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“Aggressives Hörer-Abwerben” – Bayerischer Rundfunkverband kritisiert Gewinnspiele im BR-Radio während der MA-Erhebung

Philipp von Martius., stellvertretender Fachgruppensprecher Hörfunk der VBRA
Philipp von Martius., stellvertretender Fachgruppensprecher Hörfunk der VBRA

Während Befragungswellen für die Radio Media Analyse laufen, nehmen Rundfunksender besonders gerne reichlich Gewinn- und Quizspiele ins Programm, um sich bei Hörern einzuprägen und bei den MA-Befragungen möglichst gut abzuschneiden. Der Verband Bayerischer Rundfunkanbieter (VBRA) kritisiert nun scharf, dass die Radiowellen des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunk auch diese Praxis tätigen. BR-Hörfunkdirektor Martin Wagner weist die Kritik des VBRA in einer Stellungnahme zurück.

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“Mit Jahresbeginn quellen die Massenprogramme des Bayerischen Rundfunks, Bayern 1 und Bayern 3, über von kommerziellen Gewinnspielen. Ziel dieser Programmaktionen ist es, dem privaten Hörfunk möglichst viele Hörer abzujagen”, so der VBRA in einer Mitteilung. Die BR-Wellen bräuchten dabei keine Werbepartner zur Erfüllung ihres Programmauftrags, argumentiert der Verband, der hier einen “einseitigen Wettbewerbsvorteil” sieht.

„Seit Jahren sehen wir, dass sich Bayern 1 und Bayern 3 den privaten Angeboten im Freistaat inhaltlich immer weiter annähern, so dass kaum mehr Unterschiede zwischen den Programmen der Privaten und den Popwellen des BR feststellbar sind. Programm- und Marketingkonzepte werden schonungslos übernommen – und meist noch größer und mit üppigeren Gewinnchancen ausgestattet als sich das private Veranstalter leisten können. Wir sehen darin einen gebührenfinanzierten Verdrängungswettbewerb, der durch den öffentlich-rechtlichen Auftrag nicht gedeckt ist“, sagt der stellvertretende Fachgruppensprecher Hörfunk der VBRA, Philipp von Martius.

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Vor dem Hintergrund der Diskussion um eine mögliche Erhöhung des Rundfunkbeitrags fehle den privaten Radioanbietern “jegliches Verständnis für die verschwenderischen Bemühungen des BR, den privaten Anbietern Hörer aggressiv abzuwerben“, so Felix Kovac, Vorstandsvorsitzender des VBRA.

Update: BR-Hörfunkdirektor Martin Wagner weist die Kritik des VBRA in einer Stellungnahme zurück: “Zunächst einmal sind Gewinnspielsendungen und Gewinnspiele gemäß den gesetzlichen Regelungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bzw. beim BR ausdrücklich zulässig. Unterm Strich lässt sich auch sagen, dass sich der Umfang bzw. die Anzahl von Gewinnspielen bei Bayern 1 und Bayern 3 in den vergangenen Jahren nicht vergrößert hat.” Wagner weiter: “Anders als vorgegeben, unterscheiden sich die öffentlich-rechtlichen Massenprogramme nach wie vor deutlich von den privaten Konkurrenten durch anspruchsvolle Formate wie das Infomagazin ‘Update’ und die Talksendung ‘Mensch, Otto’ auf Bayern 3, die Gesprächssendung ‘Blaue Couch’ und die vielen regionalen Informationen auf Bayern 1 sowie die stärkere Förderung eines breiten Musikspektrums.“

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