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“Es ist nicht meine Aufgabe, politische Seelen zu streicheln”: Marietta Slomka über Talks mit Dobrindt, Lindner & Co.

Mariette Slomka im “heute journal”-Gespräch mit Alexander Dobrindt, Christian Lindner oder auch Sigmar Gabriel
Mariette Slomka im "heute journal"-Gespräch mit Alexander Dobrindt, Christian Lindner oder auch Sigmar Gabriel

Im Medienjournalismus gibt es einen neuen Begriff: „geslomkat“. Davon ist immer dann die Rede, wenn Marietta Slomka im „heute journal“ mal wieder auf die ihr eigene Art einen Politiker hart, bohrend und zugleich lächelnd befragt. Im MEEDIA-Interview erklärt die Moderatorin, warum ihr Formulierungen wie „Grillen“ oder „Festnageln“ nicht gefallen, wie sich vorbereitet und warum sie weder bei Facebook noch bei Twitter aktiv ist.

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Seit gut 17 Jahren präsentieren Sie das “heute journal” im ZDF. Trügt der Eindruck, dass man Sie jedoch zugleich immer häufiger vor allem mit besonderen Politiker-Interviews verbindet?
Mariette Slomka:
Auch vor 10 oder 15 Jahren haben schon manche Gespräche Resonanz erzeugt – aber noch kein Social-Media-Echo, das wie ein Verstärker wirkt. Insofern: Nein, ich führe politische Interviews heute nicht anders als früher.

Was verbinden Sie mit dem Begriff “geslomkat”?
Nach dem Jamaika-Aus tauchte im Netz der Begriff “gelindnert” auf: wenn jemand unvermittelt Verhandlungen abbricht. Als ich direkt danach ein Interview mit dem FDP-Vorsitzenden führte, das einige Aufmerksamkeit weckte, entstand “geslomkat”. Das soll wohl heißen: jemanden kritisch befragen. Wenn es so gemeint ist, soll es mir recht sein.

Passt ihnen das überhaupt, dass man mit Ihnen diese hart-nachfragende Art von Interviews verbindet?
Ja, warum auch nicht? Politische Interviews sind doch kein weicher Smalltalk, bei dem man harmlose Nettigkeiten austauscht. Dafür wäre unsere knappe Sendezeit zu schade. Unsere Gesprächsgäste wissen das auch und lassen sich doch immer wieder gerne darauf ein. Mich erstaunt, ehrlich gesagt, wenn eine möglichst präzise und dadurch manchmal auch scharf wirkende Interviewführung so viel Aufmerksamkeit weckt. In Großbritannien, das für die Medienfreiheit in der Bundesrepublik ja Vorbild und Lehrmeister war, gehen Interviewer noch wesentlich härter zur Sache und werden gerade dafür geschätzt.

Trotzdem ärgern Sie mit Ihren Interviews offenbar einige Zuschauer, die sich gar über Ihre frechen oder wenig-nachrichtlichen Fragen aufregen.
Die Forderung, Journalisten sollten doch bitte “nicht so frech” oder “nachrichtlicher” sein, kommt häufig von Parteigängern, die die eigene Meinung oder die ihrer Meinungsführer nicht hinterfragt sehen wollen. Dabei wird dann gern übersehen, dass Fragen keine persönlichen Meinungsäußerungen des Interviewers sind und der Diskurs mit der Gegenseite nicht weniger kritisch geführt wird. Wir sorgen da ja insgesamt für Ausgleich. Abgesehen davon sind wir keine klassische Nachrichtensendung. Sondern seit Anbeginn, seit 40 Jahren ein Magazin, noch zudem am späten Abend, wenn viele Nachrichten und Äußerungen schon bekannt, gesendet oder getwittert sind. Schon deshalb kann es bei uns kein reines Abfragen von Statements geben. In unseren Interviews geht es meist darum, den nächsten Schritt zu gehen, nämlich Aussagen – egal welche – zu hinterfragen und damit ein Thema weiter zu drehen.

“Solange die Beschwerden von der linken und rechten Seite gleichermaßen kommen, gibt es keinen Anlass zur Sorge”

Zum Beispiel?
Wenn Christian Lindner in der Nacht die Sondierungsgespräche abbricht, dann geht es in einer frühen Sendung am Morgen danach zunächst mal darum, diesen Abbruch ausführlicher begründet zu bekommen. Diese Begründungen sind bis zum “heute journal” am späten Abend aber schon weithin gelaufen, inklusive Pressekonferenzen mit Herrn Lindner. In unserer Sendung muss es dann eher darum gehen, seine Begründung zu diskutieren – am besten und fairsten mit ihm selbst.

Wie reagieren die Politiker auf den Ansatz, immer deren Begründungen zu hinterfragen?
Das sind doch Profis, die in einer streitbaren Demokratie wissen: ich konfrontiere sie nicht mit meiner Meinung, sondern hinterfrage ihre. Aber, ja, es gab wohl auch schon Beschwerden. Ein früherer Intendant sagte mir mal vor vielen Jahren: “Solange die Beschwerden von der linken und rechten Seite gleichermaßen kommen, gibt es keinen Anlass zur Sorge.”

Und was müssen Sie sich von den Politikern persönlich anhören?
Bei mir direkt und persönlich hat sich noch keiner beklagt. Ich habe von politischen Schwergewichten, die selbst gut austeilen können, auch schon mal gehört, dass sie sogar ganz gerne mit mir Interviews führen. Dass ihnen das durchaus Spaß macht: “Mit Ihnen langweilt man sich jedenfalls nicht.” Die nehmen das dann sportlich.

Tun das nicht alle?
Da gibt es schon Unterschiede. Heute gibt es in einer neuen Partei Funktionäre, die permanent öffentlich gegen “die Medien” oder “die Lügenpresse” zu Felde ziehen, bis hin zu persönlichen Drohungen. Das gab es von Parlamentariern früher in der Form nicht. Aber natürlich gab und gibt es auch bei den anderen Parteien immer wieder mal Verärgerung. Dass sich ein Spitzenpolitiker aber ganz offiziell bei meinen Vorgesetzten über mich beschwert, habe ich selbst bisher nur einmal direkt mitbekommen – als sich CSU-Chef Horst Seehofer, der zugleich im Verwaltungsrat des ZDF saß, beim Intendanten über ein Interview beschwerte, das ich mit SPD-Chef Sigmar Gabriel geführt hatte. Da bekam die Große Koalition eine zusätzliche Note… Schon komisch, wenn man zugleich von anderen als “Regierungsfunk” beschimpft wird.

Wenn es hart auf hart kommt, halten die Politiker dann wohl doch auch zusammen.
Was heißt denn hart auf hart? Wir machen unseren Job und die ihren. Aber es gibt doch wahrlich keinen Grund, einen rhetorisch kraftvollen Spitzenpolitiker vor einer einzelnen Journalistin in Schutz zu nehmen, die Fragen stellt, auf die direkt reagiert werden kann.

Nehmen Sie sich selbst denn als harte Nachfragerin wahr?
Im Gespräch achte ich nur darauf: wo sind Widersprüche, wo sind Knackpunkte, und ich hake nach, wenn ausgewichen wird. Das ist mein Job. Es ist nicht meine Aufgabe, politische Seelen zu streicheln.

Sie empfinden keine diebische Freude, wenn Sie das Gegenüber – meistens einen Politiker – mit immer neuen Nachfragen piesacken?
Das klingt so, als ob ich immer in eine große Schlacht ziehen würde. Spektakel ist aber nicht mein Interview-Ziel. Es gibt auch politische Interviews mit ganz leisen Tönen. Etwa ein Gespräch mit dem inzwischen verstorbenen CDU-Politiker Peter Hintze über Sterbehilfe, das mir persönlich auch nahe ging. Solche leisen Momente sorgen aber nicht für hohen medialen Wellengang. Konfrontation ergibt sich oft aus einem speziellen Kontext heraus. Wenn es in der Politik hochhergeht, etwa bei Machtkämpfen oder folgenschweren Entscheidungen, liegt auch in Interviews hohe Brisanz.

“Nageln” oder “Grillen” sind falsche Begriffe

Vor einem Interview nehmen Sie sich also nicht extra vor: Den nagel’ ich jetzt bei diesem Detail fest?
Natürlich nehme ich mir vor, an bestimmten Stellen besonders kritisch nachzufragen. “Nageln” oder “Grillen” sind aber Begriffe, die ein falsches Bild projezieren. Beim Grillen legt man wehrloses Fleisch ins Feuer. Wir hingegen haben es mit höchst vitalen Politikern zu tun, die durchsetzungsstark sind, eine medial organisierte politische Anhängerschaft haben und zudem fachlich von einem großen Mitarbeiterstab umgeben sind. Dagegen bereite ich mich vergleichsweise einsam vor, lese mich beispielsweise in Details einer Steuerreform ein, über die ich dann abends mit dem Bundesfinanzminister auf Augenhöhe reden soll – neben den fünf anderen Themen, die wir in der Sendung haben. Die Ausgangslage ist insofern asymmetrisch.

Wie viel Vorbereitung brauchen Sie für Ihre Interviews?
Eine gute inhaltliche Vorbereitung ist wichtig. Wenn möglich verwende ich dafür schon einige Stunden am Nachmittag. Mehr Zeit bleibt mir im tagesaktuellen Betrieb nicht. Allerdings wird ein Interview erst dann dynamisch, wenn man sich nicht an die eigenen vorgefertigten Fragen klammert. Ich mache mir Stichpunkte, überlege mir eine Eingangsfrage, aber ansonsten lasse ich es laufen und reagiere spontan. Nie habe ich Fragen auf dem Teleprompter. Da sehe ich nur meine Gesprächspartner; das eingehende Videobild wird mir auf die Kamera gelegt. So schaue ich ihm oder ihr immer direkt ins Gesicht, fast so, als würde man einander gegenüberstehen.

Kann Ihr Interview-Partner Sie auch sehen?
Technisch ist das leider bislang nur möglich, wenn der Gesprächspartner aus dem ZDF-Studio in Berlin zugeschaltet ist. Ich wünschte, das wäre überall so, zumal es hilfreich ist, wenn man einem Gegenüber mit der Mimik Signale setzen kann, etwa: “Ihre Antwort ist jetzt schon sehr lang, nun wäre auch mal wieder Zeit für eine Frage…”

“Selbstverständlich stehe ich nur selten kurz davor loszuprusten”

Tatsächlich hat man sehr häufig den Eindruck, als ob der andere Sie sehen würde. Denn manchmal sieht es so aus, als ob Sie ihrem gegenüber gleich auslachen müssen und es nur Ihrer unglaublichen Körperbeherrschung zu verdanken ist, dass Sie nicht losprusten müssen. Trügt der Eindruck?
Dieser Eindruck trügt sehr. Selbstverständlich stehe ich nur selten kurz davor loszuprusten. Unsere Themen geben das in der Regel auch nicht her. Natürlich darf in einem Interview auch Ironie sein, generell ist Humor im politischen Raum nicht verboten. Aber nie würde ich mich über Politiker plump lustig machen. Diese Stammtischhaltung, dass “die da oben” alle nur Dödel seien, teile ich überhaupt nicht. Das verkennt die Komplexität und Härte, die mit Spitzenjobs in der Politik einhergehen – in jeder Partei.

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Ich erinnere mich jedoch an ein Gabriel-Interview von Ihnen, da wirkte der damalige SPD-Chef schon sehr gereizt.
Herr Gabriel wirkte auch schon bei anderen Interviewern gereizt. Na und? Mit Temperament habe ich kein Problem. Sigmar Gabriel gehört zu denen, die Konfrontationen nicht aus dem Weg gehen. Das Interview damals fand im übrigen in einer Situation statt, die für ihn politisch schwierig war. Da war Druck im Kessel – so auch im Gespräch.

Was muss passieren, damit Sie sagen: Das war ein gutes Interview?
Wenn ich zum Kern eines Themas vorstoße und da dann auch bleibe. In dem Interview kürzlich mit Alexander Dobrindt beispielsweise wollte ich an Kern-Begriffe des von ihm in der Zeitung Die Welt veröffentlichten Grundsatz-Textes. Anstatt ihn zu den verschiedenen Forderungen der CSU für die Sondierungsgespräche zu befragen, denn das hätte dem Gespräch die Konzentration auf ein Thema genommen. Manchmal hätte ich dafür gerne noch mehr Zeit. Fünf Minuten sind schon sehr schnell rum.

Dobrindt ist ja ein wunderbares Beispiel für die erstaunlichen Reaktionen, die Ihre Interviews mittlerweile hervorrufen. So war unter anderem die Rede davon, dass sie ihn wahlweise gegrillt, provoziert, auflaufenlassen oder entzaubert haben. Aber war es nicht eher das Besondere, dass Dobrindt vor allem so gar nichts Substanzielles zu seinen eigenen Thesen sagen konnte?
Das ist eine Sicht. Aber genauso gibt es Dobrindt-Anhänger oder CSU-Anhänger oder auch Zuschauer rechts von der CSU, die das ganz anders wahrgenommen haben. Die Frage, wie Zuschauer ein Interview beurteilen, hängt, wie gesagt, stark von ihrem jeweiligen Meinungsbild ab.

Allerdings ist es sicherlich auch so, dass sich im Social-Web vor allem die Leute zu Wort melden, die sich beschweren wollen. All jene, denen ein Interview gefallen hat, posten ihre Begeisterung ja nicht so häufig?
Ja, heftige Ablehnung ist ein besonders starkes Motiv, sich zu äußern. Schon deshalb sollten Journalisten sich davor hüten, den Resonanzboden Social-Media überzubewerten. Das gilt aber nicht nur für heftige Kritik oder gar Hass. Genauso wenig ist es Aufgabe von Journalisten, Fans um sich zu scharen und sich umschmeicheln zu lassen. Der Jubel von gestern kann auch schnell die Empörung von morgen sein.

“Bin mir nicht sicher, ob sich jeder Politiker oder Journalist einen Gefallen tut, unter einem persönlichen Twitter-Account mal schnell einen rauszuhauen”

Andererseits sind die heftigen Reaktionen ja auch eine schöne Bestätigung Ihrer Arbeit.
So darf ich aber nicht denken. Mit Interviews will ich doch nicht die Anhänger einzelner Parteien ärgern. Ich finde es eher bedrückend, zu sehen, in welcher Tonlage Menschen in den sozialen Medien unterwegs sind. Und ich versuche, dazu Distanz zu halten.

Stellen Sie das nur in den sozialen Medien oder auch offline fest?
Offline stelle ich das bisher gar nicht fest.

Springen die Politiker zu schnell und zu stark auf den hyperventilierenden Ton aus den sozialen Netzwerken an?
Denn Eindruck kann man manchmal haben. Dass da gelegentlich auch Tonlagen verrutschen, weil der Klang insgesamt so schrill ist. Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob sich jeder Politiker oder Journalist einen Gefallen tut, unter einem persönlichen Twitter-Account mal schnell einen rauszuhauen.

Twittern Sie?
Nein.

Keine Lust?
Nein. Unter anderem aus diesem Grund. Ich bin bei Twitter unterwegs, weil das zu meinem Beruf gehört, aber nicht erkennbar unter meinem Namen.

Also…
Bevor Sie fragen: Ich tweete aber auch nichts mit einem anonymen Account. Ich folge nur passiv einer Reihe von Leuten weltweit, die mich interessieren.

Gilt das auch für Facebook?
Ja. Ich möchte kein persönliches, prominentes Forum für all jene bieten, die das dann wie eine Klotür nutzen für Hatespeech oder Propaganda.

Perlt die Kritik in den sozialen Medien von Ihnen ab oder nagt so ein kleiner Shitstorm dann doch schon mal an einem?
Zivil formulierte Kritik perlt nicht ab! Aber wenn Leute nur pauschal “Lügenpresse” schreien oder ordinär werden, dann muss man innerlich Distanz wahren. Dass ich manches gar nicht erst lese, zumindest nicht täglich, ist für meine Arbeit eher hilfreich, glaube ich. Ich versuche, mich auf die jeweiligen Inhalte zu konzentrieren und dem Lärm drumherum nicht so viel Raum zu geben.

“Donald Trump zu interviewen ist möglicherweise keine Freude”

Wen interviewen Sie lieber: Politiker oder Wissenschaftler?
Dann doch lieber Politiker. Und am liebsten solche, die sich auf Dialog und Diskurs einlassen und nicht versuchen, in ellenlangen Antworten auszuweichen.

Wen würden sie unbedingt gerne noch einmal interviewen. Außer Donald Trump?
Donald Trump zu interviewen ist möglicherweise keine Freude. Dialog geht generell schwer mit Gesprächspartnern, die Diskurs als Angriff empfinden. Interviews sind keine One-Way-Veranstaltungen. Es braucht auch die Bereitschaft Ihres Gegenübers, sich auf Fragen und Gegenargumente überhaupt einzulassen.

Gibt es diese Probleme auch mit der AfD? Ich erinnere mich an ein Interview mit Alice Weidel während des Wahlkampfes, bei dem die Politikerin empört aus dem Studio stürmte…
Das lag im konkreten Fall aber nicht an mir. Zudem war das in einer Talkshow. Das ist ein gänzlich anderes Format als ein Gespräch zwischen zwei Personen.

Wen würden Sie also denn gerne mal interviewen?
Spaß hätte ich daran, häufiger auch wichtige ausländische Regierungschefs zu interviewen. Uns bewegen ja nicht nur deutsche Themen. Gelegentlich haben wir das ja auch im “heute journal”, aber das Format ist dafür nicht optimal geeignet. Wenn Dolmetscher dabei sind, brauchen Sie mehr Zeit, und Schaltgespräche über Satellit sind dann auch schwieriger. Aber klar: Mit einem Emmanuel Macron oder einer Theresa May würde ich schon gerne mal ein Interview führen…

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Alle Kommentare

  1. Wenn sie jetzt noch mit ihrer “Arbeit” den Menschen nicht auf der Tasche liegen würde, … aber so bleibt sie eine fragwürdige Gestalt mit politischem Meinungsauftrag, die sich die Taschen vollstopft.

    1. Werter “Leser”,
      Marietta Slomkas Arbeit ist ein sehr ehrenwerter Beruf, den gerade sie besonders gründlich und gewissenhaft ausübt. Dass sie dafür im Staatsauftrag bezahlt wird, ist ihr ja wohl kaum anzukreiden. Und ganz sicher hat sie keinen “politischen Meinungsauftrag”. Wenn Sie sich mal die Mühe machen würden, eine ARD-Redaktion bei der Arbeit zuzusehen, würden Sie sich dieses dumme Geschwätz sicher verkneifen.

  2. Bei all den weichgespülten Fragern, bei denen man den Eindruck hat, sie würden sich von den Politikern am liebsten ein Autogramm und einen Händedruck abholen, ist Frau Slomka eine löbliche Ausnahme. Journalisten sollen Politiker und ihr Tun hinterfragen und sie nicht bebauchpinseln.

  3. Das Propaganda-Gesicht der ÖR-Medien von uns Steuerzahlern finanziert, die sich zum Dank auch noch belehren und maßregeln lassen müssen…

  4. Eigentlich wäre es eine ausgesprochen leichte Übung komplett widersprüchliche Genossen wie Schulz & Co zu ‘grillen’. Aber darauf können wir im GroKo-Funk lange warten.

  5. Gutes Interview! Und: Hut ab vor der Moderatorin. Genau das sollte Journalismus leisten: hinter die Kulissen schauen, Aussagen von Politikern und anderen Meinungsführern hinterfragen, kritische Fragen stellen, sachlich bleiben und sich nicht einschüchtern lassen von Machtgehabe oder poltrigen Wichtigtuern.

  6. Drei Fragen an die Herren Schäffer, Leser, Felix und Trautmann:
    – Sind Sie neidisch, ignorant oder einfach nur “Wutbürger” ?
    – Wie sähe denn Ihre Alternative zum öffentlich-rechtlichen Programm aus ?
    – Wer lässt eigentlich bei Ihnen so dumpfes Geblubber wie “Propaganda-Gesicht”,
    “GroKo-Funk” oder “Merkel-Regime-Sprachrohr” einlaufen?
    Imho macht Frau Slomka einen handwerklich soliden Job, vorbildlich für Alle, die sich für “Irgendwas-mit-Medien” interessieren.

    1. Die Politik Frau Merkels ist verheerend, ich muss nicht im Einzelnen aufführen, was diese Frau unserem Land in den vergangenen Jahren angetan hat. Nun wird die finale Abwicklung Deutschlands als Sammelbecken von Migranten aus der ganzen Welt eingeleitet. Hört man irgend etwas Kritisches von Slomka und Co. dazu? Wird Merkel überhaupt thematisiert? Schultz’ Pläne? Nein… Merkel hat es geschafft, dass die “Leitmedien” (die von vielen Bürgern mittlerweile ignoriert werden) nur in ihrem Sinne berichten. Es wird vertuscht, beschönigt, weg gelassen, diffamiert und die ÖR sind der Vorreiter.

  7. “Bis vor etwa zwanzig Jahren gab es in der medialen Öffentlichkeit noch einen bemerkenswerten Pluralismus. Der ist gemeinsam mit dem parlamentarischen Pluralismus mehr und mehr verschwunden. Und das führt uns zu der Kardinalsünde des real existierenden Journalismus: seine Anlehnung an die herrschenden politischen Interessen und Programme. Im Zuge dieser Entwicklung sollte man sich zunächst einmal von der Vorstellung verabschieden, dass die meisten Journalisten überhaupt noch über so etwas wie eine eigenständige Auffassung vom Lauf der Dinge verfügen – von eigensinnig mal ganz zu schweigen.

    Dergleichen ist in keiner Weise erwünscht. Ich könnte Ihnen am Beispiel der Öffentlich-Rechtlichen zeigen, wie man ganze Flure von eigensinnigen Journalisten “bereinigt” hat. Dem Redakteur neuen Zuschnitts braucht niemand mehr zu sagen, was er zu tun und was er zu lassen hat. Der kennt genau die Grenzpfähle, innerhalb derer er schreiben kann, was er will. Und mittlerweile will er nur noch, was gewollt wird.”

    Walter van Rossum

  8. Marietta Slomka ist eine Politaktivistin und Propagandistin. Sie gibt sich nicht einmal Mühe, ihre linksgrüne Haltung zu verbergen. Und das ist eigentlich gut so. Denn so können auch die weniger Gebildeten schnell erkennen, dass dies Klassenkampf-Journalismus ist. Slomka würde einen Grünen nie auseinander nehmen. Lindner und Dobrindt haben jedoch der Aktivistin sehr gut gekontert. Bei Lindner redete Slomka sich regelrecht in Rage und verhaspelte sich, weil sie den celeveren Liberalen nicht klein bekam. Für uns Gebührenzahler ist so einseitiger Journalismus ein Skandal. Millionen würden dafür kein Geld bezahlen. Deswegen brauchen wir endlich für ARD und ZDF Pay-TV und keine Zwangsabgabe mehr. Die Schweiz geht jetzt mit einer Volksabstimmung voran!

  9. Es ist immer wieder sehr unterhaltsam, hier (und anderswo) lesen zu können, wie unsere rechten Zeitgenossen Gift und Galle sprühen. Da wird eine toughe Moderatorin als Handlangerin der “Systemmedien” bezeichnet, und manch einer sieht nur noch linksgrün-versiffte Journalisten am Werk.
    Kein Wunder, denn wer so weit rechts steht wie diese Zeitgenossen, der hat die übrige Welt automatisch auf seiner linken zu verorten, auf der anderen Seite ist ja kein Platz mehr. Und dann immer dieser Opferkult. Dabei repräsentieren sie doch das “wahre” Volk, genauso wie ihre Lieblingspartei AfD. Ach, dass 88 Prozent der Deutschen NICHT AfD gewählt haben… na ja, die alternativen Fakten.

    Wer von “Systempresse” schreibt und Merkel-Diktatur, der lässt uns Einblick gewinnen in sein innerstes Ich: da weiß man, wie sehr sie das parlamentarische System verachten und wie sehr sie sich eine Presse herbeiwünschen, die nur noch das verkündet, was sie sehen, lesen, hören wollen.

    Ja, das sind schon sehr spezielle Zeitgenossen, unsere Wutbürger. Manchmal wünschte ich mir, sie würden in einem Land nach ihren Vorstellungen leben. Türkei, Russland, Nordkorea. Wie lange sie das wohl aushalten würden?

  10. Mit dem gestrigen Maischberger-Trittin-Tribunal wurde einmal mehr der öffentlich-rechtliche Umgang mit Andersdenkenden geradezu exemplarisch und in seiner ganzen unerträglichen Stumpfheit vorexerziert. Das ging weit über das tagtäglich betreute Denken hinaus.
    Die geduldige Souveränität des neuen österreichischen Bundeskanzlers hat die beiden Apparatschiks in den Kulissen ihres stickigen Diskursreservast verdammt alt aussehen lassen.

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