Partner von:
Anzeige

Analysten schlagen Alarm: Der iPhone X-Superzyklus droht auszufallen – Apple bricht an Wall Street weiter ein

iphonex_front_side_flat.jpg
Immer kritischer beäugt: Apples neues Smartphone-Flaggschiff iPhone X © Apple

Das Jahr 2018 beginnt für Apple im Fehlstart-Modus. Im Gegensatz zu den großen Digitalchampions Google, Facebook und vor allem Amazon, die seit Januar erneut kräftig zulegen, notiert der noch wertvollste Konzern der Welt im roten Terrain. Seit einer Woche befindet sich die Aktie des iKonzerns regelrecht im freien Fall, weil sich das iPhone X schlechter zu verkaufen scheint als erwartet. Analysten schlagen Alarm: Der sicher geglaubte Superzyklus droht auszufallen.

Anzeige
Anzeige

Es schien eine sichere Wette zu sein: Zum zehnjährigen Jubiläum bringt Apple nach Jahren im gleichen Look ein runderneuertes iPhone auf den Markt, das Fanboys und -girls des Kultkonzerns aus Cupertino weltweit in einen exzessiven Kaufrausch versetzen und Apple einen neuen Superzyklus bescheren würde.

Das iPhone X, das endlich die schwarzen Display-Ränder überflüssig machte und den Traum von einem Bildschirm aus einem Guss wahr machen sollte, würde zum größten Kassenschlager in der Geschichte des iPhones werden – das galt an der Wall Street als ausgemacht, die die Apple-Aktie im vergangenen Jahr in immer luftigere Höhen emporschießen ließ und sogar die magisch verklärte Bewertungsgrenze von einer Billion Dollar in die Nähe rücken ließ.

Schussfahrt nach unten: Apple verliert 60 Milliarden Börsenwert in einer Woche

Seit einer Woche kann davon jedoch keine Rede mehr sein. Im Gegenteil: In einem freundlichen Börsenumfeld, in dem vor allem die hoch bewerteten Digitalunternehmen ihre Börsenparty von 2017 beherzt fortsetzen, fiel ausgerechnet der Branchenprimus zurück. Und wie: Apple-Aktionäre befinden sich seit einer Woche im “vollen Panik-Modus.”

Die Schussfahrt nach unten, die in nur fünf Handelstagen bereits über 40 Milliarden Dollar an Börsenwert ausradiert hat, gewann zu Wochenbeginn abermals an Dynamik. Panikartig schmissen Anleger zu Handelsbeginn ihre Papiere auf den Markt und beschleunigten Apples Börsenabsturz auch heute weiter. Der Techpionier aus Cupertino verlor zu Wochenbeginn weitere 2 Prozent an Wert und hat binnen einer Woche damit bereits 7 Prozent an Wert eingebüßt. Seit den Höchstkursen bei 180 Dollar, die vor gerade einmal zehn Tagen aufgestellt wurden, hat Apple nun schon 60 Milliarden an Börsenwert verloren.

Produktionshalbierungen beim iPhone X belasten

Der Grund dafür ist in immer neuen Hiobsbotschaften zum iPhone X zu finden, das sich nach einem anfänglichen Kaufrausch der Fangemeinde nun doch offenkundig  weitaus schwerer als erwartet tut. Praktisch im Tagesrhythmus laufen neue Horrormeldungen über drastische Produktionskürzungen beim Hochpreis-iPhone über die Ticker, die noch vor  Monaten undenkbar schienen, als es so aussah, als würde Apple nicht schnell genug mit der aufgestauten Nachfrage nachkommen.

Drei Monate später ist die Nachfrage der loyalen Käuferschaft, die für das Smartphone mit dem Apfellogo auch bis zu 1320 Euro hinblättert, nun offenkundig befriedigt, während Anschlusskäufer ausbleiben. Die Folge: Konzernchef Tim Cook muss offenbar bei der Produktion auf die Bremse treten. Und zwar so heftig, dass es quietscht. Um gleich 50 Prozent soll Apple seine iPhone-Bestellungen im März-Quartal gegenüber dem vorangegangenen Dreimonatszeitraum reduziert haben, überbrachte Wall Street-Institution JP Morgan vergangene Woche die Schockmeldung.

Anzeige

Asian Nikkei Review: iPhone 8 / Plus verkauft sich besser als iPhone X

Zum heutigen Handelsstart folgte die Bestätigung aus Asien: Wie der Asian Nikkei Review berichtet, hat Apple im März seine iPhone X-Produktion auf 20 Millionen Einheiten halbiert. Das als wenig innovativ stark kritisierte iPhone 8 / Plus verkauft sich demnach mit einer angepeilten Produktion von 30 Millionen Einheiten sogar besser.

Der schwache iPhone X-Verkaufsstart könnte für die Produktion von Nachfolgemodellen Folgen haben und “in einer Verzögerung von OLED-Displays bei anderen iPhone-Modellen resultieren”, berichtet die renommierte japanische Wirtschaftszeitung.

Oppenheimer: Der Superzyklus findet nicht statt

Für den Vermögensverwalter Oppenheimer hat die iPhone X-Schwäche Folgen. “Es sieht so aus, als findet der Superzyklus, den wir alle wollten, nicht statt”, schrieb Analyst Andrew Uerkwitz heute in einer Research-Note, die dem Blog Apple 3.0 vorliegt.

“Wir finden die neuen iPhones nicht zwingend – kleine Verbesserungen beim Display, ein weniger intuitives Interface und AR-Funktionen ohne Killer-Apps”, watschte  Uerkwitz das neue Flaggschiff-Smartphone aus Cupertino ab.

Oppenheimer reduzierte seine Absatzschätzungen für das iPhone X im laufenden und nächsten Quartal entsprechend um 10 bzw. 8 Millionen Einheiten. Nach einer absoluten Woche zum Vergessen steht Apple-Chef Tim Cook bei Vorlage der neuen Quartalszahlen am Donnerstag plötzlich wieder gehörig unter Druck.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Meedia

Meedia