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Streit um Gruner + Jahr-Gebäude: FDP-Fraktionschef Michael Kruse rügt Deal mit der Stadt Hamburg

FDP-Fraktionschef Michael Kruse
FDP-Fraktionschef Michael Kruse

Zoff um den Verkauf des Gruner + Jahr-Gebäudes am Hamburger Baumwall: der FDP-Fraktionschef Michael Kruse kritisiert, dass die Stadt das markante Bürogebäude des Zeitschriftenverlages quasi wie eine Katze im Sack gekauft hätte. So lasse der Hamburger Senat die Öffentlichkeit weiter über die Höhe die Sanierungskosten und die künftige Nutzung der Immobilie im Unklaren. Nun kontert der Hamburger Senat - allerdings äußerst vage.

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Es ist ein Hingucker am Hamburger Hafen und erinnert an einen großen Ozeanriesen – das Verlagsgebäude von Gruner + Jahr am Baumwall. Ende 2016 verkauft der Zeitschriftenverlag, in dem Titel wie stern, Geo oder Brigitte erscheinen, den markanten Bürokomplex an die Stadt Hamburg. Was aber nach dem Auszug des Medienhauses aus der Immobilie werden soll, ist weiterhin unklar. Dies hat nun den FDP-Fraktionschef Michael Kruse auf den Plan gerufen. Die Stadt habe das Gebäude von Gruner + Jahr quasi wie eine Katze im Sack gekauft, kritisiert er jüngst im Norddeutschen Rundfunk (NDR). So sei weiterhin ungewiss, was an hohen Sanierungskosten auf die Stadt zukomme. Kruse hatte deshalb eine kleine schriftliche Anfrage an den Senat gestellt und gerügt, dass Hamburg die Öffentlichkeit hierüber unverändert im Dunkeln tappen lässt. “Der Senat mauert bei diesem Thema absolut und es verwundert uns, dass bei einem Gebäude, das für rund 150 Millionen Euro angekauft worden ist, keine ordentlichen Antworten zustande kommen”, so der FDP-Fraktionschef im NDR.

Gegenüber MEEDIA wird Kruse konkreter: „Der rot-grüne Senat hat gegenüber der Hamburgischen Bürgerschaft bisher nicht plausibel erklären können, warum er eine große Gewerbe-Immobilie in zentraler Lage ankauft. Derartige Immobiliengeschäfte gehören aus Sicht der Freien Demokraten nicht zur Kernaufgabe städtischer Unternehmen, weil sie ein Risiko für den Steuerzahler bedeuten. Deshalb ziehen wir das Thema für eine Ausschussbefassung in Erwägung“, betont er. Denn für ihn sei es wichtig, „den Zweck der Nachnutzung zu kennen, um daraus die zukünftige Profitabilität dieser Immobilie berechnen zu können.“ Zur Erinnerung: die Stadt hatte bereits bei dem Kauf der Immobilie betont, dass die Sanierung des Gebäudes für die Elbmetropole teuer werden könnte. Wörtlich: „Trotz voraussichtlich hoher Umbau- und insbesondere energetischer Sanierungskosten handelt es sich aus Sicht der Stadt um eine immobilienwirtschaftlich lohnende Investition, um das Büroflächenangebot für städtische Nutzer im sogenannten Mieter-Vermieter-Modell langfristig und zu günstigen Konditionen sicherzustellen“, teilte die Stadt zum Zeitpunkt des Ankaufs mit.

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Nun äußert sich der Senat auf die Kritik von Kruse – allerdings sehr vage. „Die genaue Höhe der zur Refinanzierung mindestens erforderlichen Mieteinnahmen steht noch nicht fest, da sich diese aus dem Nutzungskonzept und den Kosten der entsprechenden Umbaumaßnahmen ergibt. Darüber hinaus sind die Überlegungen und Planungen hierzu noch nicht abgeschlossen“, heißt es. Hintergrund hierfür ist offenbar, dass Gruner + Jahr frühestens Ende 2021, spätestens jedoch Mitte 2024 seinen Sitz in die Hamburger Hafencity verlegen will. Damit bliebe für die Stadt wohl noch genügend Zeit, um sich über die künftige Nutzung der Immobilie ausreichend Gedanken zu machen, heißt es in Senatskreisen. Neue Mieter werden am Baumwall ohnehin nicht so schnell einziehen können. Denn nach dem Auszug von Gruner + Jahr rechnet die Stadt damit, dass für den Umbau und die Sanierung des Gebäudes zwei bis drei Jahre vergehen, heißt es in einer früheren Pressemitteilung der Stadt. Das fünfgeschossige G+J-Gebäude befindet auf einem rund 28.000 qm großen Grundstück.

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