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Print-MA: Spiegel, stern und Focus verlieren zusammen fast 1 Mio. Leser, Gala wird mit fettem Plus zum neuesten MA-Wunder

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Selbst die ma Pressemedien bescheinigt dem Markt der Publikumszeitschriften inzwischen eine "leicht rückläufige Tendenz der Nettoreichweite". Doch auch diesmal gibt es in der Reichweitenstudie erstaunliche Gewinner. Die Top-Titel hingegen büßten fast durch die Bank Leser ein, Der Spiegel z.B. 490.000 und der stern 340.000. Wundersame 370.000 neue Leser begrüßt hingegen die Gala.

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Reichweitenstärkste Zeitschrift des Landes bleibt der ma Pressemedien zufolge weiterhin die ADAC Motorwelt: 14,89 Mio. sind es den Befragungen und Hochrechnungen zufolge, 280.000 weniger als vor einem halben Jahr. Dahinter folgt das TV-Supplement rtv und das Programmie tv 14 – ebenfalls jeweils mit klarem Minus. Die beiden großen Wochenmagazine stern und Spiegel erreichen den Zahlen zufolge weiterhin 6,49 Mio. bzw. 6,07 Mio. Leser, der Focus 4,48 Mio. Auch wenn das Trio gemeinsam 970.000 Leser verabschieden musste, sind die Zahlen noch erstaunlich hoch.

Sogar zulegen konnten die Bunte und die Gala. Letztgenanntes Magazin verbesserte sich um satte 12,8% auf 3,27 Mio. Leser pro Ausgabe. Und schon sind wir wieder an einem Punkt, an dem wir über die Qualität der ma-Zahlen reden müssen. Die Gala verliert seit Jahren an Auflage. Innerhalb von zwei Jahren rutschte die verkaufte Auflage laut IVW von 310.322 (IV/2015) auf 246.288 (IV/2017). Im Vergleich zum Vorjahr ging es um fast 13% nach unten. Auch in den reichweitenstarken Kategorien Lesezirkel und Bordexemplare wurde die Auflage abgebaut. Wie soll da ein Leser-Plus von 12,8% zustande kommen?

ma 2017 Pressemedien II: Die Top 50 der Zeitschriften
RW in Mio. 2018-I vs. 2017-II
1 ADAC Motorwelt 14,89 -0,28 -1,8%
2 rtv 8,87 -0,50 -5,3%
3 tv14 6,76 -0,52 -7,1%
4 stern 6,49 -0,34 -5,0%
5 Der Spiegel 6,07 -0,49 -7,5%
6 Bild der Frau 5,75 -0,02 -0,3%
7 Prisma 5,69 0,18 3,3%
8 TV Spielfilm 4,98 -0,08 -1,6%
9 TV Movie 4,69 -0,41 -8,0%
10 Bunte 4,60 0,17 3,8%
11 Focus 4,48 -0,14 -3,0%
12 Sport Bild 4,18 -0,37 -8,1%
13 TV Digital 3,93 -0,02 -0,5%
14 Hörzu 3,62 -0,06 -1,6%
15 tv Hören und Sehen 3,33 -0,02 -0,6%
16 Gala 3,27 0,37 12,8%
17 Auto Bild 3,14 0,00 0,0%
18 kicker-sportmagazin 3,07 -0,08 -2,5%
19 Geo 2,96 -0,09 -3,0%
20 Brigitte 2,61 -0,08 -3,0%
21 tina 2,57 0,01 0,4%
22 Mein schöner Garten 2,40 0,04 1,7%
23 auto motor und sport 2,39 -0,11 -4,4%
24 Neue Post 2,29 0,14 6,5%
25 Superillu 2,25 -0,01 -0,4%
Quelle: ma 2018 Pressemedien I / Tabelle: MEEDIA

Oder kommen wir zu unserem Lieblings-Beispiel Computer Bild Spiele. Der Games-Titel büßte jüngst dramatische 45,8% an verkaufter Auflage ein, liegt bei der IVW nur noch bei existenzbedrohenden 21.695 Exemplaren, darunter fast keine Lesezirkel und keine Bordexemplare. Bei der ma verlor Computer Bild Spiele ganze 4,5%, gehört mit 1,48 Mio. Lesern weiterhin zur Top 50. 1,48 Mio. Leser bei 21.695 verkauften Exemplaren? Demnach müssten sich jedes verkaufte Heft unfassbare 68 Menschen teilen! 68! Ich frage nochmal: Wo sind sie, diese geheimen riesigen Computer-Bild-Spiele-Leseclubs?

ma 2017 Pressemedien II: Die Top 50 der Zeitschriften
RW in Mio. 2018-I vs. 2017-II
26 Freizeit Revue 2,17 -0,01 -0,5%
27 TVdirekt 2,13 0,01 0,5%
28 Computer Bild 2,12 -0,35 -14,2%
29 auf einen Blick 1,94 -0,14 -6,7%
30 freundin 1,93 -0,04 -2,0%
31 die aktuelle 1,92 -0,06 -3,0%
32 TV Today 1,84 0,10 5,7%
33 Schöner Wohnen 1,79 -0,03 -1,6%
34 Chip 1,72 0,02 1,2%
35 Fernsehwoche 1,62 -0,05 -3,0%
36 Frau im Spiegel 1,54 0,05 3,4%
37 Für Sie 1,54 -0,12 -7,2%
38 Cosmopolitan 1,54 0,03 2,0%
39 Öko-Test 1,53 0,00 0,0%
40 Das Goldene Blatt 1,52 -0,01 -0,7%
41 Computer Bild Spiele 1,48 -0,07 -4,5%
42 Das Neue Blatt 1,42 -0,11 -7,2%
43 tv pur 1,41 0,21 17,5%
44 Welt der Wunder 1,39 -0,25 -15,2%
45 frau aktuell 1,37 0,15 12,3%
46 National Geographic Deutschland 1,35 0,02 1,5%
47 Funk Uhr 1,31 -0,03 -2,2%
48 Glamour 1,31 -0,07 -5,1%
49 InStyle 1,31 0,01 0,8%
50 essen&trinken 1,29 -0,10 -7,2%
Quelle: ma 2018 Pressemedien I / Tabelle: MEEDIA

Eigentlich erübrigt sich nach einer solchen Zahl wie der von Computer Bild Spiele jegliche weitere seriöse Auseinandersetzung mit den Reichweitenzahlen der ma Pressemedien. Der Vollständigkeit halber aber hier noch die zehn größten Gewinner:

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ma 2018 Pressemedien I: Die Top-10-Aufsteiger nach Reichweite
RW in Mio. 2018-I vs. 2017-II
1 Gala 3,27 0,37 12,8%
2 Echo der Frau 1,14 0,22 23,9%
3 tv pur 1,41 0,21 17,5%
4 Gong 1,25 0,21 20,2%
5 Prisma 5,69 0,18 3,3%
6 ACE Lenkrad 1,10 0,18 19,6%
7 Bunte 4,60 0,17 3,8%
8 frau aktuell 1,37 0,15 12,3%
9 Neue Post 2,29 0,14 6,5%
10 burda style 0,77 0,14 22,2%
Quelle: ma 2018 Pressemedien I / Tabelle: MEEDIA

Am deutlichsten verloren haben diese zehn Titel:

ma 2017 Pressemedien II: Die Flop-10-Absteiger nach Reichweite
RW in Mio. 2018-I vs. 2017-II
1 tv14 6,76 -0,52 -7,1%
2 rtv 8,87 -0,50 -5,3%
3 Der Spiegel 6,07 -0,49 -7,5%
4 TV Movie 4,69 -0,41 -8,0%
5 Sport Bild 4,18 -0,37 -8,1%
6 Computer Bild 2,12 -0,35 -14,2%
7 stern 6,49 -0,34 -5,0%
8 ADAC Motorwelt 14,89 -0,28 -1,8%
9 Welt der Wunder 1,39 -0,25 -15,2%
10 Women’s Health 0,37 -0,15 -28,8%
Quelle: ma 2018 Pressemedien I / Tabelle: MEEDIA

Bei den abgefragten Wochen- und Sonntagszeitungen sieht es für Zeit und Welt am Sonntag düster aus:

ma 2017 Pressemedien II: Wochen- und Sonntagszeitungen
RW in Mio. 2018-I vs. 2017-II
1 Bild am Sonntag 8,60 -0,31 -3,5%
2 Die Zeit 1,51 -0,19 -11,2%
3 Welt am Sonntag 0,80 -0,21 -20,8%
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 0,52 0,00 0,0%
Quelle: ma 2018 Pressemedien I / Tabelle: MEEDIA

Als Fazit der neuesten ma-Veröffentlichung bleibt wieder einmal nur, dass die agma weiterhin mit voller Kraft daran arbeitet, die ma Pressemedien in die komplette Irrelevanz zu steuern. Auch wenn zarte Verluste bei den meisten Titeln zu beobachten sind, werden diese der Auflagenentwicklung überhaupt nicht gerecht. Das Computer-Bild-Spiele-Beispiel reicht eigentlich schon für eine Argumentation. Wenn die agma nicht schnellstmöglich die Ausrichtung der Zahlen ändert, weg von einer Befragung der – wenn man ehrlich ist – Markenbekanntheit und -beliebtheit, hin zu einer echten Reichweitenstudie, in die die verkaufte Auflage in den einzelnen Segmenten einbezogen wird, dann ist niemandem geholfen. Den Verlagen nicht, die keinerlei Erkenntnis mehr darüber haben, wie gut ihre Titel gelesen werden – und den Werbungtreibenden erst recht nicht, die für angeblich 68 unterschiedliche Computer-Bild-Spiele-Leser zahlen müssen, von denen womöglich 65 oder 66 gar nicht existieren.

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Alle Kommentare

  1. Die Zahlen stimmen doch hinten und vorne nicht.
    Ich hoffe, niemand schaltet Werbung auf Basis dieser getürkten Zahlen.
    Auffallend ist ja, daß trotz einbrechender Auflage und nur sehr beschränkter Kompensation aus dem Online-Bereich es aktuell keine Entlassungswelle und einbrechende Umsätze gibt.
    Bekanntlich wissen Procter&Gamble, VW und all die anderen Werbungtreibenden nicht, welche Hälfte ihrer Marketingausgaben unnötig ist. Handelt es sich hier um ein Riesensubventionsprogramm behufs der Gefälligkeit der Presse?

  2. Ausgerechnet der Spiegel, der einst doppelt so dick war und doppelt so viele Käufer hatte, pflegt eine Rubrik namens „Früher war alles schlechter”.

    Es ist der Gipfel der Borniertheit.

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