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IVW-Blitz-Analyse Zeitungen: Bild verliert weitere 10%, Handelsblatt überholt Welt, Zeit im Plus

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Die großen Auflagen-Verlierer unter den überregionalen Tages- und Wochenzeitungen heißen wieder einmal Bild und Bild am Sonntag. Weitere 10% bzw., 8,7% der Abo- und Einzelverkaufs-Auflage büßte Springers Boulevard-Duo ein. Stabile Zahlen melden hingegen die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt und Die Zeit - vor allem wegen massiver Gewinne bei den ePaper-Abos. Das Handelsblatt überholte sogar Die Welt.

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Bild erreicht gemeinsam mit dem kleinen Ableger inzwischen nur noch 1,46 Mio. Käufer per Abo oder Einzelhandel, im Vergleich zum Vorjahresquartal gingen weitere 162.576 abhanden – ein Minus von 10,0%. Mehr als 5% verloren in den beiden wichtigsten Auflagenkategorien laut IVW zudem die Frankfurter Allgemeine und Die Welt, 8,2% das kleine Neue Deutschland.

Nahezu stabil sehen hingegen die Zahlen der Süddeutschen Zeitung und des Handelsblattes aus: Beide Titel liegen mit einem Minus von 0,6% bzw. 0,4% nur leicht unter dem Vorjahr. Der Grund in beiden Fällen: ein dickes Plus bei den ePaper-Abos. Das Handelsblatt überholte damit sogar erstmals Die Welt und liegt nun auf Platz 4.

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Überregionale Tageszeitungen im 4. Quartal 2017 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2017-IV vs. 2016-IV
Platz Titel 2017-IV absolut in %
1 Bild (+Fussball Bild) 1.460.048 -162.576 -10,0
2 Süddeutsche Zeitung 303.273 -1.786 -0,6
3 Frankfurter Allgemeine 203.154 -11.696 -5,4
4 Handelsblatt 88.325 -334 -0,4
5 Die Welt Gesamt (Die Welt + Welt Kompakt) 86.578 -5.087 -5,5
6 taz.die tageszeitung gesamt 43.475 -1.039 -2,3
7 Neues Deutschland Gesamt 23.411 -2.104 -8,2
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

Ebenfalls kräftig bei den ePaper-Abos zugelegt hat Die Zeit. Sie landete damit sogar 0,4% über der harten Auflage des Vorjahres – bei 418.019 Abonnenten und Einzelverkäufen. Klar verloren haben hingegen die drei Sonntagszeitungen: die Bild am Sonntag 8,7%, die Welt am Sonntag 4,7% und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 4,6%. Bei den kleineren Titeln gibt es drei weitere Gewinner: die Junge Freiheit, der Freitag und Das Parlament.

Wochen- und Sonntagszeitungen im 4. Quartal 2017 (nur Abo+EV)
Abo+EV 2017-IV vs. 2016-IV
Platz Titel 2017-IV absolut in %
1 Bild am Sonntag 818.913 -78.045 -8,7
2 Die Zeit 418.019 1.723 0,4
3 Welt am Sonntag (+kompakt) 225.757 -11.178 -4,7
4 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 213.333 -10.337 -4,6
5 Katholische SonntagsZeitung für Deutschland (gesamt) incl. Neue Bildpost 34.106 -2.270 -6,2
6 Junge Freiheit 23.716 633 2,7
7 der Freitag 20.496 1.231 6,4
8 Das Parlament 6.887 264 4,0
9 Jüdische Allgemeine Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und Jüdisches Leben 4.217 -303 -6,7
Daten-Quelle: IVW / Tabelle: MEEDIA

MEEDIA gehört zur Handelsblatt Media Group.

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Alle Kommentare

  1. Interessanter Begriff von Überholen – tatsächlich verliert das Handelsblatt nur weniger schnell als die Welt…

    1. In jedem Fall schön zu sehen wie Poschardt die Welt abwickelt, wenn Deniz Yücel aus dem Knast kommt gibt es seinen Arbeitgeber wahrscheinlich nicht mehr.

  2. Das wird Focus natürlich extrem ärgern. Denn man bejubelt Tag für Tag die AfD und lässt jedem pro-AfD Kommentar genügend Freiraum. Da wird dann auch gern mal die Frage erlaubt (nachdem eine Flüchtlingsfrau von einem Hund angegriffen und schwest verletzt wurde), was diese Frau in Deutschland zu suchen hat und das sie selbst Schuld sei. Okay, 38 Prozent der ehemalige Focus Online Mitarbeiter verdienen ihr Geld mittlerweile bei der AfD. Dennoch: Ein so menschenverachtendes rechtes Blatt wie Focus, welches auf Augenhöhe mit Compact agiert, hätte den Platz 1 verdient. Also kann es sich bei der o.g. Auflistung nur um FakeNews handeln.

    1. Was ist denn ihr Problem Frau Wagner, sie können ja die Huffington Post (aus dem selben Haus) lesen, oder die inTouch.

      Kann sich ja nicht jeder ernsthaft für Politik interessieren.

  3. Qualitätsjournalismus, gute Schreibe und recherche (Zeit) Süddeutsche) zahlen sich eben auf Dauer aus. Trash und Sparjournalismus verlieren. Das war schon immer so, siehe früher Neue Revue mit mal Millionenauflage dank vieler Nackter und als das nicht mehr zog… adé. Andere Zeiten, andere Inhalte. Und wer das nicht erkennt, endet schneller als gedacht

    1. Der zur selben Gruppe wie das Handelsblatt gehörende Tagesspiegel aus Berlin, eine notorisch kränkelnde Angelegenheit, zeigt seit kurzem ebenfalls wieder eine optisch steigende Auflage. Sie kommt, oh Wunder, aus? E-Paper, folgt man der Auflagenstatistik, Neu dazu gekommen ist DIE ZEIT aus derselben Gruppe. Seit einiger Zeit verliert DIE ZEIT an Auflage, und auch hier: Das E-Paper rettet die optische Zahl: Papier schrumpft, E-Paper steigt, wenn auch weit geringer und noch nicht in einem so eklatanten Zahlensturm wie Handelsblatt und seine arme Berliner Schwester.

  4. Bis 2012 hatte ich DIE WELT noch im Abo, sie wurde immer teurer und immer schlechter. Dazu die mangelnde Zustellqualität und ständiger Ärger mit dem
    “Zustellservice” für nicht erhaltene Exemplare mein vorab bezahltes Geld wiederzubekommen.
    Jetzt kaufe ich sie nur noch am SA wegen der “literarischen WELT”, die aber auch immer dünner wird. Stattdessen seitenweise die Aktienkurse von gestern.
    Kann mir einer der Insider hier erklären weshalb bis zu einem Dutzend Seiten bei vielen Tageszeitungen mit den Aktienkursen von gestern vollgedruckt werden ? Sind dies bezahlte Anzeigen ?

  5. Der Erfolg des Handelsblatt beruht auf dem sogenannten E-Paper, der Zeitung auf dem PC. Das klingt modern. Aber wer sich auskennt, erkennt dabei eine hübsche Trickserei: Die E-Paper werden billigst an das Papier-Abo gekoppelt. Der Empfänger erhält also die Zeitung im Briefkasten und auf dem PC. Das klingt praktisch und ist es auch, insbesondere für mobile Menschen. Aber genau genommen wird damit kein zusätzlicher Leser gewonnen, wie die oberflächliche Analyse suggeriert. Sondern der bisherige Leser hat die Zeitung zwei mal – auf Papier und fast gratis noch mal elektronisch. Es ist aber ein und derselbe Leser, nicht zwei; und er liest das Handelsblatt auch nur einmal, nicht zweimal. Die Auflagensteigerung ist weitgehend eine fiktive. Das zeigen die Zahlen: Der Einzelverkauf des Handesblatts ist notorisch auf Sink-Kurs, allein zum Vorquartal fehlen 12 Prozent der Leser. Das duftet nach Krise. Von den 84.000 HB-Abos sind bereits 34.000 solche E-Papers, also weitgehende Doppelzählungen. Von der Gesamtauflage des Handelsblatt sind bei 125.000 Stücken(einschließlich vieler verschenkter, die etwa in ICEs verbraten werden)) 47.000 E-Papers. So wird das Minus am Kiosk zum Plus in der Statistik. Man könnte also mutmaßen, dass viele der Abos „Doppelabos“ sind, keine zusätzlichen Leser.

    Quelle: Roland Tichy

    1. Das Handelsblatt, das früher mit „Substanz“ für sich warb, begann ziemlich früh, sein E-Paper auszuweiten, mit Erfolg. Seine Auflage scheint stabil. Das Blatt gilt als erfolgreich: „Das Handelsblatt überholte sogar Die Welt“ jubelt Meedia, ein Mediendienst, der praktischerweise auch zum Handelsblatt gehört.

    2. @ Trautmann: Wobei man auch nicht vergessen darf, daß nicht jede Zeitung nur einen Leser hat. Wenn ich mir das HANDELSBLATT am Freitag kaufe bekommt eine Bekannte am SO immer mein Exemplar.

      Das HANDELSBLATT ist in den letzten Monaten schon besser geworden, aber alle anderen größeren Zeitungen haben ganz schön abgebaut, ähneln sich auch immer mehr.

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