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Von der Vergangenheit eingeholt: Springers US-Beteiligung NowThis kehrt zur Homepage zurück

Athan Stephanopoulos setzte die vergangenen drei Jahre auf Homeless Media – nun hat NowThis wieder eine Homepage
Athan Stephanopoulos setzte die vergangenen drei Jahre auf Homeless Media – nun hat NowThis wieder eine Homepage

"Homepage. Even the word sounds old". Mit diesem flotten Slogan machte sich das US-Unternehmen NowThis fast schon ein bisschen lustig über alle, die ihre Inhalte noch immer über eine eigene Plattform unter die Leser und Zuschauer bringen wollten. Der Publisher, an dem auch Axel Springer beteiligt ist, hingegen setzte radikal auf Distributed Content – eine riskante Wette, der nach drei Jahren eine Strategie-Anpassung folgt: Seit gestern Abend ist NowThis wieder mit einer eigenen Homepage online.

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Der Zeitpunkt könnte verdächtiger kaum sein: Seit dieser Woche rollt Facebook das neueste Update für seinen News Feed aus, in dem – allen Erwartungen zufolge – Inhalte von Medien und Marken zukünftig eine deutlich untergeordnete Rolle spielen werden. Und in derselben Woche zieht ein international erfolgreicher Publisher eine Homepage hoch, der in den vergangenen drei Jahren radikal auf Plattformen wie Facebook gesetzt und auf eine eigene Destination verzichtet hatte. Wo für lange Zeit der knallige Slogan “Homepage. Even the word sounds old” stand, befindet sich seit Mittwochabend ein ausführliches Inhalte-Angebot. NowThis will seine eigene Plattform wieder stärken und wird damit von der eigenen Vergangenheit eingeholt.

2015 hatte sich das Unternehmen, an dem auch der deutsche Medienkonzern Axel Springer beteiligt ist, nämlich von der eigenen Homepage verabschiedet und entschieden, seine Inhalte ausschließlich auf Plattformen Dritter zu veröffentlichen, um so seine Reichweite über Viral-Effekte massiv auszubauen. Facebooks News-Feed-Einstellungen, die Medien und Marken über die vergangenen Jahre eine immer größere Bedeutung einräumten, kamen dieser Strategie zugute. NowThis stellte in der Medienlandschaft eine Besonderheit dar. Zwar legten auch andere Anbieter ihren Fokus vermehrt auf den Inhalte-Vertrieb via Social Media, besonders Newcomer wie BuzzFeed räumten der Thematik Distributed Content einen großen Stellenwert ein, um vor allem junge Nutzergruppen stärker zu erreichen. Eine so radikale Philosophie wie NowThis hatte allerdings kaum jemand. Entsprechend groß ist nun die Überraschung über die Rückkehr zur eigenen Plattform.

Dass sich das Unternehmen, das auch von Springer-Vorstand Mathias Döpfner mehrfach für seine Vorreiter-Rolle gelobt worden war, nun wieder für eine eigene Destination entscheidet, habe grundsätzlich nichts mit dem Strategie-Wechsel Facebooks zu tun, betonte NowThis-President Athan Stephanopoulos gegenüber dem Business Insider. An der Programmierung der eigenen Homepage habe man die vergangenen sechs Monate gearbeitet, erklärte er. Die Entscheidung, auf eine eigene Homepage zu verzichten, habe man damals zu einer Zeit getroffen, in der es schwer gewesen sei, Nutzer auf neue Plattformen zu locken. “Seitdem sind wir, sowohl was unser Publikum als auch die Menge an Inhalten angeht, enorm gewachsen”, betonte Stephanopoulos weiter. Es ergebe also Sinn, “all diese großartige Arbeit auf einer Website zu speichern”.

Für NowThis wird nun entscheidend sein, ob und wie sehr es dem Unternehmen in den vergangenen Jahren gelungen ist, zu einer eigenen Marke zu werden. Gerade im stark umkämpften Social-Media-Umfeld gilt Brand Building als große Herausforderung, vor allem im Nachrichtengeschäft geht das Gefühl für Marken verloren.

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