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Nach Grusel-Bilanz: Snap-CEO Spiegel gibt zu, dass immer noch kaum jemand versteht, wie Snapchat eigentlich funktioniert

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Die Bilanz des App-Anbieters mit dem Geister-Logo ist erneut zum Gruseln

Die Kursimplosion geht weiter: Der hoch gewettete Messenger-App-Anbieter fiel bei Vorlage seiner Quartalsbilanz bereits das dritte Mal krachend an der Wall Street durch. Das sechs Jahre alte Internet-Unternehmen konnte den Markterwartungen wie in den Vorquartalen in keiner Form entsprechen: Der Umsatz- und Nutzerzuwachs fiel schwächer aus als erwartet, die Verluste waren größer als prognostiziert. Die Folge: ein schwerer Kurssturz von in der Spitze über 20 Prozent nach Handelsschluss.

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Snap und die Börse – das scheint weiter ein einziges Missverständnis zu sein. Nachdem der App-Anbieter bereits im Mai und August bei Vorlage seiner ersten beiden Quartalsbilanzen nach dem Börsengang schwer unter die Räder gekommen war, folgte nach Handelsschluss der nächste dramatische Kurssturz von in der Spitze 20 Prozent.

Erneut enttäuschte die Snapchat-Mutter die Erwartungen der Wall Street nach jeder Lesart. Statt eines Umsatzes in Höhe von 235,5 Millionen Dollar erlöste Snap zwischen Anfang Juli und Ende September „nur“ 207,9 Millionen  Dollar, was allerdings immer noch einem ansehnlichen Umsatzzuwachs von 62 Prozent entsprach.

Quartalszahlen enttäuschen erneut die Wall Street-Erwartungen

Gleichfalls explodierten aber auch die Verluste. Das Minus verdreifachte sich unter dem Strich von 124 auf 443 Millionen Dollar. Auch die Ebitda-Verluste (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) stiegen von 108 auf 178 Millionen Dollar an. Der Verlust je Aktie lag mit 0,14 Dollar je Anteilsschein dagegen sogar marginal über den Erwartungen, die bei einem Minus von 0,15 Dollar gelegen hatten.

Auch der Nutzerzuwachs fiel erneut geringer aus als erwartet: Im dritten Quartal konnte Snapchat lediglich 4,5 Millionen neue täglich aktive Nutzer hinzugewinnen; die Wall Street hatte dagegen mit 8 Millionen gerechnet. Snapchat bringt es damit nunmehr auf 178 Millionen täglich aktive Nutzer, während der große Rivale Instagram bei seinem Stories-Format im Wochenverlauf den Durchbruch durch die 300-Millionen-Nutzermarke verkünden konnte.

Aktie stürzt nachbörslich um 21 Prozent ab

Die Folge nach der Bilanz-Enttäuschung auf ganzer Linie: Snap-Aktien stürzten im nachbörslichen Handel in der Spitze um 21 Prozent  ab und waren zeitweise weniger als einen Dollar von ihren Allzeittiefs entfernt, die nach den letzten Quartalszahlen im August markiert wurden. Anteilsscheine von Snap haben damit gegenüber ihren Spitzennotierungen bereits 60 Prozent an Wert verloren und liegen weiterhin  30 Prozent unter dem Ausgabekurs von Anfang März.

Trotzdem ist Snap mit einer Marktkapitalisierung von 15  Milliarden Dollar immer noch etwas wertvoller als Twitter, das es nach der jüngsten Kurserholung auf einen Börsenwert von 14,5 Milliarden Dollar bringt.

CEO Evan Spiegel kündigt großes Redesign der App an

In der anschließenden Konferenz mit Analysten macht CEO Evan Spiegel erneut keinen guten Eindruck. Spiegel gestand ein, dass die Snapchat-App für viele Nutzer nach wie vor zu schwer zu verstehen bzw. umständlich zu benutzen sei. Die Folge: ein großes Redesign!

Das könnte jedoch auch für die Bilanz Folgen haben: “Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass sich das Redesign kurzfristig disruptiv auf unser Geschäft auswirkt, und wir wissen nicht, wie sich das Verhalten unserer Nutzer verändern wird, wenn sie unsere veränderte App benutzen. Wir nehmen das Risiko in Kauf, weil wir glauben, dass es sich langfristig für unser Geschäft auszahlt”, erklärte Spiegel.

Zudem kündigte Spiegel Abschreibungen in Höhe von 40 Millionen Dollar auf nicht verkaufte Exemplare der Video-Brille Spectacles an.

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