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“Facebook haut seine Partner übers Ohr”: Social Network bezahlt Verlage 2018 nicht mehr für (Live-)Video-Produktion

Rund zwei Jahre lang hat Facebook Publisher für Live-Inhalte bezahlt – nun stoppt das Unternehmen die Förderung
Rund zwei Jahre lang hat Facebook Publisher für Live-Inhalte bezahlt – nun stoppt das Unternehmen die Förderung

Der Zahltag endet schneller als gedacht: Seit 2016 investiert Facebook 50 Millionen Dollar, damit (US-) Medienhäuser ihre Aktivitäten im Live-Video-Segment ausbauen und das neue Genre somit populärer machen. Doch damit wird zum Jahresende Schluss sein, berichtet das Branchenorgan Digiday: Facebook habe die auslaufenden Verträge nicht verlängert – für die New York Times, CNN und BuzzFeed fallen Millionenzuschüsse weg. Inwieweit deutsche Verlage wie Axel Springer betroffen sind, geht aus dem Bericht nicht hervor.

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Seit rund zwei Jahren forciert Facebook seine Bewegtbild-Bemühungen massiv und hatte dafür seit 2016 an Verlage Millionenbeträge überwiesen, um sie bei ihrer Video-Offensive zu unterstützen. Insgesamt 50 Millionen Dollar stellte das weltgrößte Social Network in einem scheinbar generösen Akt 140 Verlagen und Video-Produzenten zur Verfügung –  darunter etwa BuzzFeed, das 3,1 Millionen Dollar erhielt, die New York Times (3 Millionen Dollar), CNN (2,5 Millionen Dollar) oder etwa der Viral-Video-Produzent NowThis (1,5 Millionen Dollar).

Verlage hatten sich im Gegenzug verpflichtet, eine bestimmte Minutenzahl an Video-Inhalten – Live-Video und vorproduzierte Inhalte – für den Newsfeed pro Monat zu produzieren. Auch Bild erhielt für die Produktion von Live-Videos von Facebook seit 2016 Geld, wie Axel Springers Flaggschiff-Angebot seinerzeit gegenüber MEEDIA bestätigte.  “Wir sehen Zahlungen an Verlage als eine Art Seed-Investment”, hatte Will Cathcart, Vice President of Product Management, seinerzeit die Motivation hinter dem Investment erklärt.

Digiday: Facebook lässt Video-Kooperation mit Verlagen auslaufen

Nun ist klar: Das Anfüttern ist zu Ende. Wie Digiday heute berichtet, hat der 500 Milliarden Dollar schwere Internetkoloss die Kooperationen mit den Medienhäusern nicht verlängert. Die Verträge würden bereits zum Ende des Jahres bzw. Anfang 2018 wieder auslaufen, berichtet das Branchenorgan der Digitalindustrie.

Der Hintergrund: Facebook will Video-Inhalte nun offenbar ausschließlich über das Anzeigenbeteiligungsmodell vergüten. “Sie wollen nicht mehr die garantierte monatliche Lizenzgebühr für eine bestimmte Minutenzahl bezahlen”, erklärte ein von diesem Vorgang betroffener Inhalteproduzent, der seit 2016 von Facebook bezahlt  wurde, gegenüber Digiday.

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“Facebook haut seine Partner übers Ohr”

“Facebook haut seine Partner und diejenigen, die an die Plattform glauben, übers Ohr. Nichts Neues: Selbes Skript, andere Idioten”, kommentiert der Wagnisfinanzierer Om Malik sarkastisch den Schritt.

Inwieweit Bild und andere deutsche Verlage vom Ende der Kooperation betroffen sind, geht aus der Digiday-Berichterstattung nicht hervor. Im Gegensatz zu den USA ist hierzulande die Midroll-Vermarktung von Videos, die durch Anzeigen unterbrochen werden, noch nicht angelaufen.

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