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Dschungelcamp-Auftakt bei RTL: Die Kakerlaken sind müde

Die aktuelle Dschungel-Besatzung Foto: RTL
Die aktuelle Dschungel-Besatzung Foto: RTL

In seiner zwölften Staffel droht das RTL Dschungelcamp die Formschwächen der vergangenen beiden Staffeln fortzusetzen. Zu vieles wird gezeigt, was man als Zuschauer schon zig-fach gesehen hat. Auch die Kandidaten wirken wie Wiedergänger früherer Insassen. Das Camp hat seinen Zenit überschritten. Weitergehen wird es trotzdem.

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Natascha Ochsenknecht sieht aus wie eine Schmalspur-Ausgabe von Brigitte Nielsen. Tatjana Gsell erinnert frappant an Kader Loth. Sänger Sydney Youngblood ginge als Lookalike von Roberto Blanco durch. Matthias Mangiapane erinnert entfernt an Udo Kier und Tina York hat etwas irritierend Herr-Bödefeld-haftiges an sich. Okay, die drei letztgenannten Vergleichspersonen waren noch nie im Dschungel aber dieses „Alles schon mal dagewesen“-Feeling ist durchaus gefährlich für das Format.

Dass Hirne und Penisse im Eiltempo weggefuttert werden müssen und das auch ohne mit der falschen Wimper zu zucken erledigt wird, schockt heute keinen Zuschauer mehr. Dass die „Stars“ auf dem Weg ins Camp aus dem Flugzeug geworfen werden, sorgt für ein müdes Achselzucken. Die allseits herbeigesehnte Camp-Dynamik kann sich in Folge 1 natürlich noch nicht entwickeln – es fehlt aber auch an Fantasie, wo die künftigen Konfliktlinien verlaufen sollten. Wie in den zurückliegenden Staffeln gehen die Kandidaten das Show-Martyrium mittlerweile stoisch professionell an. A bisserl lieb, a bisserl dotschig, a bisserl doof.

Natürlich: Das Niveau der Produktion ist nach wie vor top. Die Luftaufnahmen sind aufwendig, die Gags sitzen mindestens zehnmal besser als in anderen Shows („Hat Natascha Ochsenknecht gerade gesagt, ihr Beziehungsstatus ist ‚ledrig‘?“ – Sonja Zietlow). Zwischen dem Dschungel und einem aufgeblasenen Quatsch wie „Promi Big Brother“ oder diesem Gladiatoren-Unfug bei ProSieben liegen immer noch Welten der Qualität. Aber das beste Konzept zeigt irgendwann eben auch Verschleißerscheinungen. Es war immer eine Stärke des Formats, dass es kaum Veränderungen am Setting gab, dass die Betonung in den stärksten Staffeln auf den Charakteren, den Gags, der zwischenmenschlichen Dynamik lag. Das hat über mindestens zehn Staffeln für ziemlich beste TV-Unterhaltung gesorgt. Irgendwann zeigt die Kurve dann aber nun mal naturgemäß nach unten.

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Die Quoten waren im vergangen Jahr immer noch sehr, sehr gut aber eben nicht mehr ganz so fantastisch wie zu den Hoch-Zeiten der Peer-Kusmagk- und Larissa-Marolt-Staffeln. Die Prognose ist, dass die Quote in dieser Staffel noch einmal einen deutlichen Dämpfer bekommt und trotzdem hoch genug bleiben wird, um weiterzumachen. Markus Küttner, der Dschungel-Verantwortliche bei RTL, sagte im Vorfeld der neuen Staffel zu MEEDIA, er werde inzwischen häufiger gefragt, ob es nicht zwei Dschungelcamps pro Jahr geben könnte statt einer Pause. Das mag sein, heißt aber darum noch lange nicht, dass zwei Dschungel-Ausgaben pro Jahr eine gute Idee wären. Der Versuch mit einer Sommer-Ausgabe vor der Jubiläumsstaffel zehn ging ja auch kräftig in die Hose.

Dramaturgisch wäre eine Pause für den Dschungel überfällig. Danach hätte die Produktion einen größeren Pool an „Promis“ als Kandidaten zur Auswahl, das Publikum gewänne Abstand und man könnte in Ruhe über behutsame Format-Weiterentwicklungen nachdenken. Aber das wird, siehe oben, nicht passieren. Stattdessen wird die Schlagzahl eher noch erhöht. Also richten wir die müden Augen wieder einmal zwei Wochen lang nach Murwillumbah und hoffen, dass vielleicht doch etwas Echtes passiert. Und falls nicht, dann hat man auch nichts verpasst, wenn man die eine oder andere Folge einfach mal sausen lässt und stattdessen irgendwo ein Bier trinken geht.

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Alle Kommentare

  1. Ich möchte das “Wort” nicht nennen. Aber, ich kenne von den “das “Wort” was ich nicht nennen kann und werde”, keinen! Zudem ist es immer das selbe: Sperma trinken, Blut trinken, Hirn fressen, Penis essen, in Fischsuppe tauchen,… usw pp.

    Gepaart mit “Dumm wie Stroh”. OK – eine RTL Sendung und exklusiv bei BILD – sagt das nicht eigentlich alles? Auf der anderen Seite möchte BILD als seriös anerkannt werden?!

    Das immer mehr Menschen in bezahlte Online-Dienste abtauchen dürfte wohl kein Wunder sein, oder? Das lineare Fernsehen, und besonders die Privaten, sind an der untersten Sohle angekommen. Man liest immer wieder von der GFK und den damit verbundenen Einschaltquoten. Quoten, auf dem eben diese Sender bauen. Warum werden die nicht real ermittelt? Es wird doch mittlerweile rstlos alles ermittelt!

    Bestimmt kommen morgen wieder genannte Quoten von 27% – obwohl nur 10% der Bevölkerung überhaupt lineares Fernsehen geschaut haben und die Quote, gerechnet an der Gesamtbevölkerung, nur 2% entspricht! Verkauft dadurch ein Unternehmen, durch gestreute Werbung, auch nur ein Cent mehr? Oder dient es einfach dem Wachstum der Wirtschaft? Vor was streubt sich diese GFK eigentlich reale Zahlen zu preisen? Weil sie es nicht will, denn dann würde eine gesammte Branche in sich zusammen stürzen! Der Nutzlosigkeit der >Werbung!

    Nur weil XXXX plötzlich mit der Idee kommt in einer Werbung (welche garantiert Millionen kostet) das Kinder kein Waschmittel essen dürfen etc pp (muss so deftig lachen – haben meine Kinder in 50 Jahren auch ohne der Warnung geschafft) -Ach kommt, egal….. macht weiter so… ich sammel DVD und schaue mit meine Familie ohne sonstiges : Wann, Wie, und WO! ich will – ganz ohne….

    Lieben Gruß

    Naja, allen viel Spaß bei der Sendung. Die, die es schauen, dürften es nötig haben.

  2. Zum Waschmittelessen: das entspricht dem Eiswasserkübeln vor einigen Jahren…
    (an Intelligenz und Sensationsgeilheit)

    Zum Dschungelcamp:
    Gute Serien wie “Survivor” (von denen der Dschungel vie abkupfert) schaffen es halt nicht ins Deutsche Fernsehen

  3. kam im obigen artikel zum dschungelcap tatsächlich das wort QUALITÄT vor? mich schüttelt es

  4. Die alternde Sonja Zietlow muss weg und die “Stars” sollten besser beschäftigt werden. Dann passiert auch mehr.

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