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Nach “Fire and Fury”-Verkaufsstart: Trump verschiebt Bekanntgabe der Preise für “unehrlichste Medien”

US-Präsident Donald Trump liefert sich mit den Medien seit Wahlkampfzeiten erbitterte Fehden
US-Präsident Donald Trump liefert sich mit den Medien seit Wahlkampfzeiten erbitterte Fehden

US-Präsident Donald Trump hat seine für heute avisierte Bekanntgabe der Preise für die "unehrlichsten und korruptesten Medien des Jahres" verschoben. Die Preisträger der "Fake News Awards" sollen nun erst am 17. Januar vorgestellt werden, teilte er via Twitter mit. Offenbar will Trump vermeiden, dass seine Aktion durch jüngste Buch-Enthüllungen überschattet werden. Der Präsident indes hatte eine andere Begründung parat.

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“Das Interesse an diesen Preisen und ihre Bedeutung sind bei weitem größer, als irgendjemand hätte erwarten können”, schrieb der Präsident am Sonntag in einem Tweet beim Kurznachrichtendienst. Erst am vergangenen Freitag war das auf zahlreichen Interviews mit Vertrauten Trumps sowie angeblich auch Gesprächen mit dem US-Präsidenten selbst basierende Buch “Fire and Fury” des Star-Journalisten Michael Wolff veröffentlicht worden.

Mit seinen Versuchen, die Veröffentlichung zu torpedieren oder ganz zu stoppen, hatte Trump das Gegenteil erreicht. Der ursprünglich für morgen geplante Verkaufsstart war um 96 Stunden vorgezogen worden. Die Enthüllungen sind für den US-Präsidenten äußerst heikel, da den Recherchen von Wolff zufolge sogar engste Mitarbeiter des Immobilien-Milliardärs an dessen Eignung für das Präsidentenamt zweifeln. Das Buch führte schon vor Verkaufsstart die Bestsellerlisten an. Trump hatte am Wochenende mit Bezug auf die für ihn peinlichen Darstellungen erklärt, er sei “nicht nur schlau, sondern ein Genie”.

Seine Fake-Awards für die Medien wollte er dann wohl jedoch nicht in diesem zeitlichen Kontext verkünden. Seine Sprecherin Sarah Sanders hatte dazu kürzlich angedeutet, dass Trump an eine Art Preisverleihungsshow denkt – wobei unklar ist, wer eingeladen und wer erscheinen würde. Trump hat sich mit fast allen Medien außer sehr konservativen wie Fox News massiv angelegt und bezeichnet sie als Fake News Media (Lügenmedien). Diese haben vor diesem Hintergrund auch schon einen Namen für die angekündigten Preise gefunden: “Fakies”. Manche sprechen auch von den “Trumpies”.

Allerdings kann der Präsident kaum hoffen, dass sich die Preisträger besonders ärgern werden. So hat etwa TV-Talkmaster Stephen Colbert, Gastgeber der “Late Show” des Senders CBS die Hoffnung geäußert, dass er gewinnt, denn “nichts macht dich glaubwürdiger, als wenn Donald Trump dich einen Lügner nennt”.

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Mit Material von der dpa

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