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Apple vor den Quartalszahlen: Nur der Ausblick auf das iPhone X zählt

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CEO Tim Cook und das wichtigste Produkt in Apples Konzerngeschichte: das iPhone © Apple

Amazon, Microsoft, Google-Mutter Alphabet und Facebook haben vorgelegt: Vier der fünf wertvollsten Konzerne der Welt konnten die Wall Street allesamt bei Vorlage ihrer jüngsten Geschäftsbilanzen für das dritte Quartal überzeugen und zum Teil deutliche Kursgewinne verbuchen. Heute nach Handelsschluss folgt nun das Branchenschwergewicht mit der vermeintlich wichtigsten Bilanz der Quartalssaison: Wenn Apple-Chef Tim Cook das neuste Zahlenwerk aus Cupertino präsentiert, zählt wieder einmal nur das iPhone-Wachstum – vor allem im Weihnachtsquartal mit dem OLED-iPhone.

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Man kann es eine ungewöhnlich komfortable Ausgangsbasis nennen: Apple könnte heute nach Handelsschluss die Analystenerwartungen enttäuschen – und trotzdem ungeschoren davonkommen. Der Grund: Nach dem iPhone ist vor dem iPhone, denn die maßgebliche X-Version kommt bekanntlich erst am Freitag, einen Tag nach den Quartalszahlen in den Handel.

Apple-Chef Tim Cook hat damit den ultimativen Joker in der Hand: Enttäuschen die iPhone-Absätze – was angesichts des bestenfalls lauwarmen iPhone 8-Verkaufsbeginns – nicht unwahrscheinlich erscheint, könnte sich das Narrativ gleich in Richtung der aufgestauten Nachfrage nach dem iPhone X verschieben, das offenkundig sehr gefragt ist und gute Testberichte von Kritikern erhalten hat.

Analysten rechnen mit leichtem iPhone-Wachstum im September-Quartal

„Wir können an der unmittelbaren Kundenreaktion sehen, dass die Nachfrage ‚Jenseits von Gut und Böse ist’“, erklärte eine Apple-Sprecherin gegenüber Reuters zur Nachfrage nach dem neuen iPhone X, das seit Freitag vergangener Woche vorbestellt werden kann und morgen in den Handel kommt. Exakt diese Rhetorik dürfte Cook auch im anschließenden Conference Call bemühen, ohne sich in die Karten schauen zu lassen, wie viel Exemplare Apple nun tatsächlich bis Jahresende ausliefern kann.

Das abgelaufene September-Quartal verkommt damit fast zur Chronistenpflicht, was Apple nach dem iPhone 8-Flopverdacht  – die Produktion soll bereits wieder um sage und schreibe 50 Prozent zurückgefahren sein – nur recht sein dürfte.

Analysten rechnen interessanterweise für den Geschäftszeitraum von Anfang Juli bis Ende September trotzdem mit einem marginalen Absatzanstieg des iPhones von 45,5 auf 46,5 Millionen – nicht zuletzt, weil das iPhone 8 lediglich mit acht Verkaufstagen in die Bilanz mit einfließt und sich das iPhone 7 weiter solide verkaufen soll und offenbar dazu beigetragen hat, Apple in China nach sechs Quartalen wieder zum Wachstum zu verhelfen.

iPad, Servicesparte, Apple Watch: Viel Wachstum abseits des iPhones erwartet
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Abseits der mit Abstand wichtigsten Konzernsparte könnte Tim Cook Wachstum nach jeder Lesart präsentieren, mutmaßen Analysten.  Die seit Jahren rückläufige iPad-Unit könnte dank des neuen, günstigen Einsteigermodells den zweiten Zuwachs in Folge verbuchen – die Konsensprognosen liegen bei einem Absatzplus nach verkauften Einheiten von 10 Prozent.

Auch die viel gescholtene Apple Watch, die im vergangenen Quartal um schätzungsweise 50 Prozent mehr Absätze verzeichnen konnte, dürfte das Wachstum dank der neuen dritten Generation fortsetzen, mutmaßen Analysten. Die von Philip Elmer-DeWitt (Apple 3.0) zusammengestellten Konsensschätzungen sagen eine erneut massiven Absatzsteigerung von knapp 1,5 Millionen Einheiten bzw. um 60 Prozent auf 3,8 Millionen verkaufte Apple Watches voraus.

Zum eigentlichen Star der Bilanz könnte erneut Apples bereits zweitgrößte Konzernsparte werden: Die Services-Unit dürfte dank steigender Abonnements von Apple Music und iCloud, vor allem aber dank weiter explodierender App Store-Erlöse um weitere 20 Prozent wachsen und damit bereits Umsätze in Höhe von 7,6 Milliarden Dollar generieren.

Ausblick aufs Weihnachtsquartal entscheidend

Unter dem Strich rechnet die Wall Street bei Umsätzen von 50,6 Milliarden Dollar mit einem Gewinn von 1,86 Dollar pro Anteilsschein, der einem Nettogewinn von rund 10 Milliarden Dollar entsprechen dürfte. Im Vorjahreszeitraum hatte Apple bei Umsätzen von 46,85 Milliarden Dollar einen Nettogewinn von 9 Milliarden Dollar bzw. 1,67 Dollar je Aktie erzielt.

Beim Ausblick auf das laufende Quartal rechnen Analysten trotz der späten Auslieferung des iPhone X wieder mit prozentual zweistellig anziehenden Gewinnen – nämlich einem Plus von 12 Prozent auf einen Gewinn je Aktie von 3,77 Dollar nach 3,36 Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze sollen Analystenschätzungen zufolge um 9 Prozent auf 85,5 Milliarden Dollar anziehen.

Der Ausblick auf die erwartete Erlösspanne, die Aufschluss über Apples Absatzerwartungen an das iPhone X gibt, dürfte am Ende zur wichtigsten Kennzahl der Bilanzveröffentlichung werden. Der Techpionier legt seine Geschäftsbilanz für das vierte Quartal des Fiskaljahres 2016/17 heute nach Handelsschluss an der Wall Street vor.

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