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Von Amazon über Bitcoin bis Tencent: Was die Digitalwirtschaft 2018 bewegt

Höher, wertvoller, reicher:  Kann das Internet-Trio Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Sergey Brin auch 2018 triumphieren?
Höher, wertvoller, reicher: Kann das Internet-Trio Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Sergey Brin auch 2018 triumphieren?

Nach einem fantastischen Vorjahr geht die Tech- und Internetindustrie kraftstrotzend in das Jahr 2018. Die sieben wertvollsten Konzerne der Welt kommen inzwischen aus der Digitalwirtschaft. Entsprechend stehen Alphabet, Amazon & Co in den kommenden zwölf Monaten wieder im Fokus. Aber auch Kryptowährungen dürften nach dem Siegeszug des Bitcoin weiter die Schlagzeilen bestimmen. In Deutschland könnte möglicherweise der erste Internetkonzern in den Dax aufsteigen. 


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1. Geht der Triumphzug von Amazon, Facebook & Co weiter?

Sollte Apple in diesem Jahr Schwäche zeigen, drohte der abermalige Verlust des Börsenthrons. 2016 konnte sich Erzrivale Alphabet bereits für zwei Tage als wertvollster Konzern der Welt fühlen. Im eher unspektakulären Vorjahr konnte Googles Mutterkonzern ebenfalls um immerhin 33 Prozent zulegen und notiert bei einem Börsenwert von 758 Milliarden Dollar lediglich 17 Prozent hinter Apple.

Enttäuscht der iKonzern mit seinem nächsten Zahlenwerk die Erwartungen der Wall Street, während Alphabet sie deutlich übertrifft, könnte sich eine erneute Wachablösung bereits in naher Zukunft vollziehen. Nach Einschätzung des Marketing-Professors Scott Galloway könnte indes ein anderes US-Unternehmen Apple in diesem Jahr auf dem Börsenthron beerben – Amazon.

„Amazon überholt Apple nach Börsenwert“, prognostiziert Galloway in diesem Jahr. Der Grund: „Alexa wird das iPhone der nächsten Dekade, was Amazon zu einem Sprung über die Billionen-Marke in der Marktkapitalisierung verhilft“, wagt Galloway in seinen Vorhersagen für 2018 eine mutige Prognose.

Tatsächlich hat Amazon 2018 bei einem Börsenwert von 570 Milliarden Dollar begonnen, Apple scheint mit einer Marktkapitalisierung von 880 Milliarden zumindest mittelfristig weit enteilt. Um zum iKonzern aufzuschließen, müsste der E-Commerce-Gigant eine ähnliche Kurssteigerung wie im vergangenen Jahr hinlegen und um mindestens 54 Prozent zulegen, sofern Apple unverändert tendiert.

Nicht minder interessant wird die Kursentwicklung von Facebook nach seinem annus horribilis zu beobachten sein. An den ersten Handelstagen des neuen Börsenjahres knüpften die sogenannten FANG-Aktien (Facebook, Amazon, Netflix und Google-Mutter-Alphabet) mit deutlichen Kursaufschlägen am Erfolgsjahr 2017 an.

2. Chinas Dotcom-Boom: Entthront Shenzhen das Silicon Valley?

Das Ausrufezeichen unter ein höchst erfolgreiches Jahr für Internetaktien wurde 2017 im Reich der Mitte gesetzt: Chinas zwei Megakonzerne Alibaba und vor allem Tencent konnten ihren Wert mehr als verdoppeln und damit in die Top Ten der Börsenwelt einziehen.

Da scheint 2018 längst noch nicht Schluss zu sein, wie Scott Galloway prognostiziert: „Ein chinesisches Unternehmen stößt in die Top Fünf vor“, mutmaßt der Marketing-Guru. Am ersten Handelstag wäre es fast bereits so weit gewesen: Nur durch deutliche Kurszuwächse konnte Facebook die Nummer fünf noch einmal vor Tencent verteidigen, das bereits im vergangenen Jahr für einen Tag das weltgrößte Social Network überholt hatte. Es bleibt jedoch höchst spannend: Der Abstand beträgt aktuell keine drei Prozent.

2018 könnte der große Siegeszug Chinas auch in den westlichen Märkten ankommen: Chinas größter Smartphone-Hersteller Huawei, der nach Stückzahlen Apple im vergangenen Jahr in wenigen Monaten bereits überholt hatte, drängt auf den amerikanischen Markt, während Tencent und Alibaba dank ihrer hochfliegenden Aktien als Akquisitionswährung in den USA auf Shoppingtour gehen könnten. Nach einer Dekade der Selbstzufriedenheit schwant dem Silicon Valley, dass das nächste Jahrzehnt von Shenzhen bestimmt werden könnte.

3. Wird Netflix’ Siegeszug von Disney, Apple und Facebook gestoppt?

Der Traumstart für das ‚N‘ der FANG-Aktien ist perfekt: Das neue Börsenjahr ist gerade einmal 72 Stunden alt, da liegt Dauer-Börsenstar Netflix schon wieder um 7 Prozent vorne. Der 20 Jahre alte Streaming-Pionier ist eine der ganz großen Erfolgsstorys der Internetära und wächst in Fluchtgeschwindigkeit. Im jüngsten Quartal verbuchte Netflix allein 5 Millionen neue Abonnenten,  im laufenden Quartal rechnet CEO Reed Hastings noch einmal mit 6,3 Millionen neuen Kunden – deutlich mehr als von der Wall Street erwartet.

Hält der Hype an, dürfte Netflix bereits 2019 Kurs auf die 150 Millionen Abonnenten-Marke nehmen. Doch die Konkurrenz, die lange den Streaming-Boom verschlafen hat, rüstet nun zur großen Aufholjagd. Im nächsten Jahr startet Disney seinen lang erwarteten  Streaming-Dienst, der zusätzlich mit Inhalten von 21st Century Fox gefüttert wird. Dass Amazon sein Content-Budget weiter aufstockt, ist ebenso wenig ein Geheimnis wie Facebooks Versuch, seine Nutzer länger im neuen Menü „Watch“  im Netzwerk zu halten.

Und selbst Techpionier Apple könnte Netflix langfristig herausfordern. Zwar stecken die Bewegtbild-Bemühungen des iKonzerns noch in den Kinderschuhen, doch langfristig dürfte der Techpionier aus Cupertino zu einem echten Herausforderer von Netflix werden, glaubt etwa Gene Munster vom Wagnisfinanzierer Loup Ventures.

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Nach Einschätzung des langjährigen Techanalysten dürfte Apple sein zukünftiges Serien- und Filmangebot mit Apple Music zu einem Dienst verschmelzen und seinen Etat für Eigenproduktionen bis 2022 auf über 4 Milliarden Dollar steigern. Die Bereitschaft, in Content zu investieren, wachse bei Apple in Zukunft stärker als bei Netflix und Amazon, so Munster.

Bis zu 8 Milliarden Dollar soll Netflix’ Content-Budget in diesem Jahr (inklusive Lizenzgebühren) betragen und Zuschauer dafür bis zu 80 neue Filme zu sehen bekommen. Doch wie lange lässt sich das Wachstum eigentlich noch ausreizen – und wie gegen Hollywood Drehbuchschreiber, Regisseure und Schauspieler, um den Serienhunger seiner Binge-Watch-wütigen Zuschauer zu befriedigen.

4. Steigen United Internet oder Zalando in den Dax auf – und ProSiebenSat.1 ab?

Der große Paradigmenwechsel zwischen alten und neuen Medien ist auch an der Börse angekommen –  die sieben wertvollsten Unternehmen der Welt sind allesamt Digitalunternehmen. Entsprechend scheint eine Wachablösung auch in Deutschland überfällig.

Während der wertvollste börsengelistete deutsche Medienkonzern ProSiebenSat.1 mit einem Minus von 22 Prozent das Dax-Schlusslicht bildete, erfreuten sich die wertvollsten die deutsche Internetkonzerne United Internet und Zalando 2017 erneut zweistelliger Kurszuwächse.

Der symbolträchtige Kursverlauf hat seinen Niederschlag längst im Börsenwert gefunden: ProSiebenSat.1 bringt es nach dem scharfen Einbruch der vergangenen Jahre nur noch auf einen Börsenwert von 6,8 Milliarden, während United Internet und Zalando längst mit einer Marktkapitalisierung jenseits der 10-Milliarden-Euro-Marke bewertet werden.

Dass das TecDax- oder MDax-Schwergewicht das Dax-Schlusslicht ProSiebenSat.1 in Zukunft im deutschen Eliteindex beerben könnte, erscheint zwar nach dem Börsenwert naheliegend, aber ist dennoch längst nicht ausgemacht, weil mit der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen und der ehemaligen Bayer-Tochter Covestro zwei aktuell noch höher kapitalisierte Aufstiegskandidaten bereitstehen. Die Tage von ProSiebenSat.1 in der ersten deutschen Börsenliga scheinen unterdessen nach gerade einmal zwei Jahren schon wieder gezählt.

5. Boom oder Crash: Geht die Bitcoin-Hausse weiter?

Es ist inzwischen ohne jede Frage die größte Spekulationsblase in der Geschichte der Finanzmärkte: Was an den Kryptobörsen passiert, stellt selbst die historische Tulpenmanie in den Schatten. Ende 2017 trieben Spekulanten den Kurs des Bitcoin zeitweise über die Marke von 20.000 Dollar, nachdem die Digitalwährung zwölf Monate zuvor noch bei weniger als 1000 Dollar notiert hatte.

Gegenüber anderen Kryptowährungen verhielt sich der Bitcoin indes wie Aktien zum Bitcoin – die Kurszuwächse fielen noch deutlich geringer aus. Ripple, inzwischen die zweitwertvollste Kryptowährung der Welt, legte 2017 um unfassbare 35.000 Prozent zu. In anderen Worten: Wer vor einem Jahr lediglich einen Dollar in Ripple investiert hätte, besäße heute 35.000 Dollar!

Die Kursexplosionen sind keine Ausnahme: Ethereum, nach der Marktkapitalisierung die Nummer drei, legte 2017 um 9550 Prozent zu, Litecoin um 5550 Prozent, Dash um 9900 Prozent, Stellar um 33.500 Prozent, NEO um 65.000 Prozent und Verge gar um über 100.000 Prozent.

So vollkommen irrwitzig die Kurszuwächse sind, so überfälliger erscheint eine Korrektur bzw. ein Crash, den etwa der Hedgefondsmanager Doug Kass in seinen Überraschungen des Jahres erwartet.Oder steht die eigentlich größtmögliche Revolution des Internetzeitalters erst bevor: Die Disruption des Währungssystems? Das könnte bald eine Multi-Billionen-Dollar-Frage werden – und damit die möglicherweise größte der Digitalwirtschaft…

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