ist quasi das Gegenstück zum “Qualitätsjournalisten”) – ich glaube daher, ich kann einen Irrtum meinerseits hier ausschliessen.

      2. Sehr geehrte Frau Hoven,

        andererseits boten Sie der Steuerstraftäterin Alice Schwarzer eine Plattform an der Uni Köln gegenüber feministischen Studentenkreisen und die fanden das fragwürdige Vorbild weitgehend und kritiklos ganz dufte – wie passt das zu Ihrem Kachelmann-Beispiel, welches Sie zu Recht als Beispiel für”einseitige und vorverurteilende Berichterstattung” anführen? Selbstverständlich bedient sich die ZEIT der gleichen Systematik wie seinerzeit die BILD über die Emma-Täterin. Das BGH-Zitat stammt aus noch quasi-analogen Zeiten. Nicht nur die ZEIT, aber auch sie, haben in den Zeiten nach der zitierten BGH-Einlassung das Instrument der Pressefreiheit zur Pressenarrenfreiheit umfunktioniert. Kritische Kommentare auf sozialen Netzwerken werden bei den Verfechtern der Meinungs- und Pressefreiheit gerne und schnell gelöscht. Erwünscht bleibt nur, was gefällt. Redaktionsfaschismus. Den besonderen Privilegien aus der Pressefreiheit steht kein Instrument gegenüber, welches besondere Sorgfaltspflichten auferlegt. Dies könnte man beispielsweise über ein Pressestrafrecht regeln. Der Presserat ist ja wohl ein zahnloser Tiger. Leider ist es nicht nur ein Problem von Juristen, nicht über den eigenen Tellerrand hinaus zu kommen und ergebnisorientiert zu arbeiten. Den Anpfiff des Chefredakteurs hätte man nicht erleben wollen, wäre die sog. “Recherche” zu dem Ergebnis gekommen, dass man keine Attacke auf Wedel starten solle. Es ist doch wirklich naiv zu glauben, dieses von Ihnen initiierte Manöver wäre kein durchschaubares.

      3. Auf diesen letzten Punkt möchte ich noch kurz eingehen, weil er mich immer wieder beschäftigt. Ich habe Frau Schwarzer insbesondere deshalb eingeladen, weil ich sie zwar in vielerlei Hinsicht sehr schätze, ihre Berichterstattung im Fall Kachelmann und ihre Positionierung in der “Nein heißt Nein”-Debatte falsch fand. Es handelte sich um eine Vortragsreihe; zuvor hatte Sabine Rückert – die sich im Kachelmann-Verfahren sehr für eine seriöse Berichterstattung stark gemacht hat (und gleichwohl so differenziert denkt, dass sie die Unterschiede zum “Fall Wedel” sieht) – sehr kritisch über die Rolle der Medien berichtet. Das Ganze war also keineswegs einseitig.

        Den Vorwurf, man habe jemandem “eine Bühne gegeben” finde ich an einer Universität, die den gesellschaftlichen Diskurs fördern soll, sehr wenig überzeugend. Und in jedem Fall falsch ist die Vorstellung, der Einladende teile automatisch die Meinung des Eingeladenen. Im übrigen habe ich die exakt gleiche Kritik – nur von politisch anderer Seite – bekommen als ich im November Rainer Wendt eingeladen und ihm eine “Bühne geboten” habe…

      4. Liebe Güte, Frau Hoven,
        bewußte persönliche Angriffe mit extremistischem Vokabular triggern Sie mehr als sachliche Argumente hier (ich meine nicht nur meins)?
        Traurig.

    2. Übrigens, auch Thomas Fischer war Zeit-Kolumnist und zwar mit mehr Beiträgen als Frau Hover.

      1. Dass Sie, Frau Hoven, die von Ihnen eingeladene Fr. Schwarzer in den von Ihnen benannten Themen kritisch gegenüberstanden, dass glaube ich Ihnen durchaus. Sie haben sich dazu hinreichend und glaubwürdig geäußert. Die Frage ist, ob Sie in Ihrer Funktion innerhalb der Universität derart unwissenschaftliche Meinungsmanifeste von Teils sehr fragwürdigen Personen organisieren sollten. Wenn Sie das als Privatperson in einem privat angemieteten Saal machen, dann ist das Ihre Sache. Hier aber finanziert der Steuerzahler manche Veranstaltungen, welche keinen wissenschaftlichen Anspruch erfüllen, sondern teils deutlich populistische Meinungsfelder vertreten. Was hat Frau Schwarzer denn für eine juristische Qualifikation, welche schlüssig begründen könnte, innerhalb eines wissenschaftlichen Betriebs vor Studentinnen und Studenten belehrend aufzutreten? Derlei Aufeinandertreffen der “Jüngerinnen und Kampfschwestern” ist keine Angelegenheit, für die der Steuerzahler aufzubringen hat. Ich weiß, dass Ihnen das Sexualstrafrecht besonders am Herzen liegt. Das ist auch nichts schlechtes. Innerhalb meiner juristischen Ausbildung fand das Sexualstrafrecht keinerlei Beachtung. Juristen sind für Sexualstrafrechtssachen im Grunde gar nicht mit Kompetenz ausgestattet. Aber gibt es denn beispielsweise keine Sexualwissenschaftler/Psychologen ohne fragwürdigen strafrechtlichen oder disziplinarrechtlichen Hintergrund, welche die angehenden Juristinnen sachlich distanziert an viele wichtige verwandte Themen innerhalb des Rechtsgebietes heranführen? Stattdessen laden Sie selbsternannte Fachleute, Experten Kraft Luftsuppe, ein und bieten den üblichen “Mann=Schwein; Frau=Opfer”-Parolen oder faschistoiden Überwachungsstaat-Fantasien von “der” Polizei auf Steuerzahlerkosten eine Plattform (Räumlichkeiten, Strom, Personal). Es gibt weiß Gott schon genug aufgescheuchte und hysterische Juristinnen und Juristen, die vielleicht im Laufe der Zeit viel Erfahrungswissen innerhalb des Sexualstrafrechts sammeln, letztlich aber fachlich in Fragen von beispielsweise Täterstrukturen oder empirischen psychologischen Sachverhalten in solchen Tatzusammenhängen keinerlei Ahnung bekommen. Ob da eine Frau Schwarzer oder ein Herr Wendt mit ihren unsachlich und emotional-gesteuerten Weltbildern ein Erkenntnisgewinn aus wissenschaftlicher Sicht sind, wage ich zu bezweifeln. Der “wissenschaftliche Anstrich”, weil es durch die Universität organisiert ist und in den Räumlichkeiten der Universität stattfand, macht die Angelegenheit aus meiner Sicht problematisch. Es ist nicht die Aufgabe einer Universität, Meinungsaustausch mit fragwürdigen Persönlichkeiten zu organisieren, sondern wissenschaftlich fundiertes Wissen zu vermitteln. Dummes Gewäsch, Hetze und Eine-Richtung-Brillen kommen durch die Prägungen des Lebens von alleine hinzu. Dazu braucht es die Uni Köln nicht. Sie haben als Institut einen Bildungsauftrag und keinen Volksverblödungsauftrag. Die von Ihnen eingeladenen Leute sitzen in genügend Talkshows und verspritzen ihr Gift. Oder ist Ihnen ein bekannter Name für Ihre Uni-Talkshows und die für Sie damit einhergehende Publicity wichtiger als Ihr wissenschaftlicher Anspruch?

  12. Danke für diesen Kommentar, das wollte ich Herrn Fischer noch zuletzt fragen, ob er auch meint dass andere Fälle möglicherweise verjährter Straftaten nicht mehr journalistisch recherchiert und aufbereitet berichtet werden sollten oder ob das nur für Straftaten von Männern gegen Frauen gilt. Letzteres schreibe ich jetzt mal ganz polemisch.

    Ansonsten scheinen ja Frauen, egal, was sie tun, es falsch zu machen: Zeigen sie an, machen sie öffentlich, ist es angeblich männerfeindlich und sowieso zweifelhaft, weil Kachelmann und Arnold, zeigen sie nicht an, dann haben sie andere Opfer ans Messer geliefert, weil der Täter nicht still gelegt wurde und überhaupt kennt man doch die Frauen, die ihre Weiblichkeit bewusst einsetzen um arme schwache Männer zu verführen oder über starke Männer Karriere zu machen.

    1. Wenn Sie Herrn Fischer zuletzt etwas fragen wollten, tun Sie’s doch einfach!
      Und wenn Sie sich für den “Einspruch” bedanken möchten, wenden Sie sich am besten an die Redaktion der Zeitung, die ihn bestellt (oder sagen wir: angeregt) hat. Dass er auf meedia.de und nicht bei zeit.de erscheint, ist aber ganz o.k.

      Im Übrigen darf jede(r) meinen, sagen und schreiben, was er/sie will, glaube ich. Dass der “Einspruch” in weiten Teilen den Text vermutlich nicht verstanden hat, den er kritisiert, ist Schicksal. Ich habe das nicht zur kommentieren.

      Die Autorin tut (zu Recht), was sie will. Sie hat vor wenigen Monaten im Zusammenwirken mit mehreren Beteilgten die Kachelmann-Ermittlerin Alice Schwarzer bei einer Veranstaltung an der Uni Köln grandios vorgeführt. Frau Schwarzer, die seit einigen Wochen über die ZEIT höhnt, wird sich nun gewiss freuen zu hören, dass es auf die FORM gar nicht ankommt, wenn man nur in der Sache von der Schuld des Beschuldigten genügend überzeugt ist. Genau dies hat sie schon immer gesagt.

      Richtig ist, dass über einen Verdacht “aufbereitet berichtet” werden darf, wenn es darauf ankommt. Niemand hat das bestritten. Die (oder: eine) Frage ist halt, ob, wann, für was und in welchem Umfang es darauf ankommt.
      Ebensowenig hat jemand es sich “zuleicht gemacht”, indem er”in den Berichten über die Viktimisierung der Schauspielerinnen deren Gleichsetzung mit kleinen Kindern (sieht), was im “Umkehrschluss…(bedeute), dass “ein erwachsener Mensch …sich also zu wehren gewusst oder die Übergriffe zumindest gleich angezeigt (hätte).” das ist, mit Verlaub, nicht nur dummes Zeug, sondern das Gegenteil dessen, was in meinem Text steht.

      Ich habe trotz des “Einspruchs” noch immer nicht ganz verstanden, ob das System des sexuell motivierten Machtmissbrauchs nun eigentlich seit 38 oder 25 jahren noch immer unverändert weiterbesteht oder nicht: Wenn Nein: Was soll’s dann? Wenn Ja: Warum nimmt man dann nicht einen neuen Fall, der gerichtlich aufgeklärt werden und etwas bewirken kann? Oder warum gründet man nicht mal eine öffentliche Task Force zur Aufklärung aller verschwiegenen und verjährten Übergriffe berühmter Presse-Chefredakteure?

      Noch einmal anders (wenn auch etwas schwer vergleichbar) gefragt: Wenn z.B. Herr Kachelmann schuldig gewesen wäre: Wäre dann die BILD-Berichterstattung von Anfang an und rückwirkend richtig und gut gewesen? Leider geht der “Einspruch” auf den Kern der Kritik gar nicht ein, obwohl sich Vier Füntel des (meines) Textes damit beschäftigen.

      Der “Einspruch” befasst sich mit Beweiswürdigungs-Details, die sich weder einer Junior-Professur aufdrängen noch für dien kritisierten Text überhaupt wichtig sind; auch dies ist ein Missverständnis. Die Autorin des Einspruchs kann und darf Beweise würdigen, wie immer sie will, und uns die unendlichen Möglichkeiten eines “45-minütigen Kampfgeschens” aus dem Jahr 1980 vor Augen führen. Sie bewegt sich damit aber nur exakt auf der Ebene dessen, was sowieso passiert. Der Sinn meines “Sternchen”-Textes ist damit schlicht verfehlt.
      Ich bin nämlich, liebe Empörungs-Gemeinde, zu jeder Zeit und – soweit ich kann und verstehe – möglichst unbestechlich ein ganz entschiedener Freund der “Sternchen” jeder Art und kein Freund derjenigen, die sie dazu erst erklären und dann zu retten behaupten.

      1. Alice Schwarzer hat den “Fall Wedel” längst noch viel perfider verwendet, nämlich WIEDER die Unschuld Kachelmanns in Zweifel gezogen.

        “Zehn Monate später kam der Richter am Landgericht Mannheim zu exakt demselben Schluss wie ich. Er sprach Kachelmann „aus Mangel an Beweisen“ frei. Aber er ließ es sich nicht nehmen, in einer ungewöhnlich ausführlichen Urteilsbegründung darauf hinzuweisen, dass das Gericht „die Wahrheit“ nicht habe finden können. Beides sei möglich: Er oder sie lüge bzw. sage die Wahrheit. Die Medien sollten dies doch bitte unbedingt bei ihrer Berichterstattung berücksichtigen.
        Die Medien taten das Gegenteil. Kachelmann unschuldig! lauteten die Schlagzeilen. Und: Die Ex-Freundin hat gelogen. Die wurde prompt von Kachelmann mit einer Klage wegen „Verleumdung“ verfolgt. Doch im April 2016 stellte das Bundesverfassungsgericht höchstrichterlich fest, dass im Fall Kachelmann bei so einem Urteil eben jede Seite ihre „subjektive Wahrheit“ habe und sie also auch öffentlich verkünden dürfe.”
        https://www.aliceschwarzer.de/artikel/von-wedel-bis-kachelmann-335345

        Falschdarstellungen und Lügen,
        SO geht das, wenn der Mob (die Mobbin?) erstmal aktiviert ist und ihn (sie) niemand stoppt!

    2. __________________________________________________________
      Columba Livia sagt:
      30.01.2018 um 16:52 Uhr
      Unbedingt empfehlenswert der Kommentar von Elisa Hover auf diesem Portal und dazu noch meine Frage, die eigentlich auch hierher gehörte:
      „das wollte ich Herrn Fischer noch zuletzt fragen, ob er auch meint dass andere Fälle möglicherweise verjährter Straftaten nicht mehr journalistisch recherchiert und aufbereitet berichtet werden sollten oder ob das nur für Straftaten von Männern gegen Frauen gilt. Letzteres schreibe ich jetzt mal ganz polemisch.“
      ——————————————————————————————-
      Falls Sie mich das fragen:

      Auch wenn Kachelmann schuldig gewesen wäre, wäre die Berichterstattung der BILD-Zeitung nicht in Ordnung gewesen.
      Übrigens vor allem, weil es da um eine private Angelegenheit von 2 Personen ging, während es sich bei Wedel letztlich doch eher um eine öffentliche Angelegenheit handelt.
      Und, lieber Herr Fischer, wenn Sie sich mal die Kommentare unter den Artikeln zu Gemüte führen, dann sehen Sie, dass die “Empörungsgemeinde” hauptsächlich Ihnen zustimmt und auch unter ZEIT-Artikeln bedenklich in Richtung Frauenfeindlichkeit ausschlägt, wobei zusätzlich deutlich wird, dass die Empörungswelle nach der Kölner Silvesternacht keineswegs frauenfreundlich, sondern eher fremdenfeindlich motiviert war.

      1. Einmal zurückgefragt:
        Im NOvember 2017 veröffentlichte die ZEIT-Online-Journalistin Würfel einen Artikel über (aktuelle) sexuelle Übergiffe im Berliner Kulturbetrieb. Sie stellte darin allerlei Vehauptungen auf und sagte, sie “kenne” verschiedene verdächtige und mutmaßliche Täter von Übergriffen, Vergwaltigungen usw.
        Daraufhin wurde sie von einer leitenden Journalistin der Zeit am 18.11. auf Zeit-Online öffentlich zusammengeputzt “Soll das Journalismus sein?”, es wurde ihr vorgehalten:

        “(Wollen) Sie irgendwelche Namen öffentlich machen? Mit welchem Recht? Und wo? In der ZEIT? (…) ‘Ich will, dass Ihr Euch ändert!” Ein großes Wort. Klingt nach Tugendtribunal (…) Ist Erpressung und Rufmord jetzt eine neue Art des Journalismus? (…) Verbrechen zu verfolgen und zu bestrafen, ist Sache der Justiz. Nicht der Autorin Würfel.“

        Gut gebrüllt, Löwin!

        Über die Gründung einer Recherche-Gruppe zur Auffindung der
        zahlreichen Täter, die (angeblich) bekannt sind, ist nichts bekannt geworden.

    3. Ich ignoriere mal Ihre Polemik und werfe zu Ihrer Frage das sogenannte “Lebach-Urteil” in den Ring:

      “e) Insgesamt ist somit eine wiederholte, nicht mehr durch das aktuelle Informationsinteresse gedeckte Fernsehberichterstattung über eine schwere Straftat jedenfalls dann unzulässig, wenn sie die Resozialisierung des Täters gefährdet. Die für die soziale Existenz des Täters lebenswichtige Chance, sich in die freie Gesellschaft wieder einzugliedern, und das Interesse der Gemeinschaft an seiner Resozialisierung gehen grundsätzlich dem Interesse an einer weiteren Erörterung der Tat vor. (…)
      Allgemein gilt: Je mehr eine Sendung das Typische einer Straftat zum Gegenstand hat, um so weniger wird sie einer Identifizierung der Täter bedürfen.”

      http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv035202.html

      Ginge es also vorrangig um ein “Machtsystem” innerhalb einer Branche oder gar Gesellschaft, was übrigens derzeit als Thema behauptet wird, bedürfte es nicht der Namensnennung.
      Schon gar nicht dann, wenn es aktuelle Anschuldigungen nicht gibt, der “Täter” also offensichtlich bereits “resozialisiert” ist.

      Lediglich wegen der Verlängerung der Verjährungsfrist in einem Fall durch Änderung des § 78b StGB seit 27. Januar 2015 “wurde” dieser eine Fall durch “plötzliche Entdeckung” dieser Tatsache nun zum Thema einer “aktuellen Berichterstattung”.

      Ein Schelm, wer dabei böses denkt…

  13. Ich denke ebenfalls, daß die Argumentation von Frau Hoven am Kernpunkt des Artikels von Fischer vorbeigeht. Ihm geht es ja nicht nur um die beiden Artikel und deren Inhalte in der ZEIT, sondern auch um die Stellungnahmen des Hauses dazu, wie das von ihm zitierte Interview.

    Die stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT, Sabine Rückert, schrieb am 11. Januar auf Zeit Online:

    “Natürlich war niemand bei den Angriffen, die sie beschreiben, dabei. Auch die ZEIT nicht. Hier steht die Aussage mehrerer Frauen gegen die von Dieter Wedel, der nicht mit der ZEIT sprechen wollte, aber die Vorwürfe schriftlich dementiert hat. Doch vor diesem Problem stehen Staatsanwälte und Richter [sic!] jeden Tag. Warum sollte die ZEIT ihm ausweichen? Hätte die Beweislage [sic!] ein Grund sein sollen, auf die Veröffentlichung der Vorwürfe zu verzichten?”

    “Wir haben uns das Vorgehen von Ermittlern [sic!] zum Vorbild genommen und anschließend das Ergebnis von mehr als zwei Monaten Recherche und fast fünfzig Befragungen gewürdigt [sic!]. Danach mussten wir das Tatgeschehen [sic!] für hochwahrscheinlich halten. Daher berichten wir.”
    http://www.zeit.de/kultur/film/2018-01/dieter-wedel-vorwuerfe-zeit-magazin-verjaehrung/komplettansicht

    Ich finde das unfaßbar:
    Frau ‘Staatsanwältin’ Rückert hat also ermitteln lassen, hat dann nach ‘Beweisaufnahme’ das “Ergebnis gewürdigt” und hält das “Tatgeschehen für hochwahrscheinlich” [hinreichender Tatverdacht?]! Sie eröffnet damit selbst quasi als ‘Richterin’ das Hauptverfahren und läßt die ‘Anklage’ verlesen, mit dem hämischen Hinweis, der ‘Angeklagte’ habe sich zwar kurz zur Sache eingelassen, bleibe aber ansonsten der Verhandlung freiwillig fern, vom Verteidiger höre man ja auch nichts…
    Diese lediglich aus der Anklage bestehende ‘Verhandlung’ findet nun auf dem Marktplatz statt, und spätestens nachdem nun noch eine Schippe weiterer verjährter Anschuldigungen aus entsprechend einseitiger, emotional gefärbter, zudem mit allerlei Gerüchten verzierter “Opferperspektive” draufgelegt worden ist, steht das Urteil der Öffentlichkeit fest, wird auf unflätigste Weise herausgebrüllt (u.a. Verhoeven auf Facebook) und von der Menge bejubelt und beklatscht.

    Liegt es wirklich nur an den Lesern, die diese “Berichterstattung” völlig falsch verstanden haben?
    Oder liegt der Grund möglicherweise darin, daß die Autorinnen doch keinen wirklich “ausgewogenen Text” (Hoven) verfasst haben?

    Presserechtlich möglicherweise noch im erlaubten Bereich.
    Aber einige der kritischen Fragen, die Herr Fischer stellt, insbesondere an die “vielen, vielen Zeugen”, die zeigen, daß die Opfer eben nicht “allein” waren, hätten die Autorinnen m.E. stellen müssen, um auch nur ansatzweise Ausgewogenheit zu erreichen.

    Immerhin hat inzwischen auch die Staatsanwaltschaft, nachdem sich herausstellte, daß für einen der Fälle die Verjährungsfrist noch nicht verstrichen ist, einen “Anfangsverdacht” (!) für Ermittlungen gesehen.
    SIE wird nun tatsächlich ermitteln, und das ist gut so.
    Das Ergebnis sollte abgewartet werden.

    1. Hinter vorgehaltener Hand soll gemunkelt werden, dass es neben dem Bundesgerichtshof nun auch ganz inoffiziell den Pressevolksgerichtshof geben soll, weil die bösen Richter sooft daneben liegen und den selbsternannten oder tatsächlichen Journalistinnen (m/w) wenigstens einmal zu oft nicht folgen wollten. Alles natürlich selbst-aufopfernd für den heiligen Leser und im Namen der Gerechtigkeit und des Besserstellungsauftrages in der feministischen Sache.

      1. Diesem, wie auch Ihrem Kommentar weiter unten (“Redaktionsfaschismus”) entnehme ich, daß Sie meinen Kommentar lediglich durch Ihre Zustimmung für Ihre eigenen Zwecke mißbrauchen.
        Darauf verzichte ich gerne.

      2. Worauf “Fotobiene” verzichtet oder nicht, dass nimmt mir kein Brot, bricht mir kein Bein und macht mich nicht krank. Es sollte sich ganz allgemein als Konsens durchsetzen, dass es für Meinungs- und Betrachtungsvielfalt keinerlei vorherige Genehmigung braucht und auch nicht an Qualität gewinnt oder verliert, weil jemand zustimmt oder eben auch nicht. Schönes Sumsum noch ^^

      3. Was willst DU eigentlich Markus Roth. Männer, die ihre Macht gegenüber untergebenen ausnützen verteidigen oder was. Es gibt viele Beweise und es gibt die ARD/ZDF-Studie, die “massive Frauendiskriminierung” ergeben hat. Es gibt andererseits das “Bordell Europas” in dem Männer glauben, Frauen gebrauchen zu dürfen. Wohin wir dringend kommen müssen ist das, was uns Schweden vormacht. 50/50-Quote im gesamten Filmbusiness. Wer die 50/50 nicht zustande bringt, macht weder einen Film noch bekommt er Förderung aus Gebühren und Steuergeldern. Fertig. Damit ist diese extreme Männer-Macht…wenige Entscheider, 85 % Regisseure, 70 % Männerrollen, max. 30 % saudumme Frauenrollen und dann werden von den Gebühren noch alle Österreicher, Schweizer etc. bei uns beschäftigt, weil es in deren Land gar keine Filmwirtschaft gibt. Aus Steuer- und Gebührengeldern Machtapparate für Männer schaffen… die Frauen diskriminieren und auch noch übergriffig werden dürfen, weil die Frauen ganz schnell keine Arbeit mehr haben werden.. das darf es nicht geben. Renan Demirkan hat das heute in “Volle Kanne” genau beschrieben. Und diese ganzen giftigen Männer-Posts hier zeigen nur eins: Ihr seid ALLE keine Männer in Machtpositionen. Vor Euch hat bestimmt keine Frau Angst oder kann sich nicht wehren. Um EUCH gehts gar nicht – wie lächerlich. Hier gehts ausschließlich um Männer mit übergroßer Macht, die ihre Macht ausnützen und Frauen in jeder Form unterdrücken. Und das aus Steuer- und Gebührengeldern – die Frauen finanzieren sozusagen ihre eigene Unterdrückung. Die Autorin Annette Hess hat auf Quotenmeter erklärt: Da sitzt ein omnipotenter Regisseur und sagt, eine Frauenfigur aus der Geschichte (Sabine hieß sie glaube ich) muss raus, die gefällt ihm nicht. Der Redakteur stimmt sofort zu. Frau Hess meinte, das ist reiner Machtmißbrauch und der Sender sitzt dabei und lässt das zu. UM SOWAS GEHTs und um viel schlimmeres. Kapiert Herr Roth und Konsorten?!

  14. Liebe Frau Dr. Hoven

    auch mir war Ihre sachliche Entgegnung auf Herrn Fischers selbstverliebte Thesen willkommen. Hierfür sollte die Zeit eigentlich keine Plattform mehr bieten.

    Vielen Dank

    1. Genau!

      Man sollte überhaupt künftig erstmal die “Liebe Fr. Dr. Hoven” fragen, ehe man eine Plattform für irgendjemanden bietet.

      Bitteschön. Macht fünf Mark.

    2. Immer wieder erstaunlich, wie sich manche Leute derart an Herrn Fischers Duktus stören, dass sie keinen klaren Gedanken mehr zustande bringen.

      1. es ist mE nicht sachdienlich, wenn bei der Verhandlung das mutmaßliche Opfer einer Gewalttat erklären soll, wann der Kopf wohin geschlagen wurde, und warum, etc. Noch unverständlicher wird es, wenn bei der Verdachtsberichterstattung eine solche Vorgabe gemacht wird.

      2. Nur dass Herr Fischer eine solche Vorgabe eben nicht gemacht hat. Das kann man in seinen Text beim besten Willen nicht hineinlesen. Es ging ihm darum, die von der Zeit selbst aufgestellte Behauptung zu relativieren, sie habe eine Beweiswürdigung auf quasi-gerichtlichem Niveau vorgenommen.

        Es ist im Übrigen natürlich genau so, dass eine Opferzeugin ihre Schilderungen widerspruchsfrei anbringen oder eben Rückfragen erdulden muss. Das wird von den meisten (nicht allen) Gerichten – entgegen dem, was Sie sich anscheinend vorstellen – heutzutage mit großer Rücksichtnahme gemacht. Aber es muss selbstverständlich ein konsistentes Bild des Tathergangs entstehen, und gerade in den für Laien oft nebensächlichen Details kann sich entscheiden, ob die Zeugin glaubwürdig ist oder einen erfundenen Hergang schildert.

      3. Zu Pieldner, 31.1. 08.54:
        Das haben Sie nicht richtig verstanden:
        Erstens geht es hier nicht um eine “Verhandlung”, und zweitens “soll” das mutmaßliche Opfer uns oder der Zeit überhaupt nichts erklären.
        Um – in einem Strafprozess – zu klären, ob das “mutmaßliche” auch ein tatsächliches Opfer ist, sind z.B. Tatumstände, Motive, Abläufe, Indizien genau aufzuklären. Das ist bei einem 38 Jahre alten Geschehen meist sehr schwierig.
        Ich kritisiere überhaupt nicht, dass die ZEIT das nicht gemacht hat, denn das kann eine “Recherche”-Gruppe von Journalisten gar nicht.

        Darum (unter anderem) geht es doch gerade: Zeitungen d+ürfen nicht so tun, als leisteten sie quasi “stellvertretend” für die Justiz eine Ermittlungsarbeit, die zu ähnlich genauen und legitimen “Urteilen” führt (wobei das Gericht dann “die Leser” sind).

        Stellen Sie sich einfach vor, die behauptete Tat sei nicht verjährt und werde jetzt vor Gericht verhandelt. Meinen Sie, dass Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht mit den Beweisergebnissen und Beweismitteln auskämen, die die Redaktion bisher “dem Leser” vorgelegt hat?
        Was, meinen Sie, würde wohl die Verteidigung fragen, in Frage stellen, bezweifeln, für unbewiesen halten usw.? Mit was würde sich wohl ein Glaubwürdigkeits-Gutachter befassen und auseinandersetzen?
        Die Autorin des “Einspruchs” spricht von einem “45-minütigen Kampfgeschehen” . Für den Ausgang des Prozesses entscheidend wäre (unter anderem), ob, warum und wie der Beschuldigte das Opfer nach 45 Minuten Kampfgeschehen hat gehen lassen. Wie – probeweise – würden Sie darüber Beweis erheben?
        Abgesehen davon: Um die Beweiswürdigung geht es mir inhaltlich überhaupt nicht; das ist in meinem Text ja mehrfach ausdrücklich gesagt. Es geht mitr (nur) um die Struktur der Berichterstattung, die Rolle, die sich die Presse zuweist, und ihre eigene (heutige!) Verstrickung in das System, das sie anhand jahrzehntealter Fälle anprangert.

    3. Anders:
      Ich finde es richtig, daß Fischer bereits seit Ende letzten Jahres die ZEIT nicht mehr durch seine wunderbaren Beiträge aufwertet.

      Allerdings scheint mir auch diese Plattform bei Weitem noch nicht die ideale zu sein.
      Eine eigene wäre für TF wünschenswert und hätte ganz sicher regen Zu- und Widerspruch.

      1. zu Illen und Thomas Fischer:
        haben Sie Vielen Dank für die Antwort, da habe ich den Ausgangstext wohl nicht richtig gelesen/verstanden.

  15. Der Einspruch meiner Kollegin geht davon aus, dass “eine Verdachtsberichterstattung – also eine Berichterstattung über gerichtlich noch nicht geklärte Sachverhalte – (dann überhaupt) möglich sein soll.” Okay. Hierzu kann ich nur sagen: Thema verfehlt; denn es ist keine Verdacht Berichterstattung, sondern ein vernichtendes Urteil übe einen “Schattenmann”. Die breit angelegte Recherche folgt keinen Regeln, sondern bricht alle Regeln und handelt von einem Fall aus den 1980er Jahren, der sicher verjährt ist.
    Die These, niemand habe der verletzten Frau damals die Geschichte geglaubt, ist ebenfalls überholt, da es seit 2006 eine unabhängige Beschwerdestelle gibt. Heute kann besser reagiert werden. Die ZEIT hätte ruhig darüber berichten können. Hat sie aber nicht, weil sie nicht über einen “Verdacht” berichten wollte, sondern ein mediales Urteile fällen. Das hat die Journalistin – trotz abstrakter Hinweise auf Regeln, die sie gar nicht eingehalten hat – im Grunde auch zugegeben.
    Mein Schluss: Herrn Fischers Analyse ist zutreffend: Die Rechtfertigungen der Journalistin für ihr Tun sind in sich völlig widersprüchlich.

    1. Da hat jemand aber den Text in der ZEIT offenbar gar nicht gelesen. Sonst wäre Frau Professorin aufgefallen, dass es sich um ein ganzes Autorenkollektiv handelt, was an prominenter Stelle über dem Artikel steht.

      1. Das mit dem Textverständnis scheint hier ein erstaunlich verbreitetes Problem zu sein. Frau Frommel bezieht sich in ihrem vorletzten Satz auf das Interview mit Frau Wahba, das der prominente Aufhänger für Herrn Fischers Artikel war. Vielleicht lesen Sie erst einmal selbst, bevor Sie wildfremde Menschen derart angehen.

    2. Vielen Dank Frau Prof. Frommel, dass Sie die Analyse von Frau Hoven aufgreifen und zu einem mir nachvollziehbaren Resümee kommen. Als Bürger ohne Rang und bekannten Namen verzweifle ich angesichts solch ideologischer Analysen im Schein der Wissenschaft und frage mich gelegentlich, ob denn die ganze Welt verrückt geworden ist. Ihre Betrachtungen, nicht nur in diesem Sachverhalt und notfalls auch gegen den tagesaktuellen Mainstream, sind sehr wichtig! Ich behaupte, dass Sie neben Herrn Fischer eine der ganz wenigen Personen des öffentlichen Lebens sind, welche sich noch trauen, eine Ansicht entgegen den Mainstream offen zu vertreten. Dafür schulde ich Ihnen aufrichtige Hochachtung! Dass es sich im konkreten Sachverhalt um keine journalistisch saubere Verdachtsberichtserstattung mehr handelt, sondern um ein unverschämt vernichtendes Urteil, sollte nicht nur jedem nicht ideologisch Denkenden klar sein, sondern eigentlich auch für deutlich hörbare Empörung sorgen, anstatt für alles andere überragenden Applaus aus populistisch-feministischen Kreisen. Vielleicht ist die Welt doch ein kleines bisschen verrückt(er) geworden.

    3. …Inzwischen haben wir ja – nach den beeindruckenden Analysen der Herren Schweiger und Verhoeven – auch eine weitere öffentliche Befragung einer betroffenen Frau in der Illner-Talkshow vom 1.2. durchgeführt.

      Befragt, “warum sind Sie an die Öffentlichkeit gegangen?”, antwortete sie: “Ich hätte mich damals nicht getraut, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil mir sowieso niemand geglaubt hat. Ich war ‘ne junge Schauspielerin und das hätte meine Karriere kaputtgemacht, das hätt ich mich nie getraut.”

      Zur Frage, warum sie es jetzt erzählt habe: “Und warum ich’s jetzt gemacht hab, hat folgenden Grund: ich wollte den Frauen damit Rückendeckung geben. Es geht mir darum, diesen Frauen zu zeigen, dass sie Unterstützung brauchen.”

      “Niemand hat mir geglaubt” ist wohl nicht richtig: Im ZEIT-Magazin ist zu lesen, dass sie nur mit zwei Menschen über den Vorfall gespriochen habe, die ihr beide glaubten. Angst um die Karriere dagegen ist ein plausibler Grund.
      Bleibt: Warum jetzt? Das wird weiterhin nicht klar. Die vielfache Beteuerung, es sei erforderlich, “damit sich etwas ändert”, ist mit der gleichzeitigen Beteuerung, es gebe keine entsprechenden aktuellen Fälle und die Verhältnissse hätten sich weithin geändert, nicht vereinbar.

      Unerfindlich etwa bleibt, warum der ZDF-Intendant (und andere) verkünden, es werde nun in den Akten nach weiteren möglichen Wedel-Fällen aus vergangenen Jahrzehnten gesucht – statt in den heutigen Produktionen nach Fällen von heute zu suchen.

      22 Wedel-Fälle seien der ZEIT bekannt, teilte der Chefredakteur mit. Das reicht also noch für drei weitere Folgen. Man kann das – selbstverständlich – alles recherchieren und medial aufarbeiten: Aus historischen Gründen, oder um ein Portrait einer deutschen Regisseur-Karriere zu zeichnen oder warum auch immer. Aber dass man die Wedel-Fälle braucht, um heute Schauspielerinnen davor zu schützen, von Regisseuren, Castern oder sonstigen “einflussreichen” Menschen vergewaltigt zu werden, glaube ich nicht.
      Duie ständige Berufung auf ein System des Schweigens”, das angeblich bis heute die ganze Gesellschaft durcvhjziehe und die armein Opfer zu jahrzehntelangem “Mitmachen”, Resignieren und Unterordnen zwinge, ist eine zirkuläre Verdrehung und sich selbst immer wieder neu bestätigende Behauptung, die den “Opfer-Status” der Personen, die man angeblich stärken will, einfach festschreibt.

      Ich finde, es ist eher eine Frechheit, permanent zu behaupten, alle (oder: die meisten) junge Schauspielerinnen des Jahres 2018 befänden sich in einem System der Gewalt und des Missbrauchs, gegen das sie keine Chance hätten sich zu wehren, wenn nicht 60jährigen Menschen endlich öffenlich darüber erzählen, wie sie von heute 75jährigen Menschen vor 30 Jahren erbärmlich behandelt wurden.

      Wenn es wirklich entscheidend wichtig wäre, dass die Zeuginnen der Jahre 1975 bis 1995 heute “diesen Frauen zeigen, dass sie Unterstützung brauchen”, dann könnte man doch wohl annehmen, dass dieses extrem populäre, extrem, präsente und extrem breit getragene Bdemühen einmal irgendeinen Erfolg hätte, dass aklso irgendeine von “diesen Frauen”, die sich bisher nicht trauen, gegen sie HEUTE begangene Taten zu offenbaren, nun den Mut fänden, dies zu tun. Es ist schwer verständlich, wie die Runde der Enthüller und Ermittler mit bedeutenden Gesichtern im Kreise sitzt und immerzu beteuert, man sei dabei, “den Frauen heute” zu helfen, sich aber – soweit ersichtlich – weder ein Massenansturm von Hilfebedürftigen zeigt noch auch nur nennenswerte Einzelfälle finden lassen.

  16. Warum nur extrem alte Fälle? Es gibt doch längst (schon seit 2006) eine unabhängige Stelle für die Gruppe der in Fristverträgen ungeschützten Schauspieler. Die Analyse der dort geleisteten Arbeit schafft aber keinen Sündenbock. Eine Sensationspresse scheint Sündenböcke zu benötigen. Haben wir das nötig? Wieso kopieren wir in Deutschland das unsägliche amerikanische System des reinen Kommerz? Dort gibt es keine angemessene Beratung für Betroffene, und es ist dort sehr schwer, gegen einen vermögenden oder gar reichen Beschuldigten zu klagen. Alles keine europäischen, und schon gar keine deutschen Probleme. Hier gibt es eine kostenlose Beratung auf allen Ebenen.

    1. Die traurige Wahrheit dürfte sein, dass die beteiligten Autorinnen einfach daran glauben wollen, dass es ein umfassendes System des (sexuellen) Machtmissbrauchs auch heute noch gibt, gegen das sie nun als Krieger des Lichts anschreiben. Es ist wie Sie wenn ich Sie richtig verstehe selbst wissen nicht das erste Mal, dass amerikanische Gesellschaftsdiskussionen mit großem Eifer und wenig Nachdenken medial nach Deutschland importiert werden. Eine mE wirklich bedenkliche Entwicklung.

      1. Illen – es gibt keinen Sexismus OHNE MACHT. Begreif das endlich. Und JA es gibt ein umfassendes System des “massiven Frauendiskriminierung” bei ARD/ZDF und dem ganzen Film- und Fernsehbusiness. Du scheinst einfach keine Ahnung zu haben und Frau Dr. Monika Frommel auch nicht. Ich finde dieses Nichtwissen sehr bedenklich, denn im Februar 17 kam die ARD/ZDF-Studie heraus mit dem Haupt-Ergebnis “massive Frauendiskriminierung” bei Film und Fernsehen. Einfach mal lesen und nicht herumschwadronieren, das wäre mein Rat an Dich. Google mal “Gender und Fernsehfilm”.. da ploppt es gleich auf.. Und sei froh, dass Du hier nicht mit Deinem wirklichen Namen stehst, das wäre schon mega-peinlich.

      2. @Till Eule

        Alles schön und gut, aber Sie haben den Capslock bei ‘massive Frauendiskriminierung’ vergessen.

        Nein, verzeihen Sie. Ich will Sie ja ernstnehmen. Nur beachten Sie bitte, dass es Ihrer guten Sache nicht zuträglich ist, wenn Sie sich derart unhöflich gegenüber wildfremden Menschen äußern.

        Zunächst einmal sind Frauendiskriminierung und sexueller Machtmissbrauch nicht dasselbe. Letzteres kann aus erstem hervorgehen, aber mit der Feststellung, es existiere Diskriminierung haben Sie noch kein System des Machtmissbrauchs bewiesen.

        Ich kenne die von Ihnen angebrachte Studie. Über deren Dateninterpretation, die Sie ja offenkundig teilen, lautet grob gesagt: wenn Frauen in einem Bereich unterrepräsentiert sind, dann liegt Diskriminierung vor. Frauen besetzen in vielen Bereichen des ÖR weit weniger als 50% der Stellen. Also werden sie massiv diskriminiert. Würden Sie dem soweit zustimmen?

        Mir ist klar, dass dieses Interpretationsmuster in den letzten Jahren in weiten Teilen der medialen und politischen Öffentlichkeit in den Rang einer absoluten Wahrheit erhoben wurde, Sie sind da nicht allein. Ich kann Sie nur einladen, sich einmal zu fragen: woher wissen wir eigentlich, dass jede Unterrepräsentation von Frauen daran liegt, dass sie diskriminiert werden?

        Nach dieser Vorstellung wären ja, wenn erst einmal alle Diskriminierungen beseitigt wären, alle Jobs zu 50% mit Frauen besetzt.

        Aber können Sie sich vorstellen, dass in einer diskriminierungsfreien Welt – und das meine ich nicht abwertend! – Frauen 50% aller Jobs im Straßenbau innehaben würden? Natürlich nicht, denn auch ohne Diskriminierung gibt es Jobs, die sich Frauen nicht in ausreichender Zahl körperlich zutrauen, oder einfach kein ausreichendes Interesse daran haben, um auf 50% zu kommen. Und das ist auch in Ordnung so.

        Nur, und jetzt kommt das Entscheidende: wer sagt Ihnen denn, dass es solche Gründe nicht auch heute schon gibt, die ganz ohne Diskriminierung erklären würden, warum es nicht 50% weibliche Dax-Vorstände gibt? Gibt es vielleicht einfach deutlich weniger Frauen als Männer, die ein tatsächliches Interesse daran haben, diese Jobs mit all ihren Konsequenzen (80-Stunden-Woche, Dauererreichbarkeit, usw) auszufüllen?

        Verstehen Sie mich nicht falsch. Vielleicht liegt es an bloßer Diskriminierung und sonst an nichts. Aber ist es nicht frappierend, dass wir das bisher nicht wissen, sondern einfach nur behaupten?

        Zumal, aber das nur am Rande für Interessierte, die Untersuchungen und Statistiken, die es dazu gibt, weit überwiegend für einen multikausalen Zusammenhang sprechen, so zB das Gender Equality Paradoxon (je weiter oben auf den Gender Equality Indezes, umso stärker entscheiden sich Männer und Frauen für klassische Klischeeberufe, v.a. in Skandinavien), oder, sehr instruktiv, die soziologisch-ethnologische Langzeitstudie von Melford Spiro, der über mehrere Jahrzehnte israelische Kibbutze begleitete, die sich einem radikalen Gleichstellungssystem verschrieben hatten und feststellen mussten, dass die Frauen (!) der zweiten Generation trotz umfassender, abgeschiedener Gleichstellungserziehung rebellierten und nach längerem Machtkampf gegen die alten Autoritäten durchsetzten, dass sie sich wieder mehr um ihre Kinder kümmern dürfen und nur noch teilzeitig arbeiten. Oder, ganz aktuell, eine Studie von Anna Busse und Christina Gathmann für das IZA Bonn, der zufolge ein verbessertes Angebot von Kindertagesstätten nicht zu einer erhöhten Erwerbstätigkeit von Müttern führt. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

        Sie merken worauf ich hinaus will. Frauen sollen die gleichen Möglichkeiten haben wie Männer, und wo Diskriminierung besteht, gehört sie bekämpft. Aber die simple Gleichung Unterrepräsentation=Diskriminierung ist – jedenfalls wenn man den Maßstab einer ideologiefreien Rationalität anlegt – unhaltbar.

      3. Illen – SIe haben die Studie nicht gelesen sondern offensichtlich nur die Schlagzeilen. Dort steht beispielhaft, dass die 50 % Frauen, die Regie studieren, KEINE ARBEIT BEKOMMEN. Statt dessen arbeitet der ÖR zu 85 bis 90 % nur mit MÄNNER REGISSEUREN. Und die Studie erklärt auch warum. Weil die “wenigen Entscheider” natürlich Männer sind und weil die stereotypen Zuweisungen (sic!) nicht hinterfragt werden. Und das in einem Gebührenfinanzierten System in Deutschland, das im Grundgesetz die Gleichberechtigung stehen hat. Quoten finden die Männer natürlich blöd. Aber Quoten haben in Schweden bewiesen – obwohl niemand daran glaubte – dass das sofort und ohne Schwierigkeiten funktioniert. Den ÖR wurde dringend geraten, die Stereotypen anzupacken, die wohl bei Männer als auch bei Frauen gleichermaßen vorhanden sind. Ihre sonstigen Ausführungen zu Frauen, die lieber bei den Kindern bleiben, sind totaler Unsinn. Wer die Kinder-Situation der Frauen in Frankreich seit Jahrzehnten mit der in deutschland vergleicht, weiß genau, dass es in Frankreich NULL Probleme für Frauen im Beruf gibt. Wer einmal in F gearbeitet hat und die Kinder gut versorgt wusste, verzweifel tin Deutschland. Schuld sind die “alten Männer”, die im Nachkriegsdeutschland alles verweigert haben, was Kinderbetreuung etc. anlangte. Wir leide noch heute darunter, was diese Männer in D den Frauen angetan haben. Meisten waren sie CDU/CSU-Männer. Bei uns müssen die armen, berufstätigen Frauen auch heute noch mit diesen Zuständen zurecht kommen und zahlen dafür auch noch unfassbar hohe Summen für Krippen etc. Kein Wunder, dass irgendwelche dummen Umfragen bei Verhältnissen wie bei uns auch noch den Schwachsinn bestätigen. Ich rate Ihnen, die Studie richtig zu lesen und auch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Sie labern sich da eins auf vollkommen falscher Daten- und Informations-Interpretation. Und Knowhow über die Branche, über die sie da “urteilen” haben sie offensichtlich auch keins. Ich erinnere mich an früher entstandene Studien, in denen gesagt wurde, männliche Babys würden schon so getragen, dass sie in die Welt schauen können… während man Mädchen immer an die Brust drückt… um sie zu “beschützen”. Was wohl aus diesen “Jungs” wird und was aus den Mädchen. Wollen wir wirklich darüber diskutieren? Ich glaube, Konstrukte wie diese gebühren-finanzierten Moloche sind bestens geeignet, diese Diskriminierungen aufzulösen und zu zeigen, dass es nur Stereotype und die Männer-Strukturen sind, die Frauen behindern und unterdrücken. Dass 85 % Männer Regie machen bzw. über 70 % der Rollen für Männer geschrieben werden ist außer den betroffenen Frauen niemandem aufgefallen. Komisch… Und Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. ich kenne viele tolle selbstbewusste und starke Frauen, die erst mühsam entdeckt haben, was abgeht, dass sie in diesem Business nicht Fuß fassen können. Man sieht ja, welchen Frauentyp Produzenten, Regisseure, Redakteure nett finden. Wenn allerdings beim ÖR-MONOPOL die Männer-Macht solche Studien-Zahlen verschulden und die große Filmwirtschaft von diesen “extrem wenigen Entscheidern” abhängig ist, dann passiert das mit den Frauen, was – ganz sicher schon seit Wedel – abläuft: MASSIVE FRAUENDISKRIMINIERUNG. Ich brauche – auch als Gebührenzahler – nicht 70 % Männer in Filmen, auch alte… und maximal 30 % Frauen in beschissenen Rollen – natürlich keine alten denn statt dessen müssen junge ständig mit alten Männern ins Bett.. pfui Deibel. Alles offensichtlich alte-Männer-Träume oder?

      4. @Till Eule:

        Studien “erklären” überhaupt nichts, sondern sie bieten mehr oder weniger plausible Erklärungsansätze, die die beteiligten Forscher aus ihren Daten interpretieren.

        ZB eine Onlineumfrage + 10 qualitative Interviews, die die Beteiligten im Falle Ihrer Studie durchgeführt haben, um Hypothesen für ihre Befunde zu entwickeln.

        Ich würde ja mit Ihnen darüber diskutieren, aber ich habe ehrlich gesagt keine Lust, Ihre Sachargumente zwischen all den persönlichen Unterstellungen und Anwerfungen herauszufischen.

    2. Ich stimme Ihnen zu (was nicht schwierig ist, da Sie mir zustimmen).

      Hovens “Einspruch” liegt neben der Sache und hat den Kern dessen, wogegen er sich angeblich richtet, gar nicht verstanden.

      ZEIT hat Wedel am 25.1. als “Der Schattenmann” vorgestellt. Das ist eine Verbrecherfigur aus einem Wedel-Film.
      Eine solche Vorab-Vernichtung hat weder mit Verdachts-Berichterstattung noch mit den hehren Beteuerungen der “Unschuldsvermutung” zu tun, die prdoduziert werden.

      Sie hat auch – und das ist offenbar am allereschwierigsten zu verstehen – gar nichts damit zu tun, was “am Ende” herauskommt. Alles, was die ZEIT bisher zu sagen hat, ist, dass sie “wirklich überzeugt” gewesen sei und dass die Beweise gegen Wedel wirklich ganz schwerwiegend seien.
      Ofgfenbar bemerktr man da gar nicht mehr, dass man in einem zirkulären System argumentiert, das doch angeblich gerade Gegenstand eer “Aufklärung” sein soll.
      Verkürzt gesagt: Selbst wenn Wedel in der wirklichen, wirkliochen Wahrheit alle Taten begangen haben können sollte, dürfte man m.E. nicht vorab sein Foto unter der Überschrift: “Der Schwerverbrecher” veröffentlichen – mit der heuchlerischen Behauptung, man wolle daher verhindern , dass ähnliche Verbrechen wie die vom Verdächtigen begangenen (!) heute noch einmal geschähen…

      Und das verurteilungs-geile Publikum applaudiert dazu ohne Ende, im Bewusstsein, auf der “richtigen” Seite zu sein. Und wenn man dieses “System” kritisiert, wird einem 100mal erzählt, dass es doch wirklich ganz schrecklich sei, was der Verdächtige gatan habe, und dass man sich mit solchen Verbrechern nicht gemein machen dürfe…

      So gerät der Rechtsstaat, für den die Zivil-Gesellschaft so lange gekämpft hat, unter die zermalmenden Räder des (jeweils) “Guten”. Und Beifall wird gespendet aus der Juristischen Fakultät der Universität zu Köln, weil der als “Schattenmann”-Verbrecher abgeurteilte Verdächtige ja doch wirklich verdächtig sei und der BGH – wer hätte das gedacht! – ja auch schon mal etwas zur Verdachtsberichterstattung gesagt hat. Da wäre ja nun niemand drauf gekommen!

      Die ZEIT-Ermitler, so Hoven, hätten doch gar nicht alle Fragen stellen müssen, die vor Gericht gestellt worden wären! Na so was! Da wären wir ja wirklich nicht drauf gekommen. Wir schrieben allerdings, dass wir nur “probeweise” einmal ein paar Fragen formulieren wollten, die gestellt würden, wenn man “nach den Maßstäben der Ermittler” vorginge. Und über die ein URTEIL in der Sache sich vermutlich verhalten sollte.

      Hoven weiß auch, woher auch immer, welche Fragen nahe lagen und welche nicht, um die Beweislage wasserdicht zu machen. Ob man das an der Universität zu Köln lernt oder lehrt, weiß ich nicht; es geht allerdings am Thema meines Textes denkbar weit vorbei.

      Erstaunlich ist, dass Frau Kollegin Hoven sich bereit fand, auf Bestellung und auf die Schnelle eines Tages eine kurze eigene Beweiswürdigung aus der Entfernung sowie ein Gutachten über die presserechtlichen Grundlagen der Verdachtsberichterstattung zu liefern. “Vielen Dank für die netten Worte”, schreibt die Gutachterin einem Leser zurück, der den kritisierten Autor Fischer ad personam schmäht. Das kann man machen, muss es aber nicht. Dies aber (wirklich) nur am Rande, zur akademischen Bewerbungs-Kultur.

  17. Komisch … in der Sache Kai Diekmann (Ermittlung wegen sexueller Belästigung) Anfang letzten Jahres ging es doch auch mit der Zurückhaltung. Da wurde kaum bis gar nicht berichtet und selbst in der Wikipedia wird das Thema bis heute zensiert. Die Presse hält sich also ehr zurück, wenn es in den eigenen Reihen passiert. Oder war es die Angst vor der Macht des Springerclans? Seit der Diekmann Sache ist für mich persönliche der Glauben an eine unabhängige, sachliche und neutrale Presse verloren gegangen. Das Verfahren wurde auch nur eingestellt, weil es Wort gegen Wort war und im Zweifel für den Angeklagten entschieden wird. Selbst Alice Schwarzer schweigt dazu!! Ist Springer echt so mächtig?

    1. Das liegt zum Teil sicher daran, dass letztes Jahr medial noch kein derart verlockendes Narrativ wie #metoo existierte, das unbedingt bedient werden will. Trotzdem ist es natürlich so, dass ein in der Branche exzellent vernetzter Mann wie Diekmann sich ganz anders vor Kampagnen schützen kann, wenn auch sicherlich nicht absolut. Das sollte klar sein.

      1. Mag sein, dass Sie Recht haben. Aber es ärgert mich schon etwas, dass die Presse im Fall Diekmann so still war. Die Ermittlungen wurden -in dubio pro reo- eingestellt. Und doch hält die Presse bei ihren Beispielen zum Thema den Namen Diekmann fein raus. Im Gegensatz zu Kachelmann gab es da keinen 1a Freispruch, nur eine Einstellung. Man hat auch nie erfahren, was aus der Klägerin geworden ist. Wurde sie bei Springer entlassen? Gab es einen Vergleich? Was macht sie heute? Oder etwas ironisch – Lebt sie überhaupt noch? Warum interessiert das keine Redaktion in irgendeinem Pressemedium? Finde das doch recht seltsam und es macht die ganze Diskussion unglaubwürdig und scheinheilig.

    2. Kleine Korrektur: Nicht “wegen sexueller Belästigung” wurde das Verfahren geführt (den Tatbestand gab’s damals noch gar nicht) , sondern wegen sexueller Nötigung im besonders schweren Fall.

      Noch nicht einmal die Einstellung des Verfahrens durch die StA Potsdam wurde breiter berichtet.
      Es gab keine Stories über das mutmaßliche Opfer, keine über den Charakter des Beschuldigten. Es gab auch keine Berichte über den Stand der Beweislage. Es wurden von investigativen Journalisten keine Dritt-Zeugen befragt, keine “alten” Fälle “aufgerollt”. Die sexuellen Präferenzen der Beteiligten blieben unerörtert. Keine (ich wiederhole: keine!) #MeeTioo-Journalistin hat dem spektakulären Fall aus einer obersten Etage des Macht-Systems eine nennenswerte Zeile gewidmet.

      All das ist ganz in Ordnung. Und das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens ist eine klare Sache: § 170 Abs. 2 StPO.
      So soll es sein. Vorbildliche Zurückhaltung der Presse; beispielhafte Verdachtsberichterstattung. Wir sind beeindruckt: Es geht doch.

      Dieser Herr Wedel dagegen…
      Als nächstes knöpfen wir uns dann Herrn Fassbinder vor.
      Damit endlich mal das Schweigen des Lesers gebrochen und das System entlarvt wird.
      Bis dahin berichten wir gern weiter über “Naddels” Aufstieg und Fall, und über die “Möchtegern”Sternchen, die am Reporter vorbeistolpern, bevor ihm der “Star-Regisseur” ein “Exklusiv-Interview” gibt…

      1. Sagen Sie mal – haben Sie die ARD/ZDF-Studie vom Februar 2017 immer noch nicht gelesen? Von wegen diese Strukturen gäbe es nicht und man müsse immer leise sein.. das Gericht wird das schon klären, was wirklich wahr ist. HEJ…. wachen Sie auf! Wozu mischen Sie sich ausgerechnet in den Fall Wedel ein? Warum schreiben Sie nichts zu der Studie, die “massive Frauendiskriminierung” bei ARD und ZDF ergeben hat. DIESE Diskriminierung, DIESE Männer-dominierten Strukturen haben schon bei Wedel perfekt funktioniert und funktionieren bis heute. DIESE Strukturen müssen zerschlagen werden, denn die Bürgerinnen und Bürger zahlen diese Diskriminierung von Frauen mit ihren Steuern und Gebühren. Da brauche ich keinen Richter, der mir den Wedel und die Naddel erklärt. Mir ist auch scheißegal, was Sie an der Zeit u.a. auszusetzen haben und was SIE richtig finden. Mir reicht, dass die Film- und Fernsehwirtschaft Frauen ausbeutet, diskriminiert und einen Männer-dominierten Machtapparat für die Herstellung von Filmen und Serien geschaffen hat. An Beispielen wie die in USA, wie #metoo, wo sehr viele Frauen ihre Geschichten erzählen, kann man sehen: Nur das was – wer auch immer – in solchen festgetackerten Strukturen als SKANDAL veröffentlicht und weiter vorantreibt, so dass die Betroffenen merken, das Schweigen ist vielleicht vorbei, ich kann aufstehen, bringt Änderungen. Nichts anderes. Wie war das mit dem Mißbrauch von Kirchenleuten? Was könnte man da nicht alles aufzählen. In unserem “Rechtsstaat” reicht heute nicht mal mehr eine skandalöse Studie, die für alle zugänglich und nachlesbar ist,
        aus, dass über versiffte Strukturen gesprochen wird geschweige denn dass sie verändert werden müssen. Nicht mal dann, wenn der Bürger diese Systeme mit Steuern und Gebühren aufrecht erhalten MUSS. Es war an der Zeit, dass über den Fall Wedel die Sache ins Rollen kommt. Wie auch immer! Danke dafür an DIE ZEIT. Alle anderen scheren sich einen Dreck um “massiv diskriminierte Frauen”. Oder hat der Richter Fischer irgendeine Statement dazu abgegeben, dass man “Frauen nicht massiv diskriminieren sollte”? Um Wedel macht er sich Sorgen oder wie ist dieser dämliche Männer-gegen-Journalistinnen-Kack hier zu verstehen?

  18. Gem. dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) müssen Beschwerden in kommerziellen Netzwerken zu “Hass”-Kommentaren unverzüglich geprüft und „offensichtlich rechtswidrige“ Inhalte innerhalb von 24 Stunden gelöscht werden. Spätestens 7 Tagen nach Prüfung jeden rechtswidrigen Inhalt sind diese zu löschen und der Zugriff darauf zu sperren.

    Ein Mitarbeiter der Bertelsmannfirma Arvato ermittelt also binnen 24 Stunden oder max. 7 Tagen den kompletten tatsächlichen Sachverhalt, erstellt eine rechtliche Würdigung, simuliert denn kompletten Instanzenweg bis zum BVerfG und kommt dann zu einem unumstösslichen Ergebnis.

    Was können die bei Arvato, was Journalisten nicht auch können sollen müssten?

    1. Ja schade dass hier kein Statement von Herrn Fischer drunter steht. Ich habe den Eindruck, dass diese Männer alle nur deshalb so aufgeregt sind, weil es nach Weinstein & Co. auch hier handfeste Beschuldigungen gibt. Sie labern und labern und unterstellen den Frauen dies und jenes… klauben Wörter, bestätigen sich gegenseitig, machen die “Leserinnen” zur Schnecke, erzählen, uns, nichts sei wahr, beweisbar und die Journalistinnen sollten doch am besten auch das Maul halten. Unfassbar. Tatsächlich interessant das NetzDG und wie es angewendet wird. Wunderbar, wie schnell in USA die Beschuldigten “weg-vom-Fenster” waren. Wenn es schlimm genug ist, geht das sehr schnell. Bei uns labern sie sich hier und anderswo eins und bedrängen vor allem die Frauen, die berichten, Meinungen dazu haben, aufstehen. Und sie behaupten, die “Strukturen” seien nicht so wie die Frauen es beschreiben. Und der Wedel hätte doch gar nicht so viel Macht gehabt. Über “die Strukturen” in Film und Fernsehen gibt es eine wunderbare Studie von Uni Rostock und Fraunhofer-Institut, die ARD und ZDF sogar selbst bestellt haben. Die dachten wohl da kommt ganz was tolles raus dabei lautete das schlimme Haupt-Ergebnis: MASSIVE FRAUENDISKRIMINIERUNG. Die Neben-Ergebnisse sind katastrophal. Diese Strukturen, die sich seit Wedel nicht geändert haben, gehören zerschlagen. Sie sind die Ursache in USA und auch bei uns. Wobei wir das auch noch mit Steuern und Gebühren finanzieren. Das sind die Tatsachen auf denen auch die ZEIT-Story basiert. Ich finde, das reicht!

      1. “MASSIVE FRAUENDISKRIMINIERUNG”

        Da lautet die Diagnose wohl auch: schwerer Feminismus. Endstadium.

  19. Hovens Argumentation ist in sich schlüssig, geht aber an Fischers eigentlichem Kritikpunkt vorbei.
    Er stellt keineswegs unerfüllbare Anforderungen an eine Verdachtsberichterstattung. Die Prämisse seines Textes ist vielmehr, dass die “Zeit”-Autorinnen in ihren Statements zwischen (anklagender) juristischer Terminologie und ihrer Rolle als Journalistinnen hin und her springen. D.h. sie suggerieren selbst, als Richterinnen aufzutreten, die entscheiden, wo “erdrückende Beweise” vorliegen. Hinterher ziehen sie sich dann wieder auf die Position des sorgfältig-kritischen Rechercheurs zurück.
    Fischers detaillierte Analyse der angeblichen Beweise ist – das kündigt er im Text vorab explizit an – denn auch nicht als Katalog von Qualitätsstandards für Verdachtsberichterstattung zu lesen, sondern legt im Konjunktiv die Maßstäbe einer echten Beweisaufnahme an die “Zeit”-Autorinnen an. Seine These lautet: Wenn sie wirklich den Anspruch erheben, Beweise als “erdrückend” klassifizieren und mit ihrem Artikel bezogen auf verjährte Straftaten nachträglich für Gerechtigkeit sorgen zu dürfen, dann müssten sie sich an die Standards eines Gerichtsverfahrens halten.
    Die Berichterstattung der “Zeit” wäre so gesehen suggestiv: Sie kommt als professionelle investigative Recherche daher, legt aber zugleich nahe, im juristischen Sinne schuldig sprechen zu können. Fischer zufolge gerieren sich die Autorinnen als Ersatzgericht. Eine legitime Verdachtsberichterstattung müsste konsequent, auch im Vokabular, deutlich machen, dass sie etwas grundlegend anderes ist als die juristische Feststellung von Schuld – und auch etwas anderes, als eine personalisierte Abrechnungen mit vermeintlichen oder tatsächlichen gesellschaftlichen Mißständen.
    Ob das von der “Zeit” geleistet wurde oder nicht, wäre zu diskutieren.

    1. Wenn Fischer behauptet, dass die „Zeit“-Autorinnen in ihren Statements zwischen (anklagender) juristischer Terminologie und ihrer Rolle als Journalistinnen hin und her springen”, dann ist das schlicht und ergreifend falsch. Welche juristische Terminologie sollen sie denn benutzt haben? Fischer nennt lediglich ein Beispiel: “erdrückende Beweise” (übrigens in einem begleitenden Interview, nicht im Text selbst). Das ist aber kein juristischer Fachbegriff (worauf Elisa Hoven in einem Kommentar hier hingewiesen hat), sondern Alltagssprache. Wer daraus schließt, die Autorin würde sich anmaßen, Gericht zu spielen, ist selber Schuld.

      1. Es gab mehrere öffentliche Stellungnahmen seitens Zeit-Journalisten, die die Lesart Fischers stützen, die prominenteste von Rückert selbst Mitte Januar:

        „Wir haben uns das Vorgehen von Ermittlern zum Vorbild genommen (!) und anschließend das Ergebnis von mehr als zwei Monaten Recherche und fast fünfzig Befragungen gewürdigt (!). Danach mussten wir das Tatgeschehen (!) für hochwahrscheinlich halten. Daher berichten wir.“
        http://www.zeit.de/kultur/film/2018-01/dieter-wedel-vorwuerfe-zeit-magazin-verjaehrung/komplettansicht

        Es ist jedenfalls nicht aus der Luft gegriffen, das Gebahren der Zeit rund um ihre Wedel-Geschichten als selbstüberschätzende Quasijustiz zu interpretieren.

      2. Na ja. Ich habe hier keine germanistische Detailanalyse der ZEIT-Texte vorzulegen. Jede(r) Leser(in) kann ja möglicherweise selbst entscheiden, ob die “erdrückende Beweislage” in der ZEIT-Berichterstattung ein wenig endgültig daherkommt. Jedenfalls behauptete die ZEIT, sie habe die Ermittlungen “nach Maßstäben der Ermittler” (gemeint: Staatsanwaltschaft) geführt, und die Autorin Wahba verkündete, sie (die Redaktion) sei davon überzeugt, dass Wedel schuldig sei, und DESHALB habe man berichtet.
        Immerhin “Überzeugt” ist, glaube ich, ein juristischer Fachbegriff; er stammt aus § 261 StPO und ist für den Ausgang eines Strafverfahrens der alles entscheidende.

        Wer meint, eine “Verdachtsberichterstattung” setze voraus, dass man von der Richtigkeit des Verdachts “überzeugt” ist, verfehlt ja schon im Ansatz die Hürde, die er/sie zu überspringen behauptet.

        Ich sag’s gern noch mal: Am 18.11.2017 schrieb eine leitende Redakteurin der ZEIT gegen eine Kollegin auf ZEIT-Online:
        ” Verbrechen zu verfolgen und zu bestrafen, ist Sache der Justiz. Nicht der (ZEIT-)Autorin Würfel.“
        Das war richtig. Warum sechs Wochen später das Verfolgen von Verbnrechen Sache der Zeit-Autorin Wahba war, hat sich mir noch nicht erschlossen.

        Frau Würfel hatte geschrieben, sie habe Kenntnis von Vergewaltigungen und kenne die möglichen Täter. Ihr wurde vorgeworfen, dies sei kein (seriöser) Journalismus: Ob sie etwa “irgendwelche Namen nennen” wolle?
        Rätselhaft, warum die ZEIT-Ermittlergruppe nicht die aktuellen Verbrechen, sondern die verjährten aus dem Jahr 1980 aufklärt. Aber veilleicht kommt das ja in der übernächsten Folge.

      3. Ich habe mich an dieser Stelle mißverständlich ausgerückt. Es geht nicht so sehr um “juristische Terminologie” im engen Sinn, sondern um Formulierungen, die ein wasserdichtes Urteil suggerieren. “Erdrückende Beweise” ist dafür ein durchaus gutes Beispiel. Der Ausdruck wird in der Regel mit einem gerechten, gut legitimierten Urteil verbunden. Er erzeugt eine Grauzone juridischer und juristischer Assoziationen.
        Fischer knöpft sich diese angeblichen Beweise dann im Detail vor, um zu zeigen, wie man Zeugenaussagen und Dokumente wirklich überprüfen müsste, um eventuell zu dieser Bewertung gelangen zu können.
        Ansonsten muss man sich auf Indizien beschränken und in der Berichterstattung deutlich machen, dass ihre Verknüpfung stets eine Interpretation darstellt.
        Außerdem übt Fischer die grundsätzliche Kritik, dass Wedel eigentlich nur als Projektionsfläche für eine Abrechnung mit von den Autorinnen postulierten gesellschaftlichen Mißständen diene. Da sei es wohlfeil, sich an juristisch nicht mehr zu klärenden Ereignissen abzuarbeiten und an einer Person, die längst nicht mehr so einflussreich ist, die man heute also gefahrlos attackieren kann. Zumal, wenn im gleichen Atemzug die Menschen im Umfeld des mutmaßlichen Geschehens, die jegliche Hilfeleistung unterließen und moralisch auf ganzer Linie versagten (Frauen wie Männer), noch dafür belobigt werden, dass sie endlich “das Schweigen brechen” – oder dieser Aspekt zumindest nicht problematisiert wird.
        Sein Vorschlag ist, so verstanden, man möge dann doch bitte in einem aktuellen Fall recherchieren bzw., besser noch, Anzeige erstatten, die Fakten auf den Tisch legen, ein juristisches Verfahren ermöglichen und anhand der gewonnenen Erkenntnisse darüber diskutieren, wo tatsächlich strukturelle Veränderungen erforderlich sein könnten, um Machtmißbrauch zu erschweren.
        Im Übrigen sage ich gar nicht, dass ich Fischer in jedem Punkt zustimme. Nur argumentiert Hoven meiner Ansicht nach an seinen Einwänden vorbei.

      4. Halten wir also fest: einerseits müssen Journalisten, die Verdachtsberichterstattung betreiben wollen, äußerst sorgfältig dabei vorgehen, sehr viele Anhaltspunkte zusammentragen und Zeugen befragen. Gleichzeitig dürfen sie, wenn sie ihre Arbeitsweise rechtfertigen, auf gar keinen Fall alltägliche Begriffe wie “überzeugt sein”, “Beweise” oder “Zeugen” verwenden? Das ist doch absurd.

        Eien Journalistin wie Wahba muss selbstverständlich davon überzeugt sein, dass die gegen Wedel erhobenen Vorwürfe zutreffen und das auch so sagen dürfen. Wenn sie nicht davon überzeugt wäre, hätte die Recherche gar nicht veröffentlicht werden dürfen. Insofern beißt sich die kritische Katze hier in den Schwanz.

      5. Ich finde nicht, dass “überzeugt sein” dasselbe ist, wie von “erdrückenden Beweisen” zu sprechen. Außerdem muss sich eine Journalistin keineswegs mit den Vorwürfen gemein machen, nur weil sie sie für plausibel hält und sich nach sorgfältiger Prüfung entscheidet zu berichten.
        Auch das quantitative Argument (“120 Zeugen”) ist irreführend, zumal wenn die qualitative Auseinandersetzung Genauigkeit vermissen lässt. Man fühlt sich an eine Leumundsgerichtsbarkeit erinnert. Es kommt nicht so sehr darauf an, was im Detail geschehen ist, sondern was wie viele Personen von Wedel halten oder über ihn gehört haben wollen. Wohlgemerkt ohne dass sie es jemals für nötig erachtet hätten zu intervenieren.
        Und last not least stellt sich die Frage, ob die Enthüllungen über Wedel wirklich so relevant sind, wie in der unreflektierten Übertragung der Metoo-Bewegung auf hiesige Verhältnisse getan wird. Es ist nicht Watergate. Weder ist Wedel so mächtig, noch taugt er als Beispiel für ein akutes strukturelles Problem. All das wird aber auf diesen Fall und damit in hasserfüllter Weise auf die individuelle Person projiziert. Das liegt auch an der Art, wie die “Zeit”-Autorinnen sich in ihrem Text und in Interviews äußern.

      6. @ Leserin

        Es geht nicht nur um die Autorin, sondern die Redaktion der ZEIT, die inzwischen mit einer ganzen Reihe von Artikeln zum Thema aufwartet, die sich sehr eindeutig und sogar explizit anmaßt, Gericht zu spielen.
        Ich möchte mich hier nicht wiederholen und bitte Sie, meine Zitate der stv. Chefredakteurin der ZEIT dazu zur Kenntnis zu nehmen.
        Ich hoffe, der Link nach unten zu meinem Beitrag vom 30.01. um 17:10 Uhr funktioniert:

        https://meedia.de/2018/01/30/einspruch-herr-fischer-die-replik-einer-jura-professorin-auf-die-medientribunal-schelte-im-fall-wedel/#comment-730957

      7. Zu Leserin, 31.1., 15,16.Uhr:

        Das stimmt nicht. Muitnichten “muss” man überzeugt sein, dass ein Verdacht zutrifft, bevor man als JournalistIn ihn berichtet. Das ist doch gerade die (begriffliche) Grundlage der “Verdachtsberichterstattung”. Insoweit liegt die Äußerung der Autorin Wagba weit neben der Sache.

        Es gelingt den persönlich Involvierten Journalisten offenkundig (!) nicht, eine professionelle Distanz zwischen ihren persönlichen Interessen und “Überzeugungen”, ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer Verteidigung gegen externe Kritik zu halten.
        Sie reagieren mit persönlicher “Beleidigtheit” und unendlichen Beteuerungen, sie seien doch wirklich “überzeugt”…

        Genau das ist es, was zB. polizeilichen Ermittlern immer wieder vorgeworfen wird (wenn’s passt). Strafrechts-Profis “lernen” das vom ersten Tag an auszuhalten und zu reflektieren – wenn’s gut läuft.
        Man kann das nicht einfach so, weil man ein guter Mensch ist, oder für die Wahrheit kämpfen möchte!
        (Straf)Juristen sind wahrlich keine Alleswisser und Alles-Versteher. Aber blöd sind sie auch nicht.

        Meinen Sie im Ernst, das wüsste die Justiz im Allgemeinen oder ein hergelaufener Bundesrichter a. D. im Besonderen nicht? Meinen Sie wirklich, Sie müssten einem Strafrichter nach 35 Jahren Berufstätigkeit erklären, wie, warum und nach welchen Regeln “Ermittlung” geht, und was der Unterschied zur “Recherche” ist?

      8. Herr Fischer, was Sie von Investigativjournalisten erwarten, ist kognitive Dissonanz: Sie müssen einerseits sorgfältigst recherchieren, dürfen andererseits sich von ihrer eigenen Recherche nicht überzeugen lassen. Wenn sie nicht überzeugt sein dürfen: nach welchen Kriterien sollen sie dann über eine Veröffentlichung entscheiden? Wollen Sie etwa ernsthaft behaupten, eine Journalistin dürfe nur von “Plausibilität” sprechen, nicht aber von “Überzeugung”, weil letzteres ein juristischer Fachterminus ist?

      9. Nehmen wir an, ein Jounalist schreibt von Menschen, die Zeugen dafür seien, daß die Erde eine Scheibe sei, er habe mit 10 Menschen gesprochen, die an der Kante gestanden haben, die dies sofort auch anderen erzählt haben, die dies wiederum damals sogar aufgeschrieben haben.
        Er sei daher überzeugt (!), daß die Erde eine Scheibe sei.

        Würden Sie hier nicht doch eher danach fragen, wie plausibel (!) das sei?

      10. @abhs

        Ich halte Ihre Beschreibung der Recherche für falsch. Anders als Sie behaupten, geht es sehr wohl in allererster Linie um die Rekonstruktion des Geschehens. Zeugen werden hier insofern angeführt, als dass sie erklären, dass das Geschehen ihnen bereits vor vielen Jahren in derselben Weise von den mutmaßlichen Opfern geschildert wurde. Keineswegs handelt es sich dabei, wie Sie insinuieren, überwiegend um Charakterbeurteilungen oder Leumundszeugnisse.

        Dass Wedel nicht viel Macht hat, dass es im Fernsehen kein strukturelles Problem mit Sexismus gibt, können Sie, mit Verlaub, nicht beurteilen. Es sei denn, Sie haben monatelang zu dem Thema recherchiert, was ich für unwahrscheinlich halte.

      11. Zu “Leserin, 31.01. 18.04 Uhr:

        Sie schreiben:
        “Was Sie von Investigativjournalisten erwarten, ist kognitive Dissonanz: Sie müssen einerseits sorgfältigst recherchieren, dürfen andererseits sich von ihrer eigenen Recherche nicht überzeugen lassen. Wenn sie nicht überzeugt sein dürfen: nach welchen Kriterien sollen sie dann über eine Veröffentlichung entscheiden? Wollen Sie etwa ernsthaft behaupten, eine Journalistin dürfe nur von „Plausibilität“ sprechen, nicht aber von „Überzeugung“, weil letzteres ein juristischer Fachterminus ist?”

        Aber nein! Ich glaube, dass Sie da wirklich etwas durcheinanderbringen. Weil Sie ständig – wie die meisten in diesem Forum – auf dem “Zug” der “Beweiswürdigung” bleiben, der doch in meinem Text nur von außen (!) und keineswegs von innen kritisert wird.
        Sie und überhaupt jeder Mensch können können meinetwegen so “überzeugt” sein von Herrn Wedels Schuld, wie Sie wollen. Das habe ich – jedenfalls hier .- nicht zu bewerten; und ich habe daran, wie ich glaube ich schon vielfach gesagt habe, kein Ticket.
        Anders gesagt: Es ist mir vollkommen gleichgültig, wen Sie warum für was für schuldig halten. Ich brauche in meinem Leben keine Schuld- und Unschuld-Streiterein mehr; am wenigsten im Internet mit irgendwelchen Leuten, die meinen, Sie wüssten auch schon was über Beweiswürdigung, Strafverfahren, Verbrechen und Empathie, weil sie mal “Tatort” geguckt oder BILD gelesen haben.

        Es geht doch nicht darum, ob Frau Wahba “überzeugt” ist. Warum sollte sie sich nicht überzeugen lassen von all ihren “erdrückenden Beweisen”? Das kann sie halten, wie sie will. Sie sollte uns nur nicht erzählen (wolllen), DESHALB dürfe sie – als Journalistin – über die Schuld von Wedel, Ihnen oder mir berichten, und sie habe dabei die Kriterien und Sorgfalt “der Ermittler” zugrunde gelegt, weil eben dies ihr Beruf erfordere. Damit schmückt sie sich mit Federn, die ihr ohne jeden Zweifel zu groß sind und nicht passen. Sie tut exakt das, wass Journalisten den (“dummen”) Lesern gern und stets vorwerfen: Dass sie zwischen persönlichem Engagement und professionellen Regeln nicht unterscheiden können.

        Frau Wahba ist ohne jeden Zweifel eine ehrenwerte Frau. Ich kenne sie nicht persönlich und habe keinen Zweifel daran, dass sie viele journalistische Fähigkeiten und Qualifikationen hat, die ich nicht habe. Aber sie ist ganz gewiss keine “Ermittlerin”, auch wenn sie es noch so laut beteuert.
        Sie hat weder die Legitimation noch die Qualifikation dazu. Das ist kein “Vorwurf”, sondern eine absolut neutrale und freundlich gemeinte Feststellung.

        Wenn Frau Wahba aus Berlin das (aktuelle!) System des Schweigens entlarven will; könnte sie doch einmal den Hinweisen Ihrer Kollegin Würfel nachgehen, die dafür am 18.11. auf ZON öffentlich zusammengeputzt wurde. Oder mal eine Task Force “Das Junge-Redakteurinnen-Förderungs-System der ZEIT 1980 bis 2000 unter besonderer Berücksichtigung der ä#MeeToo-Diskussion” gründen. Nur mal als Anregung.

        Dass, Ob und Warum Herr Wedel vor 43 bis 23 Jahren Sauereien begangen hat/haben soll, ist gewiss auch interessant. Man kann über diesen (offenbar keinesfalls fernliegenden) Verdacht gewiss berichten, ebenso wie man darüber berichten könnte, ob Sir Alfred Hitchcock ein überbriffiger Drecksack war, oder ob Herr Rainer Werner Fassbinder seine SchauspielerInnen jedes Geschlechts missbraucht haben könnte.

        Ich habe doch gar nichts dagegen. Möglicherweise haben ja auch Frau Wahba oder einer ihrer Bekannten auch noch Dreck am Stecken. Oder Sie. Oder ich. Wer weiß es? Und wer weiß, was die “Recherchen nach den Maßstäben der Ermittler” wert sind, die von “der Presse” darüber angestellt werden? Wenn ich morgen einen “Blog” gründe, bin ich ja auch die Presse, oder?

        Was ich sagen will: Regen Sie sich nicht auf! Treten Sie einmal ein paar Schjriotte zurück aus der Aufgereghtheit der Wedel-Beweiswüdigung! Übefrlegen Sie mal, was Sie über Bernhard Wicki, Atze Brauner, Heinrich George oder sonstwen noch alles NICHT wissen, aber schon sein 40 Jahren “zwischen den zeilen” der gut informierten Qualitätspresse entnehmen durften.

        Und überlegen Sie einmal, was Sie durch die aufopferungsvollen monatelangen Ermittlungen der ZEIT über das “System des Schweigens” und das System des Machtmissbrauchs” erfahren haben, was Sie am Tag vorher nicht schon wussten.

        Anders gefragt: Brauchen Sie wirklich und wahrhaftig die endlosen Enthüllungen des “investigaten” Journalismus über den “mutmaßlichen Räuber X”, der “mutmaßlich im Jahr 1988 einen Raub begangen hat, um darüber aufgeklärt zu werden dass es in Deutschland Raubüberfäle gibt?

        Und vor allem: Was lernen Sie daraus, für sich, außer zu sagen, Sie hätten es ja immer schon geahnt? Was haben Sie selbst beigetragen oder unterlassen?
        Und was würden Sie dazu sagen, wenn zeitgleich in denselben Zeitungen eine Serie erschiene: “Die schlauesten Raubüberfälle des Jahres”?

      12. Ich habe die von Ihnen zitierten Ausschnitte aus dem Interview noch einmal gelesen. Tatsächlich spricht Wahba von “erdrückenden Beweisen”, nicht aber davon, dass sie von seiner Schuld “überzeugt” sei. Insofern führen wir hier eine Scheindiskussion und ich frage mich, warum Sie Wahba Dinge andichten, die sie so gar nicht gesagt hat. Ich frage mich auch, warum Sie so eifersüchtig darüber wachen, dass Journalisten im Reden über ihre Arbeit bloß keine Begriffe verwenden, die auch nur irgendwie an Strafrechtsterminologie erinnern. (Dass “erdrückende Beweise” keineswegs ein Fachbegriff ist, darauf hat Elisa Hoven bereits hingewiesen). Was Sie da fordern (dass Journalisten irgendwie auch nur ein bisschen juristisch klingende Begriffe im Reden über ihre Arbeit gänzlich vermeiden), ist ein nicht zu erreichender Standard, der darauf hinaus läuft – und darin hat Elisa Hoven Recht – Investigativrecherche insgesamt zu desavouieren.

      13. @ Leserin

        Es geht mir nicht darum, ob es im Film- und Fernsehgeschäft Sexismus gibt oder nicht. Sexismus findet sich in verschiedensten Varianten (übrigens nicht ausschließlich gegen Frauen) überall, insofern sicherlich auch dort.
        Ich sehe nur nicht, inwiefern die Berichterstattung über größtenteils mehrere Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse etwas über angebliche akute strukturelle Probleme aussagt.
        Machtmißbrauch lässt sich nicht effektiv bekämpfen, solange die Debatte derart unreflektiert personalisiert geführt wird. Man projiziert einfach seine Aggressionen auf bestimmte Männer, während man ironischerweise immer die “Struktur” im Mund führt, mit der sich aber kaum jemand nüchtern beschäftigt. In dieser Empörungslust fallen sämtliche Hemmungen, nicht nur bei Simon Verhoeven auf Facebook. Wedel wird von Qualitätsmedien übelst beschimpft. Eine Autorin der FAZ bemerkte unlängst, es sei ja auffällig, wie hässlich all diese perversen mächtigen Männer seien. Man stelle sich dieses Niveau in anderem Kontext vor. Nicht einmal der Prozess gegen einen Massenmörder wird bei uns von solchen Schmähungen begleitet – zum Glück.
        Auch um solche Irrwege zu verhindern, wäre es erfreulich gewesen, wenn die “Zeit”-Autorinnen etwas mehr Distanz gewahrt hätten.
        Was die Frage betrifft, wie sachorientiert die Recherche ist: Man kann, wie Fischer zeigt, auch zu der Bewertung kommen, dass eine genaue Rekonstruktion der Ereignisse mehr behauptet als tatsächlich geleistet wird. D.h. nicht, dass jede Schlussfolgerung aus den vorliegenden Informationen in einer Verdachtsberichtstattung verboten wäre. Aber man müsste die Mehrdeutigkeit der Informationen deutlich kenntlich machen. Zumal es hier nicht um Steuerhinterziehung geht, sondern um Vorwürfe, die geeignet sind, einen Menschen ein für allemal als perversen Psychopathen abzustempeln. Sonst entsteht der Eindruck, dass Leumundszeugen nur als Zeugen in der Sache getarnt werden.
        Und Sie meinen also, man solle Formulierungen wie von den “erdrückenden Beweisen” nicht auf die Goldwage legen? Wissen Sie, ich bin da eigentlich ganz auf Ihrer Seite. Wortklauberei ist weder fair, noch führt sie zu neuen Erkenntnissen. Nur geht es hier um die Existenz eines Menschen. Da sollte eine gewisse Zurückhaltung und Präzision in der Ausdrucksweise selbstverständlich sein. Wenn man meint, darauf verzichten zu können, ist das allein schon ein starkes Indiz dafür, dass falsch diskutiert wird.

      14. Der “Spiegel” schrieb am 19.2.2011 über die Berichterstattung der BILD über den “Fall Kachelmann”:
        “Problematisch ist nicht, dass Alice Schwarzer Partei ergreift, problematisch ist, dass sie sich dabei den Anschein der Unparteilichkeit gibt. … Immer wieder findet sich in ihren Kommentaren der Hinweis, dass “noch immer” oder “weiterhin” Aussage gegen Aussage stehe, dass es “zwei Wahrheiten” gebe, dass Kachelmann “vielleicht ja doch” freigesprochen werde. Das klingt, in seiner steten Wiederholung, etwa so überzeugend wie Marc Antons berühmter Satz in seiner Rede an die Bürger Roms nach der Ermordung Caesars: “Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.”

        Ich finde, diese Beschreibung hat auch heute noch ihren (guten) Sinn.

        Die ZEIT hat ihr “Dossier” vom 25.1.2018 mit einem großen Foto Wedels aufgemacht, das mit “Der Schattenmann” untertitelt war. Der “Schattenmann” ist die Figur Jan Herzog aus einem Film Wedels. Es handelt sich dort um einen mafiösen Schwerverbrecher und Unterwelt-König, drer – buchstäblich – über Leichen geht.
        Mit dem Titel dieses (fiktiven) Schwerverbrechers übertitelt die ZEIT ihren “nach den Grundsätzen der Ermittler” zusammengestellten “Verdachtsbericht” und behauptet allen Ernstes, dass sie “das Urteil den Lesern überlässt”.
        Und keinem fällt auf, dass dies eigentlich das Gegenteil von “Verdachtsberichterstattung” ist?
        Eine ZEIT-Journalistin wird von der Chefredaktion öffentlich zusammengeputzt, weil “Verbrechen zu verfolgen Sache von Gerichten und nicht von Zeit-Autorinnen” sei (ZON, 18.11.), und parallel dazu wird “nach den Grundsätzen der Ermittler” eine wirklich großangelegte Verfolgung eines mutmaßlichen Verbrechers betrieben?
        Alles schön und gut; und niemand hat etwas dagegen, wenn über Verdächte berichtet wird und wenn Journalisten jemanden für “glaubwürdig” halten oder von der Schuld eines Verdächtigten überzeugt sind.
        Aber nicht zufällig hat ja über Artikeln über Ackermann, Hartz, Middelhoff oder Winterkorn NICHT “Der Geldwäscher” oder “Der Betrüger” oder “Der Bestecher” gestanden.
        Einen – wie auch immer – Verdächtigen unter dem titelgebenden Namen eines skrupellosen Schwerverbrechers zu präsentieren, ist, meine ich, eine journalistischer Coup, den man von der ZEIT nicht unbedingt erwartet hätte.

      15. @abhs:

        Da es Ihnen um Präzision geht:

        Unpräzise (um nicht zu sagen: falsch) ist wie gesagt Ihre Behauptung, die Zeit würde mit Leumundszeugnissen argumentieren. Dass dieser falsche Eindruck entsteht, steht auf einem anderen Blatt, und sagt sehr viel mehr über den Leser denn über die Recherche selbst aus.

        Unpräzise ist ebenfalls, dass Thomas Fischer (wie oben ausgeführt) Frau Wahba einen Satz andichtet, den sie so nie gesagt hat.

        Dass man jeder Beschreibung eines Vorgangs zahlreiche irrelevante Details hinzufügen kann, ist richtig, ist aber kein Maßstab für Präzision. Dass die von Fischer monierten fehlenden Details nicht relevant sind, hat Hoven bereits ausgeführt.

        Letztlich sind die hier aufgeführten Argumente gegen den Zeit-Bericht doch alle sehr fadenscheinig.

      16. @Leserin:

        Die Aussagen Ihrer Mitkommentatoren über so viele Kommentare hinweg misszuverstehen ist schon eine Leistung, Chapeau.

        Dass Herr Fischer die “fehlenden Details” nicht moniert, sondern Frau Hoven schlicht an seinem Punkt vorbei schreibt, ist in diesem Strang jetzt bestimmt ein dutzend Mal ausführlich thematisiert worden.

        Herr Fischer dichtet Frau Wahba auch keinen Satz an. Lesen Sie doch einfach Ihren eigenen Kommentar (31.01.2018 um 15:16 Uhr):

        “Eine Journalistin wie Wahba muss selbstverständlich davon überzeugt sein, dass die gegen Wedel erhobenen Vorwürfe zutreffen.”

        Vielleicht klären Sie erst einmal mit sich selbst, was Sie von Frau Wahba jetzt halten wollen oder nicht.

      17. @Illen

        Zitat von Thomas Fischer (s. o.):

        “die Autorin Wahba verkündete, sie (die Redaktion) sei davon überzeugt [!], dass Wedel schuldig sei, und DESHALB habe man berichtet.
        Immerhin „Überzeugt“ ist, glaube ich, ein juristischer Fachbegriff; er stammt aus § 261 StPO und ist für den Ausgang eines Strafverfahrens der alles entscheidende.”

        Nun hat die Autorin, anders als Fischer behauptet, dies keineswegs “verkündet”.

        Kommentator “abhs” hier hält Fischers Fragen für einen Hinweis mangelnder journalistischer (!) Präzision, UNABHÄNGIG von einem anzulegenden juristischen Maßstab. Richten Sie Ihre Kritik also gerne an abhs.

      18. @ Leserin:

        Wortlaut Wahba:

        „[Wir sind] durch erdrückende Beweise zu dem Schluss gekommen, dass wir diese Frauen für glaubwürdig halten und dass wir deshalb darüber berichten wollen.[…] Wir haben jetzt eine 23jährige Frau, die wird gleich nach einem massivsten sexuellen Übergriff mit schweren Kopf-, mit schweren Halsverletzungen in der Lobby gefunden[…]“

        Im Zusammenhang mit ihren sonstigen Einlassungen spricht nichts dafür, dass sie hier fein säuberlich zwischen Tatbestands- Rechtswidrigkeits- und Schuldebene trennen wollte, und alles dafür, dass sie, wie überall außerhalb der juristischen Sphäre, damit gesagt hat, dass sie ihn für schuldig hält.

        Ich halte es ehrlich gesagt auch für unredlich, Fischer hier unrichtige Wortlaut-Interpretation vorzuwerfen, wenn Sie selbst ausweislich Ihrer Kommentare Wahba selbst so verstanden haben wie Fischer.

        Bzgl. der fehlenden Details bleibt es dabei, dass Fischer sie nicht „moniert“ hat, aber Ihre Intention habe ich anscheinend missverstanden, entschuldigen Sie bitte.

    2. Sie übersehen, dass TF das rechtliche Fass legitimer Verdachtsberichterstattung gar nicht aufgemacht hat. Es geht dort an keiner Stelle um eine Diskussion von Anforderungen an die Verdachtsberichterstattung. Gemessen daran stellt sich die Frage, wie Hovens Argumentation darauf hin in sich schlüssig sein könnte.

    3. Sehr gut analysiert. Leider ist diese Form der Berichterstattung im Anschein eines Pressevolksgerichtshofes gerade im Zusammenhang mit vermeintlichen oder tatsächlichen sexualstrafrechtlichen Sachverhalten eher der Standard als die Ausnahme geworden. Eine beängstigende Entwicklung, zumal sich ja hierzulande jeder “Journalistin” nennen darf und kann. Es gab mal Zeiten, da wurde abgelehnt, wer “nämlich” mit “h” schrieb. Heutzutage, so scheint es manchmal, reicht ein Nachweis darüber, dass man den Stift richtig herum halten kann.

      1. Du bezweifelst die “massive Frauendiskriminierung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen” Und laberst was von “Feminismus”… Ich sag jetzt nicht was ich von Dir halte. Aber wie wärs denn, wenn Du zur Abwehr Deiner eigenen Unflätigkeiten mal nachliest, WARUM Uni Rostock und Fraunhofer Institut in einer von ARD und ZDF selb st bestellten und bezahlten !!) Studie zu dem Ergebnis kamen “massive Frauendiskriminierung”. Da findest Du alles und dort findest Du auch den “Wedel” wieder.. Im Jahr 2017 und 2018. Dort sind viele “Wedels” mit-beschrieben. Los gehts Herr Roth – schlau machen und nicht Lügen verbreiten oder Frauen verunglimpfen.
        http://www.ard.de/download/3841216/Gender_und_Fernsehfilm___Eine_Studie_im_Auftrag_von_ARD_und_ZDF.pdf

  20. Ihr Artikel ist leider an vielen Stellen unvollständig, Ihre Vorwürfe aus dem Zusammenhang gerissen. Herr Fischer betont, dass er investigativen Journalismus für wichtig und nötig hält. Aber er muss sich auch an die von Ihnen zitierten Regeln halten, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, es handle sich um eine Positionierung.
    Die “erdrückende Beweislast” oder die “Eidesstattlichen Erklärungen” rücken das Vorgehen der Zeit in die Nähe rechtsstaatlicher Instrumente und damit verlässt sie eben das Betätigungsfeld des Journalismus. Herr Fischer weißt mit seinen Fragen, die sie kritisieren und zurecht in einen Gerichtssaal verweisen, darauf hin, dass diese Beweise eben nicht erdrückend sind. Dies können sie nicht sein, da sie eben nicht durch gerichtliche Vorgehensweise geprüft wurden. Genau das suggeriert allerdings die Zeit.

    “Ein erwachsener Mensch, so der Umkehrschluss, hätte sich also zu wehren gewusst oder die Übergriffe zumindest gleich angezeigt.” Auch hier reißen Sie in meinen Augen aus dem Zusammenhang. Herr Fischer kritisiert zurecht, dass von der Zeit behauptet wird, dass die Person alleine gewesen ist. Und völlig wehrlos gewesen ist. Sie selbst sagen allerdings, dass sie dies nicht war. Wieso wird dann von der Zeit dieser Vergleich mit der Odenwaldschule gemacht? Die betroffenen Personen haben – nach Ihren eigenen Angaben – ja Rat erhalten. Sie hatten nach den Angaben der Personen selbst, Beistand und haben sich im Rahmen dessen dazu entschieden diese Vorwürfe nicht mit rechtlicher Tragweite zu versehen. Das “System” was angeprangert wird, wurde also durch diese Personen vor allem vorangetrieben. Die Personen, die rieten nicht zur Polizei zu gehen, wegen einer angeblichen Übermacht des Regisseurs. Die Personen, die zusahen, als dieser Regisseur angeblich eine Schauspielerin misshandelte und die Person selbst, die nicht für ihre eigenen Rechte eingetreten ist, hat dieses System ermöglicht. Wer sonst außer den Beteiligten, bzw. Umstehenden hätte denn etwas machen sollen? Eine Öffentlichkeit, die von den Vorfällen gar nichts wusste?

    “Die Ratgeber dürften mit ihrer Einschätzung der Folgen einer Vergewaltigungsanzeige gegen einen berühmten Fernsehregisseur auch richtig gelegen haben: Der (zu Recht!) ungewisse Ausgang eines Strafverfahrens, der stets im Raum stehende Vorwurf einer Falschaussage und die naheliegende Vermutung, ein „Sternchen“ wolle sich auf Kosten des Regisseurs wichtig machen, hätten für die Frau das berufliche Aus bedeuten können.”

    Wieso dürften sie das? Worauf basieren Sie diese Annahme? Wie viele Fälle dieser Art wurden denn in der betreffenden Zeit gegen Berühmtheiten geführt und wurden gegen das vermeintliche Opfer entschieden und führen folglich zum beruflichen Aus? Da ist ein schlichter Zirkelschluss. Da Wedel für seine angeblichen Tagen nicht belangt wurde, war es richtig zu raten, den Versuch eine rechtlichen Konsequenz zu bewirken zu unterlassen. Folglich muss es ein böses System geben.

    Beispiel. Ich baue mit einem Kollegen einen Schrank auf. Er haut mir dabei immer wieder mit einem Hammer auf die Hand. Ganz eindeutig ist er in einer stärkeren Position. Also? Ich sage nichts, bringt nämlich eh nichts. Die Konsequenz ist: Er haut mir weiter auf die Hand. Schuld sind aber die Nachbarn, weil die dieses System ermöglichen, von dem sie gar nichts wissen. Und dass eine Mahnung meinerseits bzgl. der unsachgemäßen Handhabung des Werkzeugs nichts gebracht hätte, sieht man daran, dass das Ausbleiben dieser Mahnung auch nichts gebracht hat.

    Ich trete mal den Gegenbeweis an. Welche Auftritte hatte Herr Kachelmann noch nachdem die Vorwürfe gegen ihn medial und rechtlich verarbeitet wurden? Welche Herr Türck? Welche negativen Konsequenzen hatte Frau Lohfink zu ertragen, nachdem nachgewiesen wurde, dass sie eine Lügnerin ist? Woher also dann der Vorwurf es gäbe ein System?
    Natürlich besteht bei einem Rechtsverfahren immer die Möglichkeit eines Unterliegens und die Möglichkeit beruflicher Konsequenzen. In einem Berufsfeld das sich zwangsläufig mit dem öffentlichen Bild einer Person auseinandersetzt, weil dies geradezu marktbedingt ist – und für viele der “Berufenen” ist dies ja auch gerade ein Grund, warum sie diesen Beruf wählen – kann ein solcher Vorwurf natürlich Konsequenzen haben. Aber Fakt ist, dass die vermeintlichen Opfer und Umstehenden ihre berufliche Unversehrtheit dann als wichtiger erachten, als ihre sexuelle. Dies ist ihre freie Entscheidung, dann allerdings von einem System zu sprechen, dass ein solches übergriffiges Verhalten deckt, ist schon sehr zynisch und heuchlerisch.

    Um sie zu zitieren: Wenn man von einem erwachsenen Menschen, der eben nicht alleine ist, sondern sich mit Beistand gegen nur eine Person zur Wehr setzen muss, nicht erwarten kann, dass dieser Mensch dann für seine eigenen Rechte auch nur die grundlegendsten Schritte unternimmt, um sie zu wahren oder deren Verletzung zu ahnden? Wieso genau soll die Gesellschaft dann für diese Rechte eintreten? Und wie genau soll sie dies tun, wenn sie keine Kenntnis von den Übergriffen hat? Und wenn es also völlig normal ist, dass sich Menschen selbst so entmündigen, ist das dann nicht eine Bestätigung für all jene, die meinen, dass Frauen eben nicht ohne männlichen Vormund auskommen, so wie es noch bis weit in die Mitte des letzten Jahrhunderts sogar rechtliche Grundlage war (z.B. Notwendigkeit zur Erlaubnis des Ehegatten bei Aufnahme einer Arbeit).
    Statt also ein ominöses System zu brandmarken dass die Brandmarker selbst erzeugen, sollte man lieber dazu übergehen, dass wir unsere Kinder so erziehen, dass sie selbst für ihre Rechte eintreten können. Und wenn sie das tun auch mit den Konsequenzen leben können.
    Das nennt man Eigenverantwortung und diese kommt mit Freiheit. Freiheit bedeutet nicht nur alle Rechte zu haben, sondern auch Pflichten und vor allem hat man die Pflicht für sich selbst Verantwortung zu tragen. Und das schließt ein, Straftaten anzuzeigen deren Zeuge man wird, Menschen darin zu unterstützen, dies zu tun, die Opfer davon wurden und wenn man selbst das Opfer ist, diese auch anzuzeigen. Und bei weitem nicht jeder Übergriff traumatisiert so sehr, dass man mit niemandem darüber reden kann. Und Trauma sind heilbar und danach kann man – gänzlich ohne mediale Vorverurteilung – Strafanzeige stellen.

    1. Mpfmmmmm Herr Maiwald. GottseiDank haben Sie nichts zu sagen, nichts mitzubestimmen und haben keinen Einfluss auf das weitere Vorgehen. Sie haben also keine Macht.. und labern sich nur eins um zu zeigen, dass Sie nichts verstanden haben und offensichtlich niemals verstehen werden. Sie haben vergessen, die vielen Kinder, die in kirchlicher Obhut von Kirchenmännern missbraucht wurden zu erwähnen, die erst Jahrzehnte später oder gar nicht in der Lage waren oder sein werden, auszusprechen was passiert ist. Aber den Frauen drücken Sie so richtig einen rein jetzt oder? IHR Satz “Aber Fakt ist, dass die vermeintlichen Opfer und Umstehenden ihre berufliche Unversehrtheit dann als wichtiger erachten, als ihre sexuelle. Dies ist ihre freie Entscheidung, dann allerdings von einem System zu sprechen, dass ein solches übergriffiges Verhalten deckt, ist schon sehr zynisch und heuchlerisch.” SIE sind zynisch und heuchlerisch und SIE haben keine Ahnung.

      1. Herr Eule,
        offenbar sind sie nicht in der Lage zu lesen, denn sehr wohl beziehe ich mich eben auf die Kinder und den völlig seltsamen Vergleich erwachsener Frauen, die in der Lage sind für ihre Rechte einzustehen, mit wehrlosen Kindern, die dies eben nicht sind.
        Es ist dem Artikel zu entnehmen, dass die hier beschriebenen Opfer eben weder alleine, noch wehrlos waren. Die Situation ist also eine völlig andere. Die angeblichen Beeinträchtigungen wurden also trotz der Möglichkeit sich zur Wehr zur setzen – und wir reden hier nicht von einer traumatischen Vergewaltigung – in Kauf genommen, vermeintlich zugunsten der Karriere. OK, aber jetzt behaupten dies wäre die Schuld des angeblichen Täters und der Gesellschaft, die das zuließe, das ist zynisch. Denn in erster Linie haben ja die Zeugen der Tat und die angeblichen Opfer nichts unternommen und weiter mit dem Mann zusammengearbeitet. Es ist müßig eine Öffentlichkeit und Gesellschaft für etwas anzuprangern, von dem sie nichts wissen konnten, weil die Zeugen und Opfer der Tat geschwiegen haben. Taten, die keineswegs traumatisieren, wie es bei Kindern der Fall ist, die von Vertrauenspersonen missbraucht werden. SIE ziehen damit das Leid dieser Kinder ins Lächerliche.

  21. Der zeitweilige Anmietung einer Person für künstlerisch-kommerzielle Zwecke birgt das Risiko, dass jemand Macht und Autorität ungeniert auszuleben versucht, zumal während des Auswahlverfahrens. Nicht nur, aber auch auf sexuellem Gebiet.

    Nicht vergessen werden sollte auch der militärisch-exekutive Komplex, wo anvertraute Subalterne gerne Objekte von Zucht, Ordnung und diversen Initiationen sind. Legion sind außerdem die Ungeheuerlichkeiten an kirchlichen und nicht-kirchlichen Internaten. Wo immer es um Verfügbarkeit geht, besteht diese Gefahr.

    Es ist Aufgabe der Presse, darüber aufzuklären, und zwar vorrangig über die Strukturen: vom Konkreten zum Allgemeingültigen. So lässt sich die problematische Einzelfall-Differenz von Verdacht und Beweis überwinden.

    1. Gar nicht so schlecht “wahrer Jakob” auch die Erwähnung “während des Auswahlverfahrens”…. Hätten “die Medien” nach dem ARD/ZDF-Studie mit erschreckenden Ergebnissen und dem Schluss-Satz “massive Frauendiskriminierung” genau das getan, nämlich die Strukturen auf den Prüfstand zu stellen, sich damit zu beschäftigen warum “massive Frauendiskriminierung” überhaupt möglich ist und wie das so weit kommen musste und wie man das sofort beenden kann – wären wir längst weg von der “problematischen Einzelfall-Differenz von Verdacht und Beweisen”. Die Schauspielerinnen in Amerika und #metoo haben in Deutschland nicht ausgereicht.. Die Studie haben die Männer-dominierten Medien in ihrer Gänze ignoriert. Nur dass Furtwängler dabei ist, war ihnen eine halbe Seit wert… Die Politikerinnen sind nach ein paar Pressefotos von der Bildfläche verschwunden – bis heute! Erneut waren es mutige Frauen, die sicher wussten, dass Männer-Kommentare ihnen jegliches Recht absprechen wollten, nach “so langer Zeit” zu berichten. Wie gut, dass wenigstens DIE ZEIT den Faden wieder aufgenommen hat.

  22. Natürlich hat Fischer (meiner Meinung nach ) Recht.
    Es geht darum, daß sich die Zeit- Autorinnen in ihrer Wortwahl und ihrem ductus wie Staatsanwaltschaft oder schlimmer noch wie ein Gericht gerieren.
    Es wird nicht nur über Tatsachen berichtet, sie werden gewertet.
    Es wird eine Überzeugungsbildung verkauft, die den Sachverhalt als wahr erscheinen läßt.
    Fischer hat die Grundlagen dieserÜberzeugungsbildung in der Art kritisiert, wie es jedem praktisch tätigen Juristen ins Auge sticht.
    Ein Arztbericht beweist nicht, daß die Version des Opfers richtig ist, sondern gegebenenfalls, daß überhaupt etwas vorgefallen ist. Ob die Grundlage von “Verletzungen” einvernehmlicher Sex, Vergewaltiung oder was auch immer ist, bleibt Tatfrage.
    Die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen allein mit der Existenz eines Arztbriefes zu bewerten, ist aber genau das, was ein Gericht nicht tun würde.
    Insofern ist die Kritik mehr als berechtigt.
    Was das “Sternchen-System” angeht, im Fernsehen läuft gerade der Bachelor, insofern Herr Fischer, “no contest”.
    Das eine Professorin, die wohl nie forensisch gearbeitet hat, daß vielleicht anders sieht, ist auch klar.

    1. Da freut es einen doch, dass in USA die Sache schneller und leichter geht. Strauss-Kahn, das Sex-Monster mit großer Machtfülle ausgestattet, ist weg vom Fenster – am Ende freiwillig und für immer und ewig. Hat sich, den großen, klugen, machtvollen Weltpolitiker selbst zerstört. Es wäre ihm nicht gelungen angesichts der vielen Frauen, die aufgestanden sind, nochmal davon zu kommen – ganz ohne den Richter oder Männer wie Dich. Und einige der beschuldigten Schauspieler in USA sind auch gleich in die Psychiatrie gegangen. So gehts auch. Dein Gelaber und das der anderen macht-losen Männer hier ist sinnlos, blödsinnig und unnötig. Die Betroffenen , die jetzt alle “Taskforces” bilden (lach*) wissen genau, warum sie das tun. Da brauchen wir keinen Herrn Fischer für. Dass ARD und ZDF “massive Frauendiskriminierung” betreiben ist eine durch Frauenhofer Institut und Uni-Rostock nachgewiesen Studie vom Februar. Die reicht, um zu fordern, dass dieses Strukturen geändert werden müssen und – alternativlos und ohne weitere Wartezeit für die Frauen – 50:50 lauten müssen. Unser Grundgesetz gebietet das schon lange und wird einfach ignoriert. Die Schweden machen es vor – es funktioniert wunderbar und das von einem Tag auf den anderen.

      1. Dass ihre 50:50 Quote Unsinn ist, ist aber klar, oder? Wieso 50:50? Wo kommt diese Quote her? Was hat sie mit einer Beseitigung von Missbrauch zu tun? Gar nichts.
        Eine 50:50 Quote ist solange Unsinn, wie nicht klar ist, wieviele Frauen bei gleicher Qualifikation überhaupt im Filmbusiness arbeiten wollen. Ansonsten müssen wir ja welche Zwangsverpflichten – ja das ist dann Freiheit. Nebenbei kann man schon heute genau auf Basis von Diskriminierung gegen entsprechendes Verhalten klagen.
        Wieviele Klagen kennen sie diesbezüglich? Wieviele Regisseurinnen bekommen denn keinen Job?
        Sie machen es sich zu einfach. Die Welt ist nicht schwarz-weiß und mit Quote erreichen sie sicherlich keine Freiheit, sie bedeuten das Gegenteil.
        Die Gesellschaft als solche muss selbstverantwortlich handeln lernen. Das ist die Antwort. Und nicht mimimi.

  23. Entgegen aller Gender-Ansätze verfolgen Geschlechter unterschiedliche Strategien um ihre letztlich triebgesteuerten Interessen zur Geltung zu bringen. Der eher zur schnellen Lösung neigende Mann, der aus diesem Grunde über ein spezielles Hormongemisch verfügt und aus diesem Grunde zu schnellen, mitunter gewaltorientierten Lösungen neigt. Die Frau, die aus vielerlei Gründen solche Lösung nicht verfolgen kann und auf gewaltlose, aber deswegen keineswegs wirkungslose Strategien zurückgreift, die aber gegenüber einer sichtbaren Gewaltausübung keineswegs zurückstehen mit der Folge, daß deren objektive Beweisbarkeit schwerer gelingen wird als das Vorweisen einer Beule. Das letzte Wort haben wollen deutet schon darauf hin, um was es dabei geht. Die Eskalation beginnt mit der üblen Nachrede, es folgen allesamt äußerst wirksame, aber völlig gewaltfreie Vernichtungswerkzeuge.

    Stoßen derart unterschiedlichen Strategien aufeinander, so wird alles denkbar zwischen Knistern, und Knall.

    Ja, es gibt dabei Überschreitungen, die nicht hinnehmbar sind. Von beiden Seiten. Die einen eben auf den ersten Blick sichtbar, die Zerstörung durch die andere Seite bleibt praktisch unnachweisbar, wie die Gefängnisstatistik ausweisen dürfte.

    Und klar: auf Seiten der Frau wirken auch noch Beschützer-Instinkte, sowie das Triggern dieser Instinkte.

    Wirkt aber nur auf Pudel.

    Diese Unnachweisbarkeit erfährt eine bedrohliche Verstärkung, indem man ihr eine juristisch fundierte, höhere Glaubwürdigkeit hinzufügt. Gemeint ist: In Schweden wurde der Tatbestand der Vergewaltigung nun erweitert dahingehend, daß man auf eine Frau nun vertrauen muß, daß deren Erinnerung auf vorheriges ausdrücklich einzuholendes Einvernehmen sich nicht im Nachhinein verflüchtigt, aus welchen Gründen auch immer.

    Gut für die Frau? Gut für den Mann? Egal. Wichtig ist: ist sowas gut für das Recht?

    Klarer kann man nicht darstellen, daß Recht offenbar an Grenzen kommen soll, und man mithin Fragen, die hier in diesem Thread aufgearbeitet werden nicht nur aus der dazugehörigen Zeit fallen dürften. Darf man im Nachhinein also keine verbrechen zur Sprache bringen? Klar darf und muß man dies können dürfen. Aber man sollte den dazugehörigen Rechtsrahmen berücksichtigen und vielleicht auch noch den Zeitgeist einfließen lassen. ( Man kann ahnen, was darauf kommt).

    Die Verankerung sowohl der Frau, als auch der männlichen Welt von heute ist inzwischen einer anderen Wertesphäre zugehörig. Sofern man es positiv ausdrücken wollte.

    Behauptungen, die man nicht beweisen kann sollte man unterlassen. Das fällt Frauen schwer und wird unmöglich, wenn sich die Zeiten in der Weise ändern, wie wir das derzeit auf allen Ebenen erleben. Das geht über #metoo weit hinaus.

    Bedeutet: eine sich offenkundig vollziehende Entkernung der Gesellschaft, die Verschrottung unserer zugrundeliegenden Werte hat womöglich mit der in Gang gekommenen, sogenannten “Befreiung” der Frau zu tun. Der Eingriff in die Hormonwelt der Frau durch die Erfindung der Pille, und die daraus hervorgegangene Unabhängigkeit der Frau muß erst noch in das Verhalten der Menschheit eingebettet werden.

    Ein äußerst spannender Prozeß. Man kann nur froh sein, keine Frau sein zu müssen. Aber daslwollen sie uns natürlich spüren lassen .

    1. Hahahahaaa.. was für ein kruder Käse-Post. DU bist sicher kein Mann mit Macht.. das liest man daraus zu 100 %. hahahaha.. Der Mann mit viel Macht weiß genau worum es geht. Weinstein wußte es, Wedel wußte es, Strauss-Kahn wusste es… und alle anderen wissen es auch. Aber Macht auszuüben macht halt Spaß und irgendwann überschätzen sie sich selbst und glauben, sie seien Götter und könnten sich alles erlauben. Viele kommen damit durch aber sicher können sie nie sein. Weinstein und Strauss-Kahn hat der Sturm sofort hinweg gefegt. Wedel sollte einfach sein Leben zu Ende leben und ruhig sein. Die Sender und Produzenten mit ihren “Taskforces” wollen nur den Frauen Sand in die Augen streuen und ihre Macht schützen… Das wird nicht mehr gelingen – das Material beim SR lässt zu tief blicken. Strauss-Kahn hatte nach dem Übergriff im Hotel nichts mehr zu sagen und wird auch nie mehr etwas zu sagen haben – ganz ohne Justizbe- oder Verurteilung…Man wusste Bescheid. Das Film- und Fernsehbusiness darf nicht mehr von Männern dominiert werden that’s ist. Schweden zeigt wie schnell das funktioniert bei klaren Ansagen: 50:50 ohne Ausnahme.

      1. Ich finde, Sie sollten versuchen, Ihre Emotionen ein bisschen im Griff zu behalten.
        Die Methode, Menschen, die anderer Ansicht sind als man selbst, als Vollidioten oder Mitglieder einer dunklen Verschwörung anzusehen, die sich zur Aufgabe genmacht hat, die wirkliche Wahrheit zu verdunkeln, führt erfahrungsgemäß nicht zum Erfolg, sondern dazu, dass einem niemand mehr zuhören will.
        Was “Schweden zeigt”, ist im Hinblicj auf Vwerbrechensvorwürfe gegen Wedel aus dem Jahr 1980 m. E. zunächst mal nicht wirklich wichtig; ganz unabhängig davon, ob und was “Schweden” denn nun “zeigt”.
        Will sagen: Alles schön und gut; aber das ist ja gar nicht Thema der Texte und der Diskussion. Icdh lese Ihre Komnetare seit drei Tagen, und habe den Eindruck, dass Sie immerzu neue Themen einführen, sobald jemand in Ihrem jeweils letzten Schimpf-Kommentar sachlich widerspricht. Für eine solche Methode der Diskussion können Sie aber natürlich weder “Schweden” noch sonst irgend jemand als Kronzeugen aufbieten.

        Vorschlag: Sprechen und schreiben Sie doch einfach über die Sache, zu der sie kommentieren wollen, also über die Kritik von Fischer an der ZEIT-Berichterstasttug und an den medien, und über die Kritk von Hoven an Fischer.
        Und lassen Sie Ihre Empörung einmal kurz außer Betracht. Tun Sie so, als ob wir alle dumme kleine Kinder wären, denen Sie ganz neu erklären wollen, wie das alles und die Welt funktioniert. Ich verspreche Ihnen: Das hilft! Man stellt bei dieser Methode gelegentlich fest, dass man gar keine wirklich belastbaren oder vertretbaren Gründe für die eigenen Meinungen” hat.

      2. Tja Herr Fischer… Emotionen im Griff behalten? Ich bin total entspannt.. und lese mit Interesse, was Sie hier dauernd antworten. Ich finde SIE verlieren die Contenance.. indem Sie MIR sagen, ich solle meine Emotionen im Griff behalten. Oder anderen sagen, sie seien zu dumm um bei der Sache zu bleiben. Ich sehe nicht, dass Sie den vielen Männern hier, die krude Thesen über die Beweggründe der Frauen einstellen, irgendeine Belehrung erteilen oder ihnen sagen, sie sollen ihre Emotionen im Griff behalten. Was erlauben Sie sich?! Lesen Sie einfach mal die Studie, die ich hier mehrfach empfehle. Dann müssen Sie insbesondere die Frauen nicht dauern runtermachen. Haben Sie ein Problem mit Frauen aber nicht mit Unsinn schreibenden Männern? Ich finde die Frauen großartig und hoffe, dass sie es schaffen, diese Männer-Strukturen aufzubrechen. Meine Unterstützung haben sie.

  24. Ich denke, dass beide Autoren das Thema sehr rational betrachten und keineswegs lediglich nur Stimmungsmache betreiben. Zwar kann es auf den ersten Blick wirken, als läge ein für den Geschlechterkampf typische Konzeptionsschlacht vor ( Mann pro Wedel; Frau contra Wedel), doch wird das beiden Autoren nicht gerecht.
    Unabhängig vom mehr oder weniger provokanten Schreibstil sind die getroffenen Aussagen größtenteils von sachlichem Gehalt.
    Herr Fischer als Frauenfeind anzusehen, oder Frau Hoven als ideologische Männerbekämpferin anzusehen, ist auch abwegig. Wer anderer Meinung ist, sollte einfach mal im Schriftenverzeichnis von Herrn Fischer mittels der Tastenkombination Strg+F den Begriff “Hoven” suchen.

    Ich halte Herrn Fischers Beitrag im Kern für richtig. Verdachtsberichterstattung muss stattfinden. Und die Presse soll uns einen Verdacht unbedingt näher bringen.
    Was sie jedoch nicht soll, ist, uns die Erkenntnis aufzudrängen.

    Die Presse hat in diesem Bereich die Aufgabe, Informationen zu gewinnen und uns auf einen Verdacht hinzuweisen. Danach sollten Argumente für beide Seiten präsentiert werden. Die Leute sollen sich dann ihre eigene Meinung zu dem Thema bilden. Welche Methoden sie zur Gewinnung ihrer Meinung anwenden, bleibt ihre Sache, genauso wie ihre Meinung, die ein jeder bewerten kann.
    Eine Debatte ist entfacht, an der sich ein jeder/ eine jede mit Argumenten pro und contra beteiligen kann.

    Gerade hier befindet sich der Fehler bei der Berichterstattung der Zeit. Man hat Informationen gewonnen, diese ausgewertet und selbstständig daraus Schlüsse gezogen und diese als Erkenntnis präsentiert. Der Fehler besteht nicht darin, Schlüsse gezogen zu haben, sondern vielmehr diese als Ergebnis der Warheitsfindung zu präsentieren.
    Richtig wäre es gewesen, zu recherchieren und sozusagen den eigenen Schluss wegzulassen, um den Leuten eine neutrale Betrachtung der Rechercheergebnisse zu ermöglichen.

    Stattdessen wurde der eigene Schluss öffentlich mitgeteilt. Hierfür besteht keinerlei Anlass.
    Zum einen ist die Wahrheitsfindung von zweifelhafter Qualität. Denn die eigene Hypothese wird selbst “objektiv” nach subjektiven canones bewertet. Das heißt, Ermittler und Richter treten in einer Person auf. Eine objektive Wertung ist schon im Strafverfahren schwierig genug, wie das von Schünemann nachgewiesene Phänomen des Innertia-Effekts zeigt.

    Zum anderen wird dem selbst gefundenen Urteil selbst das Prädikat der Objektivität verliehen. Der Leser neigt dann dazu, diesem Schluss einen hohen Aussagewert zuzumessen. Eine eigene Bewertung des Verdachts findet kaum noch statt. Vielmehr wird etwas als Tatsache akzeptiert. Daran schließt sich dann die Bewertung des festgestellten Geschehens an. Dass diese negativ ausfällt, dürfte außer Frage stehen.

    Frau Hoven’s Kritik geht etwas ins Leere, da der von ihr gefunden Maßstab an eine Berichterstattung anknüpft, die im Falle der Zeit nicht vorgelegen hat. Ich denke, dass Herr Fischer mit ihr völlig d’accord geht, was die Sorgfaltsanforderungen für normale Verdachtsberichterstattung angeht.

    Da die Zeit sich jedoch darüber hinaus geht und eine eigene Bewertung präsentiert, verschärft sich auch der Sorgfaltsmaßstab. In Anbetracht der gesellschaftlichen Konsequenzen, die bei einer Brandmarkung drohen, ist der einzig adäquate Maßstab, jener, der auch im Strafverfahren angewendet wird. Denn auch in der Verurteilung steckt neben der Strafe der Ausspruch eines sozialethischen Tadels.

    Eine solche öffentliche Tadelung ist jedoch im Rechtsstaat, aufgrund der drohenden Konsequenzen für die durch das APR geschützte Selbstdarstellung, dem Staat vorbehalten, wobei dieser an ein Erkenntnisverfahren gebunden ist, welches die Erforschung der materiellen Wahrheit gewährleistet.

    Wie notwendig ein solcher “self- restraint” für die Presse ist, zeigt sich auch am Beitrag Frau Hovens. Dieser zeigt, wie groß die Gefahr ist, unbeabsichtigt vom Ermittler zum Richter zu werden.

    1. Blablablubberblubber… hahahaha… Wieviele Männer an Frau Hovens Beitrag blubbern und sich auskotzen. “..verschärft sich der Sorgfaltsmaßstab” uiuiuiuiiiiiii… oder der Schlußsatz mit dem “self-restraint”… das braucht der Mann ohne Macht, um die Berichte über mißbrauchte Frauen zu “zerlegen” oder was ist der Sinn dieser Sache. Einfach jetzt mal die Studie von ARD und ZDF lesen “Gender und Fernsehfilm”, dann kann man dort von der Uni Rostock und vom Fraunhofer Institut (FFA-Studie ist länger aber es reicht auch die kleinere von ARD und ZDF) glasklar gesagt bekommen: ARD und ZDF DISKRIMINIEREN FRAUEN MASSIV. So… das wären die Strukturen. Und dann noch tiefer nachlesen, was daraus sonst noch alles resultiert. Und dann nochmal über Wedel, seine Produzenten und die Sender nachlesen. Dann ist klar.. das war schon zu Wedel-Zeiten so.. da hat sich bis heute nichts geändert. Also: Die Frauen – egal ob sie nach 30 Jahren was erzählen oder von heute – haben vollkommen Recht und sind im Recht. Und der Schluss kann nur sein: Zerschlagung dieser Strukturen – Übernahme der schwedischen Verhältnisse mit 50.50 und wer das nicht einhält macht keinen Film und bekommt kein Förder-Geld, weder vom gebührenfinanzierten Sender-System noch von staatlichen Förder-Institutionen. Beide Systeme, die die Filmwirtschaft dominieren, werden im übrigen von Bürgerinnen mit-finanziert – über Steuern und über Gebühren. Es hat sich übrigens herausgestellt, dass das neue System in Schweden in maximal kurzer Zeit problemlos funktioniert hat.

  25. “…,dass ihre ohnehin begrenzten Mittel zur Ermittlung der Wahrheit durch den Zwang zu aktueller Berichterstattung verkürzt sind.”
    Zwei kleine Einwande zu “Randaspekten” der Diskussion:
    Nicht nur Journalisten, auch Richter kennen die Welt überwiegend aus den Massenmedien(N.L.)
    Sie haben Meinungen größtenteils innerhalb des inneren Mainstreams, formuliert durch unsere selbsternannt faktenbasierten Qualitätsmedien(ARD, ZDF, FAZ, SZ, Zeit und Co.)
    Ihre Berichterstattung reiht Meldungen wenig kontextualisiert in schneller Folge aneinander, ist fokussiert auf Aktualität, Neues und Konflikt.
    Weiter auf Personalisierung, Moralisierung und Skandalisierung.(D.Baecker)
    Vielleicht erscheint unsere Gesellschaft deshalb so konflikthaft und der Veränderung ausgeliefert.
    Ein an Ordnungsbildung orientierter soziologischer Begriff derselben könnte eventuell zur Kenntnis nehmen, dass vieles in ihr gut und standardmässig ohne viel Reflexion funktioniert, was aber den o.g. Medien keine Meldung wert ist und mangels Resonanz nicht dazu führt, dass die Schornsteine weiter rauchen und die Ruhegehälter beim ZDF sicher sind.
    Zum von Frau Hoven zitierten BGH Urteil: wie der Name schon sagt ist es ein Urteil und eben keine Norm.
    Es gibt keine rechtliche Normierung mit dem Zwang zu aktueller Berichterstattung, auch wenn dies eine sozial verbindliche, überindividuelle Verbindlichkeit zu sein scheint.
    So kann diese weder vom BGH noch in der Zweitverwertung von Frau Hoven argumentativ gegen journalistische Sorgfalt ins Feld geführt werden.
    Das mediale Verurteilung und Existenzvernichtung weniger belastend ist als ein Urteil, kann in dieser Pauschalität auch nicht bewiesen werden, fragen sie mal Herrn Wulff.
    Ein aktueller Fall letztlich würde durch die auch medial bedingte Informationslage der RichterInnen noch ganz andere Problemlagen und Kontexte aufrufen, es gibt nämlich nicht nur kommunikativen Transfer aus dem Recht heraus, sondern auch ins Recht (Kassiber, I.Augstein), welches “sich in seinen Randbereichen so im mehrfachen Sinn oft selbst versäumt.”

    1. “Zum von Frau Hoven zitierten BGH Urteil: wie der Name schon sagt ist es ein Urteil und eben keine Norm.
      Es gibt keine rechtliche Normierung mit dem Zwang zu aktueller Berichterstattung …
      So kann diese weder vom BGH noch in der Zweitverwertung von Frau Hoven argumentativ gegen journalistische Sorgfalt ins Feld geführt werden.”

      Sehr aufschlußreich! Danke!

    2. Um einen “Zwang zu aktueller [!] Berichterstattung” handelt es sich bei (bis auf einen NACH dem ersten Bericht von der Staatsanwaltschaft festgestellten, von der Rechtsabteilung der ZEIT wohl (?) übersehenen ‘überraschenden Fall’) wegen der Verjährung ohnehin nicht – das ist allerdings auch nicht Kern von Hovens Argumentation.
      (Siehe dazu mein Beitrag weiter oben – falls er freigeschaltet wird)

  26. Es gibt im Beitrag von Frau Dr. Hoven eine Sache, die ich nicht verstehe. Sie zitiert die Einschränkung des Bundesgerichtshofs (1999) in voller Länge. Dort findet sich der Satz: “Straftaten gehören nämlich zum Zeitgeschehen, dessen Vermittlung zu den Aufgaben der Medien gehört.”

    Das “nämlich” deutet argumentativ einen Begründungszusammenhang an, der sich auf die folgenden Aussagen der Einschränkung bezieht (“Dürfte die Presse, falls … usw.”). Diese Aussagen operieren somit unter der Prämisse, daß es um Straftaten geht – anderenfalls wäre die Begründung des Bundesgerichtshofs (“Straftaten gehören …”) nicht stichhaltig.

    Wenden wir nun die Einschränkung des Bundesgerichtshofs auf die Berichterstattung über den Regisseur Wedel an. Um welche “Straftaten” geht es dabei? Mir jedenfalls sind hier keine Straftaten bekannt. Bekannt sind diverse Anschuldigungen gegen Wedel: Vergewaltigung, Körperverletzung, Mord usw. Verifiziert wurde meines Wissens keine dieser Anschuldigungen. Es mag Indizien geben – eine Verifikation gibt es bisher nicht. Also welche Straftaten haben wir im Augenblick? Gar keine.

    Das schließt nicht aus, daß ein Gericht nach entsprechender Verhandlung dem Regisseur irgendwelche Straftaten nachweist und ihn entsprechend verurteilt. Doch im Augenblick gibt es keine Verhandlung, keine Nachweise, kein Urteil. Die Rede von Straftaten im Fall Wedel ist rein hypothetisch: Es ist unklar, ob diese angeblichen Straftaten überhaupt stattgefunden haben. Mit ebenso wenig Berechtigung könnte man von einer “Straftat” im Sinne des Bundesgerichtshofs reden, wenn mein Nachbar seit 20 Jahren behauptet, ich hätte die Lockenwickler seiner Frau entwendet (O-Ton: “Meine damals 2 1/2 jährige Tochter hat es gesehen!”).

    Nun mag es sein, daß Anschuldigungen zum Zeitgeschehen gehören, “dessen Vermittlung zu den Aufgaben der Medien gehört.” “Straftaten” aber, bei denen noch unklar ist, ob sie überhaupt existieren (stattgefunden haben), gehören sicher nicht zu diesem Zeitgeschehen. Nur das, was existiert, gehört zum Zeitgeschehen. Darum verstehe ich nicht, warum Frau Dr. Hoven unterstellt – sie begründet es leider nicht -, daß die Einschränkung des Bundesgerichtshofs überhaupt anwendbar ist auf die Berichterstattung über den Regisseur Wedel.

    Ich als juristischer Laie würde meinen: Diese Einschränkung ist hier nicht anwendbar, weil diese Einschränkung allein für die Berichterstattung über Straftaten gilt. Und die Rede von “Straftaten” muß hier mehr meinen als nur “hypothetisch angenommene Straftat”, weil anderenfalls nahezu jede Anschuldigung (“Der gegenwärtige Papst hat Präsident Kennedy ermordet!”) eine entsprechende Berichterstattung legitimieren würde. Im Fall von Regisseur Wedel wurden noch keine Straftaten nachgewiesen, folglich gilt die Einschränkung des Bundesgerichtshofs nicht für die Berichterstattung in diesem Fall.

    1. Nun, ich denke man kann auch über unverhandelte Straftaten berichten, z.B. einen Bankraub oder z.B. eine Geiselnahme. Allerdings ist der Unterschied hier, dass sie eben auch in der Öffentlichkeit passieren und damit zweifelsfrei stattgefunden haben, bzw. sogar nich im Verlauf sind. Anders ist es natürlich bei den hier vorgeworfenen Taten. :-/

  27. Warum gehen einige – selbst unflätigste – Kommentare hier durch, andere nicht?
    Liegt es an der Länge oder an bestimmten Begriffen?
    Ich würde gerne die Regeln irgendwo lesen und verstehen…

    1. Welche?

      Jedenfalls finde ich es toll das Herr Fischer hier persönlich auf Kommentare antwortet. Das würde auch Journalisten “gut zu Gesicht stehen”.

      1. U.a. Eine etwas längere Antwort auf:
        Jochen Schmidt sagt:
        01.02.2018 um 17:45 Uhr

        Bei mir steht:
        Fotobiene sagt:
        01.02.2018 um 20:32 Uhr
        Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.

    2. In der Sache stimme ich der Autorin in weiten Teilen zu, insbesondere was die Zulässigkeit der verdachtsbericjterstattung angeht. Bedauernswert finde ich jedoch, dass sie selbst in der Vergangenheit den von ihr dargestellten Maßstäben wohl nicht gerecht worden ist. So hat sie im Zusammenhang mit dem kachelmannverfshren eine Veranstaltung durchgeführt, bei der Frau schwarzer eingeladen war. Dies erfolgte zu einem Zeitpunkt, zu dem bereits sehr deutlich absehbar war, wie sich der Sachverhalt in Wahrheit darstellt. Trotzdem hat sie Frau schwarzer eine unreflektierte Plattform gegeben um ihre Anschuldigungen vorzutragen. So erhält man den Eindruck, als ginge es der Autorin vor allem um die auch in diesem Text anklingende politische Botschaft; auch zum Preis einer persönsichjeitsverletzung des betroffenen!

  28. Hovens Vergleich „Vergewaltigungsvorwurf“ mit „Watergate“ geht fehl.

    Fischer hat nicht ein Verbot ausgesprochen, sondern die technische Möglichkeit des Redakteurs in Zweifel gezogen. Bei Watergate wurden harte Tatsachen recherchiert, gehört zu Grundaufgaben des investigativen Journalismus; beim Vergewaltigungsvorwurf viele Jahre zurück ist dergleichen schlicht NICHT MÖGLICH.

    Bei dem Vorwurf entscheidet die freie Würdigung der Zeugenaussagen durch den Richter. Damit der Journalist diese ebenfalls würdigen kann, muss er den Prozess ABWARTEN. Ist nicht geschehen; stattdessen wurden Befragungen außerhalb gerichtlichen Regelwerks durchgeführt, die am schonendsten als BELIEBIG zu qualifizieren sind.

    Liebe Elisa Hoven, Ihr Gastartikel ist ein untauglicher Ehrenrettungsversuch Ihrer Zeitung.

  29. “Auch die von Fischer gestellten zahlreichen Detailfragen … Die csmeisten seiner Fragen drängen sich nicht unbedingt auf („Warum schlug der Beschuldigte ihren Kopf gegen die Wand? Wie machte er das?“), für andere gibt es – jedenfalls im Rahmen eines fast 45 Minuten andauernden Kampfgeschehens – eine Vielzahl banaler Erklärungen”

    Darum hgeht es überhaupt nicht! Fischer sagt nicht, dass es hier keine Erklärungen geben könnte. Es geht darum, dass eine Befragundg des vermeintlichen Opfers bis ins kleinste Detail gehen muss – einfach deshalb um zu prüfen, ob die Angaben ausgedacht sind. Das ist ein ganz entscheidendes Mittel für die Justiz (und für Gutachter der Aussagenpsychologie). Genau durch diese Fragetechnik sind nämlich viele Falschbeschuldigungen aufgedeckt worden – weil sich das vermeintliche Opfer plötzlich in Widersprüche verheddert. Auch wenn es nicht schön ist: Man muss da auch vermeintliche Opfer etwas in die Mangel nehmen.

    “Die Redaktion einer Zeitung braucht sie jedoch nicht zu beantworten, wenn sie den Wahrheitsgehalt des Berichts offenkundig nicht erschüttern.”

    Es geht eben nicht nur um die Beantwortung. Es geht darum, dass man diese Fragen überhaupt stellt. Dass man kritisch nachhakt – und nicht alles sofort für glaubwürdig hält.

    1. Ja. Frau Hoven hat leider nicht verstanden, worum es in der Kritik geht.
      Sie betreibt weiterhin – wie der/die ZEIT-Artikel – “Beweiswürdigung” und teilt mit, dass sie zu einem anderen Ergebnis komme als ich . Das ist aber erstens für (meine) Kritik irrelevant, das es darum gar nicht geht, und zweitens ganz falsch, weil ich ausdrücklich zu überhaupt keinem Ergebnmis komme und auch nicht kommen will. Ich weigere mich schlicht, einen öffentlichen “Prozess” auf der Grundlage von Presseberichten mir fremder Reporterinnen zu führen.

      Die ZEIT hat behauptet, “nach dem Vorbild der Ermittler” zu verfahren. Wenn man das behauptet, muss man sich daran messen lassen. Und diese Prüfung fällt negativ aus. Die Zeit “würdigt” eben nicht “wie Ermittler”, sondern schreibt eine tendenziöse Story mit vielen “Stimmungsbildern” und Ausschmückungen.
      Da darf man sich eigentlich nicht wundern, wenn ein “Ermittler”, der das 35 Jahre lang beruflich gemacht hat, dazu ein paar kritische Bemerkungen macht. Die ZEIT verhält sich wie eine “Partei” in einem fiktiven Prozess. Und leider schließt sich Frau Hoven dem eifrig an.
      An meiner Kritik geht das glatt vorbei.
      tf

  30. “Im „Fall Wedel“ geht es nicht um Bagatellen, sondern zum einen um schwere – und zum Teil noch nicht verjährte – Straftaten und zum anderen um höchst problematische Machtstrukturen, die sexuelle Gewalt begünstigt oder zumindest kaschiert haben.”

    Das ist bereits eine Vorverurteilung. “Worum” es im Fall Wedel geht, ist nämlich noch nicht abschließend zu beantworten. Dass es hier vielleicht auch um Falschbeschuldigung (und damit um Machtstrukturen ganz anderer Art) geht, kommt der Autorin offenbar nicht in den Sinn. Sie geht völlig einseitig und mit vorgefasstem Urteil an die Sache heran und ist nicht in der Lage, die Sache mit Abstand zu betrachten. Sie könnte von Fischer sehr viel lernen.

  31. “während der Sender und die Verantwortlichen der Filmgesellschaft schweigen?”

    Wieder eine Vorverurteilung.

    Ich habe keine Lust, den Text weiter zu lesen.

  32. Hallo, Dr. Milos Lecici, weil du zurückkommst Meine Frau ist zurück zu mir, nachdem du den Liebeszauber erwidert hast und sie sagte Es gibt keine Notwendigkeit für die Scheidung wieder so sehr, ich werde nie Vergiss dieses große Glück, das du in mein Leben gebracht hast. wenn Sie brauchen Diesen mächtigen Zauberspruch kannst du über diese E-Mail erreichen (Drazenherbalcur@outlook.com) Ich muss dir die Welt sagen.

  33. Ich freue mich sehr, heute dieses erstaunliche Zeugnis darüber zu teilen, wie Dr. Idahosa, der Kräuterarzt, mit seiner Kräutermedizin in der Lage war, mich von meinem HIV-Virus zu heilen. Ich bin jetzt seit fast 8 Monaten HIV-Patient und habe verschiedene Behandlungsmethoden ausprobiert, um sicherzustellen, dass ich von dieser schrecklichen Krankheit geheilt bin, aber keine hat für mich funktioniert, also musste ich alles Gott überlassen, damit ich mich als Christ verhalten konnte wer hatte geglaubt, dass Gott eines Tages in mein Leben eingreifen würde, doch ich war so traurig und verzweifelt, dass ich aufgrund meiner Krankheit fast alles verlor. Vor ein paar Monaten, während ich im Internet surfte, sah ich verschiedene Empfehlungen über Dr. Er hat seine Kräutermedizin verwendet, um Menschen zu behandeln und zu heilen. Diese Leute raten uns, Dr. Idahosa für ein Problem zu kontaktieren, das sofort helfen würde. Ich setzte mich mit Dr. Idahosa in Verbindung und erzählte ihm, wie ich seinen Kontakt bekam und auch über meine Krankheit Zeit Dr. Idahosa sagte mir, ich solle Vertrauen haben, dass er für mich eine Medikation von Kräuterkräutern vorbereiten würde, er sagte mir, ich würde diese Medizin für ein paar Wochen nehmen und auch meine Heimatadresse nach Hause bitten, damit er die Droge einreichen könnte für mich, also meine guten Freunde Nach all dem Prozess und allem, was Dr. Idahosa mir geschickt hat, nahm ich es, wie ich von Dr. Idahosa geleitet wurde, nachdem einige Wochen vergangen waren, während ich auf Dr.idahosa Medikamente Veränderungen in meinem Körper erlebte, musste ich Rufen Sie meinen Arzt im Krankenhaus für einige Bluttests nach dem Test mein Krankenhausarzt sagte mir, dass ich nicht mehr mit dem Hiv-Virus und mein Blut ist ziemlich gut, ich kann nicht einmal das glauben, Freunde heute bin ich Hiv Free und ich will Jeder weiß, dass es ein Heilmittel für Hiv für diejenigen gibt, die mit Dr. Idahosa in Kontakt treten, nachdem sie meine Aussage gelesen haben. Sie können Dr. Idahosa (dridahosasolutioncenter@gmail.com) freundlich kontaktieren oder anrufen +2348134261542, Gott segne euch alle …

  34. Ich liebe meinen Mann so sehr, dass wir glücklich waren mit zwei Kindern, einem Jungen und einem Mädchen. Vor 3 Monaten habe ich merkwürdige Veränderungen von ihm bemerkt. ein paar Wochen später fand ich heraus, dass mein Mann jemand anderes sieht. Er kam spät von der Arbeit nach Hause. Er kümmert sich kaum noch um mich oder die Kinder. Manchmal geht mein Mann aus und kommt nicht einmal für einige Tage nach Hause. Ich habe alles getan, um dieses Problem zu beheben, aber nichts hat funktioniert. Ich wurde sehr besorgt und brauchte Hilfe. Ich las über Dr. Goko Geschichten auf einer Website, die darauf hindeutet, dass Dr. Goko helfen kann, Eheprobleme zu lösen, gebrochene Beziehungen wiederherzustellen und so weiter. Also kontaktierte ich ihn und ich erzählte ihm meine Probleme. Er hat meine Ehe geregelt und er hat eine Lösung für mein Problem, jetzt sind mein Mann und ich wieder zusammen. Alles funktioniert gut in meiner Ehe und ich bin so glücklich, dass Dr. Goko mir meinen Ehemann erfolgreich zurückbringt. Wenn es ein Problem in Ihrem Haus, Gesundheit, Ehe / Beziehung und mehr E-Mail an Dr.gokosspiritualcaster@gmail.com gibt, können Sie ihm einen WhatsApp Chat unter +2348056398964 geben

  35. Mein ganzes Leben lang habe ich noch nie etwas gesehen, das so schnell wirkt wie Dr.Agbazara. Ich komme aus New Jersey und heiße Nicole, nachdem ich Dr.Agbazara kontaktiert habe. Dann habe ich angefangen zu glauben, dass jede Münze zwei Seiten hat. Als meine Geliebte mich verließ, schwor sie, nie wieder zu mir zurück zu kommen, aber Gott sei Dank, dass ich durch die Hilfe von Dr.Agbazara meinen Geliebten innerhalb von 48 Stunden zurückbekomme und ich werde auch wollen, dass andere Menschen, die Herz gebrochen haben, Dr. Agbazara durch diese Details unten, die per E-Mail sind: ( agbazara @ gmail . com ) oder über WhatsApp auf ( +234 810 410 2662 ) dann können Sie die Wunder von Dr.Agbazara sehen

  36. Guten Tag, meine Damen und Gentlemen, mein Name ist Jenifer. Ich möchte mich bei dem großen Dr. Oboh bedanken, der mir meinen Geliebten zurückkaufte, nachdem ich die letzten 2 Jahre nach unserer Trennung alles erfolglos ausprobiert hatte. Ich schätze die großartige Arbeit von Dr. Oboh, dass ich meine Freude innerhalb von 24 Stunden zurückerhalten habe. Ich muss sagen, Dr. Oboh ist der größte Zauberwirker, der jemals gelebte. Um zu wissen, wie stark Dr. Oboh ist, werde ich jedem, der Hilfe braucht, empfehlen, ihn freundlich über seine private E-Mail zu kontaktieren: obohtempleofanswer@gmail.com

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