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Letzte Chance, Netflix zu stoppen: Warum Disney nach Teilen von 21st Century Fox greift

Netflix und Disney: Nach Übernahme-Spekulationen folgt nun der Streaming-Wettkampf
Netflix und Disney: Nach Übernahme-Spekulationen folgt nun der Streaming-Wettkampf

Es wäre der Medien-Merger des Jahres: Disney, der wertvollste Konzern der Branche, könnte große Teile von Rupert Murdochs 21st Century Fox übernehmen – darunter die Filmsparte, Nischensender wie National Geographic und FX und die internationale Sky-Gruppe. Während sich die Verhandlungen noch in einem frühen Stadium befinden sollen, sind sich Branchen- und Marktexperten unterdessen einig: Die Akquisition würde für Disney Sinn machen, weil es wohl die letzte Chance für den 94 Jahre alten Traditionskonzern wäre, den Siegeszug vom Netflix zu stoppen.

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Netflix versetzt das alte Hollywood in Aufruhr. Allerspätestens seit den jüngsten Quartalszahlen und der unmittelbar vorausgegangenen Preisanhebung, die ohne viel Murren von Kunden geschluckt wird, scheint klar, dass der Siegeszug des Streaming-Anbieters kaum mehr aufzuhalten ist.

Der 20 Jahre alte Internet-Pionier wächst in Fluchtgeschwindigkeit: Im jüngsten Quartal verbuchte Netflix allein 5 Millionen neue Abonnenten,  im laufenden Quartal rechnet CEO Reed Hastings noch einmal mit 6,3 Millionen neuen Kunden – deutlich mehr als von der Wall Street erwartet.

Netflix könnte 2019 bereits 150 Millionen Mitglieder verbuchen

Hält der Hype an, dürfte Netflix bereits 2019 Kurs auf die 150 Millionen Abonnenten-Marke nehmen: in jenem Jahr also, in dem Disney endlich seinen eigenen Streaming-Dienst starten will – und dabei erst einmal bei Null anfängt.

Mit einem Börsenwert von 157 Milliarden Dollar ist die 94 Jahre alte Walt Disney Company weiterhin wertvollster Medienkonzern der Welt, doch so rasant, wie Netflix in den vergangenen Jahren gewachsen ist, scheint die historische Wachablösung unter den Inhalte-Anbietern der Film- und Fernseh-Industrie nicht mehr eine Frage des “Ob”, sondern “Wann”.

Disney angeblich an Filmsparte von 21st Century Fox interessiert

Für eine Übernahme, über die in der Vergangenheit immer wieder spekuliert worden ist, ist es inzwischen längst zu spät. Zwar wird Netflix an der Wall Street mit “nur” 85 Milliarden Dollar bewertet, Disney müsste bei seinem Gebot jedoch einen heftigen Premiumaufschlag bezahlen, der vermutlich weder im Aufsichtsrat durchkommen noch von Netflix angenommen werden würde.

Also bleibt nur der Versuch, sich mit dem eigenen Streamingdienst so wettbewerbsfähig wie möglich zu werden. Doch auch dafür scheinen Zukäufe nötig: Wie CNBC gestern berichtete, ist Disney an einer Teilübernahme von Rupert Murdoch Film- und Fernseh-Imperium  21st Century Fox interessiert – in erster Linie an der Filmsparte, Sparten-TV-Sendern wie FX, National Geographic und der Sky-Gruppe. Das Flaggschiff Fox News würde aus kartellrechtlichen Gründen bei 21st Century Fox bleiben.

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“Disney wird interessiert sein, sein Content-Portfolio zu vergrößern”

Nach Einschätzungen von Branchen- und Marktexperten wäre die Teilübernahme, sollte sie denn zustande kommen, ein sinnvoller Schritt. “Disney wird interessiert sein, sein Content-Portfolio zu vergrößern, um seinen zukünftigen Streaming-Dienst als Must-Have-Angebot neben Netflix zu positionieren”, erklärt der auf Apple spezialisierte Tech-Blogger Neil Cybart (“Above Avalon”) auf Twitter.

Wall Street-Veteran James Cramer ist der gleichen Meinung. “Fox hat ein fantastisches Angebot, genau das Angebot, das Disney sich wünschen würde. Ich denke also, der Deal macht viel Sinn”, erklärt der viel zitierte Marktkommentator gegenüber CNBC. “Ich kann nicht glauben, dass sie es noch nicht über die Bühne gebracht haben.”

Nach überstimmenden Informationen befinden sich die Übernahme-Verhandlungen tatsächlich noch in einem frühen Stadium und sollen aktuell sogar pausieren. An der Wall Street zeigen sich Aktionäre unterdessen optimistischer: Anteilsscheine von 21st Century Fox verteuerten sich gestern um 10 Prozent und heute nochmals um knapp 2 Prozent, während Disney-Aktien um 2 bzw. 1 Prozent zulegten.

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