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Kein Platz für Autoren beim Deutschen Fernsehpreis: “Diese Ignoranz ist ein Skandal”

In einem Facebookposting erklärt eine Drehbuchautorin, sie  sei nicht zum Deutschen Fernsehpreis eingeladen worden
In einem Facebookposting erklärt eine Drehbuchautorin, sie sei nicht zum Deutschen Fernsehpreis eingeladen worden

Am 26. Januar wird in Köln der Deutsche Fernsehpreis verliehen – und offenbar gibt es im Kölner Palladium nicht genügend Sitzplätze für Autoren. Kristin Derfler, die mit ihrem Zweiteiler "Brüder" nominiert ist, machte den Umstand in einem Facebook-Posting publik und löst damit einen Hagelsturm an Kritik aus. Erste Filmschaffende kündigen an, der Veranstaltung fernbleiben zu wollen; andere ziehen einen Streik in Erwägung.

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“Meine Freude war groß, als ich erfahren habe, dass ‘Brüder’ für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde”, schreibt Drehbuchaturon Kristin Derfler bei Facebook. Doch dann habe sie erfahren, dass zwar der Regisseur, die Produzentin, die Redakteurin und auch die Schauspieler Einladungen erhalten haben, sie selber als Autorin und Urheberin jedoch nicht. Als sie bei der verantwortlichen Agentur nach Gründen dafür gefragt hat, habe sie folgende Begründung bekommen: “… dass der Deutsche Fernsehpreis dadurch, dass es in diesem Jahr eine Serienkategorie gibt, ein deutliches Platzproblem hat und daher generell bei allen Filmproduktionen in der ersten Einladungsrunde darauf verzichtet hat, Autorinnen und Autoren einzuladen…”

Dass die verantwortlichen Autoren aufgrund Platzmangels nicht zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises eingeladen sein sollen, sorgt in der Branche für Empörung. Unter dem Posting häufen sich wütende Kommentare anderer Autoren und auch von Produzenten/Producern. “Wir Autoren müssen für unsere Rechte und Sichtbarkeit einstehen!”, heißt es dort und “Eigentlich wäre das beste, das ganze Produktionsteam nimmt aus Protest nicht teil. Kann man die nicht dazu motivieren?” sowie: “DAS ist ein Grund für einen kollektiven Autorenstreik!”

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Chris Geletneky hingegen hat eine Einladung bekommen. Geletneky ist sowohl als Autor als auch Producer für das ZDF-Format „Sketch History“ tätig; eingeladen worden sei er jedoch in seiner Funktion als Producer, schreibt er bei Facebook. “Zu der Preisverleihung einer Branche, die es ohne die Arbeit der Autoren gar nicht geben würde, grundsätzlich keine Autoren aus Platzgründen!!! einzuladen, ist schon ein unglaubliches Armutszeugnis”, so Geletneky. Weiter kündigt er an, seine Einladung nun zurückgeben zu wollen

Update, 12. Januar 2018, 10.40 Uhr
Auf MEEDIA-Nachfrage erklärte eine Pressesprecherin der für die PR des Fernsehpreises verantwortlichen Agentur Kick-Media, diese Behauptung von Kristin Derfler, die sich in diesem Fall auf die Kategorie „Bester Mehrteiler“ bezieht, sei nicht korrekt. “Nach den Regularien des Deutschen Fernsehpreises werden in den Kategorien ‘Bester Fernsehfilm’ und ‘Bester Mehrteiler’ Produzenten und Regisseure stellvertretend für das Team nominiert”,so die Pressesprecherin weiter. In der Regel sei es so, dass Autoren eines nominierten Fernsehfilms bzw. Mehrteilers ebenfalls als Gast zur Preisverleihung eingeladen, allerdings sei dieser Prozess noch nicht abgeschlossen.

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