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Börsengeschäfte bei Bertelsmann: Wie Konzernchef Thomas Rabe mit Startups Kasse macht

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe Thomas Rabe

Von RTL, Random House bis Arvato - Bertelsmann ist vor allem als Fernseh-, Buch- und Logistikriese bekannt. Abseits dieser Bereiche hat Vorstandschef Thomas Rabe aber inzwischen ein lukratives Beteiligungsgeschäft aufgebaut, das immer stärker zum Konzernergebnis beiträgt. 2018 könnten die Gütersloher von diversen Börsengängen einiger Beteiligungen des vergangenen Jahres profitieren.

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Es war ein überraschender Coup. Im vergangenen Jahr bündelten der Berliner Medienkonzern Axel Springer und der web.de-Betreiber United Internet in der Web-Vermarktung ihre Kräfte. Beide Gesellschaften legten den Grundstein, um ihre Online-Vermarkter Awin und Affilinet unter dem Dach der Awin AG zu verschmelzen. Ein wichtiger Deal vor allem für Mathias Döpfner. Denn der Springer-Chef hat mit der fusionierten Gesellschaft viel vor. Sie dient ihm nicht nur beim Kampf mit den US-Technologieriesen Google und Facebook um Werbeerlöse. Döpfner strebt bei dem Unternehmen, an dem die Berliner mit 80 Prozent beteiligt sind, auch einen Gang an die Börse an. Dies wäre für den Konzernherr eine ganz neue Erfahrung. Erstmals würde der Berliner „Bild“-Konzern eine Tochtergesellschaft auf das Börsenparkett begleiten. Wann die Aktienplatzierung allerdings erfolgen soll, steht noch in den Sternen.

Springer-Konkurrent Bertelsmann ist hier deutlich weiter. Fast unbemerkt der Öffentlichkeit hat der Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe in den vergangenen Jahren ein vielschichtiges Beteiligungsgeschäft aufgebaut. Dabei ist der gebürtige Luxemburger und ehemalige Finanzvorstand beim Gang diverser Firmeninvestments an die Börse rege. Immer wieder hat er hier in den vergangenen Jahren Kasse gemacht. Beispielsweise bei dem Internetunternehmen BitAuto in 2010 oder dem Medienkonzern Phoenix New Media in 2011, die beide aus China stammen. Von den Aktienbeständen habe man sich inzwischen getrennt, heißt es in Unternehmenskreisen. Offenbar erfolgreich.

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Jetzt könnte Rabe von weiteren Börsengängen profitieren. Denn im Herbst vergangenen Jahr begleitete der Risikokapital-Fonds Bertelsmann Asia Investment (BAI) gleich vier Start-ups bei einem IPO. Dazu zählt die Premium-Lifestyle-Plattform Secoo, die im September an die New Yorker Technologiebörse Nasdaq ging. Zwei Monate später folgte die Aktienplatzierung des Online- und Finanzdienstleisters Yixin Group an die Börse von Hong Kong. Und auch im Dezember war BAI aktiv. Hier wurden gleich zwei Firmenengagements an die Aktienmärkte geschickt: das FinTech-Unternehmen Lexin sowie die Digital-Marketing-Plattform iClick. Beide sind inzwischen an der Nasdaq notiert. Nach einer Haltefrist, die in der Regel sechs Monate dauere, könnte sich Bertelsmann von den Aktienpaketen trennen, heißt es in Unternehmenskreisen. Ob dies die Gütersloher tun, ist offen. Die Chancen, dass Rabe hier hohe Verkaufserlöse erzielt, sind angesichts der aktuellen Börsenentwicklung gut.

Damit wird das Beteiligungsgeschäft für Rabe immer einträglicher. Im vergangenen Geschäftsjahr trugen die Veräußerungsgewinne aus Startup-Beteiligungen deutlich zum Konzernergebnis bei, heißt es aus Unternehmenskreisen. Sie lagen nach Informationen von MEEDIA zum 30. September vergangenen Jahres bei 69 Millionen Euro. Dabei soll der größte Teil aus Beteiligungsverkäufen des Bertelsmann Asia Investments (BAI) stammen. „Gewinne aus Beteiligungsverkäufen – allen voran beim China-Fonds Bertelsmann Asia Investment (BAI) – leisteten einen relevanten Anteil zum Konzernergebnis“, erklärt der Medienriese. 2017 ging der im Unternehmensbereich Bertelsmann Investments gebündelte Fonds 2017 weltweit mehr als 70 Investitionen ein. Dazu zählen Engagements am Bildungsanbieter Eruditus in Indien, der Bike-Sharing-App Mobike in China und dem Video-Unternehmen Wibbitz in den USA. Rabe: „Investitionen in junge Digitalfirmen mit innovativen Geschäftsmodellen spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unserer Strategie. Durch diese Investitionen stellen wir den Transfer von Wissen sowohl über digitale Trends, die uns bei der Transformation unterstützen, als auch über vielversprechende Märkte sicher.”

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