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“Ich hab dann mal die Domain gepfändet”: Wie sich Richard Gutjahr gegen das umstrittene Compact Magazin wehrt

Nach Verschwörungstheorien und Drohungen: Richard Gutjahr setzt sich massiv zur Wehr
Nach Verschwörungstheorien und Drohungen: Richard Gutjahr setzt sich massiv zur Wehr Foto: SWR/Carolin Saage

Nicht einmal 140 Zeichen braucht Richard Gutjahr, um einen persönlichen Triumph zu verkünden. "Ich hab dann mal die Domain compact-online.de gepfändet", schrieb der Journalist am Dienstag bei Twitter. Die URL zur Website des rechten Magazins gehört damit nicht mehr Magazinmacher Jürgen Elsässer. Die Pfändung ist allerdings nicht mehr als ein Achtungserfolg.

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Wie Gutjahr am Dienstag bei Twitter öffentlich machte, hat das Amtsgericht in Potsdam einem Antrag auf Pfändung der Domain compact-online.de stattgegeben. Gepfändet wird dann, wenn Schuldner die Forderungen gegenüber ihrem Gläubiger nicht begleichen können oder wollen.

So war es auch um Fall Gutjahr. Dieser war mithilfe seines Anwaltes Markus Kompa gegen die Berichterstattung von Compact vorgegangen. Das Magazin wie auch sein Gründer Jürgen Elsässer sind bekannt für rechtspopulistische Inhalte sowie auch Verschwörungstheorien. Aktuell fordert das Blatt in einem Text die Freilassung der NSU-Terroristin Beate Zschäpe, in einem weiteren Artikel will es mit der “Hysterie” um den Klimawandel aufräumen.

In Artikeln über Gutjahr hatte Compact nahegelegt, er habe beim Terroranschlag in Nizza wie auch beim Amoklauf im Olympia-Einkaufszentrum in München über Vorwissen verfügt. Gutjahr, in München wie auch in Nizza lebend, war zufälligerweise bei beiden Ereignissen anwesend. Im Nachgang wurden viele solcher Verschwörungstheorien in Umlauf gebracht. Gutjahr, dem samt Familie mit viel Hass, Drohungen und noch mehr Verschwörungstheorien begegnet worden war, geht mittlerweile im großen Stile dagegen vor. Es gehe ihm darum, gegen Unrechtmäßigkeiten vorzugehen und jene zur Verantwortung zu ziehen, die ihm oder seiner Familie Schaden und Leid zugefügt haben, sagte er gegenüber MEEDIA.

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Und so setzte sich der Journalist zunächst per einstweiliger Verfügung auch gegen das Compact Magazin durch, wie er und sein Anwalt gegenüber MEEDIA bestätigten. Zur Pfändung ist es nun gekommen, weil das Compact Magazin für entstandene Prozesskosten nicht aufgekommen ist.

Die Pfändung von Domains gilt mittlerweile als üblich. Vor allem für Unternehmen haben die Webadressen einen hohen Wert und werden entsprechend gehandelt. Die Werte für die teuersten Domains der Welt bewegen sich im hohen ein- bis zweistelligen Millionenbereich.

Einen so hohen Wert dürfte die URL des Compact Magazins bei weitem nicht haben. Zumindest theoretisch könnte Gutjahr, der mit der Pfändung nicht zum Eigentümer der Adresse wird, allerdings herausfinden, was Interessierte bereit sind zu zahlen. Rechtlich gesehen kann Gutjahr die Domain zur Versteigerung freigeben und an den höchst Bietenden verkaufen. Dennoch dürfte die Pfändung wohl nicht mehr als ein Achtungserfolg für ihn sein.

Sollte das Compact Magazin die Rechnung begleichen, wandert die URL wieder zurück in den Besitz ihres Eigentümers. Bis dahin bleibt die Website auch weiterhin abrufbar und das Compact Magazin online verfügbar. Nach Erfahrung Kompas würden Schuldner nach einer Pfändung meistens sofort bezahlen. Selbst wenn es zu einer Versteigerung käme, könnte Compact unter Umständen markenrechtliche Ansprüche geltend machen.

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