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“Altkanzler verlegt jetzt auch privat wieder Pipelines”: das peinlich-pubertäre Facebook-Posting von n-tv zu Gerhard Schröders Bunte-Cover

Das Facebookposting zu einem n-tv-Artikel über Gerhard Schröders Bunte-Cover
Das Facebookposting zu einem n-tv-Artikel über Gerhard Schröders Bunte-Cover

Gerhard Schröder hat eine neue Lebenspartnerin und entschied sich, die Beziehung mit einer Bilderstrecke und einem Exklusivinterview in Bunte zu zelebrieren. Der Nachrichtensender n-tv kommentierte die Story bei Facebook mit dem Spruch: "Altkanzler verlegt jetzt auch privat wieder Pipelines".

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“Ja, es ist Liebe”, prangt als Überschrift unter einem Foto des frischverliebten Paares. Gerhard Schröder hebt darauf seine neue Lebensgefährtin Soyeon Kim im Klammergriff hoch, beide strahlen glücklich in die Kamera.

Seit anderthalb Jahren sind der Altkanzler und die südkoreanische Übersetzerin Soyeon Kim ein Paar; vor zwei Jahren haben sie sich bei einem internationalem Meeting kennengelernt. Dort fungierte die 47-Jährige als Schröders Dolmetscherin und die beiden verliebten sich ineinander. Schröder und seine vierte Ehefrau Doris Schröder-Köpf hatten bereits im März 2016 ihre Trennung verkündet. In Bunte sprechen der 72-Jährige und Soyeon Kim nun erstmalig öffentlich über ihre Liebe: Sie berichten, wie und wo sie Weihnachten feierten und dass sie ihre Lebensmittelpunkte weiterhin sowohl in Deutschland als auch Korea belassen wollen.

Dass ein ehemaliger Bundeskanzler sich derart offen für eine Illustrierte ablichten lässt und noch dazu ein Exklusivinterview über sein Liebesglück gibt, hat natürlich durchaus Fremdschämpotenzial. Allein das Cover bietet ordentlich Läster-Stoff: das Motiv, die Pose, das Zahnpasta-Lächeln und Gerhard Schröders glattgebügeltes Gesicht. Noch dazu haben private Einblicke in das Leben von Politikern einen Beigeschmack, seit sich Rudolf Scharping im Jahr 2001 mit seiner Freundin turtelnd im Pool auf Mallorca fotografieren ließ – ebenfalls für die Bunte. Das Brisante damals: Während sich der damalige Verteidigungsminister im Pool vergnügte, stand die Bundeswehr unmittelbar vor einem Einsatz in Mazedonien.

An all diesen Punkten arbeitet sich nun der Nachrichtensender n-tv in einem launisch-ironischen Kommentar mit dem Titel “Fremdschämen mit Gerhard Schröder” ab. Darin schreibt der Autor beispielsweise: “Aber mit der Diskretion ist es nun dank Bam-Bam-“Bunte” definitiv vorbei. Wer am Donnerstag im Kiosk seiner Wahl ahnungslos den Blick über die Zeitschriftenständer schweifen lässt, wird sogleich und unwiderruflich in Schockstarre verfallen. Vielleicht sollten sich die Kioskbesitzer schon einmal über Erste-Hilfe- und Wiederbelebungsmaßnahmen Gedanken machen.”

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Doch mit dem dazugehörigen Facebook-Posting schießt die Social-Media-Redaktion von n-tv eindeutig übers Ziel hinaus. Denn dort wird der Kommentar mit den Worten “Der Altkanzler verlegt jetzt auch privat wieder Pipelines” angepriesen. Damit spielt die Redaktion zum einen auf Schröders Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG (Ostsee-Pipeline) und dem russischen Ölkonzern Rosneft an, und zum anderen natürlich auf sein privates Liebesglück. Ein peinlich-pubertärer Versuch, in den sozialen Netzwerken für Lacher zu sorgen. Letztendlich ist die Zeile aber vor allem geschmack- und respektlos.

Auch in der Kommentarspalte unter dem Facebookposting kommt die doppeldeutige Zeile nicht gut an. “Sorry aber der primäre Anlass zum Fremdschämen ist das von euch verwendete Vokabular” lautet beispielsweise einer der Kommentare.

Update am 18.1.2018 um 11.45
Gegenüber MEEDIA äußert sich eine n-tv-Sprecherin zu der Kritik: “Da es sich hier um ein eher boulevardeskes Thema handelt, ist ein etwas flotterer Ton beziehungsweise eine Kommentierung mit Augenzwinkern durchaus gang und gäbe. Dass dies nicht jedem gefällt, ist verständlich, da Geschmäcker nun mal verschieden sind.”

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