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MEEDIA-Wochenrückblick: Julia Jäkel und ihr ambivalentes Verhältnis zu französischem Weichkäse

Julia Jäkel, Ronja von Wurmb-Seidel, Focus-Sause, Frau Neumann putzt in der “Tagesschau” die GroKo runter
Julia Jäkel, Ronja von Wurmb-Seidel, Focus-Sause, Frau Neumann putzt in der "Tagesschau" die GroKo runter

Gruner-Chefin Julia Jäkel verrät etwas über ihre VDZ-Ambitionen und ihr ambivalentes Verhältnis zu französischem Käse. Bei der Party zum 25. Focus Jubiläum gaben sich CDU/CSU-Größen die Klinke in die Hand. Beim Reporter Slam in Berlin wurde die „lustigste Reporterin“ des Landes gekürt und die Putzfrau der SPD räumt in der „Tagesschau“ mit der GroKo auf. Der MEEDIA-Wochenrückblick.

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Am Dienstag fand in der Alten Oper in Frankfurt die Verleihung der Horizont Awards statt, bei der Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel als Medienfrau des Jahres ausgezeichnet wurde. Wie stets bei solchen Anlässen wurden zur Preisverleihung auch launige Videos über und mit den Geehrten produziert. Julia Jäkel wurde in ihrem Video von einer Stimme aus dem Off befragt. Dabei gab sie u.a. zu Protokoll, dass Burda-Vorstand Philipp Welte den Preis viel mehr verdient hätte (Jäkel: „Na klar!“) und sie eigentlich schon ganz gerne VDZ-Präsidentin wäre (Jäkel: „Genau!“). Wobei im Ungefähren bleibt, ob sie das nun ernst oder bloß (halb)ironisch meint.

Bei der Frage, ob sie lieber mit Ursula von der Leyen Paintball spielen oder mit Bertelsmann-CEO Thomas Rabe joggen würde, muss sie dann doch ziemlich überlegen, bevor sie sich zaghaft für das Lauftraining mit dem Chef entscheidet. Am lustigsten fand ich die Frage „Was ist so toll an französischem Käse?“ Immerhin gilt Jäkels Gatte Uli Wickert als großer Connaisseur des französischen Weichkäses. Antwort Julia Jäkel: „Er schmeckt echt gut aber ich muss ehrlich sagen: Allmählich hab’ ich auch genug davon.“

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Eine echte Hochkaräter-Veranstaltung war die Party zum 25. Focus Jubiläum am Donnerstagabend in der Berliner Polit-Edel-Kantine Borchardt. Die Gästeliste hätte nicht ausgesuchter sein können, jedenfalls was die eine Seite des politischen Spektrums betrifft: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Innenminister Thomas de Maizière, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (kam vermutlich direkt vom Paintball),  Gesundheitsminister Hermann Gröhe, CSU-Mann Alexander Dobrindt, EU-Kommissar Günther Oettinger. Na, fällt was auf? Alle genannten Spitzenpolitiker gehören zur CDU/CSU. Immerhin konnte ich in der Bildergalerie zur Focus-Sause den Berliner Bürgermeister Michael Müller entdecken, der immerhin gehört zur SPD.  Hatten die Top-Sozen keine Zeit (GroKo-Hassle), keine Lust oder waren sie schlicht fotoscheu? CDU-Vize Julia Klöckner schaffte es sogar von der Focus-Party direkt zum ZDF-Talk „Maybrit Illner“ zu eilen, wo mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil immerhin auch ein Spitzen-Genosse am Tisch saß.

An Medien-Prominenz ließen sich neben den Burda-Granden (u.a. der Verleger, Vorstandschef Paul Kallen, Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte und das Alltime Power-Couple Patricia Riekel/Helmut Markwort) vor allem Springer, bzw. Ex-Springer Leute ablichten: CEO Mathias Döpfner, Bild-Chef Julian Reichelt, Ex-Bild-Chef Kai Diekmann, um nur einige zu nennen. Hier geht’s zur Bilder-Galerie der Focus Jubiläums-Party.

Mehr so mittelnette Geburtstagswünsche für den Focus gab’s von Spiegel-Vize Dirk Kurbjuweit. Der gratulierte zwar auch artig im Morgenletter “Die Lage”, vergaß aber nicht zu erwähnen, dass der Spiegel “inhaltlich” jedenfalls nichts vom Focus habe lernen können …

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Eine Veranstaltung ganz ohne Top-Prominenz aber trotzdem lustiger Art war das Finale des „Reporter Slams“ vergangenes Wochenende in Berlin. Ins Leben gerufen wurde der Wettstreit der witzigen Reporter von dem Journalisten und Satiriker Jochen Markett. Die Idee: Reporter performen auf der Bühne im Stil der bekannten Poetry Slams die Recherche zu ihren Stücken. Das kann eine Präsentation sein oder ein musikalischer Beitrag mit Ukulele oder eine Art Impro-Theater. Für letzteres entschied sich Ronja von Wurmb-Seidel, die einer Reportagereise nach Afghanistan eine bizarre Note abgewinnen konnten, als sie bei dem Slam ein aus dem Ruder gelaufenes Abendessen mit einem extrem dicken und merkwürdigen afghanischen Informanten aufführte. Hier gibt es den sehenswerten Auftritt (und auch alle anderen Finalisten) im Video:

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Erinnern Sie sich an die Putzfrau von der SPD? Die Rede ist von Susanne „Susi“ Neumann, jene resolute Reinigungskraft aus dem Ruhrpott, die durch einen verbalen Schlagabtausch mit Ex-NRW-Regierungschefin Hannelore Kraft bei „Anne Will“ einem größeren Publikum bekannt wurde. Danach trat sie in die SPD ein und avancierte sie zu einer Art Maskottchen für die Sozialdemokraten. Für große Aufmerksamkeit sorgte auch ihr Bühnen-Gespräch mit dem damaligen SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel bei einer Wertekonferenz der Partei. Schon damals zeigte sich Frau Neumann GroKo-kritisch: „Warum bleibt ihr bei den Schwatten?“, fragte sie Gabriel. Die „Schwatten“ sind die Schwarzen, also die CDU/CSU, die sich so gerne in Kompaniestärke bei Focus-Feten in Berlin tummeln. Da es gerade wieder reichlich GroKo-Grummeln in der SPD gibt, hatte die „Tagesschau“ die Idee, doch nochmal Frau Neumann zu fragen, was sie von einer neuerlichen GroKo denn so hält. Wenig überraschende Antwort: gar nix. „Wenn die SPD in eine neue GroKo geht, ist sie verloren“, so das Urteil von Frau Neumann.

Da kann der Martin Schulz aber jetzt einpacken. Gegen das Urteil der SPD-Putzfrau ist schwer Staat zu machen. Übrigens ist Frau Neumann laut „Tagesschau“ nur noch eine „frühere Reinigungskraft“. Vielleicht hat sie den aufreibenden Job wegen der fortschreitenden Medien-Karriere an den Nagel gehängt. Immerhin hat sie nach ihrem ersten Popularitätsschub auch gleich ein Buch veröffentlicht: „Frau Neumann haut auf den Putz: Warum wir ein Leben lang arbeiten und trotzdem verarmen“. Die Marke „Frau Neumann“ scheint medial aktuell besser positioniert als die Marke SPD.

Schönes Wochenende und viel Spaß beim Auftakt der Dschungelshow (falls Sie das gucken)!

PS: Im Podcast „Die Medien-Woche“ wird mein WELT-Kollege Christian Meier diesmal von meiner MEEDIA-Kollegin Nora Burgard-Arp vertreten. Wir sprechen über die Serien, die uns 2017 am meisten beeindruckt haben und auf welche Serienkost, wir und in diesem Jahr am meisten freuen. Viel Spaß beim Reinhören!

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