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Zoff um eAuktion der Media Broadcast: Mitbieter Uplink steigt bei Versteigerung aus und wendet sich an Regulierer

Ungewisse Zukunft: Auch UKW-Sendeantennen auf Fernsehtürmen könnten bald keine Signale mehr ausstrahlen
Ungewisse Zukunft: Auch UKW-Sendeantennen auf Fernsehtürmen könnten bald keine Signale mehr ausstrahlen

Eklat bei der laufenden eAuktion, mit der die Kölner Freenet-Tochter Media Broadcast bundesweit 700 UKW-Antennen loseisen will: Überraschend hat sich die Düsseldorfer Uplink Network aus der elektronischen Versteigerung zurückgezogen. Sie schaltet die zuständige Regulierungsbehörde ein und fordert die Freenet-Tochter auf, der Behörde die Protokolle der Auktion auszuhändigen.

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Es ist eine ungewöhnliche Aktion. Vor zwei Wochen startete die Kölner Freenet-Tochter Media Broadcast eine offene eAuktion, die noch bis Ende der Woche im Gang ist. Die Kölner Gesellschaft will hierüber rund 700 UKW-Antennen loseisen, für die sie bislang keinen Käufer gefunden hat.

Jetzt gibt es um die Online-Auktion Zoff: Überraschend hat sich vergangene Woche der Düsseldorfer Übertragungsdienstleister Uplink Network aus der laufenden Versteigerung zurückgezogen und holt die zuständige Regulierungsbehörde mit ins Boot. „Uplink hat die bis zum 15.12.2017 laufende Auktion für UKW-Antennen der Media Broadcast GmbH (MB) am Donnerstag, dem 07.12.2017 verlassen und dies der MB und den Regulierungsbehörden mitgeteilt. Auf Grund der bestehenden Vertraulichkeitsvereinbarungen können wir unsere vielfältigen und guten Gründe für diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt nicht offenlegen“, teilt die Firma auf Anfrage von MEEDIA mit.

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Uplink Network fordert die Freenet-Tochter zudem auf, die „Protokolle der eAuktion zur Auswertung den Regulierungsbehörden und weiteren interessierten Stellen auszuhändigen.“ Nähere Angaben zu den Gründen will die Gesellschaft allerdings nicht machen. Sie verweist auch hier auf eine unterschriebene Vertraulichkeitsvereinbarung. Was hinter dem Vorstoß der Düsseldorfer steht, ist unklar. Stößt sich die Firma an dem Ablauf der elektronischen Versteigerung? Bieten überhaupt potenzielle Interessenten mit? Media Broadcast will sich auf Anfrage von MEEDIA zu dem „laufenden Versteigerungsprozess“ nicht äußern.

Trotz der Reibereien zeigt Uplink Network, hinter dem als Mitgesellschafter der frühere Focus-Chefredakteur Helmut Markwort steht, unverändert großes Interesse an den Antennen. Die Firma beabsichtige „nach dem Ende der Auktion ein Kaufangebot für alle nicht verkauften Antennen zu unterbreiten“, teilt die Gesellschaft mit. Dass sich die Media Broadcast von ihren UKW-Antennen trennen will, hat vor allem strategische Gründe. Jahrelang konnte die Gesellschaft auf dem Markt als Quasi-Monopolist agieren. Doch 2012 machte die EU dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung. Sie ändert das Telekommunikationsgesetz. Neue Wettbewerber wie Uplink oder Divicon Media drängen auf den Markt. Dadurch wird es für Media Broadcast immer schwieriger, im UKW-Geschäft rentabel zu agieren. MB zieht sich daher aus dem Geschäftsfeld zurück und stellt die Ukw-Infrastruktur zur Disposition.

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