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“Sie dürfen alles anfassen”: das krasse #MeToo-Eigentor des CDU-Manns und Ex-Werbers Thomas Heilmann im WDR

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Bei dem Projekt Docupy des WDR und der Bildundtonfabrik ("Neo Magazin Royale") geht es unter dem Hashtag #ungleichland um sexistisches Verhalten. Die Macher befragten dazu u.a. Männer im Bundestag. Das Ergebnis ist ein erwartbarer Mix aus politisch-korrekten Statements und ein paar ungeschickten Formulierungen (meist von AfDlern). Bis der CDU-Abgeordnete Thomas Heilmann seinen Auftritt hat...

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Bei Docupy wollen der WDR zusammen mit der Bildundtonfabrik jeweil ein Thema sechs Monate lang besetzen. Aktuell lautet es: “Ungleichland – Vermögen, Chancen, Macht”. Dazu heißt es auf der Projekt-Seite:

Zerreißt die wachsende Ungleichheit die Gesellschaft? Die Mittelschicht ist seit Jahren unter Druck. Der größte Anteil des Vermögens ist im Besitz weniger. Chancen und der Zugang zu Macht sind für viele begrenzt. Wie steht es um das Ungleichland Deutschland?

In den vergangenen Wochen führten die Macher unter anderem viele Interviews mit Parlamentarierinnen des Deutschen Bundestags über #MeToo und die Sexismus-Debatte. Die kurzen Gespräche veröffentlichten die Projekt-Verantwortlichen dann in den sozialen Medien. So gelang ihnen beispielsweise mit einem Interview mit Frauke Petry ein kleiner Viral-Hit.

Nach den Frauen äußern sich jetzt auch Männer im Bundestag zum #ungleichland. Das entsprechende Video ging am gestrigen Montag online und stellt die Auftaktfrage: “Wann haben Sie zuletzt einen Mann auf sein sexistisches Verhalten angesprochen?”

Zu Wort kommt Gregor Gysi oder auch Sven Lehmann von den Grünen. Die AfD-Abgeordneten Stephan Brandner und Martin Sichert oder auch Gero Hocker von der FDP äußern sich nicht so richtig geschickt, aber das ist nichts gegen den CDU-Mann Thomas Heilmann. Denn den ehemaligen Chef der Werbeagentur Scholz und Friends lässt der Schnitt ganz schlecht aussehen.

So ist Heilmann vor dem eigentlichen Dreh zu sehen, wie er noch mit seinem Hemdkragen kämpft. Die Maske weist ihn offenbar auf ein Problem hin. Seine Antwort: “Ich sehe das ja nicht, da müssten sie mir helfen.” Daraufhin tritt die Maskenbildnerin zu ihm hin und sagt etwas zu dem ehemaligen Justizsenator von Berlin. Seine süffisant-grinsende Antwort: “Sie dürfen alles anfassen”. Autsch. Eigentlich ein Fall für den Hashtag #Aufschrei.

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Gegenüber MEEDIA stellte eine Sprecherin von Heilmann klar, dass “die Situation völlig aus dem Kontext gerissen” wurde. Und außerdem: Über “die Verwendung des Making-of gab es keine Vereinbarung!”

Allerdings ist der Schnipsel jetzt in der Welt, und ob er hätte gesendet werden dürfen oder nicht, spielt keine sonderliche Rolle mehr. Auch deshalb erklärt die Sprecherin weiter:

So wie das Video geschnitten ist, kann man es in der Tat als sexistisch verstehen. Gemeint war es aber als Antwort auf die Frage, ob man nur das Jacket oder auch den Kragen am Hals richten dürfe. Die eigentlichen Fragen des Interviews und Herr Heilmanns sehr ernst gemeinte Antworten sind ja leider nicht Teil des Videos. Der zusammenhangslose Schnitt der letzten Szene des Videos führt unweigerlich zu Missverständnissen und könnte fälschlicherweise sexistisch interpretiert werden.

Die ersten Reaktionen bei Twitter zeigen jedoch, dass genau letzteres passiert. Sie reichen von “thomas heilmann ist so lustig,dass man brechen muss” bis zu: “Der Typ am Ende des Videos ist CDU Bundestagsabgeordenter Thomas Heilmann. Warum ist er jetzt nicht seinen Job los?”

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Alle Kommentare

  1. Es gibt Länder, in denen sich Frauen einer Vollverschleierung unterziehen.

    Sowas hielt ich früher für erzwungen und unmenschlich, nicht nur wegen der oftmals hohen Temperaturen in vielen derartigen Ländern.

    Ich ahne, daß man diese Frauen eher als fortschrittlich einzustufen hat.

    Bin gespannt, wann der Öffentlichkeit die richtigstellenden Dokumentarfilme aufgespielt werden.

    Merksatz (von Napoleon): “Frauen braucht man nur, wenn man an sie denk”t.

    Vollverschleierung hilft da weiter.

  2. “Gemeint war es aber als Antwort auf die Frage, ob man nur das Jacket oder auch den Kragen am Hals richten dürfe.”

    Nein, diese Frage wurde ihm garnicht gestellt, das ist eine glatte Lüge. Inzwischen gibt es eine etwas längere Sequenz des Videos:
    https://twitter.com/docupy/status/943422518785986560

    Die Kamerafrau/Redakteurin hat lediglich gefragt: “Kragen noch gut?”. Herr Heilmann hat sie dann zu sich rangebeten und den Spruch gebracht.

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