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2017 setzten die Verlage 320 Millionen Euro mit Paid-Content um – allein auf Bild entfallen neun Prozent

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Langsam, aber stetig erhöht die Branche die Paid-Content-Einnahmen: PV Digest hat seine jährliche Analyse der Bezahl-Umsätze der deutschen Publikumsmedien veröffentlicht. Demnach wuchs dieser Bereich in den vergangenen zwölf Monaten um 16 Prozent auf nun 320 Million Euro. Davon entfallen allein neun Prozent auf die Einnahmen von Springers Bild. Dem Spiegel stellen die Experten dagegen (noch) kein gutes Paid-Zeugnis aus.

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Seit fünf Jahren geben die Experten von Pv Digest ihre Schätzung ab. Zum Start im Jahr 2013 gingen sie davon aus, dass die gesamten Paid-Umsätze der Branche bei rund 140 Millionen Euro liegen würden. Seitdem wächst das Volumen jedoch von Jahr zu Jahr.

Für ihre (fundierte) Schätzung berücksichtigen die Experten neben den Digital-Versionen der Printausgaben (E-Paper), Paywalls, Apps, andere bezahlpflichtige Angebote und Vertriebsplattformen von dritter Seite.

Mit fast 80 Prozent stammt der größte Anteil aber aus dem Verkauf von digitalen Presse-Angeboten wie E-Paper, Paywalls und Apps von Tageszeitungen. “Davon machen die ‘digital only’-Aboangebote der regionalen Tageszeitungen die Hälfte aus. Hinzu kommen die Umsätze aus dem Verkauf von Digital-Produkten als Aufpreisangebote für Print-Abonnenten. Genauso wie das gesamte Paid Content-Portfolio der Bild Zeitung stehen diese für 9% am deutschen Paid Content Markt, heißt es in der Studie.

Alle deutschen Publikumszeitschriften zusammen generieren nach der Schätzung von Pv Digest weniger digitale Bezahlumsätze als die sechs überregionalen Tageszeitungen.

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Noch immer scheinen also vor allem die großen Magazin-Marken keine funktionierende Bezahlstrategie im Web gefunden zu haben. Bereits im vergangenen Jahr monierte die Untersuchung, dass es bei den Zeitschriften zu langsam voran geht. “Eigentlich kommt einem hier nur das halbherzige Laterpay-Experiment des Spiegel in den Sinn. Von einem ernst gemeinten neuen Versuch eines etablierten Verlages, mit einem Digitalangebot Vertriebserlöse zu erzielen, fehlt 2016 weit und breit jede Spur.”

Diese harsche Aussage gilt für 2017 nicht mehr so. “Bei der Zeit ist Paid Content eingeführt worden, der Spiegel hat Spiegel Daily gelauncht”, erklärt PV-Digest-Herausgeber Markus Schöberl gegenüber MEEDIA. Er sagt aber auch: “Aber von einer massiven Paid Content-Forcierung ist ganz überwiegend immer noch nichts zu sehen.”

Die gesamt Paid-Strategie des Spiegels könne man noch gar nicht bewerten, “weil die noch gar nicht zu sehen ist”, meint der Experte gegenüber MEEDIA. “Vom E-Paper/der App abgesehen hatte der Spiegel ja nur ganz halbherzig Laterpay implementiert. Mein Eindruck ist, dass das auf dem niedrigen Niveau ganz gut funktioniert.”Schöberl meint aber, dass Spiegel Daily wohl “niemanden überzeugt” hätte und “als Standalone-Produkt auch keine Chance” hat. Interessant würde es dann, wenn der Spiegel sein überarbeitetes Paid-Content-Gesamtangebot vorstelle.

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